Trennung während psychosom.Klinikaufenthalts?

Hallo :smile:
Ich würde gerne mal eure Einschätzung zu dem folgenden Thema hören.
Mein partner ist seit ca.3 Monaten in einer Psychosom Klinik,wo er jetzt noch 2 Monaten bleiben muß.
Er hatte mich an Ostern für 2 Tage besucht,und mir 1 Woche vorher einen schönen brief geschrieben wo er meinte ,er vermisst mich und freut sich mich wiederzusehen,ihm sei während der Therapie vieles klar geworden über unsere Beziehung und er will sie weiter gemeinsam mit mir ausbauen.
Es war wirklich ein sehr rührender und emotionaler Brief der auch wirklich ehrlich gemeint war.
Dann kam er an Ostern und es ging ihm am Anfang sehr schlecht er meinte es sei alles so fremd und ungewohnt und er würde am liebsten zurück in die Klinik(ich weiß das diese Reaktion normal ist,weil es in der Klinik ein ganz anderes Leben ist als im normalen Alltag).
Wir hatten dann abgemacht das ich ihn erstmal alleine lasse und bin dann 2 stunden später wiedergekommen-da war er dann ganz normal und so wie immer.
Er meinte er hat ein Beruhigungsmittel genommen,und es war dann auch ok und wir hatten ein sehr schönes Wochenende.
dann ist er nach 2 Tagen wieder gefahren und hat am nächsten Tag in der Klinik mir den Trennungsbrief geschrieben der dann 2 Tage später bei mir ankam.
darin miente er,er hat am wochenende gemerkt das sich sein Gefühl für mich verändert hat,es fühlt sich an als ob wir in zwei verschiedenen Welten leben!es prickelt nicht mehr und das sei natürlich nur ein symptom das es vorbei ist.
Er hat sich sehr oft entschuldigt es tut ihm so leid und sich bedankt für unsere gemeinsame zeit und was ich ihm gegeben habe etc.
Er hat sich verändert und ist uns entglitten.

Ich vermute das es ihm einfach alles zuviel war und er einfach abstand braucht um seine Therapie fertigzumachen.
Es ist doch völlig klar das es nicht so sein kann wie vor der Therapie und wenn man sich nach so langer zeit wieder sieht gerade wenn er mitten in der Therapie mich besucht.

Es wäre schön eine Einschätzung zu hören von jemand der vieleicht auch in einer Klinik arbeitet und weiß welchen Gefühls und Stimmungsschwankungen die Menschen während eines Aufenthalts ausgesetzt sind.
Vielen dank im Voraus

Lieben Gruß
Anna

Hallo Anna

Warum ist dein Partner in der Klinik? Hat eure Beziehung etwas damit
zu tun? Gab es vorher Probleme in eurer Beziehung?

Gruss, Tychi

Hallo tychi
Nein er ist wegen völlig anderen Gründen aus der Vergangenheit in der Klinik-es hat überhaupt nix mit der Beziehung zu tun das er da ist :smile:
Wir sind oder soll ich im moment sagen waren,immer ien eingeschworenes team,haben offen über alles geredet .
Wir hatten eine schöne Beziehung und er hat immer gesagt es tut ihm so gut das ich so verständnissvoll bin und ihn so unterstütze,und mich so gut einfühlen kann wie es ihm geht und so.
Ich habe ihm gesagt das wenn er in der Klinik ist er sich zeit für sich nehmen soll-weil es dann seine zeit ist die er nutzen soll um in ruhe seine Therapie zu machen.
Wir haben ausgemacht das er mich immer anrufen kann wenn er will und das ich mich nicht bei ihm melde,sodaß er eben die Freiheit hat selbst zu entscheiden wann ihm nach Telefonieren ist.
Ich hoffe ich konnte deine Frage damit beantworten.

Danke dir
Lieben gruß
Anna

Hallo Anna

Warum ist dein Partner in der Klinik? Hat eure Beziehung etwas
damit
zu tun? Gab es vorher Probleme in eurer Beziehung?

Gruss, Tychi

Hallo Anna

Deine Informationen genuegen mir leider noch nicht, um die
Ereignisse, die du erklaert haben moechtest, einzuordnen. Ich
schaetze, auch ein echter Experte wuerde ziemlich ins Blaue raten,
wenn er nicht mehr erfaehrt.
Alles, was wir von dir wissen, ist:

  1. Dein Freund ist in Behandlung wegen psychischer Probleme
    unbekannter Art (o.k. es gibt wohl koerperliche Symptome).
  2. Ihr fuehrt(et) eine Beziehung, mit der du zufrieden bist. Du
    glaubst, dass auch dein Partner zufrieden ist/war. Du beschreibst
    euch als ehrlich und verstaendnisvoll.
  3. Er schreibt dir ein Liebesgestaendnis und etwas spaeter einen
    Trennungsbrief.

