Wikipedia ist eigentlich eine tolle Sache. Aber mir ist neben der üblich kritisierten Schattenseiten der freien Enzyklopädie eine weitere Schattenseite aufgefallen, die mir zunehmend Sorge bereitet. Andere gute Online-Lexika, die eine wichtige perspektivische Ergänzung zu den teils tendenziösen Wikipedia-Artikeln darstellten, wurden und werden einfach eingestellt!
Diese Unternehmen, welche diese jahrelang frei zugänglichen Lexika ja einfach im Netz stehen lassen könnten, würde ich gerne fragen: Was bitte soll das?! Die paar Euros für Serverkosten können diesen großen Firmen doch nicht so schade sein, dass sie der Allgemeinheit diese wichtigen Wissensquellen vorenthalten! (Abgesehen davon, dass sie wegen der Serverkosten meinetwegen Werbung einblenden könnten.)
Gibt es keine Möglichkeit, dagegen zu protestieren oder die Verantwortlichen wachzurütteln?
Die paar Euros für
Serverkosten können diesen großen Firmen doch nicht so schade
sein
Wikipedia kostet pro Jahr grob 7 mio US$. Von dem Geld werden die Server betrieben, die Software entwickelt und die PR gemacht. Inhalt wird mit dem Geld kaum produziert. Und der Inhalt und desen Aktualisierung kostet viel, viel mehr als die Server.
Gibt es keine Möglichkeit, dagegen zu protestieren oder die
Verantwortlichen wachzurütteln?
Schick den Encartaleuten 7 mio US$, dann sehen wir weiter.
Gibt es keine Möglichkeit, dagegen zu protestieren oder die
Verantwortlichen wachzurütteln?
Warum sollen die Firmen einen Service, der leider nicht ausreichend genutzt wird, weiterhin unterhalten?
Ich finde es auch bedauerlich, dass Wikipedia das Lexikon geworden ist, das als alleinige Quelle ausreicht. Damit möchte ich den Wert und Sinn von Wiki nicht herabsetzen, es ist EINE tolle Quelle.
Schick den Encartaleuten 7 mio US$, dann sehen wir weiter.
Hi pumpkin,
für die Unterhaltung der Online-Encarta wird sicher nur ein Bruchteil dieser Summe benötigt, weil die deutlich weniger Traffic als Wikipedia hat. Und für einen Konzern wie Microsoft sind das doch Peanuts. Wenn Wikipedia ohne Werbefinanzierung ein gigantischeres Projekt laufen lassen kann, dann doch wohl erst recht ein Marktgigant mit Werbefinanzierung.
Was würde es Microsoft schaden, die Seiten einfach stehen zu lassen ohne groß daran oder an der Software herumzubasteln, oder wenn sie die Texte zur freien Verbreitung freigäben?!
für die Unterhaltung der Online-Encarta wird sicher nur ein
Bruchteil dieser Summe benötigt, weil die deutlich weniger
Traffic als Wikipedia hat.
Da wär ich mir nicht so sicher. Ein guter Teil der Kosten läuft auf weil die Datenbanken schnell genug sein müssen. Und ich vermute hinter einigen der Webseiten sehr, sehr ineffizente Aufbauten. Wieviel Hardware die brauchen und wieviel Strom/Platz dabei drauf geht ist von aussen nur schwer abzuschätzen (bei wikipedia geht es weil der Aufbau bekannt und optimiert ist). Und die Systeme laufen ja nicht von alleine weiter. Platten und Lüfter müssen mehr oder weniger regelmässig wegen Ausfällen getauscht werden, Sicherheitsupdates der Software müssen installiert werden,… usw.
Und für einen Konzern wie Microsoft
sind das doch Peanuts.
Nee, MS ist durch den recht schlechten Vistastart, die Verurteilungen durch die EU und die forcierte Entwickelung von Windows 7 nicht mehr so flüssig wie sie mal waren. Die haben schon angefangen Leistungen für die Mitarbeiter zusammen zu streichen.
Wenn Wikipedia ohne Werbefinanzierung
ein gigantischeres Projekt laufen lassen kann
Das ganze läuft über Spenden …
, dann doch wohl
erst recht ein Marktgigant mit Werbefinanzierung.
Werbung bringt dir recht wenig auf so einer Seite. Kuck dir die Rechnungen für YouTube an. Da gibt es in der Theorie auch Werbung und trotzdem macht die Seite massiv Minus. MySpace macht das gleiche Spiel (entlassen 30% der Belegschaft), auch trotz Werbung. Beide Seiten müssen keinen Pfennig für den Inhalt zahlen. Nur Server und Software …
Was würde es Microsoft schaden, die Seiten einfach stehen zu
lassen ohne groß daran oder an der Software herumzubasteln,
Dann wären die Seiten recht schnell geknackt. Es kommen jeden Monat neue Fehler raus und irgendwann ist auch ein kritischer für die Seiten dabei.
oder wenn sie die Texte zur freien Verbreitung freigäben?!
Die Texte und Bilder gehören denen teilweise gar nicht. Sie haben nur eine Lizenz um die Texte für ihr Produkt zu verwenden. Freigeben ist also auf gar keinen Fall drin. Oder kannst du deine Mietwohnung an jemand anders verkaufen?
bei einem Lexikon zählt gerade im Internet die Aktualität. Und kein namhaftes Unternehmen wird sich die Blöße geben die Weiterschreibung einzustellen, und den status quo online zu belassen. Das gibt nur negative Publicity.
Ganz abgesehen davon geht und ging es bei fast allen gewerblich betriebenen Internetauftritten mit für den Besucher kostenlosem professionellem Content darum, durch eine gewisse Gratisphase ein kostenpflichtiges Angebot vorzubereiten. D.h. man ist hier im Sinne einer Einführungsfinanzierung in die Miesen gegangen. Das ist kein Problem, solange man dann zum vorher definierten Zeitpunkt die Wende vollziehen kann, und dann im vorher angenommenen Maß Einnahmen erzielt. Sobald man aber feststellt, dass dies nicht möglich ist, ist jeder weitere Cent gutes Geld, das man schlechtem hinterher wirft.
BTW: Ja, ich bedauere auch massiv, dass professioneller Content zunehmend durch teilweise katastrophalen und nicht mehr redaktionell ausreichend überarbeiteten und überprüften User Generated/Laien Content ersetzt wird, und dadurch massenhaft Stellen in Verlagen und Redaktionen verloren gehen. Und das betrifft nicht nur Lexika sondern auch Zeitungen, die Nachrichten im Fernsehen, … w-w-w ist da übrigens auch ein schönes Beispiel. Was hier an falschen Antworten ohne jede Richtigstellung im Archiv verschwindet, und dann auf Dauer so abrufbar ist, geht auf keine Kuhhaut. Es ist reiner Zufall, wenn ein echter Experte zum richtigen Zeitpunkt zur Stelle ist, und sich ggf. auch noch die nötige Zeit nimmt, um eine falsche Antwort auf eine ggf. recht komplexe Frage zu identifizieren und richtig zu stellen. Und wenn Du bei Wikipedia einen Beitrag verfälschst oder falsch einstellst, der nicht gleich von x Leuten aufgerufen wird, und zu dem es wenig Experten gibt, bzw. zu dem die mitgeteilten Fakten nur schwer zu überprüfen sind, weil sie nicht an zig anderen Stellen im Web richtig zu finden sind, dann hat der recht gute Überlebenschancen.