Trifft die Rau-Rede das Menschenmaß?

Johannes Rau hat am 18. Mai eine stark beachtete „Berliner Rede“ gehalten, in der er die „biotechnologische Revolution“ von der Warte des Bundespräsidenten aus einschätzt. Mehrmals kommt er darin auf „das menschliche Maß“ zu sprechen. Diese Stellen möchte ich im folgenden zitieren, um eine Diskussion anzustoßen, die uns vielleicht einer philosophischen Antwort auf die Frage nach dem Maß des Menschen näherbringt. (Die Hervorhebungen sind von mir.)

„Wir müssen uns darüber klar sein, was die Folgen wären, wenn wir den Wertekanon, den wir in einer langen Geschichte entwickelt haben, als Grundlage allen, auch allen staatlichen Handelns in Frage stellten. Würden wir dann nicht die Gefangenen einer Fortschrittsvorstellung, die den perfekten Menschen als Maßstab hat? Würden damit nicht Auslese und schrankenlose Konkurrenz zum obersten Lebensprinzip? Das wäre eine völlig andere, das wäre eine neue Welt - keine schöne.“

„Um unserer Freiheit willen müssen wir fragen: Was von den vielen neuen Möglichkeiten ist gut? Was müssen wir unbedingt versuchen? Was dürfen wir keinesfalls tun? Unser Umgang mit diesen Fragen muss geprägt sein vom Respekt vor dem Leben von Anfang an. Die Würde des Menschen lässt sich gegen keinen anderen Wert aufrechnen. Das Leben erinnert uns immer wieder daran, und ich werde im Augenblick täglich daran erinnert, dass wir Menschen - bei allem Fortschritt - endliche Wesen bleiben. Wenn wir so tun, als seien unsere Möglichkeiten grenzenlos, dann überfordern wir uns selber. Dann verlieren wir das menschliche Maß.“

„Die Zukunft ist offen. Sie ist kein unentrinnbares Schicksal und kein Verhängnis. Sie kommt nicht einfach über uns. Wir können sie gestalten - mit dem, was wir tun, und mit dem, was wir nicht tun. Wir haben viele, wir haben große Möglichkeiten. Nutzen wir sie für einen Fortschritt und für ein Leben nach menschlichem Maß.“

Hallo Leo
das ist ein Ansammlung von Binsenweisheiten und trivialem Gerede, ein echter Ansatz, der das Problem erfasst, fehlt leider.
Naja, hat ihm irgend so ein Redeschreiber zusammengebastelt, ist ja so üblich bei Politikern.
Gruß
Rainer

Hallo
Das ist wirklich ein Gesülze, das an der Realität, am wirklichen Leben vol vorbei geht.

"Wir müssen uns darüber klar sein, was die Folgen wären, wenn
wir den Wertekanon, den wir in einer langen Geschichte
entwickelt haben, als Grundlage allen, auch allen staatlichen
Handelns in Frage stellten.

Dieser Wertekanon ist doch nur von einigen idealistischen Philosophen erstellt worden. Sehr schön und erstrebenswert aber niemand hält sich daran.

Würden wir dann nicht die

Gefangenen einer Fortschrittsvorstellung, die den perfekten
Menschen als Maßstab
hat? Würden damit nicht Auslese und
schrankenlose Konkurrenz zum obersten Lebensprinzip?

Unsere Gesellschaft hat doch den perfekten Menschen als Maßstab!
Wenn auch durch Modestömungen variiert: Mahl die füllige Rubensfrau oder der dicke Mann in den Fünfzigern, mal Twiggy und der muskelstrotzende Mitzwanziger.
Wer häßlich ist und auch noch keine Bildung hat, der ist der nicht beachtete Looser. Wer schön und intelligent ist, dem stehen Glück und Reichtum vor der Tür.

Das wäre

eine völlig andere, das wäre eine neue Welt - keine schöne."

Das ist diese Welt, und sie ist nicht schön.

Unser Umgang mit

diesen Fragen muss geprägt sein vom Respekt vor dem Leben von
Anfang an.

Ah, Respekt vor dem Leben, und in Afrika sterben (wieviele?) Menschen an Hunger, in Israel beschießen Israelies Palestinenser und Palestinenser sprengen Israelis in die Luft, in Deutschland wird jagt auf „Andersaussehende“ gemacht.

Die Würde des Menschen lässt sich gegen keinen

anderen Wert aufrechnen.

Die Würde des Menschen ist im Schnitt und real gesehen, keinen Fifferling wert.

Dieser Text von unserem BP hat mich überzeugt, dass es besser ist, diese Zellklumpen, die sonst weggeschmissen würden, für medizienische Forschung frei zu geben, damit Medikamente entwickelt werden, die das Menschsein auf der Welt menschenwürdiger wird.

MfG

Gertfried

Die Würde des Menschen ist im Schnitt und real gesehen, keinen
Fifferling wert.

Dieser Text von unserem BP hat mich überzeugt, dass es besser
ist, diese Zellklumpen, die sonst weggeschmissen würden, für
medizienische Forschung frei zu geben, damit Medikamente
entwickelt werden, die das Menschsein auf der Welt
menschenwürdiger wird.

hi gertfried,

auch wenn ich bei dir die zynik nicht ganz weglesen kann, aber deine schlussfolgerung ist voll ok! aber mal was anderes: hat dein hörbuchverlag auch ne URL?

gruss marian

auch wenn ich bei dir die zynik nicht ganz weglesen kann, aber
deine schlussfolgerung ist voll ok! aber mal was anderes: hat
dein hörbuchverlag auch ne URL?

gruss marian

Hallo Marian

Ich darf hier doch keine Werbung machen. Ich schick dir eine Mail.

gruss gertfried