was du schreibst klingt sehr in sich gekehrt. Hoffnungslos.
Irrational verzweifelt. Dem Leben nichts mehr abgewinnen
könnend. Depressiv.
Meinst du ein Möllemann war so jemand? Es geht mir hier grade
nicht um eine seelische Verzweiflungstat, nicht um das nicht
mehr Leben wollen an sich.
die seele, die psyche spielt doch die wesentliche rolle -
das auszuklammern halte ich für tragisch.
Leute wie Möllemann und Frau Kohl sind ganz sicher nicht Opfer
ihrer Gefühle, sondern flüchten aktiv und selbst gesteuert.
wer sagt, dass sie sich als opfer ihrer gefühle fühlten?
nach flucht sieht es für überlebende aus, aber wissen wissen wir
nüscht. denn dazu müsste man ja vergleichen können…
Bei diesem Priklopil bin ich mir nicht ganz sicher. Sehr
depressiv wirkt seine Tat nicht auf mich. Bei dem
Gammelfleischhändler ebenso. Der hätte mit seinen 74Jahren
doch wahrscheinlich nicht mal in den Knast gemusst, der
Entführer sicher auch nicht grade ewig.
reine spekulation was du das schreibst - woher willst du wissen, ob er in den knast gemusst hätte oder nicht und woher willst du wissen ob das bei seiner entscheidung überhaupt eine rolle gespielt hat?
du gehst mit deinen gedanken daran und klammerst div. möglichkeiten aus. - was kann ein mensch fühlen in so einer lage - scham, schuld, und vieles mehr - hoffnungslosigkeit aber sicherlich auch nicht wenig.
Für alle hätte es irgendwie weitergehen können.
das irgendwie mag für deinen geschmack ausreichend sein - offensichtlich aber nicht für sie.
Zwar mit einer
mehr oder weniger großen Lebenslast, aber die haben andere
auch zu tragen.
was der eine kann, kann der andere nunmal nicht. sowie der eine
die eine art schmerz besser ertragen kann als der andere.
sowie bei einer person ein und der gleiche „vorfall“ andere auswirkungen hat als beim anderen. menschen sind ja keine maschinen
und eben auch keine kopien.
Stattdessen haben die einfach kein „Bock“ sich
anzustrengen und geben sich die „Kugel“.
du machst es dir einfach - stülpst deine wertmassstäbe über und
behauptest denen ginge es um null bock…wenig einfühlsam und
deshalb aus meiner sicht wenig aussichtsreich im ansatz nachvoll-
ziehen zu können.
ich habe selbst nie nur ansatzweise todessehnsüchte gehabt,
kann aber manchen menschen ob seiner verzweiflung verstehen - auch wenn ich in der gleichen lage evtl gar nicht so verzweifelt gewesen wäre.
das aber berechtigt mich nicht seine gefühle in frage zu stellen.
das machst du nämlich aus meiner sicht.
wenig hilfreich für menschen in der situation.
Was mich hier auch irgendwie stört, ist die allgemeine
Akzeptanz in der Gesellschaft. Da kommen dann auch so Sprüche
wie „ist mir doch egal, der hat’s auch nicht besser verdient“.
Dabei ist das verachtenswert und keineswegs „gerecht“.
2 paar schuhe die du in einen topf wirfst - akzeptanz hat nichts mit gleichgültigkeit zu tun und du mischt beides hier.
wenn man aufhört die gefühle des anderen anzuerkennen ist alles vorbei. von daher hat jeder mensch ein recht auf seine gefühle und in letzter instanz auch ein recht auf seine ablebenswünsche.
wer das nicht respekiert hat meiner ansicht nach ein eigenes problem das er überträgt.
was du übrigens nun verachtenswert findest ist mir nicht ganz klar - die gleichgültigkeit (kälte) mancher menschen oder aber die entscheidung von freiwillig verstorbenen?
im ersteren fall ist jene verrohung (wenns denn keine schutzbehauptung ist) nat. ungut - doch zeigt deine bewertung ja auch eine deutliche abwertung und soooo gross ist für mich pers. der unterschied da nicht.
würde „es“ die „lebensmüden“ betreffen, würde es für mich auf dich ein kaltes licht werfen. das dessen: seid so wie ich euch haben will, lebt meine wertvorstellungen und geht mit dem leben um wie ich.
(wobei du ja selbst nicht wissen kannst ob nicht auch du unter bestimmten umständen todessehnsüchte bekommen würdest)
Warum soll außerdem der Suizid eines Politikers akzeptabel
sein, der des psychisch Kranken aber nicht?
wer sagt das denn?
LG
nina