Traumata verarbeiten

Hallo an das Forum,

es heißt in der Psychologie doch ab und an, wenn man sich selbst
immer wieder unbewusst in ähnliche unangenehme Situationen bringt
(z.b. immer wieder Wahl eines Partners, der einem nicht gut tut),
dann versucht man damit, ein (frühes) Trauma zu verarbeiten.
Aber wie geht dieses „Verarbeiten“ denn?
Ich meine, es ist eine Sache, wenn ich herausbekommen habe, was mein
Problem ist, wieso ich gewisse Situationen anziehe, welches alte
Unglück ich überwinden muss - aber wie überwinde ich es dann?

Bin für Denkanregungen dankbar.

Viele Grüße,

Conny

Hi, Cornelia,

verarbeiten heißt immer: sich der Situation bewusst werden, sie noch einmal durchspielen, durchdenken, Alternativen abtasten. Das geschieht oft unbewusst im Traum oder auch bewusst in der Erinnerung, bei mir oft im Halbschlaf.

Situationen, die man noch nicht verarbeitet hat, stehen immer wieder auf der Liste der offenen Punkte: Man träumt davon, erinnert sich plötzlich daran mit dem Ansatz, eine Lösung zu finden, die man in der Ursprungslage nicht gefunden hat.

Das Verarbeiten ungelöster Konflikte geschieht in genau dieser Nachbearbeitung. Im Traum / in der Erinnerung werden Lösungsansätze geprüft und verworfen, Wortwechsel wiederholt oder abgewandelt, Handlungen reflektiert oder abgewandelt - kurz: das gesamte Ereignis steht noch einmal auf dem Prüfstand und wird mit Varianten durchgespielt oder auch nur auf Variantenfähigkeit abgeprüft.

Eine Situation ist genau dann »verarbeitet«, wenn das Unterbewusstsein keinen Anlass mehr findet, die Situation erneut zur Verarbeitung vorzulegen.

Ich bin ein Psycho-Laie, vielleicht ist alles falsch, was ich schreibe. Ich habe nur meinen Freud gelesen und beobachte ein bisschen an mir, was ich von seinen Erkenntnissen aus eigenem Erleben bestätigen oder ablehnen kann.

Gruß, Helmut

Woher das Trauma?
Hallo,

hast du dir die Frage schon einmal gestellt, woher das Trauma kommt? Gewiss hast du das getan, aber du hast keine Antwort darauf gefunden.
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es heißt in der Psychologie doch ab und an, wenn man sich
selbst
immer wieder unbewusst in ähnliche unangenehme Situationen
bringt
(z.b. immer wieder Wahl eines Partners, der einem nicht gut
tut),
dann versucht man damit, ein (frühes) Trauma zu verarbeiten.
Aber wie geht dieses „Verarbeiten“ denn?

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Unbewusst? Was ist unbewusst? Wir tun alles bei Bewusstsein oder? Oder tun wir es im Halbschlaf? Gibt es Halbschlaf überhaupt? Es können höchstens unsere Gefühle überwiegen, aber unbewusst tun wir nichts! Du liebst gewisse Dinge und damit ist das Problem, daß keines ist, erkannt. Menschen machen alles zum Problem!
Was wäre dein Trauma, wenn es eines gibt? Trauma kann auch eine Ausrede vor der Realität sein?
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Ich meine, es ist eine Sache, wenn ich herausbekommen habe,
was mein
Problem ist, wieso ich gewisse Situationen anziehe, welches
alte
Unglück ich überwinden muss - aber wie überwinde ich es dann?

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Wie kannst du bspw. unzählige Reinkarnationen erklären, geschweige denn rückgängig machen?
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Bin für Denkanregungen dankbar.

LG
Michael

Hallo,

alles durchspielen, nochmal erleben bringt meines Erachtens NICHTS.
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verarbeiten heißt immer: sich der Situation bewusst werden,
sie noch einmal durchspielen, durchdenken, Alternativen
abtasten. Das geschieht oft unbewusst im Traum oder auch
bewusst in der Erinnerung, bei mir oft im Halbschlaf.

