Trinkmenge bei Herzschwäche und Schlaganfall

Hallo zusammen!

Meine Oma hatte bereits mehrere TAI, also leichte Schlaganfälle. Die Damen und Herren Ärtze verordneten neben einem „blutverdünnendem“ Medikament viel, viel Trinken. 3 Liter am Tag waren daher Minimum, alleine zum Frühstück wurde bereits 1 Liter Tee runter gekippt.

Nun wurde sie letzten Mittwoch mit dem Notarzt erneut ins Krankenhaus eingeliefert. Sympthome wie bei den Schlaganfällen zuvor, es war aber laut Ärztin keiner sondern diesmal eine Minderdurchblutung im Gehirn durch eine akute Herzschwäche (Blutdruck zu niedrig). Als direkte Maßnahme wurde ihr nun die tägliche Trinkmenge auf nur noch 1,5 Liter reduziert - sonst machen die derzeit im Krankenhaus rein gar nichts. Ihr gehts derzeit richtig dreckig, Kopfschmerzen, summen im Ohr, Übelkeit und allgemeines Unwohlsein. Es wird nicht einmal der teils recht hohe Blutdruck (180 zu 100) bekämpft. Ein Arzt ist am Wochenende gar nicht auf der Station den man fragen könnte, Krankenschwestern haben auch keinen Plan und führen nur die Befehle der Ärztin aus.

Da frage ich mich nun natürlich wie das zusammen passt. Auf der einen Seite sollte sie bislang soviel trinken wie möglich um den Schlaganfall vorzubeugen, nun das genaue Gegenteil.
Vielleicht kennt sich hier jemand ein bisschen aus und kann mich aufklären.

Besten Dank,
Alexander

Guten Abend,

Meine Oma hatte bereits mehrere TAI, also leichte Schlaganfälle. Die :smiley:amen und Herren Ärtze verordneten neben einem „blutverdünnendem“ :Medikament viel, viel Trinken. 3 Liter am Tag waren daher Minimum, :alleine zum Frühstück wurde bereits 1 Liter Tee runter gekippt.

das ist zunächst einmal nicht verkehrt. 3 Liter am Tag trinken ist natürlich etwas viel, soviel schaffen noch nicht mal die, die keine Oma sind. 2 hätten es vielleicht auch getan. Dadurch und durch die „blutverdünnenden“ Mittel soll ein erneuter Schlaganfall verhindert bzw das Risiko dazu gemindert werden. Schlaganfalle KÖNNEN auch durch Thromben entstehen, die im Hirn sich festsetzen. Häufige Ursache sind verwirbelungen im Herzen, dadurch Thrombenbildung die über das arterielle System ins Hirn gepresst werden.

Nun wurde sie letzten Mittwoch mit dem Notarzt erneut ins :Krankenhaus eingeliefert. Sympthome wie bei den Schlaganfällen :zuvor, es war aber laut Ärztin keiner sondern diesmal eine :Minderdurchblutung im Gehirn durch eine akute Herzschwäche :frowning:Blutdruck zu niedrig). Als direkte Maßnahme wurde ihr nun die :tägliche Trinkmenge auf nur noch 1,5 Liter reduziert - sonst machen :die derzeit im Krankenhaus rein gar nichts. Ihr gehts derzeit :richtig dreckig, Kopfschmerzen, summen im Ohr, Übelkeit und :allgemeines Unwohlsein. Es wird nicht einmal der teils recht hohe :Blutdruck (180 zu 100) bekämpft. Ein Arzt ist am Wochenende gar :nicht auf der Station den man fragen könnte, Krankenschwestern haben :auch keinen Plan und führen nur die Befehle der Ärztin aus.

Meine Vermutung : Durch die hohe Einfuhr von 3 Litern täglich hat das Herz den plötzlichen Volumenanstieg nicht verkraftet, weil vermutlich vorher schon eine Herzinsuffizienz bestand (bei 80jährigen Menschen erstmal nichts ungewöhliches - das Herz und der Körper sind nunmal keine 20 mehr). Es ist korrekt, dass hierbei die Einfur auf maximal 1,5 Liter reduziert wird. Durch den niedrigen Blutdruck ist es korrekt, dass die Blutdrucksenkenden Medikamente erstmal (vom Notarzt) abgesetzt und der Kreislauf deiner Oma erstmal stabilisiert wurde. Das würde mir erstmal mein medizinisch-menschlicher Verstand sagen.

