Trocknen im Trockner mit Wärmepumpe

Hallo zusammen,

ich hab da mal ne Frage: :wink:

Wir haben seit Anfang des Jahres einen Trockner mit Wärmepumpe. Diese Geräte sind ja energiesparender weil sie eine geringer Temperatur zum Trocknen benöten, oder?

Nun sind die Etiketten der meisten Kleidungsstücke aber für normale Trockner gekennzeichnet. Sprich bei vielen Sachen steht drauf das sie nicht Trockner geeignet wären. Ich denke, dass das mit der normalerweise höheren Temperatur zu tun hat.

Wie finde ich den heraus was vielleicht trotzdem in den Trockner kann?
Ich hab diverse Pullis aus 100 % Baumwolle, die nicht Trockner geeignet sind, oder Hemden von meinem Freund, die auch aus 100% Baumwolle sind.

Hat da vielleicht jemand einen Tipp für mich?

Vielen Dank schon mal.

VG
Trine

Hallo Trine,

nein, eine Trockner mit Wärmepumpe trocknet nicht energiesparender, weil die Temperaur niedriger ist. Er trocknet energiesparender, weil die Wärmepumpe mit z.B. 1KWh elektrischer Energie 4kWh Wärmeenergie bereitstellen kann. Das ist möglich, weil eine Wärmepumpe nicht direkt Wärme aus Strom erzeugt, sondern z.B. 20°C kalte Luft in angenommen ein Drittel 60°C warme Luft und zwei Drittel 0°C kalte Luft „zerlegt“.

In wie weit ein Wärmepumpenwäschetrockner mit etwas geringerer Temperatur trocknet, ist mir nicht bekannt. Sinnvoll wäre es allerdings, weil sich die Leistungszahl (anderes Wort für Wirkungsgrad, weil über 100% - es könnte sonst der Gedanke an ein Perpetuum Mobile 2. Art aufkommen) mit geringerer Temperaturdifferenz zwischen der erzeugten kalten und warmen Luft erhöht. Das ist z.B. auch der Grund, warum ich meine Wärmepumpenbetriebene Heizung auf Vor- und Rücklauftemperatur von 38/33°C ausgelegt habe und eben nicht auf fußbodenheizungsübliche 55/45°C.

Mit freundlichen Grüßen
Schubtil

Hallo,

fußbodenheizungsübliche 55/45°C.

Üblich? Unsere Fußbodenheizung arbeitet mit 28 bis 32 Grad Vorlauftemperatur. Du hättest sonst ja Fußbodentemperaturen deutlich über 30 Grad. Das wäre alles andere als angenehm.

Gruß, Niels

Hallo Niels

Üblich? Unsere Fußbodenheizung arbeitet mit 28 bis 32 Grad
Vorlauftemperatur. Du hättest sonst ja Fußbodentemperaturen
deutlich über 30 Grad. Das wäre alles andere als angenehm.

ich sprach von der Auslegungstemperatur. Ein normal nach Wärmeschutzverordnung gedämmtes Haus ist mir dieser Vorlauftemperatur nicht allein mit der Fußbodenheizung beheizbar. Um mit 38°C Vorlauftemperatur mein Haus zu beheizen (Neubau nach WSV), waren bereits spezielle Rohre mit größerem Aussendurchmesser (größere Oberfläche zur Wärmeübertragung) notwendig. Der maximale Verlegeabstand betrug nur 10cm.
Die Fußbodenoberflächentemperatur dürfte bei voller Heizleistung in einem gut gedämmten Haus bei etwa 27°C (Bad bis 33°C) liegen. Das ist mit 32°C Vorlauf nicht zu schaffen. Die Fußbodenoberflächentemperatur ist deutlich geringer als die Vorlauftemperatur. Dazu kommt, dass nur auf dem ersten Meter die volle Vorlauftemperatur anliegt. Am Ende kommt die Rücklauftemperatur heraus. Die Mitte zwischen den beiden Temperaturen ist die eigentliche Heiztemperatur. Dazu kommt noch ein Temperaturgefälle zur Fußbodenoberfläche. Sinn macht die Fußbodenheizung zusammen mit der Wärmepumpe oder Solaranlage nur, wenn ausschließlich Fußbodenheizung verwendet wird. Zusatzheizkörper benötigen höhere Temperaturen und diese sind gerade kontraproduktiv.
Ein Großteil der Fußbodenheizungen wird von kleinen Heizungsfirmen ohne jede Berechnung nach Diagrammbildchen des Systemherstellers ausgelegt (55/45°C und 20-30cm Verlegeabstand, dazu dünne 14mm Rohre). Damit wird es zuverlässig warm und der Preis kann tief gehalten werden, da recht wenig Rohr benötigt wird, wodurch die Auftragschancen steigen. Die Höhe der späteren Öl- oder Gasrechnung spielt bei der Auftragsvergabe nämlich nur ganz selten eine echte Rolle und lässt sich von einem guten Verkäufer beschwichtigend überspielen. Viele Heizungsfirmen sind zu einer rechnerisch einwandfreien Anlagenauslegung mit dem Primärziel Energie zu sparen überhaupt nicht in der Lage. Den Zuschlag bekommt man eh nur, wenn der Preis stimmt. Nach Qualität wird zwar gefragt, aber: „Natürlich bekommen Sie nur das Beste“ reicht den meisten Kunden als Antwort.

