Hallo Ihr Lieben!
Ich suche Rat für eine Freundin. Sie hat eine zweieinhalb Jahre alte Tochter und ist mit dem Vater schon seit der Schwangerschaft nicht mehr zusammen. Seit einem Jahr hat sie eine neue Beziehung. Die beiden (Mitte 20) haben sich immer mehr gestritten, er ist fürchterlich eifersüchtig und kriegt seinen Mund nicht auf um Dinge zu klären. Neulich hat er den Vogel abgeschossen und hat ihr widerliche Dinge per SMS geschickt. Ich habe ihr schon oft geraten, dies nicht mehr mit sich machen zu lassen und jetzt ist sie endlich auch soweit. Ihr größtes Problem ist, dass ihre Tochter in diesem Jahr eine tiefe Beziehung zu ihrem Freund aufgebaut hat. Es ist jedoch klar, dass dieser sich nach der Trennung nicht mehr blicken lassen wird. Das war in den letzten Wochen auch der Grund, weshalb sie es immer wieder mit ihm probiert hat. Wie erklärt man also diesem kleinen Mädchen, das diese Bezugsperson plötzlich weg ist und man sie auch nicht mehr anrufen kann? Wie kann man der Kleinen klarmachen dass es nichts damit zu tun hat dass er sie nicht mag? Bin für alle Tipps dankbar - vielleicht hat ja jemand auch schon das Gleiche durchgemacht.
Viele Grüße
Mary
Hallo
Es ist jedoch klar, dass dieser sich nach der Trennung nicht mehr blicken lassen wird.
Ist es ganz sicher, dass er sich dann nicht mehr um das Kind kümmern wird?
Wie kann man der Kleinen klarmachen dass es nichts damit zu tun hat dass er sie nicht mag?
Das ist sehr schwierig, zumal es dann ja offensichtlich sehr wohl etwas damit zu tun hat, dass er sie zumindestens nicht für wichtig genug hält, als dass er sich weiter um sie kümmern würde.
Tut mir leid, ich habe keine Idee dazu, außer eben, dass man beim Kind ist, wenn es traurig ist, und die Trauer nicht verhindert, sondern es zulässt, wenn sie sich äußert.
Ansonsten natürlich die Mitteilung, dass es nicht am Kind liegt, sondern daran, dass sich die Erwachsenen so sehr gestritten haben, dass er nicht mehr in die Nähe von der Mama kommen will oder so ähnlich.
Die Wahrheit ist ja wahrscheinlich (so mehr oder weniger), dass er sich um das Kind gekümmert hat, weil er sich für die Mama interessiert hat? Das Kind wurde nur benutzt?
Viele Grüße
Simsy
Hallo Mary,
ich hatte ein ähnlich gelagertes „Problem“. Nur ging es dabei um den Kleinen einer guten Freundin, zu der ich damals ein Liebesverhältnis hatte, und daher auch zu dem Jungen. Leider musste ich damals für längere Zeit ins Ausland. Wenn Du das liest, hat es anscheinend keinen Bezug zu Deinem Posting. Doch hat es.
Die Situation, welche Du geschildert hast, ist ähnlich gelagert. Zum einen bauen Mädels zu Vätern ein engeres Verhälntnis, so wie es Jungs zu den Müttern. Nur als Denkanregung und Stoff für eine Diskussion.
So wie Du es geschildert hast, halte ich es für angebracht eine professionelle Hilfe, soll meinen einen Kindertherapeuthen und /oder -Psychologen einzuschalten. Dieses Thema ist zu komplex um in diesem Forum behandelt zu werden.
Gruß Kai
Die Wahrheit - sonst nix!
Hi Mary!
auch kleinen Kindern sollte man die Wahrheit sagen. Das macht es im Grunde nur einfacher.
„XXX und ich hatten uns gestritten. Er ist gegangen und kommt wahrscheinlich nicht wieder zurück.“
Schade, aber besser, als jeden Tag Streit!
Da auch ein kleines Kind versteht, dass es nicht schön ist, mit jemandem zusammen zu sein, mit dem man gerade Streit hat - wird es vergessen.
Für Kinder ist das meist einfacher, als für die Erwachsenen.
Ehrlich währt am längsten!
… das Kind weiss hoffentlich, dass „XXX“ nicht der Vater ist?
Na ja… das kommt dann spätestens im Kindergarten - wenn die anderen vom „Papa“ berichten… es hilft dem Kind sehr, wenn es die Wahrheit kennt!!!
Viel Erfolg!
Ulli
Hallo Mary,
ich muß Kai recht geben. Ich rate auch eine Kinderpsychologin zu Rate zu ziehen. Kann sein, daß nach zweimaligem Besuch schon alles geklärt ist (es geht ja eher um eine Art Beratung) oder es bedarf halt mehrere Male sie aufzusuchen. Und es ist m. E. vollkommen egal ob es sich um den Vater handelt oder nicht. Es geht schlichtweg um den Verlust für das Kind.
Und 21/2 ist ein höchst sensibles Alter, gerade wenn es um Vermissen/Verlust von Menschen geht. Und dann ist es eben auch noch ein Mädchen…
Ich spreche aus früherer Erfahrung (gleiches Alter, auch ein Mädchen) und schon allein um psychosomatischen Reaktionen vorzubeugen sollte man einen Besuch bei o. g. Fachleuten nicht scheuen. Meist sieht es so aus, daß man erstmal alleine zu der Kinderpsychologin geht und beim zweiten Besuch ist dann das Kind dabei. Dieses spielt dann erstmal „nebenbei“, wird aber auch hin und wieder ins Gespräch mit einbezogen, eben je nachdem, ob es Lust hast sich zu unterhalten oder nicht. Ist also ganz locker…
Außerdem ist’s ne Kassenleistung (noch).