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Was ist Halbschlaf für dich?
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Situationen, die man noch nicht verarbeitet hat, stehen immer
wieder auf der Liste der offenen Punkte: Man träumt davon,
erinnert sich plötzlich daran mit dem Ansatz, eine Lösung zu
finden, die man in der Ursprungslage nicht gefunden hat.

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Wenn du jede Situation auf´s Genauste durchspielen kannst, dann bist du ein Genie! Ich garantiere Dir, das du nicht einmal deinen letzten gesprochenen Satz 100%tig wiedergeben kannst!
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Das Verarbeiten ungelöster Konflikte geschieht in genau dieser
Nachbearbeitung. Im Traum / in der Erinnerung werden

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Im Traum werden Trugbilder gezeigt, sonst nichts.
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Lösungsansätze geprüft und verworfen, Wortwechsel wiederholt
oder abgewandelt, Handlungen reflektiert oder abgewandelt -
kurz: das gesamte Ereignis steht noch einmal auf dem Prüfstand
und wird mit Varianten durchgespielt oder auch nur auf
Variantenfähigkeit abgeprüft.

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Hast du ein einziges Problem per Traum lösen können?
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Eine Situation ist genau dann »verarbeitet«, wenn das
Unterbewusstsein keinen Anlass mehr findet, die Situation
erneut zur Verarbeitung vorzulegen.

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Was ist das „Unterbewusstsein“? Beschreibe es bitte.
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Ich bin ein Psycho-Laie, vielleicht ist alles falsch, was ich
schreibe.

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Ja, so kann es sein.
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Ich habe nur meinen Freud gelesen und beobachte ein

bisschen an mir, was ich von seinen Erkenntnissen aus eigenem
Erleben bestätigen oder ablehnen kann.

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Jetzt bist du ehrlich, nur deine Erfahrungen kommen zum Vorschein, du weisst nichts vom anderen. Menschen sind nicht einfach, sondern hochkompliziert, du kannst nicht DEIN SCHEMA auf einen anderen anlegen und es passt.
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Gruß Michael

Hallo Conny,

wenn das ein solcher Versuch der Trauma-Verarbeitung wäre, dann funktioniert er nicht, eher im Gegenteil, weitere Traumatisierungen folgen (z. B. durch weitere Partner ähnlicher Art, die nicht gut tun).

Ich schlage Dir eine andere Theorie vor:

Nach dieser Theorie ist, irgendwann (sehr viel) früher, ein Wunsch oder eine Rechnung offengeblieben. Wer also immer an die gleichen Partner gerät, kommt zu diesen, weil er auf Erfüllung dieses Wunsches hofft.

Dieser Wunsch ist zumindest teiweise unbewußt. Dadurch entsteht eine Art Automatik, der Wunsch treibt den gleichen Vorgang immer wieder an, und er läuft immer wieder von Neuem ab. Es ist so ähnlich wie bei einem Insekt, das in Freie möchte und immer wieder von Neuem an die Fensterscheibe fliegt. Nun sind wir Menschen zwar intelligent im Vergleich zum Insekt, aber die Intelligenz findet irgendwie nichts zum Greifen, mögen die Gedanken auch noch so sehr um das stets wiederkehrende Thema kreisen.

Wenn Du Dir nun dieses Wunsch bewußt wärest, könntest Du mit dem Verstand zum Schluß kommen, daß die Erfüllung nicht möglich oder nicht wahrscheinlich ist und es somit besser für Dich ist, diesem Wunsch nicht nachzugeben. Das mag nicht leicht sein, Willen erfordern, vielleicht hilft es, von diesem Wunsch Abschied zu nehmen, oder die offengebliebene Rechnung mit Verlust abzuschreiben, eine Art Trauer zu leisten. Aber nun müßte es möglich werden, aus den oben skizzierten automatischen Abläufen auszusteigen.

