Hallo liebe Experten,
hier kommt mal meine Frage die mir und meiner Frau schon tierisch Kopfzerbrechen macht.
Unsere kleine Tochter ist 9 Wochen alt.
Seit einigen Wochen ist abends das Geschrei zwischen 18 - 23 Uhr immer groß. OK. das können die typischen 3-Monats-Koliken sein.
Weil sie jedoch dabei auch nur noch alle 2 Stunden maximal 10 Minuten die Brust nimmt (meine Frau stillt) haben wir mal mit Hilfe einer Milchpumpe mal geschaut, ob sie genug Milch hat.
Also im mom kann sie pro Brust so ca. 90ml (morgens) abpumpen was uns da etwas wenig vorkommt, gegen Abend sind es so ungefähr 60-70ml.
Wieviel muß ein Baby in dem Alter denn trinken, damit es „genug“ bekommt? Gibt e da ne Auflistung oder sowas? Oder hat jemand einen Rat für uns?
Wir wollen nicht unbedingt sofort zum Kinderarzt rennen.
die Menge abgepumpter Milch ist in der Regel nicht so aussagekräftig - die Brust hat keine Meßskala. Wichtig ist, ob sie am Tag mehrere nasse Windeln hat und einen fitten, wachen Eindruck macht. Dann bekommt sie auch „genug“ Milch - das ist einfach völlig unterschiedlich, von daher gibts keine Regeln, wieviel ein Kind trinken „muss“. Da ihr scheinbar nach Bedarf stillt, ist da sicher alles in Ordnung. Das mit dem abendlichen Schreien kennen ganz viele Eltern, oft findet sich da auch keine definitive Ursache - obs Koliken sind, obs Reizüberflutung ist - das weiß man halt oft gar nicht so genau.
mit dem Abpumpen ist es so eine Sache:
Das Baby bekommt oft mehr heraus als die Pumpe. Die abgepumpte Milchmenge sagt also so ziemlich gar nix aus. Es gibt Frauen, die überhaupt nichts abpumpen können, deren voll gestilltes Baby aber dick und rund wird.
Die abendliche Unruhe, wenn nicht gar Schreiphasen, haben viele Kinder.
Wenn sie nur alle zwei Stunden trinken will: Das klingt doch gut - angeblich ist die Brust nach 60 bis 90 Minuten wieder „aufgefüllt“, wenn die Kleine also Hunger hätte, würde sie die Bust auch schon früher nehmen. Dass sie maximal 10 Minuten trinkt, kann an der verbesserten Saugtechnik liegen.
Die Sorgen, ob die Milch reicht, kenne ich soooo gut. Was ihr dagegen machen könnt: Wöchentliches Wiegen, um die Gewichtszunahme zu überprüfen - wenn die passt, passt auch die Milchmenge.
Holt euch bloß keine Babywaage ins Haus! Auf keinen Fall!! Das verführt nur zum häufigen Wiegen, was keine Aussagekraft hat - das macht einen nur kirre, die Unruhe überträgt sich aufs Kind, und schon klappt gar nichts mehr. Deswegen auch keine Stillproben versuchen.
bei meiner Tochter ging das auch so um die achte Woche los, dass sie abends immer nur gestillt werden wollte. Alle zwei Stunden ist doch noch ok. Ich saß teilweise im viertel-Stunden-Takt da. Super anstrengend. Der Höhepunkt war gekommen, als ich mal abends von neun bis zwei Uhr nachts da saß und praktisch alle zehn Minuten gestillt habe. Meine Hebamme meinte, dass ist Cluster-Feeding. Die Kleinen verarbeiten abends soviel, da dient die mütterliche Brust mehr als Trost denn als Nahrungsquelle. Deine Frau muss da jetzt durch. Das geht nicht ewig so! Bei uns war etwa um den Anfang fünfter Monat Schluss damit. Einfach so, von heute auf morgen.