Alles Gute für die Tochter Deiner Freundin!
Gruß,
Christiane
Hi,
dem Kind die Wahrheit sagen, denn Kinder sind nicht blöde.
Wenn man es dem Kind halbwegs vernünftig beibringt, versteht es das Kind auch und die stecken es meist besser weg, als Eltern vermuten.
Das von einem Psychologen oder sonstwas erklären zu lassen, halte ich für völlig übertrieben oder allenfalls erwägenswert, wenn dann tatsächlich Probleme auftreten.
Eltern überbewerten so etwas gerne. Wenn das Kind jetzt zweieinhalb ist, wird vielleicht noch die eine oder andere Trennung dazu kommen.
Das ist heute nichts außergewöhnliches mehr, bei uns im KiGa sind ungefähr ein Drittel Alleinerziehend. Und keines der Kinder davon hat bemerkbare Störungen oder ist in psychologischer Behandlung deswegen.
Grüße
D.
Hallo,
ich schließe mich an. Bei einem 2 1/2-jährigen Kind einen Psychologen einschalten, ist völlig überzogen.
Aus eigener Erfahrung: Dem Kind erklären, dass man sich mit xy gestritten hat und er daher nicht mehr kommt. Gut ist. Eine Zeit etwas (Betonung auf etwas!) aufmerksamer sein, bewusst was unternehmen. Das tut dann Mutter und Kind gut, damit nicht Trübsal geblasen wird und ein Signal (fast noch mehr für die Mutter als für das Kind) gesetzt wird: Das Leben kann auch ohne ihn Spass machen. Der Frühling ist doch jetzt DIE Jahreszeit dafür.
Raus, an die frische Luft. Radfahren, im Wald suchen, was der Frühling macht, in den Zoo gehen, endlich wieder komplizierte Sandburgen bauen können, schwimmen gehen, mit anderen Müttern / Kindern treffen, gemeinsam Osternester backen,…
LG Petra
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Hallo, ich nochmal 
danke für alle Antworten. Wobei auch ich der Meinung bin, dass der Psychologe wirklich erst eingeschaltet werden sollte wenn „Not am Kind“ ist. Denn der Psychologe wird die Situation ja ansprechen müssen, was dem Kind suggeriert, dass es auch wirklich eine sehr relevante Sache ist, über die man nicht so einfach hinwegkommt.
Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn es der Kleinen wirklich nicht so viel ausmacht wie wir Großen uns das so denken.
Und zur Frage, ob die Kleine weiß dass das nicht ihr richtiger Vater ist: Natürlich weiß sie das. Sie kennt ihren Vater.
Ich finde außerdem, dass auch ein „nicht-leiblicher Vater“ nach einer Beziehung nicht unbedingt im schwarzen Loch verschwinden muss. wenn sich Paare freundschaftlich trennen, und man das Kind des anderen liebgewonnen hat, dann spricht ja nichts dagegen ab und zu vorbeizukommen oder sogar mal was mit dem/der Kleinen zu unternehmen…
Noch eine Frage kam auf, „ob er sich wirklich nicht mehr blicken lassen wird“…: Wird er nicht.
Liebe Grüße Mary
Hallo,
natürlich soll jeder seine eigene Meinung, nur noch mal kurz aus einem anderen Blickwinkel:
Wobei auch ich der Meinung bin, dass
der Psychologe wirklich erst eingeschaltet werden sollte wenn
„Not am Kind“ ist.
Dann ist’s aber schon ziemlich spät und der Psychologe hat evtl. jahrelange „Arbeit“ vor sich.
Denn der Psychologe wird die Situation ja
ansprechen müssen, was dem Kind suggeriert, dass es auch
wirklich eine sehr relevante Sache ist, über die man nicht so
einfach hinwegkommt.
Nein, eben nicht. Dafür ist er Psychologe und hat dies auch „gelernt“.
Ich hab nur ein einziges Beispiel miterlebt und da war es definitiv nicht so. Eine Therapie (manchmal auch nur eine Beratungsstunde für Eltern) bei Kleinkindern ist nicht zu vergleichen mit einer T. für Erwachsene und läuft ganz anders ab.
Ansonsten würd ich natürlich auch erstmal abwarten wie sich alles entwickelt, sehr achtsam sein und bei evtl. Auffälligkeiten immer daran denken, daß es auch mit dem vermißten Menschen zu tun haben könnte.
Viele Grüße,
Christiane
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hallo mary,
auch ich habe solche erfahrung gemacht. jede trennung ist schwierig. besonders für den, der verlassen wird aber das ist ja hier nicht das thema. bei meiner trennung war mein sohn im gleichen alter des kleinen mädchens. es ist erstaunlich wie schnell die kleinen das wegstecken. da sollten wir großen uns mal ein beispiel nehmen.
nicht gleich zum therapeuten rennen. lebbe geht weida!!! auch für die kleinen. hat auch was gutes. so hat die kleine ihre mami mal wieder ganz für sich. sie wird es genießen. ich denke ständige streitereien der „alten“ sind da viel belastender für eine kinderseele.
sie wird wieder lachen und spaß haben. ist die mami doch viel entspannter. und du bist ja auch noch da:smile:
schöne ostern für euch
s.d.