Ich habs leider mal wieder verpasst und weiß darum net genau worums geht, aber die Geschichte mit der Presse scheint mir zunächst mal plausibel.
Grundsätzlich gibt es eine ganze Reihe von Untersuchungen bezüglich der Traumatisierung Kriegsbeteiligter allgemein (Soldaten, Zivilisten…) deren Qintessenz immer ist, dass es zu Traumatisierungen kommt. Bei Soldaten tritt zusätzlich das Problem auf, dass sie häufig die "ja-nicht-jammern-"Mentalität annehmen. Selten über ihre Erfahrungen (relativ zum Ausmaß) sprechen. Ähnliche Probleme gab und gibt es in den Berufsgruppen bei Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst. Es gibt durchaus psychologische Instanzen für alle diese Gruppen, nur werden sie unterschiedlich häufig frequentiert auch (nicht nur aber auch) in Abhängigkeit vom Bild nach außen.
Der Glaube und Wille damit „selbst fertig zu werden“ ist hoch.
Aber ist das ein Grund, seine
Ehefrau umzubringen?
Einen plausiblen Grund gibt es wohl kaum.
Und Entschuldigungen noch weniger.
Es würde an dieser Stelle zu weit führen, zu erörtern, warum Menschen überhaupt töten. Gemeint ist aber, dass ein Zusammenhang besteht zwischen der Traumatisierung und der Tötungshandlung. Zb. hinsichtlich der Konfliktbewältigung, der Handlungsalternativen etc.
Und das man meint, dass derjenige u.U. ohne Traumatisierung andere Konfliktbewältigungsstrategien und Handlungsalternativen gefunden hätte. Das nutzt der Frau und ihrer Familie gar nichts- ist jedoch für die Beurteilung der Schuld wichtig und darüber hinaus für die Prävention solcher Straftaten.
Transportieren wir das nach Deutschland geht es um die Frage was muß ich als Staat wem zukommen lassen, um solche Taten zu verhindern, und was kann ich dem Täter zukommen lassen um sein Defizit zu beseitigen und damit die Bevölkerung zu schützen? (Relation von Sicherung und Besserung- da es hier zb. weder die Todesstrafe noch das lebenslänglich im US-Sinne gibt.)
Gibt es ähnliche Informationen auch über Soldaten anderer
Länder, die in Kriegshandlungen verwickelt werden?
Ja. Es ist kein amerikanisches Problem, dass Krieg Auswirkungen auf seine Beteiligten hat. Es gibt eine ganze Reihe von Studien, die sich zb. mit den Kindersoldaten in Afrika beschäftigen oder zb. dem Vietnamkrieg und den verwickelten Soldaten.
Die Ergebnisse sind alle weitestgehend dieselben- Häufig schwere Traumata, psychische Erkrankungen und z.T. hohe Gewaltbereitschaft, schlechtes Konfliktmanagement…
Tötungsdelikte, die dann ausgerechnet auch noch alle die Ehefrauen treffen sind nicht die Regel und kommen meines Wissens nicht signifikant häufiger vor, als in der übrigen Gesellschaft. Allerdings ist speziell dieser Krieg kaum vorbei, so dass es keine hinreichenden Untersuchungen dazu geben wird. Grundsätzlich sind diese Delikte aber ein Hinweis darauf, dass die psychologische Intervention nicht dort ankommt, wo sie ankommen soll. Stellt sich die Frage warum.