Trennschaltstrom

Mein Frage ist: Was ist ein Trennschaltstrom? Ich hatte bei einem Multimeter die Sicherung ausgewechselt und las u. a. die Bezeichnung des Typs (BBS1) und ganz klein daneben I.R. 10kA. Laut Kataloge ist 10kA der Trennschaltstrom. Ich kann mit dieser Bezeichnung nichts anfangen. Kann mir jemand weiterhelfen?
Gruß,
Susann

Hallo Susann,

d.h. die Sicherung kann einen Kurzschluss-Strom von 10 kA noch unterbrechen. Für private Zwecke sollte das reichen, nur gut verkabelte Haushalte erreichen solche Kurzschluss-Ströme, und das auch nur in der Nähe des Verteilerkastens.

Gruss Reinhard

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Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Ich hatte aber das Gefühl gehabt, diese Sicherung sei schon bei einem kleinen Kurzschlussstrom „rausgeflogen“. Ich hatte meine Schaltung an einem Konstanter (vielleicht max. 16V / 4 oder 5A) angeschlossen und vorher einen Grenzstrom eingestellt. Als ich feststellte, dass ich als Strom völligen Blödsinn maß, hatte ich die Sicherung nachgeprüft. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass da ein Kurzschlussstrom von 10kA geflossen ist.
Gruß,
Susann

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Hallo Susann!

Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass da ein Kurzschlussstrom von
10kA geflossen ist.

Vermutlich nicht. Vermutlich ist die Sicherung nur für wenige A ausgelegt. Bei längerer Überschreitung des Nennstroms schmilzt der Sicherungsdraht, bzw. löst die Sicherung aus und trennt den Strom. Es ist aber denkbar, daß der Strom nicht langsam den auf der Sicherung aufgedruckten Wert überschreitet, sondern es fließt ein gewaltiger Strom von hunderten oder tausenden A. Dann schmilzt der Draht in der Sicherung, aber unter bestimmten Voraussetzungen entsteht im Sicherungselement ein Lichtbogen, der den Strom aufrecht erhält, obwohl die ohmsche Verbindung längst weggeschmolzen ist. Der Trennschaltstrom gibt an, bis zu welchem Strom kein Lichtbogen entsteht.

Übrigens: Schmelzsicherungen mit weitgehendem Schutz vor dem Entstehen eines Lichtbogens und deshalb mit besonders hohem Trennschaltstrom trennen den Stromkreis nicht vollständig. Bei solchen Sicherungen ist der durchschmelzende Draht auf einen leitfähigen Träger gewickelt. Wo es nämlich noch einen ohmschen Pfad ausreichender Leitfähigkeit gibt, kommt es gar nicht erst zur Ionisation der Luft und deshalb auch zu keinem Lichtbogen. Wer sich darüber noch nie Gedanken gemacht hat, wundert sich, daß ein Gerät nicht mehr funktioniert, stellt bei nicht so genauer Prüfung mit dem Ohmmeter fest, daß die Sicherung noch Durchgang hat, hält die längst durchgeschmolzene Sicherung irrigerweise für intakt und sucht sich in der Folge einen Wolf :smile:.

Gruß
Wolfgang