Was ich dir nicht sagen kann, ist, ob das auch wirklich damit zusammenhängt. Wenn deine Oma 3 Liter pro Tag getrunken hat, wird sie vermutlich nicht Exsikkiert sein, was den Blutdruckabfall angeht. Ob die große Volumenzufuhr für das schwache Herz der Grund war, kann ich dir auch nicht sagen, dafür fehlt einfach eine Anamnese.

Was ich dir sagen kann, ist, das wenn deine Oma einen Blutdruck von 180/100 hat, wird das den Schwestern auffallen. Für den Fall gibt es einen Arzt vom Dienst im Krankenhaus an den Wochenenden und nach 16:00 Uhr (wenn die regulären Stationsärzte - wenn sie Glück haben - Feierabend machen dürfen. Ja, richtig! Die wohnen nicht im Krankenhaus, die gehen auch nach Hause zu ihren Familien - tut mir leid für den Sarkasmus, aber es gibt wirliche einen erschreckend hohen Anteil der Massenbevölkerung, die glaubt, dass Ärzte 24 Stunden lang und 7 Tage in der Woche auf ihrer Station arbeiten…).

Dieser Arzt vom Dienst kennt deine Oma natürlich auch nur von der Akte. Aber er wird ein kurzwirksames, Blutdrucksenkendes Medikament verordnen, was den 180/100 Blutdruck wieder in den Normbereich bringt.
Eine Blutdruckeinstellung dauert einige Zeit. Medikamente müssen umgestellt werden, der Körper muss sich daran gewöhnen und das geht nicht in 2 Tagen. Also Geduld haben.

Auch wenn es so aussieht, dass mit deiner Oma nichts passiert, so passiert dennoch viel im Hintergrund, was du vielleicht nicht unbedingt mitkriegst. Deine Oma wird da 24 Stunden von den Pflegern und Schwestern überwacht. Viel intensiver, als du es Zuhause leisten könntest. Montag einfach mal hingehen und den behandelnden Arzt mal nach dem Stand der Dinge fragen und ich bin mir sicher, dass du all die Antworten auf deine Fragen kriegen wirst.

Gruss GDA

Guten Abend,

Für den Fall gibt es einen Arzt vom Dienst im Krankenhaus an
den Wochenenden und nach 16:00 Uhr (wenn die regulären
Stationsärzte - wenn sie Glück haben - Feierabend machen
dürfen. Ja, richtig! Die wohnen nicht im Krankenhaus, die
gehen auch nach Hause zu ihren Familien - tut mir leid für den
Sarkasmus, aber es gibt wirliche einen erschreckend hohen
Anteil der Massenbevölkerung, die glaubt, dass Ärzte 24
Stunden lang und 7 Tage in der Woche auf ihrer Station
arbeiten…).

Das sollte von mir um gotteswillen kein Vorwurf sein, dem Personal ist natürlich auch der Feierabend und das Wochenende gegönnt.
Wenn eine Patientin aber seit Mittwoch - also seit nun 4 Tagen und 5 Nächten - im Krankenhaus liegt, über starke Übelkeit, Kopfschmerzen etc. klagt und offensichtlich nichts passiert*, man 3 Tage lang Schwestern fragen musste warum die Trinkmenge derart reduziert wurde (die Schwester am Samstag: „Weiß ich auch nicht, Ein Arzt ist gerade nicht da, aber ich frage bei Gelegenheit nach - kommen Sie doch morgen nochmals zu mir“), kommt das einem aber schon komisch vor.

* dem hohen Blutdruck wird nicht gegengesteuert, sie bekommt zwar eine 1-1-1 Medikation irgendwelcher Medikamente, aber Schwankungen tagsüber werden nicht behandelt. Den Blutdruck hatten wir zu Hause eigentlich gut im Griff, ist schon seit Jahrzehnten ein Problem bei ihr.

