Trockenlung von Kellermauerwerk

Seit von der Kommune vor einigen Jahren ein neues, danach dichtes Kanalsystem gebaut wurde, ist im ganzen Ortsteil das Grundwasser deutlich angestiegen. Während wir früher nie Probleme mit Wasser im Keller hatten, ist der Grundwasserspiegel seither nur noch knapp unter Kellerboden-Niveau, bei längerer Regen-Periode auch knapp darüber. Notdürftig Abhilfe dagegen schafft eine Tauchpumpe. Allerdings steigt die Feuchtigkeit natürlich in den Wänden (Kalksteinmauerwerk) hoch.
Es werden verschiedene Systeme angeboten, die Mauern wieder trocken zu legen. Allerdings weiß ich nicht, was ich davon halten soll. Jedes System hat irgendwo seinen Haken, bzw. klingt sehr unglaubwürdig. Ich werde hier absichtlich nicht konkreter, da ich gerne von euch unvoreingenommenen Experten lesen möchte, was ihr vorschlagen würdet bzw. welche Erfahrungen ihr mit bestimmten Arten der Trockenlegung schon gemacht habt.

Ich hoffe auf viele Antworten und bedanke mich bereits jetzt bei allen, die mir vielleicht weiter helfen werden.

Manfred Leuthel

Hi Manfred,

da hilft normalerweise nur eines: Haus ausgraben, von außen isolieren. Alles andere ist Tinnef und rausgeschmissenes Geld. So wie Du das beschreibst, sehe ich allerdings keine Chance - wenn das Wasser tatsächlich nicht nur von der Seite kommt, sondern von unten, hilft gar nichts mehr, Du müsstest ja unter die Fundamente.

Gruß Ralf

Hallo,

vorab der Nachteil: sauteuer!

Wenn der Grundwasserspiegel über Kellerniveau steigt, damit in die Grundmauern die Feuchtigkeit geht, dann muß die Mauer entweder versiegelt oder undurchlässig werden. Versiegeln heißt hunderte von Löchern bohren und das Mauerwerk mittels chemischer Komponenten wasserresistent machen. Unter undurchlässig kann ein Durchsägen der Grundmauern verstanden werden mit nachfolgendem Einbau einer Sperrschicht.

Damit sind wenigstens die Wände dicht. Was die Bodenplatte angeht, das kann ich nur schätzen. Je nach Beschaffenheit des Fundamentes entweder ewig nass oder eben irgendeine Variante des Absenkens des Grundwasserspiegels. Ich habe mal gehört, das sowas auch punktuell möglich ist, also mittels Brunnen ein Absenken in einem begrenzten Bereich. Wird sich sicher nicht für ein einzelnes Haus machen lassen, aber als Anregung oder Idee?

Gruß
André

Hi Manfred,

solche Fälle sind leider, wenn überhaupt, nur schwer zu beheben.

Gegen aufsteigende Feuchtigkeit hilft eigentlich nur, am Haus Stück für Stück (ca. ja einen Meter) das Fundament freizulegen und zu unterfangen, also nachträglich mit einer Feuchtigkeitssperre zu versehen.
Stück für Stück, weil ansonsten die Stabilität leiden kann undes zu Rissen oder noch schlimmeren kommen kann.
Dabei kann idealerweise auch eine Außenisolierung und natürlich eine Drainage angebracht werden.
Allerdings ist das kein billiges Vergnügen, weil es von einem Fachbetrieb gemacht werden sollte, allein aus Gründen der Haftung.

Wenn das Wasser durch die Bodenplatte dringt, kenne ich auch kein Mittel es zu verhindern, was aber nicht heißt, daß es nichts gibt.
Auch hier sollte eine (seriöse) Fachfirma helfen können.

Gandalf

Hallo Manfred,

im großen und ganzen kann ich ich meinen Vorschreibern von der Theorie her nur anschließen. Es gibt auch die Möglichkeit, Edelstahlbleche in die unterste Lagerfuge des Mauerwerks einzupressen, die zumindest eine horizontale Sperrschicht bilden. Zusätzlich dringt aber anstehendes Wasser von außen ins Mauerwerk ein, das bedeutet freischachten, abtrocknen lasse und dann eine Dickbeschichtung o. ä. auftragen, um ein Eindringen des Wassers zu verhindern.

Von der Maßnahme mit der chemischen Verpressung bin ich nicht ganz so begeistert, ist aber Ansichtssache.

Wenn die Bodenplatte nicht mit einer Abdichtung gegen drückendes Wasser versehen ist, dann ist das allerdings ein Problem, denn Du könntest die Platte maximal von oben gegen die Feuchtigkeit abdichten (z. B. Bitumenbahn etc.). Die Abdichtung muss dann aber an die Abdichtung der aufgehenden Wände angeschlossen werden, damit die Ebenenabdichtung auch funktioniert!!!

Gruß, Guido

Vielen Dank für die Antworten bisher, auch wenn sie mir wenig Mut machen. Ergänzend zu der Situationsbeschreibung in meiner Anfrage wollte ich nur noch hinzufügen, dass wir keine Bodenplatte sondern Streifenfundamente haben. Wird die Lage aber wohl auch nicht verbessern.

Gruß Manfred

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