ich will ja im April mein Bad sanieren (lassen) und plane, für die Wände und einen Teil des Bodens Travertinfliesen getrommelt. Dazu habe ich mal eine oder zwei Fragen:
Ist das eigentlich, im Vergleich zu normalen Keramikfliesen, genauso fußkalt? Ich überlege, so eine elektrische Fußbodenerwärmung von warmup zu nehmen - aber das kostet einiges zusätzlich und wenn die Fliesen nicht so kalt sind, kann ich mir das sparen …
Jetzt war ich gestern bei einem Fliesenhändler vor Ort und wollte ein Muster für den grauen Boden auf dem Podest holen. Da kommen wir ins Gespräch und zu Travertin. Er riet mir dringend davon ab bzw. wollte mich unbedingt auf die sehr intensive Pflege hinweisen. Als ich meinte, ja versiegeln, aber das gehe doch schnell, meinte er … Ne ne, erstmal müssen die Fliesen völlig trocken sein, das dauere 14 Tage. Auf die Nachfrage, wie man das mit dem Duschen dann mache, erwiderte er, es gehe halt nur, wenn man 2 Bäder hätte.
Und, nur ein Produkt, was mind. 50 €/Liter koste, wäre qualitativ gut. und es wäre sehr schwierig aufzutrgen, damit es keine Flecken oder Schatten gebe. …
Ob er das nur sagte, weil er kein Travertin verkauft oder ist das so? Ich finde darüber nichts im Netz. Da steht nur was von versiegeln.
Ein Travertin-Verkäufer im Netz meinte auch, unter Nennung eines Produktnamens „L…“, dass man die Fliesen nur vor dem Verfugen mit dem Produkt XY schützen sollte und dann später mit YZ versiegeln. Das würde alle 3-4 Jahren reichen - aber man könne es auch häufiger machen.
Was mich, jenseits der Fliesen, interessiert oder irritiert … Ich hatte ja einen Prospekt von warmup für die Fußbodenerwärmung bekommen. Die haben mir ja auch vorgerechnet, was mich das an Strom kosten würde … wenn es mit Zeitschaltuhr nur morgens den Boden wärmen soll. Aber, ich finde NULL im Netz an neutralen Berichten - keine Personen, die es nutzen und berichten, weder positiv noch negativ. Und eigentlich findet man doch im www. zu allem Infos wenn man sucht, oder? Na ja, auf alle Fälle nehme ich davon wohl Abstand und kaufe doch einen schönen Badteppich auch als Deko.
Travertin ist (Siehe Google und WIKIPEDIA) eine sehr unterschiedlich belegte Bezeichnung eines IMMER PÖRÖSEN Kalkes.
Wenn der nach dem Sägen nicht verspachtelt und vor dem Schleifen und Konservieren und immer wieder nass wird, so ist der innerhalb von wenigen Jahren hin; er löst sich schlicht und ergreifend auf, durch die zum großen Teil miteinander verbundenen Poren ist die freie Oberfläche extrem groß. Wenn Du nicht gerade auf der Schwäbischen Alb wohnst, wo das Wasser so kalkhaltig ist, dass es aus den Duschen rieselt, lass es, und suche Dir was anderes als Bodenbelag.
Für die Wände im Innenbereich eventuell Ja, aber nicht in Nasszellen, das sieht innerhalb weniger Jahre schäbig aus!!! Denk dran, Du wirst älter und die Pflege mühsamer (ich bin 66)
Wenn Du was Helles willst: dichter Marmor, Jurakalke oder Ähnliches.
Der einzige reelle Händler hat Dir deshalb abgeraten, weil die Gewährleistungsfrist im Baugewerbe bei 7 Jahren liegt und Du eventuell am Ende dieser Frist mit Schadensersatzansprüchen kommst.
Wenn du meinst die Rutschgefahr auf Travertin sei geringer, da haben die Steinmetze heute auch andere Methoden für polierfähiges Material.
Hallo Fragesteller.
Was „Olschi“ als Antwort postete, deckt sich weitgehend auch mit meinen eigenen Praxiserfahrungen.