Deshalb haben die meisten Therapie-Formen (zumindest die aufdeckenden) das gleiche Ziel: unbewußte Abläufe bewußt zu machen. Dann besteht mehr Handlungsspielraum als vorher, doch glaube ich, den neuen Handlungsspielraum auszuschöpfen erfordert immer noch viel Kraft.

Ich habe viel mehr Interesse am Thema als Wissen darüber. Das sind nur einige Gedanken dazu, wie ich es mir vorstelle.

Grüße,

I.

Hallo Conny,

ich bin keine „Fachfrau“. :smile:

Wenn Du Dich immer wieder in unangenehme Situationen bringst und Du eigentlich schon selbst erkannt hast, dass Du da selbst nicht weiter kommst … was spricht denn dagegen, einen „Fachmann“ zu Rate zu ziehen?

Trauma, das ist m. E. etwas, was ganz schön tief sitzt und vielleicht die Ursache dafür ist, dass man immer wieder Partner hat, die einem nicht gut tun.

Möglicherweise erkennst Du es selbst und kannst gegen- steuern.

Wie siehst Du es denn selbst?

Liebe Grüße
usch

Zur Überschätzung von Traumata
Hi Conny
Die Bedeutung einzelner Traumata für die Entstehung von Neurosen ist in den letzten 100 Jahren deutlich zurück gegangen. In den 40er, 50er und 60er Jahren war das EINE Trauma noch ein hübscher Aufhänger für Filmemacher wie Alfred Hitchcock, aber heute kann man damit nur noch die PROL 7-Zuschauer hinterm Ofen vorlocken.
Seit vielen Jahrzehnten weiß man, dass über längere Zeit in früher Kindheit stattfindende problematische HALTUNGEN (Verhaltensweisen der Eltern z.B. gegenüber ihren Kindern) weit mehr Neurosen erzeugen als einzelne traumatische Situationen.
Gruß,
Branden

Grüß dich, Mikhael,

alles durchspielen, nochmal erleben bringt meines Erachtens
NICHTS.

Es mag ja sein, dass es nichts bringt. Der Mensch tut es trotzdem. Situationen, die er als traumatisch erfahren hat, werden nicht vergessen oder einfach nur ins Gedächtnis geprägt sondern werden (mit oder ohne bewusstem Zutun) immer wieder hervorgeholt. Das gilt für die unruhigen Träume nach einem durchgemachten Unfall wie für ein Schlüsselereignis, das die Beziehungen zwischen Partnern hat zerbrechen lassen. Warum tut es der Mensch trotzdem? Weil er damit nachträglich Ordnung in ein chaotisches Geschehen bringt, das zu einem Trauma geführt hat. Ordnung bedeutet: Das Gedächtnis wird beim wiederholten Durchspielen in dem Sinne manipuliert, dass fehlende kausale Zusammenhänge konstruiert werden, dass eigenes fehlerhaftes oder gar schuldhaftes Handeln relativiert wird, dass letztlich ein Abbild des Geschehenen entsteht, das der Mensch akzeptieren kann, mit dem er ohne Bedrängnis weiter leben kann.

Die eigentliche »Verarbeitung« findet aber im Bewusstsein statt wenn man sich ehrlich und objektiv darüber klar zu werden versucht, wie eine Situation tatsächlich zustande gekommen ist und welche Umstände oder Handlungen sie herbeigeführt haben. Dazu bedarf es manchmal der Hilfe eines offenen Gesprächs mit einem Beteiligten oder Unbeteiligten, in anderen Fällen genügt eine selbstkritische Reflektion.

Was ist Halbschlaf für dich?