Herzlichen Dank für deine Ausführliche Antwort!

dass Ärzte 24

Stunden lang und 7 Tage in der Woche auf ihrer Station
arbeiten…).

und den Angehörigen jederzeit für Fragen zur Verfügung stehen…

Ein Arzt ist gerade nicht da, aber ich frage bei
Gelegenheit nach - kommen Sie doch morgen nochmals zu mir"),
kommt das einem aber schon komisch vor.

Eine Krankenschwester ist zu vielem berechtigt, aber nicht dazu, über einen Patienten mdizinische Auskünfte zu geben.

* dem hohen Blutdruck wird nicht gegengesteuert, sie bekommt
zwar eine 1-1-1 Medikation irgendwelcher Medikamente, aber
Schwankungen tagsüber werden nicht behandelt.

So funktioniert die Innere Medizin nicht. Unsere Arbeit ist ziemlich unspektakulär und eignet sich nicht für Fernsehshows - man sieht eben oft nichts weiter als so eine popelige Tablette.

Den Blutdruck
hatten wir zu Hause eigentlich gut im Griff, ist schon seit
Jahrzehnten ein Problem bei ihr.

Ja, und deshalb hat sie jetzt auch ein Herzversagen, eben weil der Bluthochdruck schon seit Jahren bestand.

Im übrigen gilt das, was mein werter Vorredner bereits gesagt hat.

* dem hohen Blutdruck wird nicht gegengesteuert, sie bekommt
zwar eine 1-1-1 Medikation irgendwelcher Medikamente, aber
Schwankungen tagsüber werden nicht behandelt.

  • man sieht eben oft nichts weiter als so eine popelige
    Tablette.

…die aber den Blutdruck dennoch im Tagesverlauf mehrfach auf 180 zu 100 ansteigen lässt (so Auskunft Ärztin heute). „Man muss froh sein wenn man nicht den ganzen Tag vor Schmerzen schreien muss“ war die Antwort auf meine Frage, warum gegen den hohen Blutdruck nichts unternommen wird.

Hi!

Auch ich schließe mich den Vorrednern an und möchte noch paar Punkte betonen:

  1. Bluthochdruckeinstellung geht leider nciht so schnell. Bei akut hohem Druck sollte dieser natürlich kurzfristig gesenkt werden, um akute Geschehen zu verhindern. Die langfristige Einstellung fordert aber viel Geduld.
    Zum einen brauchen die meisten Medikamente teils Wochen(!), um richtig zu wirken. Was wir im Krankenhaus machen, um die Liegezeiten dank der Krankenkassenvorgaben kurz zu halten, ist, den Blutdruck zu versuchen, in wenigen Tagen gewaltsam runterzuprügeln.
    Das KANN man machen, versuchen wir auch teils - aber lege artis ist es nicht gerade. Man muß auch beachten, daß jemand (gerade ältere Leute!) an den hohen Druck gewöhnt ist und eine zu rasche Senkung erst recht Probleme macht, insbesondere bei älteren Pat. mit der cerebralen Blutversorgung…
    Gerade Schwankungen im Tagesverlauf machen die Angelegenheit erst recht knifflig und gerade dann versucht man, vorsichtig und langsam vorzugehen.

  2. Zur Trinkmenge:
    Meiner MEinung nach war die erste Empfehlung in der Situation vermutlich richtig. Die Situation hat sich aber geändert. Nun muß man neu schauen und eben beide Probleme (Schlaganfall und Herzschwäche) bezüglich der Trinkmenge in den Griff zu bekommen. Das kann man leider nur, indem man Kompromisse schließt und einen „goldenen Mittelweg“ findet. Zunächst verscuht es man wohl mit einer Einschränkung der Trinkmenge (die im übrigen auch mir hier sinnvoll erscheint bei Herzschwäche), schaut dann was passiert bzw. wie sie es verträgt, und wird die Trinkmenge im Verlauf so anpassen, daß eben beiden Krankheiten in angemessenem Maße Rechnung getragen wird - eben im Sinne eines Kompromisses.

Gruß,
Sharon