Ich kann mir vorstellen, dass dein Freund keine Orientierung hat,
dass er heute das eine und morgen das andere fuer richtig haelt.
Es kann sein, dass die Therapie ihn in seiner Verwirrung noch
bestaerkt, denn schliesslich besteht eine Therapie in der
Umstrukturierung von Gedanken- und Gefuehlsmustern.
Es kann aber auch sein, dass die Therapie ihm die Kraft gegeben hat,
seine wahren Gefuehle hinsichtlich eurer Beziehung sich selbst und
sogar dir gegenueber zuzulassen und einzugestehen.
Auch andere Moeglichkeiten sind denkbar.

Welche zutrifft, kann dir niemand sagen. Ich wuerde an deiner Stelle
abwarten, die Situation aushalten und beide Briefe sowie sein
Verhalten als deutlich von seinen Problemen und der Therapie
beeinflusst ansehen. Ich wuerde zunaechst nicht davon ausgehen, dass
der Trennungsbrief sein letztes Wort ist.

Also: keine Panik.

Aber wie gesagt: wissen kann’s keiner.

Alles Gute, Tychi

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Hallo Tychi
JA ich denke man kann da auch keinen richtigen Rat geben,da selbst ich wo ihn am besten kennt nur vermutungen anstellen kann das es eben wie du schriebst an der Klinik liegt.
Das sehe ich jedenfalls genauso wie du :smile:
Er ist wegen massiver Mißbrauchs erfahrungen (auch sex.)in der Klinik,was aber keine Auswirkungen auf unser sex.Leben gehabt hat,und er war auch schon vor der Klinik in Psychotherapie.
Du schriebst ,das dir die Informationen noch nicht genügen-welches ist dir denn noch unklar?
Lieben Gruß
Anna

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Hallo anna

JA ich denke man kann da auch keinen richtigen Rat geben,da
selbst ich wo ihn am besten kennt nur vermutungen anstellen
kann das es eben wie du schriebst an der Klinik liegt.
Das sehe ich jedenfalls genauso wie du :smile:

…an der Klinik liegen kann. Diese Erklaerung ist auch mein
Favorit, aber ich schliesse andere Erklaerungen nicht aus.

Er ist wegen massiver Mißbrauchs erfahrungen (auch sex.)in der
Klinik,was aber keine Auswirkungen auf unser sex.Leben gehabt
hat

vordergruendig zumindest nicht. Ich will dir nichts einreden, aber
dass alles gut funktioniert, muss nicht bedeuten, dass emotional und
unbewusst alles in Ordnung ist. Ziehe dies theoretisch in Betracht,
aber lass dir bloss keinen Floh ins Ohr setzen. Wenn du unruhig
werden solltest, halte dir vor Augen, dass ich kein Experte bin. Aber
wer fragt, bekommt Antwort.

und er war auch schon vor der Klinik in Psychotherapie.

Gab es denn schon frueher einmal diese abrupten Meinungsaenderungen
deines Freundes?

Du schriebst ,das dir die Informationen noch nicht
genügen-welches ist dir denn noch unklar?

Das kann ich jetzt nicht so konkret sagen, aber es hat schon seinen
Grund, warum eine Psychotherapie ueber Monate geht. Schnell mal ein
paar Infos ruebergeschoben und dann gleich eine wahre und
befriedigende Erklaerung aller Raetsel - das geht leider nicht.
Ich kenne dich und deinen Freund doch nicht einmal, aber deine Fragen
setzen voraus, dass man euch und eure ganze Situation sehr gut kennt.
Tut mir Leid, ich zumindest kann nicht mehr sagen. Vielleicht trauen
sich andere, aber die sind vielleicht noch zurueckhaltender als ich.

Viele Gruesse, Tychi

Hallo tychi

)ich wollte ja auch keine Rätsels Lösung,das müssen wir schon alleine machen das ist klar,aber ich fand es sehr Beruhigend,das auch aussenstehende wie du jetzt der gleichen Meinung sind wie gute Freunde von uns die ihn besser kennen.

und sie schätzen es auch so ein das vermutlich an der Klinik liegt.
Natürlich ist es keine Garantie,das die Beziehung evtl.doch noch weitergehen könnte-doch die hat man sowiso nie im leben :smile:
Ich danke dir aufjedenfall ganz lieb das du dich als wie du schreibst nicht experte trotzdem nicht zurückhaltend warst :smile::smile::smile:
Man wird sehen was die Zeit bringt.
In diesem Sinne lass es dir gut gehen und danke nochmal
Lieben gruß
Anna

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Hallo Anna

Die Meinung von Tychi kann ich nur teilen: Nimm den zweiten Brief
nicht zu ernst.

Schon mehrfach habe ich erlebt, wie sich Leute in der Klinik
Situationen im normalen Alltag ausmalen und fest davon überzeugt
sind, diese auch zu meistern. Kaum waren sie aus dem Schutz des
geregelten Kliniklebens, ging alles anders als geplant.