Der Schlafrhythmus des Menschen kennt eine Phase nach dem ersten Erwachen aus dem Tiefschlaf (meist zwischen 4 und 5 Uhr), in dem ihm alle möglichen Dinge einfallen, die er verdrängt hat und an die er sich am Morgen auch nicht mehr erinnert (deshalb habe ich stets einen Zettelblock und Kugelschreiber auf dem Nachttisch liegen). Dazu gehören Dinge, die man eigentlich hätte dringend erledigen müssen, dies aber versäumt hat, oder aber Ereignisse, die plötzlich wieder aus der Erinnerung auftauchen - weil sie nicht abschließend verarbeitet sind. An dieses erste Erwachen schließt sich eine Phase des Halbschlafs an, die mit dem Wiedereinschlafen enden kann (aber nicht muss), in der man sich aber eben mit den Problemen beschäftigt, die einem plötzlich ins Bewusstsein getreten sind.

Im Traum werden Trugbilder gezeigt, sonst nichts.

Das mag sein. Auch fast alles, was in unserem Gedächtnis gespeichert ist, sind verfälschte Bilder der Wirklichkeit, also Trugbilder.

Hast du ein einziges Problem per Traum lösen können?

Im Traum nicht, aber im Halbschlaf sind mir einige meiner brillantesten Lösungen eingefallen! Und einige oft geträumte Träume haben mir dabei geholfen, traumatische Erlebnisse zu überwinden.

Was ist das „Unterbewusstsein“? Beschreibe es bitte.

Das Unterbewusstsein ist derjenige Teil der Leistung unseres Hirns, der ohne bewusstes Eingreifen des Denkens abläuft. Dazu zählen neben den Steuerungsleistungen des Kleinhirns auch Leistungen des Großhirns, zum Beispiel Teile der Gestik und Mimik, das Wiedererinnern von Ereignissen oder Wiedererkennen von Bildern oder Lokalitäten, die oft jahrzehntelang vergraben waren.

du kannst nicht DEIN SCHEMA auf einen anderen anlegen und es passt.

So ist es. Aber wenn ich den Sinn von wer-weiss-was richtig verstanden habe, dann dient diese Einrichtung auch dazu, Erfahrungen auszutauschen und Anregungen zu geben. Ob einige Erfahrungen meines Erlebnisbereichs anderen helfen können, ähnliche Erfahrungen zu machen, mag natürlich jeder selbst ausprobieren - oder es auch lassen.

Besten Gruß, Helmut

3 „Gefällt mir“

Hi Conny,

wenn sich Altes wiederholt, ist das noch kein Trauma bzw. sind noch keine Traumata sondern erstmal ein Muster. Doch hinter Mustern können auch Traumata stecken.

Ich erachte es sehr schwer Dir etwas zu empfehlen, da Du uns nicht gesagt hast, was Dein Problem ist.

Mit psychischen Problemen geht sicherlich oft einher, dass Menschen sie erst gar nicht allein erkennen können bzw. dass der Schuh ganz woanders drückt als das Problem mitunter sitzt. Angenommen jemand muss eine Rede vor versammelter Mannschaft halten und traut sich nicht. Dafür nimmt er ein paar Therapiestunden und es wird möglicherweise (u.a.) eine Mutterproblematik aufgedeckt.

Ein Problem zu erkennen, heißt noch lange nicht es wirklich auch zu erfassen. Da spielt oft sehr viel mit rein. Es kann ja auch sein, dass jemand grübelt und grübelt, Teile zwar erkennt, und sich stets im Kreis dreht, doch keine Weg raus findet. Möglicherweise stellt er sich immer die gleichen falschen Fragen nur oder ignoriert seine verdrängten Gefühle…

In der Situation bzw. meist dürften es ja mehrere Situationen gewesen sein in denen ein Konflikt, eine psychische Störung entstanden ist, konnte ein Mensch sich nicht schützen, konnte nicht adäquat handeln. Von daher ist es nicht nur wichtig zu wissen was man wie am besten kommuniziert, wie man sich verhalten soll, sondern auch die Gefühle spielen dabei eine sehr große Rolle.