Aber um die Sache aber kurz zu machen: Hier ging es um einen Wäschetrockner! Dort gibt es inzwischen nur noch einen einzigen Hersteller für Wärmepumpenwäschetrockner (Bloomberg). Obwohl diese Geräte mindestens 50% Strom sparen, werden sie nicht gekauft, weil in der Anschaffung doppelt so teuer. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch der letzte Anbieter die Produktion einstellt. AEG Hausgeräte wurde von Elektrolux gekauft, die Produktion nach Polen verlagert und solche Dinge wie Wärmepumpenwäschetrocker wurden eingestellt. Der Bloomberg-Trockner hat sowieso das bessere System und verbraucht (obwohl älter) weniger Strom.

Mit freundlichen Grüßen
Schubtil

Hallo,

nach deinen Erklärungen wundert mich jetzt nur, dass wir mit unserer Fußbodenheizung mit Vorlauftemperaturen von etwas mehr als 30 Grad so ein gemütlich warmes Haus bekommen. Ich fahre sie sogar auf niedrigerer Stufe als „normal“, weil mir der Boden sonst zu unangenehm warm wird. OK, im Bad ist das toll, aber im Wohnzimmer mag ich das eher nicht.

Gruß, Niels

Hallo Niels,

bei welchen Aussentemperaturen? Welcher Fußbodenaufbau, Fliesen oder Parkett im Wohnzimmer? Rohrabstand? Wie ist das Haus gedämmt? Welche Lüftung, Wärmerückgewinnung? Da spielen so viele Dinge eine Rolle, dass Einzelfälle nicht über die nackte Vorlauftemperatur vergleichbar sind. Das kann man aus der Ferne im Einzelfall nicht beurteilen. Ich erwarte hier auch keine Antworten auf die Fragen. Beantworte sie für Dich und freue Dich, wenn es passt.

Und wenn solch geringe Vorlauftemperaturen auch bei -15°C ausreichen, dann hast Du (und Dein Heizungsbauer) möglicherweise alles richtig gemacht. In vielen Fällen ist das aber nicht so.

Mit freundlichen Grüßen
Schubtil

Hallo,

bei welchen Aussentemperaturen?

bisher wars nur knapp über 0°C

Welcher Fußbodenaufbau,
Fliesen oder Parkett im Wohnzimmer?

Fliesen

Rohrabstand?

frag mich was leichteres, habs fertig gekauft (Bj. 90).

Wie ist das
Haus gedämmt?

gar nicht. ABER: es ist ein Reihenmittelhaus. Ich habe also praktisch 2 Wandheizungen. Die Nachbarn mögens wohl kuscheliger als ich :smile:

Ich erwarte hier
auch keine Antworten auf die Fragen. Beantworte sie für Dich
und freue Dich, wenn es passt.

Oh, zu spät…

Und wenn solch geringe Vorlauftemperaturen auch bei -15°C
ausreichen

Da werde ich mal warten müssen. Das meiste heizen wir jetzt sowieso mit dem Kaminofen. Die FBH ist auf Minimum. Zusammen mit der „Wandheizung“ sinkt die Temp nicht zu stark.

Gruß, Niels

Hallo Niels,

Deine Angaben in allen Ehren, aber geh mal von einem freistehenden Einfamilienhaus ohne zusätzlichen Kamin und mit Parkettboden als zusätzliche „Isolierschicht“ bei -15°C Aussentemperatur aus.

Mit freundlichen Grüßen
Schubtil