Zum Thema „Ausgleitgefahr“:
Hier hatte ich in 2014 ebenfalls getrommelte Travertin-Plattenware in der Prüfung.
Ordnungsgemäß nach DIN 51130 auf der geneigten Ebene geprüft.
Im Ergebnis zeigte sich, dass (einmal von der Porigkeit des Natursteins, auch wenn gespachtelt und damit der natürliche EIndruck genommen wurde abgesehen) die Oberfläche bei Nässe, wie sie auch in einem privat genutzten Badezimmer auftreten kann, keinen sicheren Halt gegen Ausgleiten bietet.
Bereits von daher ist meine Einstellung (als Sachverständiger) die, dass von Travertin als Natursteinbelag auch in privaten Badezimmern für die Bekleidung von Fußböden abgesehen werden sollte.
Alle „Klimmzüge“, welche mit dem Ziel eines ausreichenden Ergebnisses gemacht wurden, ohne dass man das warentypische Oberflächenbild des Natursteins beeinträchtigte, waren mehr oder weniger zum Scheitern verurteilt. So jedenfalls die Prüfungsergebnisse.
-.-.-.-.-.-.-.-.-…-
Gruß: Klaus
Ich hab Travertin im Wohnzimmer. Selbst verlegt und versiegelt.
Das war absolut problemlos und von einer langen Trocknungszeit nach dem Einschlämmen haben wir nie etwas gehört.
Wir mögen den Boden, weil er wunderschön ist und auch pflegeleicht, aber in Küche oder Bad wollte ich ihn nicht haben.
Ich bin auch kein Freund von Badeölverfärbtem Naturstein im Bad und Ähnlichem.
Hallo Fragesteller.
Ein Nachtrag zum Thema:
Der Begriff „Fußbodenerwärmung“ kommt in der Fachterminologie eigentlich nicht vor.
Die Fachverbände wie auch Mitglieder der Normenausschüsse unterscheiden da nur die beheizten von den nicht beheizbaren Flächen. Wobei alles, was auf dem Fußboden wärmt eben eine „Fußbodenheizung“ ist.
Die „Erwärmung“ des Fußbodens kommt eigentlich aus der Fehlplanung heraus.
Warmwasser-Zuführungsleitungen, welche das wärmende Nass quer über die Raumflächen in die Konvektorenecken bringen sollten, wurden zu früheren Zeiten mal mehr mal weniger mit Wärmedämmmaterial umhüllt. Halt so, wie man es auf der privaten Baustelle gebrauchen konnte, dann fehlte es halt unbemerkt dem (zahlenden) Bauherrn.
Die elektrischen Fußbodenheizungen wurden vor einigen Jahren um eine Sonderkonstruktion bereichert, welche sich seit Jahren bewährt hat: die elektrische Folienheizung, die in das Mörtelbett der Fliesen oder des Natursteins eingebettet wurden.
Aber weder aus der Sicht von Wandbeheizungen noch auf dem Fußboden haben sich die Vorteile des lediglich ca. 5mm auftragenden, sehr schnell reagierenden und letztendlich sicher auch in den Unterhaltungskosten nicht exorbitant zu Buche schlagenden Systems nicht als Massenheizung herumgesprochen.
Es bleibt damit eine „einsame“ Konstruktion, welche aber gerade durch die niederige Aufbauhöhe ihre Vorteile auszuspielen vermag.
Weil aber „der Bauer nicht frisst, was er nicht kennt“ (Weisheit des Volksmundes), sind auch die öffentlichen Foren nicht voll von Informationen durch private Bauherrn.
Soweit es denn nicht zwingend (da andere Heizquellen in dem Raum) einer Fußbodenheizung bedarf, hier ein anderer Tipp, der sich bewährt hat:
EInbau eines IR-Deckenstrahlers, der bei Bedarf, auch im jahreszeitlichen Übergang (oder wenn abends auch nur die Heizung bereits auf Nachtabsenkung geschaltet hat) gute Dienste leistet.
