nicht verdrängen
Hi Susi
wenn man acht jahre lang erfolglos versucht hat … zu verarbeiten/verdrängen
Verdrängen ist ja auch nicht das anzustrebende Ziel, das wäre ja kein „verarbeiten“, zumal es gar nicht möglich ist, wenn das Erlebte - wie hier - so offen und „frei“ der Erinnerung und sogar der sprachlichen Darstellung zur Verfügung steht.
Es liegt in solchen Erlebnissen, wo der Wunsch, es ungeschehen zu machen, im Konflikt steht mit einer entgegengesetzten Kraft, die etwas, das bei dem Erlebten eine gewichtige Rolle spielte, gerade erhalten möchte, etwas, das der rationalen Vernunft nicht zugänglich ist (wie jeder andere Widerspruch ja auch).
wenn man alles versucht hat, von psychologen über freunde bis hin zum abreagieren, wenn alle versuche versagt haben
die „Lösung“ kann daher hier nicht im Versuch liegen, diesen tiefgreifenden Widerspruch, der in diesem Ereignis lag, „aufzulösen“ …
ein leben in freude oder zumindest mit einem ganz normalen alltag?
… sondern in der (nie aussichtslosen) Arbeit daran, neben der ja eh vorhandenen klaren detaillierten Erinnerung, irgendwann diesen scheinbar absurden Widerspruch zu durchleuchten und zu durchschauen - worin genau besteht er und wieso ist er menschenmöglich …
Nicht die Verdrängung ist also anzustreben, sondern etwas anderes … Auch wenn irgendwann die bildliche und gefühlte Erinnerung verblassen würde: Der Konflikt zwischen der Beziehung zur der Person, die handelte, und ihrer Handlung läßt sich nicht annihilieren.
Aber die „gründliche“ und „geeignete“ Durchleuchtung dieses Konfliktes kann - und wird - das Erlebte als ein Ereignis zurücklassen, das neben anderen Ereignissen der Vergangenheit (nicht dem Vergessen, das ist auch nicht nötig) überlassen werden kann. Darin liegt die Befreiung für ein Leben in neuen Möglichkeiten für Freude …
Gruß
Metapher