So könnte es bei Deinem Freund gewesen sein, dass er mit der
„Freiheit“ Deines Lebens, die in gewissem Sinn auch ungeordnet sein
kann, nicht klargekommen ist. Mit „ungeordnet“ meine ich, dass nicht
um 12 und 18 Uhr gegessen wird, sondern wenns halt passt.

Die festen Regeln in Kliniken sind eben auch ein Teil der Behandlung
und wenn die plötzlich wegfallen, kann sowas passieren, wie Du es
erlebst.

Viel Glück!

Gruss
Heinz

hallo Anna,
ich sah, daß Du nur mit Tychi alles besprochen hast und wollte Dir zumindest noch eine Meinung schreiben - und zwar, daß ich weitgehend dem zustimme, was Dir Tychi schon geschrieben hat.
Ein paar Eindrücke und Überlegungen noch.
Dein Mann scheint momentan sehr schwankend in seiner Haltung. Eben noch ein Brief, der Eure Verbundenheit bekräftigt, dann Fremdheit zuhause, dann aber Zurückfinden in Euren vertrauten Umgang, zurück in der Klinik plötzlich und weitgehend unvermittelt Trennungsgedanken …
In solcher Therapie fühlt sich mancher, der voller ungeklärter Probleme steckt, zunächst „wie im Himmel“ - alle sind lieb, alle verstehen ihn, er kann in einer Ausführlichkeit von sich selbst sprechen, wie er das im „normalen“(Alltags-)Leben nie konnte, möglicherweise auch in Gruppe/n, alle kümmern sich um ihn, er fühlt sich zum ersten Mal auch in einer Art (Gruppen-)Öffentlichkeit geborgen … da ist der Alltag zuhause oft etwas ernüchternd. Daß er das Verstanden-werden so sehr braucht, hat er Dir ja früher schon oft gesagt und Deine Rolle bei ihm als Verstehende war ihm ja sehr wichtig. Nun hat er - dort in der Klinik - eine Sitution des Verstanden-Werdens anhaltender und umfassender Art.
Möglicherweise kommt in den nächsten Wochen aber nun auch die Aufforderung auf ihn zu, an sich zu arbeiten, die Dinge durchzustehen, evtl. etwas in sich und für sich zu ändern. Das kann eine harte Zeit werden für ihn. Und alles miteinander führt dann irgendwann, wenn es gut läuft, zu Änderungen, und wohin diese ihn führen, das muß offen bleiben.

Nur eines erscheint mir in dieser Situation nicht wünschenswert - so lange er in Änderungsprozessen steckt, sind „endgültige“ Entscheidungen für sein persönliches Leben nicht richtig. Sie können nicht gültig sein, so lange er seinen Weg noch nicht sicher sieht, und seine Therapeuten dürften solche tiefgreifenden Entscheidungen derzeit nicht begrüßen, vermute ich. Allerdings ist alles offen, es kann sich sogar ergeben, daß sich auch Deine Rolle in der Partnerschaft ändern könnte oder müßte.
Ich wünsch Dir viel Glück und Lebendigkeit, I.

Hallo Irmtraut :smile:
Das was du beschreibst wie es einem Menschen in der Klinik geht sprich mit geschütztem,verständnissvollen Umfeld kann ich nur Bestätigen das geht ihm genauso das hat er mir gesagt.
Und ich denke auch,das das härteste erst kommt wenn er wieder zuhause ist und sich wieder einleben muß.
und er eben dann nicht mehr sein geschütztes Umfeld der Klinik hat-das wird noch ein harter Weg der da auf ihn zukommt.
Ich habe gerade mit einem befreundeten Therapeuten von mir geredet,der meinte das es sein kann das er evtl. in unserer Beziehung sehr viel kindliche Aspekte ausgelebt hat,die er früher nicht bekam bedingt durch den Mißbrauch.
Und das er das evtl.erkannt hat während der Therapie in der Klinik und es deshalb abgebrochen hat.
Er schrieb mir auch in dem Brief,das er sehr weit gegangen ist und er nicht mehr umkehren kann,den das müßte er wenn er die Beziehung fortsetzen wollen würde-und das er erkannt hat das er um seinem Weg zu folgen ohne mich sein muß.
Ich nehme ihn hier auch ernst und für mich ist die alte Beziehung die wir hatten auch sozusagen beendet.
Es ist aber auch logisch das wir egal ob nun getrennt oder nicht die alte Beziehung nach der Klinik auch nicht mehr gleich hätten weiter leben können.
Da wir uns ja beide verändert haben und es dann ein neues Aufeinander einstimmen wäre wenn er zurückkommt.
Man wird sehen wie es ihm geht wenn er zurückkommt und ich denke dann wird es sich ergeben ob wir es nochmal neu versuchen oder nicht.
Man wird sehen was die Zeit bringt.
lieben gruß
Anna

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