Trend zur Zahnspange?

Hallo,
würde wirklich gern mal Eure Meinung dazu hören. Es scheint, als hätte heutzutage fast JEDES Kind eine Zahnspange nötig, wie seht Ihr das?

Letzte Woche lief auf Spiegel-TV ein (klar, populistischer) Test, wo man Miss Berlin zu Schönheitschirurgen schickte. 3 von 5 hätten gern an ihr herumkorrigiert.
Läuft das bei den Kieferorthopäden vielleicht ähnlich?
Man schafft sich einen Markt?

Auf fairen Ausstausch freut sich,
Christine

Meine Erfahrung:
Hatte 1 Jahr lang eine feste Spange, dadurch standen alle Zähne bei mir vorbildlich in einer Reihe, waren schön zu sauber zuhalten (deshalb kaum Karies o.ä.). Allerdings wurde mir beim Entfernen der Brackets an fast allen Zähnen ein Stück Zahnschmelz herausgebrochen - darüber ärgere ich mich heute noch. Außerdem hat der gute Kieferorthopäde sich keine Gedanken um eventuell nachkommende Weisheitszähne gemacht (Anzahl, Lage,…etcpp.). Mit dem Ergebnis, dass das mir mein schön geordnetes Gebiss trotz Retainer schrittweise abhanden gekommen ist. Mittlerweile hab ich keine Lust mehr, dort hinzugehen, da die Optik trotzallem in Ordnung ist und ich sonst auch keine Zahnprobleme habe.

Eine gewagt These von mir hierzu: Ich glaube auch, dass da Vieles unüberlegt passiert (Abwägen: Wie sinnvoll ist eine feste oder lose Spange in diesem oder jenem Alter?), und v. a. bei Privatversicherten wird da gerne abkassiert. Es mag Indikationen geben, wo eine KO-Behandlung mehr als sinnvoll ist (z.B. frühkindlicher Karies: Folgebehandlung), aber oft erfolgt eine Behandlung „prophylaktisch“ ohne wirklichen Grund.

Meiner bescheidenen Erfahrung nach variieren die Behandlungsgrundsätze von Praxis zu Praxis zum Teil erheblich!

Und ich würde, hätte ich die Wahl, mir keine Spange mehr verpassen lassen (meine Überzeugung damals war: „Aber alle anderen haben doch auch eine…!“)

Interessantes Thema, dafür gibtsn Sternchen!

Also bei mir geschah dies alles auf freiwilliger Basis :smile: Es wurde einfach darauf hingewiesen, dass es z. B. bei späteren Veneers/Bleaching einfach ein besseres Resultat gibt. Auch, dass die Zähne einfacher zu reinigen sind, wa sja noch einleuchtend ist. Ich habe die herausnehmbaren, praktisch unsichtbaren Invisalign. Aber bei den Teens scheien nDrahtspangen „in“ zu sein. Man sieht in den „trendigen“ Disco/Clubs schon viele 17-jährige Katzen mit diesen Spangen :smile:

Ausserdem: Was hast du gegen diese Offerten der freien Privatwirtschaft ? Wenn die (potentiellen) Kunden Interesse an einer Dienstleistung haben, seh ich da kein Problem. Bist wohl ein kleiner Kommie ? Wenn ich die Kohle hätt, würd ich auch 2-3 Sachen machen lassen…

Aber bei den Teens scheinen Drahtspangen „in“ zu sein. Man sieht in den :„trendigen“ Disco/Clubs schon viele 17-jährige Katzen mit diesen Spangen

-)

Genau, das geht schon so weit, dass meine 6jährige Tochter maulte: „Och, menno, ich will auch schiefe Zähne!“ - Normal??

Ausserdem: Was hast du gegen diese Offerten der freien
Privatwirtschaft ? Wenn die (potentiellen) Kunden Interesse an
einer Dienstleistung haben, seh ich da kein Problem. Bist wohl
ein kleiner Kommie ? Wenn ich die Kohle hätt, würd ich auch
2-3 Sachen machen lassen…

Lach, letzteres ist ausschliesslich Deine Privatsache (wer’s braucht, grins). Ich bezog mich bei meinem Posting nicht auf „Offerten der freien Privatwirtschaft“ - hier geht es um Kassenleistung, Schätzelchen:smile: Ich hab auch nix dagegen, dass die Herren (rede jetzt von Kieferorthopäden) ihre Leistung bezahlt bekommen…ich frage mich jedoch weiterhin, ob hier nicht oftmals ein Bedürfnis „künstlich“ GESCHAFFEN wird (für freie Wirtschaft ein normales Marketinginstrument - für Kassenleistungen jedoch…*zweifel*)

Wenn ich dann noch von der Dame höre (bezogen auf MEINE Erfahrungen vor 30 Jahren, Lückenschluss mit herausnehmbarer Klammer), dies sei ein KUNSTFEHLER…tja, wer schützt dann heute meinen Sohn vor Maßnahmen, die in ein paar Jahren evtl. wieder für obsolet erklärt werden (die Kosten sind für mich dabei völlig nebensächlich - ICH muss jedoch als Mutter entscheiden, ob ich der Argumentation des KO folge - oder eben nicht, und ICH muss die evtl. Folgen für meinen Sohn verantworten… Naja, und die Argumentation des KO war zwar in sich schlüssig, aber wer kann es sich in der heutigen Zeit wirklich leisten gesunde Zähne ziehen zu lassen für eine - in meinen und in den Augen meines Sohnes - nur unwesentliche Beeinträchtigung?

Halte meine ketzerische Frage daher aufrecht:smile:

Lieber Gruss,
Christine

Meine Schwester und ich hatten auch beide festen Spangen: Meine Schwester nur einmal und als die runter kam war ihr Zahnschmelz kaputt. Sie hatte dann mehr Karies als vorher obwohl sie wirklich immer ihre Zähne geputzt hat. Der Zahnarzt meinte damals, dass manch ein Zahnschmelz den Kleber der Brackets nicht verdrägt.

Und ich hatte breits zweimal eine feste Spange: Die erste kam mit 15,5 Jahren runter. Mit 17,5 kam nochmal eine, weil ich eine KFO-kieferchirugische Behandlung machen sollte. Ich hatte Probleme mit dem Kiefergelenk und mein Biß war trotz Spange schlecht. Im Dez. 1998 war alles vorbei, die Zähne standen super und der Kiefer war vorgezogen, optisch alles toll. Und heute? Die Zähne haben sich wieder total verschoben, ich hatte Probleme mit dem Retainer, weil ich ihn beruflich nicht so oft tragen konnte, was der KFO wusste. Auch der vorgezogene Kiefer ging im Laufe der Jahre zurück.

Der KFO meinte auf meine Frage weshalb ich keine Lingualretainer (verklebter Retainer) bekam, dass es dass damals nicht gab. Schwachsinn, mir haben mittlerweile genug Ärzte gesagt, dass das nicht stimmt. Abgesehen davon, können sich Zähne immer verschieben auch wenn man nach einer festen Spange 2 Jahre lang regelmäßig einen Retainer hatte und getragen hat. Mein Zahnarzt meinte, dass kann auch durch Stress etc. passieren. Eine Garantie für immer gerade gerichtete Zähne hast Du nie.
Und jetzt frag ich mich warum ich 2x ein Spange hatte, im Krankenhaus war und mich damals einer sehr schmerzhaften OP unterzogen habe?

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