Bitte nicht die Nase rümpfen: Ich meine hier nicht den plumpen „Rotglut-Wandheizkörper“ mit Nylon-Zugband aus den 60-er Jahren, sondern eine moderne, zudem auch optisch ansprechend in eine Zwischendecke integrierbare Lampenart, welche die Wärme im Infrarotbereich sofort (und merkbar) an den menschlichen Körper abgibt.
-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-
Gruß: Klaus
dass Travertin nicht gerade das robusteste und wasserbeständigste Material ist, wurde ja bereits schon gesagt.
Die haben mir ja auch vorgerechnet, was mich das an Strom kosten würde … wenn es mit Zeitschaltuhr nur morgens den Boden wärmen soll.
Klar Heizen mit ist Strom ist ca. zwei bis vier mal so teuer wie mit anderen Brennstoffen.
Aber Du sparst eben Gas und Öl, Pellets usw. was Du ohnehin zum Heizen des Badezimmers verwenden würdest. Die Energiebilanz bleibt ja die selbe, eher verbessert sie sich, weil eine Flächenheizung effektiver als ein Heizkörper ist.
Und vielleicht lässt sich etwas mit Nachtstrom machen und einem thermisch trägen Estrich, der die Wärme speichert.
Aber, ich finde NULL im Netz an neutralen Berichten - keine Personen, die es nutzen und berichten, weder positiv noch negativ. Und eigentlich findet man doch im www. zu allem Infos wenn man sucht, oder?
Mein Erfahrungsbericht: Ich hatte noch eine Wohnung mit Fußbodenheizung und lebe heute noch.
Na ja, auf alle Fälle nehme ich davon wohl Abstand und kaufe doch einen schönen Badteppich auch als Deko.
Naja dieses Teppichzeugs saugt sich mit Wasser voll. Badelatschen wäre ja auch noch eine Alternative für kälteempfindliche Füße.
Ist das eigentlich, im Vergleich zu normalen Keramikfliesen, genauso fußkalt?
grob: ja.
wenn mans genau wissen will, müsste man sich die Wärmeleitfähigkeit anschauen. Wird aber nicht so weit abweichen, dass man es bemerkt.
Da kommen wir ins Gespräch und zu Travertin. Er riet mir
dringend davon ab bzw. wollte mich unbedingt auf die sehr
intensive Pflege hinweisen.
Naturstein ist im Bad immer so eine Sache.
Das lange austrocknen stimmt generell schon, bei Travertin vielleicht nicht sooo ewig.
Man sollte sich aber schon klar darüber sein, was man sich da einbaut.
Bei der aktuellen Auswahl an Fliesen kann man im Bad gut auf Naturstein verzichten.
Von LEA Ceramiche die Ancient Jerusalem beispielsweise. (die hatte ich kürzlich in der Hand und sah in der Fläche gut aus.)
Ein Travertin-Verkäufer im Netz meinte auch, unter Nennung
eines Produktnamens „L…“, dass man die Fliesen nur vor dem
Verfugen mit dem Produkt XY schützen sollte und dann später
mit YZ versiegeln.
Das bedeutet aber nicht, dass man dann machen kann was man will. Es bleibt ein Naturstein.
Aber, ich finde NULL im Netz an neutralen Berichten - keine Personen,
die es nutzen und berichten, weder positiv noch negativ.
Der Boden wird warm. Mit einer etwas geringeren Verzögerung als bei einer Heizung unter dem Estrich, aber auch mit geringerer Restwärme bei kurzem Gebrauch.
Die Heizungen machen genau das, was sie sollen.
Positiv ist bestenfalls die geringe Aufbauhöhe und der Anschluss an das meist probelmlos verfügbare Stromnetz.
Negativ wäre nun auch der Anschluss an das Stromnetz und das erschwerte auswechseln von Bodenfliesen.
Kurz: Überraschungen gibts da keine, weder positive noch negative.
Na ja, der Badeteppich liegt auf der Lauffläche unterhalb des Podestes, auf dem die ebenerdige Dusche lokalisiert ist - mit einer 140 cm breiten Duschwand. Also, nass wird der eher nicht.