Deshalb sollte dies auch zunächst in einem geschützten Rahmen stattfinden, z.B. in einem Therapieraum mit einem Menschen der Ahnung hat. Selbst wenn Du weißt was Du willst und nicht willst, was Deine Rechte sind und wie Du Dich künftig verhalten wirst um zu bekommen was Du willst, um Dich zu schützen… all dies sind Dinge die auch erstmal eingeübt werden müssen. Dazu gehören auch mitunter Rückschläge und schon hierfür allein sollte man jemanden zur Seite haben, der für einen da ist.

Überdies solltest Du nicht die Rechnung ohne die Gefühle machen, denn erstmal gilt es Trauerarbeit zu leisten. Es gehört auch unbedingt dazu die traurigen Gefühle, die ärgerlichen Gefühle, den möglichen (Selbst-)Haß rauszulassen, einfach den Schmerz rauszulassen.

Und hier bedarf es sicherlich eines Menschen der hilft und dafür sorgt, dass man sich nicht wieder allein gelassen fühlt wie einst sondern dass man mentale und emotionelle Unterstützung hat, und dass man auch sich auch geschützt fühlen kann, auch eventuell vor sich selbst. Manche Menschen richten auch ihre negativen Gefühle, z.B. Wut, nicht gegen den Täter sondern gegen sich selbst. Gefühle müssen dorthin wo sie auch hingehören.

Erlaube Dir diese Gefühle auch und dass Dich jemand unterstützen darf, dass beim nächsten Mal jemand für Dich da ist wie es in der Ausgangssituation oder den Ausgangssituationen leider nicht der Fall war. Jemand darf Dich trösten, jemand darf Dir Beistand leisten, jemand darf Dich unterstützen. Lass Dir helfen.

Wir kennen Dein Trauma bzw. Deine etwaigen Traumata nicht. Doch nochmal die Frage: was spricht dagegegen Dich in professionelle Hände zu begeben?

Ciao,
Romana

Sanfte Antwort…
Vielen Dank für deine sanfte Antwort, mach weiter so!

LG

Michael

Danke und Antworten
Hallo, erst einmal vielen Dank an alle, die mir bis jetzt geantwortet
haben.

Bezüglich meines eigenen kleineren Traumas oder auch
Verhaltensmuster, aus dem ich nicht herauskomme, bin ich schon in
Behandlung, nur interessiert es mich, in Worte fassen zu können, was
genau dort eigentlich gemacht wird.
Außerdem versetze ich mich interessehalber in andere Positionen, z.b.
von Vergewaltigungsopfern, die eine ähnliche Situation immer wieder
heraufbeschwören. Ich frage mich gern, wieso ihnen das wieder und
wieder passieren muss, wieso gerade Menschen, die es schon in der
Kindheit so schwer hatten, auch später ständig in den sauren Apfel
beißen müssen. Und was genau sie tun müssten, damit sie mal glücklich
sein können…

Ein Problem zu erkennen, heißt noch lange nicht es wirklich
auch zu erfassen. Da spielt oft sehr viel mit rein. Es kann ja
auch sein, dass jemand grübelt und grübelt, Teile zwar
erkennt, und sich stets im Kreis dreht, doch keine Weg raus
findet.

Das genau war meine Frage: nehmen wir an, das Problem ist erkannt,
man kann es kommunizieren, nimmt seine Gefühle wahr - ist damit
allein denn gesichert, dass er nicht wieder in die gleiche Falle
tappt?
Und um auf Idomeneo einzugehen: was ist, wenn man nicht einsieht,
warum man einen Wunsch, der einem nicht erfüllt wird, aufgeben soll?
Wenn es ein unschuldiger Wunsch ist, wenn einem die halbe Umwelt
vorlebt, dass es das normalste auf der Welt ist, dass einem dieser
Wunsch erfüllt wird (z.b. der Wunsch nach eigener Familie o.ä.) -
soll man sich selbst damit abfinden, dass einem das nicht vergönnt
ist? Oder sollt man bei seinem Wunsch bleiben und damit zu sich
selbst stehen?