Ansonsten hilft gegen die abendliche Unruhe natürlich rumtragen viel. Was ich hier an Kilometern mit meiner Tochter auf der Schulter den Flur hoch und runter bin (es ist ein langer Flur), möchte ich echt mal wissen. Ihr könnt auch mal eine Tragetuch versuchen, bei manchen Kindern wirkt das Wunder. Meine Tochter wollte jedoch als ganz kleine Baby nicht damit rumgetragen werden. Pucken wurde schon angesprochen, aber das ist auch nicht die Sache jedes Babys. Man muss halt schauen, was dem Würmchen am besten hilft. Manchmal wollen die auch einfach ihre Ruhe abends…
Wichtig ist, dass ihr abends ein festes Ritual einführt. Damit könnt ihr jetzt schon beginnen. Bei uns sah das so aus: Baby auf den Wickeltisch bei gedämpftem Licht, eine schöne ausgiebige (oder manchmal auch eine ganz kurze je nach Befinden des Babys) Massage (danach eventuell noch kurz baden), stillen, Liedchen singen oder ganz kurze Geschichte erzählen. Entweder warten bis Baby eingeschlafen oder gleich raus gehen.
Mit dem Abpumpen ist es so eine Sache. Deine Frau muss zu ihrer Pumpe ein freundschaftliches Verhältnis aufbauen. Ohne Witz. Sie soll sich immer sagen: gute Pumpe, liebe Pumpe, du hilfst meinem Kind und schenkst mir Freiheit. Dann klappt das auch besser. Sollte Deine Frau wirklich zu wenig Milch produzieren (was aber sehr selten der Fall ist), kann man das ausschließlich an der schlechten Gewichtszunahme des Kindes ablesen. Ansonsten gilt für Stillkinder: sie holen sich, was sie brauchen.
Ich kann Deiner Frau abschließend empfehlen, sich eine Stillberatung in ihrer Nähe zu suchen. Das ist eine prima Sache! Da sind erstens andere Mütter und sie sieht, dass sie nicht die einzige ist, die ihr Bündelchen zu tragen hat und zweitens ist da eine Frau vom Fach, die ihr alle Fragen beantworten kann, zum Berispiel über die LaLeche-Liga oder ihr fragt mal bei einer/eurer Hebamme nach.
erste Frage: Habt ihr keine Hebamme, wo ihr mal nachfragen könnt?
Seit einigen Wochen ist abends das Geschrei zwischen 18 - 23
Uhr immer groß. OK. das können die typischen 3-Monats-Koliken
sein.
Das kann vieles sein, unter anderem ganz einfach ein Schub. Was macht ihr dann? Uns hat es geholfen, unsere Tochter ins Tragetuch zu packen und rumzutragen, da war sie immer schnell beruhigt.
Weil sie jedoch dabei auch nur noch alle 2 Stunden maximal 10
Minuten die Brust nimmt
Wieso nur? Alle zwei Stunden und etwa zehn Minuten ist völlig normal. Es gibt Kinder, die kommen häufiger und andere, die kommen seltener. Einige trinken eine halbe Stunde, andere nur fünf Minuten. Alle zwei Stunden zehn Minuten klingt völlig normal.
Hilfe einer Milchpumpe mal geschaut, ob sie genug Milch hat.
Das nutzt nichts. Mit der Pumpe bekommst du nie so viel raus, wie das Kind trinken kann.
Wieviel muß ein Baby in dem Alter denn trinken, damit es
„genug“ bekommt? Gibt e da ne Auflistung oder sowas? Oder hat
jemand einen Rat für uns?
Ja, ein Rat: Macht genau so weiter mit dem Stillen und macht euch nicht verrückt. Wenn ihr sicher gehen wollt, dann wiegt euch regelmäßig mit dem Baby, um zu sehen, ob die Gewichtszunahme ok ist. Solang es aufwärts geht und nicht stagniert oder abnimmt, ist alles ok.
Nicht immer, wenn ein Kind weint, hat es Hunger! Gerade abends und gerade in dem Alter können die Kleinen besonders aufgekratzt sein, weil sie den Tag verarbeiten. Körperkontakt hilft da meistens.
Zum Cluster-Feeding hab ich von meiner Hebamme noch zusätzlich erfahren, dass Kinder auf diese Weise ein ausreichendes Angebot an Nahrung für den nächsten Tag sichern. Denn die Nachfrage bestimmt das Angebot.
Sonst kann ich euch auch nur raten euch mit eurer Hebamme in Verbindung zu setzen. Wenn ihr euch zu viel Stess macht un versucht allein klar zu kommen kann die Milchproduktion zurückgehen bis hin zum Verlust der Stillbeziehung. Denn Stress ist hier pures Gift.