Trennungen

Die Frau macht eine Therapie wegen Depresionen und kommt zu den entschluß nach 7 Wochen sich von iherm Mann zutrennen (obwohl es bis dahin keine anzeichen einer Trennung zusehen waren) der nach ihrer Meinung die Schuld an den Depresionen hat.Kommt so etwas öfters vor Wieviele Ehen von 100 gehen nach einer Thrapie auseinander ? Und viewiele schaffen es wieder zusammen ukommen.Gig es eineStatistikdarüber?

Hallo hans,

ich lese dein Posting und frage mich, aus welcher Ecke du kommst und wo du hin willst. Was ist Sinn und Zweck deiner Frage?

Spontan kommt bei mir das Bild hoch, dass es sich um deine Frau/Freundin handelt, du gerade mit einer Aussage von ihr konfrontiert wurdest, aufgrund derer du dann diesen Beitrag hier geschrieben hast, um … und hier verschwimmt mein Bild im Nebel.

Aber egal. Sinn und Zweck einer Therapie ist es u.a., etwas zu verändern, Bewegung in erstarrte Verhältnisse, Verhaltensweisen, Befindlichkeiten was-auch-immer zu bringen. Denn so wie es ist, geht es nicht mehr (es schmerzt zu sehr, wie auch immer der Schmerz sich genau darstellt, das ist egal), etwas muss anders werden.
Wenn sich denn etwas bewegt, wenn der- oder diejenige, die eine Therapie machen, sich bewegen, bedeutet das meistens auch, dass sich in ihrer Beziehungen zu anderen etwas bewegt. Das kann zu allem Möglichen führen: Trennungen, gemeinsamen Wachstum, Wachstum in verschiedene Richtungen, das dann wieder zusammenläuft … was auch immer.

Ob eine Entscheidung zu einer Trennung nach 7 Wochen verfrüht ist, kann niemand, der den Fall nicht näher kennt, sagen. Ob diejenigen, die sich dann evtl. tatsächlich trennen, wieder zusammen kommen, kann auch niemand sagen. Keine Ahnung, ob es dazu Statistiken gibt, aber für den Einzelfall wären sie auch vollkommen irrelevant.

Und zu guter Letzt: Ob „vorher“ tatsächlich keine „Anzeichen“ für die Möglichkeit einer Trennung vorhanden waren, kann öfters der betroffene Partner am allerwenigsten sagen. Zumindest weiß ich, dass es Untersuchungen gibt, die eine signifikante Diskrepanz zwischen der Sichtweise der Männer und der Frauen auf ihre Partnerschaft gibt. Vereinfacht formuliert: Weitaus mehr Frauen als Männer sind der Ansicht, dass in der Partnerschaft etwas „nicht stimmt“, während ihre Partner sagen, dass für sie alles in Ordnung ist.

Grüße
Christiane

Hi Hans,

Dein Posting wirkt auf mich wie ein Hilferuf „Was passiert hier gerade?“. Allerdings fürchte ich, dass Allgemeinplätze Dir nicht helfen. Selbst wenn 99% derartiger Fälle mit „Versöhnung“ oder „wieder-zusammenkommen“ endeten, könnte der von Dir beschriebene just der Hundertste sein . . .

Vielleicht können einige Fragen mehr Klarheit bringen:

Die Frau macht eine Therapie wegen Depresionen und kommt zu
den entschluß nach 7 Wochen sich von iherm Mann zutrennen

Hältst Du es für möglich, dass die Frau sich in bzw. während der Therapie verliebt hat und aus diesem Gefühl heraus die Trennung will? Mir kommt ein so radikaler Entschluss als Ergebnis einer 7-wöchigen Reha „mächtig“ vor und das wirkt auf mich „überreagiert“. Ich hätte nach der Maßnahme zunächst den Versuch erwartet, in der Beziehung ggf. was zu ändern, wobei die Trennung am Ende immer noch möglich wäre.

(obwohl bis dahin keine Anzeichen einer Trennung zu sehen waren)

Gab es objektiv keine oder hast Du/hat die Frau keine gesehen oder sehen wollen? Andererseits soll es Fälle geben, in denen der Partner einfach vom Zigarettenholen nie wieder heimgekehrt ist - Trennungen von jetzt auf gleich. Zudem wäre nicht auszuschließen, dass die Frau in der Therapie etwas erkannt hat, das den Schritt (für sie) sofort notwändig macht bzw. sie das glaubt.

der nach ihrer Meinung die Schuld an den Depresionen hat.

Warum sollte ausgeschlossen sein, dass die Depressionen (auch) mit dem Mann, dem sozialen Umfeld, der Familie, der finanziellen Situation, Suchtverhalten, Gewalt und-was-weiß-ich in ursächlichem Zusammenhang stehen? „Schuld“ kannst Du nur haben, wenn Du vorsätzlich etwas tust oder eben nicht tust, DAMIT sie Depressionen hat/bekommt.

Kommt so etwas öfters vor?

Ich gehe davon aus, dass es kein Einzelfall ist.

Wieviele Ehen von 100 gehen nach einer Thrapie auseinander?

Wieviele Ehen werden beendet ohne irgendeine Therapie? Möchtest Du glauben (machen), dass die Therapie „Schuld“ ist? Das lenkt zwar ab und mag auch ein wenig beruhigen, wenn man weiß, dass es anderen ähnlich ging/geht, aber es hilft nicht wirklich.

Und viewiele schaffen es wieder zusammenzukommen?

Konkrete Zahlen kenne ich nicht - weder prozentual, noch absolut. Allerdings kenne ich Fälle, in denen Partner während bzw. nach einer Trennung wieder zusammengefunden haben - einige mit therapeutischer Hilfe, andere durch Unterstützung von Freunden und wieder andere ganz für sich.

Gibt es eine Statistik darüber?

Das weiß ich nicht - allerdings frage ich mich (und Dich), was das im konkreten Fall nützen könnte?

Dem „Verlassenen“ hilft m. E. die aktive Auseinandersetzung mit der konkreten Situation mehr als die Hoffnung auf statistische Treffer. Im Zweifel braucht er auch therapeutische Hilfe . . .

Hei,

die klarsten Antworten auf den tatsächlichen Grund der Trennung - also das, was Deine(?) Frau in der Therapie herausgefunden hat und das sie letzlich zu ihrem Entschluss geführt hat - bekommst Du von Deiner Frau. Kommunikation ist nach wie vor das A und O - egal ob mit oder ohne Depressionen.

Wenn Du Dich mit anderen unterhalten möchtest, denen es ähnlich geht wie Dir, kannst Du Dich hier mal umsehen: http://www.kompetenznetz-depression.de/agora/index.p… Im Unterforum „Angehörige“ findest Du, wie der Name schon sagt, vor allem Bekannte/Verwandte von depressiven Menschen. Mir hat es damals geholfen, mich mit ihnen auszutauschen, nachdem mein Ex unsere Beziehung aus der Klinik heraus beendet hat. Hatte mich auch ziemlich vor den Kopf gestoßen, aber wie gesagt - es wurde ein klein wenig klarer durch den Austauch mit anderen Angehörigen und Betroffenen.

Viele Grüße
Natascha