Fragen über Fragen!

viele Grüße!
Conny

Hi ist zwar kein rat aber ich weiss wie es bei mir ist und ich fange bald eine Therapie an(Eifersucht,Vergangenheit und ALK).
Bei mir ist es so das mich bei gewissen anlässen meine EX mich einholen tut mit der ich 10 jahre zusammen war und mich betrogen hat und es auf meine jetzig(die ich sehr liebe)immer wieder einholen tut
sprich eifersucht und so weiter.Aber es hilft echt nur eine Therapie um das ganze zu verarbeiten was in der vergangenheit passiert ist.

Halloo Conny,

Wenn es ein unschuldiger Wunsch ist, wenn einem die halbe
Umwelt
vorlebt, dass es das normalste auf der Welt ist, dass einem
dieser
Wunsch erfüllt wird (z.b. der Wunsch nach eigener Familie
o.ä.) -

solche Wünsche, wie Du sie hier benennst, habe ich nicht gemeint. Sondern ich dachte an die Möglichkeit eines offengebliebenen Wunsches aus einer früheren Epoche des Lebens. Das möchte ich mit einem Beispiel aus meinem Leben weiter unten andeuten. Vielleicht treffen diese Gedanken aber auch für Dich nicht zu, und was mir an Ideen einfällt, ist - vielleicht zu sehr - durch meine eigene Geschichte inspiriert.

Ich bin ohne Vater aufgewachsen, es gab auch keine Ersatzfigur, und ich habe das Gefühl, für mich wäre es um vieles besser gewesen, wenn ich einen Vater gehabt hätte.

Als Erwachsener suchte ich einmal Kontakt zu meinem Vater, besuchte ihn zweimal, dies verlief unbefriedigend (vorher hatte ich große Angst vor dem Treffen, und mindestens so große Hoffnungen in dieses Treffen).

Seitdem gibt es keinen Kontakt, wie es ja auch vorher keinen Kontakt gab. Ich bin mit meinem Vater im Unreinen und verachte ihn.

Ich weiß, daß ich einmal mit einem Chef einen ganz merkwürdigen Konflikt hatte. Ich belauerte ihn auf Schwächen und bekämpfte ihn. Warum - das war mir damals nicht so bewußt. Ich glaube, irgendwie setzte ich ihn in eine Art Vaterrolle (die auch zu ihm paßte), und es lief bei mir ein Muster mit Erwartung und darauf folgender Enttäuschung ab. Ich kann auch nicht sagen, es wäre mir ganz unbewußt gewesen. Teilweise war es mir bewußt, die Gefühlsdynamik hatte ich aber nicht im Griff. Beruflich war diese Geschichte natürlich nicht von Vorteil.

So ein offen gebliebener kindlicher Wunsch ist selbstverständlich ein „unschuldiger“ Wunsch. Trotzdem glaube ich, daß eine Erfüllung solcher kindlichen Wünsche im Erwachsenenalter nicht möglich ist und daß man besser davon Abschied nimmt. Weil solche Kinder-Wünsche dem Leben jetzt und aktuellen Wünschen wie dem von Dir beschriebenen im Wege stehen.

Oder sollt man bei seinem Wunsch bleiben und damit zu
sich
selbst stehen?

Zum Leben jetzt und den aktuellen Wünschen - ja, unbedingt!

Grüße,

I.

1 „Gefällt mir“

Hi Conny,

noch ein paar Fragen mehr.

Was genau möchtest Du aus Deiner Therapie in Worte fassen können? Die Methode? Das was in Dir vorgeht? Wieso stellst Du diese Frage nicht Deiner Therapeutin / Deinem Therapeuten?

Dies bringt mich gleich zur nächsten Frage: seit wann bist Du in Therapie und wie ist Deine Beziehung zu Deiner Therapeutin / Deinem Therapeuten? Vertraust Du diesem Menschen und bist Du der Ansicht, dass Dir die Therapie schon was gebracht hat?

Wieso denkst Du, dass wer ein Traumata erlebt hat, keine eigene Familie gründen kann und nicht glücklich werden kann? Wer sagt sowas denn?

Ciao,
Romana