Trema im alten(?) Chinesisch

Liebe ExpertInnen,

im „Buch vom Tee“ von Kakuzo Okakura stolpere ich über den „sechsten Patriarchen Hui-nëng (637-713)“. Was hat hier das ë zu suchen? Ich kenne es bislang nur in Wörtern wie Citroën, wo deutlich gemacht werden soll, dass das e mit seinem Vorgänger keinen Diphthong bildet. Wer weiß was?

Gruß Ralf

Hallo Ralf,

ich finde keine Umschrift, die standardisiert das ë für den entsprechenden Laut verwendet. Es gibt stattdessen eine Umschrift, die ê verwendet.
Vielleicht ist der Übersetzer Albaner, Kaschube oder Luxemburger und ging (irrtümlicherweise) davon aus, dass seine Leser das ë schon so aussprechen werden, wie in diesen drei Sprachen üblich (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%8B), was der Mandarin-Aussprache zumindest nahekommt.

Liebe Grüße
Immo

Hi

Leider halten sich sehr, sehr sehr viele Autoren kein bisschen an chinesische Umschriften und schreiben sich irgendwas zusammen.
Gerade im Bezug auf Citroen wird das e an jener Stelle tatsächlich so gesprochen, nur wird es nie so wiedergegeben.
http://en.wikipedia.org/wiki/Huineng
(Patriarch ist, wie man schon beim lesen merkt, eine westlich-christliche Interpretation)

Der Autor hat sich also einfach etwas zurecht gebastelt, genau wie die Leute, die Yüän schreiben (arrrgh)

lg
Kate