Trennung : Gesundheitskosten von Lohnzusatzkosten?

Guten Tag,

unser Gesundheitsminister will ja eine Trennung der Gesundheitskosten von den Lohnzusatzukosten. Mein Frage ist nun: Warum? Was verbessert sich dadurch? Die internatinale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen?
Es wäre schön wenn mir jemand ein paar Vorteile aufzählen könnte.
Vielen, vielen Dank.

Hallo,
wenn ich die Argumentation der Politik richtig verstehe, hätte das geplante KV System folgende Vorteile:

  • Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen
  • Belebung des Arbeitsmarktes
  • Entkopplung von Gesundheits- und Lohnkosten
  • Forcierung des Wettbewerbs zwischen PKV und GKV
  • mehr Gerechtigkeit durch den steuerlichen Sozialausgleich

Die Kosten der medizinischen Versorgung hängen nicht vom Einkommen ab. Sie sind für vergleichbare Fälle immer gleich (theoretisch?), unabhängig davon, ob der Versicherte sein Einkommen aus der Tätigkeit z. B. als Monteur oder z. B: als Vorstandsmitglied einer Großbank bezieht. Ob dem Monteur oder dem Vorstandsmitglied z. B. der Blinddarm entfernt wird, auf der Kostseite besteht da kein Unterschied.

Wenn die Kosten gleich sind, soll auch der KV-Beitrag gleich sein. Und zwar für jeden Versicherten, d. h. auch die in der GKV bisher beitragsfrei Mitversicherten. Die beitragsfreie Mitversicherung von Familienmitgliedern ist m. E. ein eindeutiger Subventionstatbestand. Das Prinzip der Versicherung jeder Person gilt in der privaten Versicherung ohnehin.

Geplant ist nach bisherigen Verlautbarungen, den Arbeitgeberanteil derzeitigen am KV-Beitrag zu begrenzen bzw. einzufrieren. Änderungen des KV-Beitrages hätte alleine der Versicherte zu tragen. Die Senkung der Lohnnebenkosten wird in der politischen Debatte als eines der wichtigsten Ziele zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit behandelt. Mit der Einführung des vom Versicherten alleine zu bezahlenden Zusatzbeitrages von derzeit 0,9 % wurde schon zu Zeiten von Ulla Schmidt die Linie der hälftigen Kostenteilung zwischen AG und AN verlassen.

Experten gehen davon aus, dass der KV-Beitrag in der GKV für jeden Versicherten (wohl ohne den Anteil des AG) bei einheitlich ca. 130 € - 150 € pro Monat (Kopfpauschale) liegen dürfte. Kinder sollen wohl weiter beitragsfrei mitversichert werden.

Mehrbelastungen gegenüber dem geltenden System sollen durch staatliche Zuschüsse gemildert werden. Diese sollen wohl nicht automatisch, sondern auf Antrag gewährt werden (vielleicht bei einer neuen Behörde, der Krankenversicherungszuschusskasse?). Das Geld für diese Zuschüsse soll über die Steuern finanziert werden. Dafür sollen nach Experten 20 – 40 Mrd. Euro/Jahr erforderlich sei, wobei Gesundheitsminister Rösler meint, der Sozialausgleich solle ohne Steuererhöhungen, sondern über höhere Steuereinnahmen durch Wachstum finanziert werden(Heute veröffentlichtes Interview mit der Frankfurter Rundschau online unter www.fr-online.de )

Ob mit der Änderung des KV-Systems die Marktchancen der PKV steigen, kann ich nicht beurteilen. Gegner der Kopfpauschale begründen Ihre Ablehnung insbesondere mit dem Argument, dass sozialstaatliche Prinzip der Belastung nach Leistungsfähigkeit aufgegeben werde.(„Breite Schultern müssen mehr tragen“).

Fazit: Günstiger wird es für die Versicherten insgesamt wohl nicht.

Und im Übrigen: Alles bisher nur Spekulation. Keiner weiß genau, wie der Plan aussehen wird, den eine damit befasste Regierungskommission (besteht sie schon?) demnächst vorlegen soll. Vielleicht ist dann eine bessere Beantwortung der Eingangsfrage möglich.

Gruß
Zemionow

Gar nichts
Hallo,

das ist nur eine Umschreibung dafür, dass die Versicherten zukünftig einen höheren Beitrag für ihre KV selbst zahlen, während die Arbeitgeber immer weniger Zuschuss zahlen. Das ist erklärte Politik der FDP. Am Ende wird die Privatisierung der gesetzlichen KV stehen und die Arbeitnehmer dürfen allein ihren Beitrag aufbringen. irgendwie müssen sich ja die Spenden der Arbeitgeberverbände auszahlen.

Gruß Woko