Trotz Kinder ein DU und ICH?

Hallo liebe www’ler,

um mich herum bekommen derzeit viele meiner Freunde Kinder.
Wenn ich ausführlicher mit Ihnen spreche, dann bekomme ich immer Dinge zu hören, die mich echt belasten:

  • Seit das Kind da ist, findet Sex nur noch alle Schaltjahre statt.
  • Der Mann kommt immer später nach Hause, weil er sooo viel im Büro zu tun hat (Keine Lust nach Haus zu kommen wg. Kinderstreß?!)
  • Mütter sind gestreßt. Männer sind ignorant. Das Paar verliert sich selbst und den anderen aus den Augen.
  • Der Mann findet die Frau unattraktiv, da sie nach der Schwangerschaft ja nicht mehr so prickelnd aussieht.
  • Der Mann fühlt sich als der Arme, der die finanzielle Verantwortung gaaanz allein trägt. Die Frau fühlt sich als die Dumme, die den ganzen Kinder- und Haushaltsscheiß allein machen darf. Jeder versucht dem anderen klarzumachen, daß er/sie die Bemitleidenswertere ist. Eine Wertschätzung des anderen ist nicht sichtbar.
  • usw.

Ich würde hier gern ein paar Postings von Paaren lesen, die erleben, daß sie einander noch attraktiv finden, einander ansehen und lieben, an einander interessiert sind, sich auf den anderen freuen.
Ich würde gern wissen, ob es auch Paare gibt, die – trotz Kinder - beinahe täglich Momente der Zweisamkeit erleben, und die das Tun des anderen Wertschätzen.

Da ich keine Gegenbeispiele zu den bisher im Bekanntenkreis gehörten kenne, bin ich gespannt, ob es bei www Menschen gibt, die mir ein anderes Bild darstellen können. Vielleicht verlier ich dann meine Horrorgedanken zu dem Thema.

(Ich weiß, daß all meine Freunde auch diesen 1000mal gehörten Satz sagen: „Mein Kind möchte ich nicht missen, es ist diese Opfer wert…“ aber das beruhigt mich auch nicht).

Danke für Eure Antworten (bitte nur von Personen, die aus der Praxis berichten, denn die ganzen theoretischen Darstellungen kenn ich schon :smile:)

Danke und Gruß
Yvi

Hallo Yvi!
Also zunächst einmal: ich spreche nicht aus der theoretischen Ecke. Mein Mann und ich kennen und seit 8 Jahren (davon ein Jahr verheiratet) und unser Sohn wird bald 9 Monate alt. Du siehst: Praxis pur!!
Ich muss zugeben auch wir hatten Anfangsschwierigkeiten mit Kind:
da war Z.B. diese nette Wochenbettdepression, eine schmerzende Narbe vom Kaiserschnitt, ein hart arbeitender Ehemann (schließlich der Ernährer der Familie) etc. Du kannst dir denken, das auch bei uns nicht alles so harmonisch weiterlief wie vorher ohne Kind.
Aber trotzdem: Wir sind der Überzeugung man darf sich nicht nur als Elterntier sehen, sondern auch noch als Ehepaar/ Liebende. Wir haben zum Glück gute Grosseltern-Babysitter. Dort schläft unser Kind einmal alle 5-6 Wochen und dieser Samstag gehört nur uns Zwein. Wir geniessen das richtig und es tut gut. Mit dem Sex ist es am Anfang wirklich etwas schwierig - Abends ist man zu kaputt und Morgens ist das Kind schon wach. Aber wenn man einfallsreich ist, bleibt auch das Prickeln.
Mein Fazit:
Ich habe mir das Leben mit Kind sehr gewünscht aber von manchen Sachen bekommt man erst eine Vorstellung wenn man Life dabei ist.Da ist Improvisation und Kommunikation gefragt. Aber wir würden unser Kind nicht missen wollen!!
Also, lass dich nicht von „Schwarzsehern“ beunruhigen. Wie du siehst: Es geht auch anders („Alles wird gut!“).
Liebe Grüsse von Simone

Trotz Kinder ein DU und ICH!!!
Hallo, Yvi,

also, das klingt ein wenig stereotyp, was du da von deinen Freunden zu hören bekommst. Ich kenne eine ganze Menge Paare, bei denen das nicht so ist - und: Ich selbst gehöre auch dazu.

Die Männer kommen in deinem Posting ja nicht wirklich gut weg. Als Vertreter dieser Spezies muss ich sagen: Klar gibt es so welche, die sich lieber ins Büro verkriechen, als den - zugegeben - anstrengenden Job als Papa wahrzunehmen. Es gibt aber auch ebenso viele, die alles dran setzen, um möglichst schnell wieder aus dem Büro daheim zu sein, um das Kind und die Frau zu sehen.

Horch in dich rein, besser noch: Horch in deinen Partner rein, welcher Typ er wohl sein wird. Sprich mit ihm offen darüber.

Zugegeben, Sex zu haben ist gar nicht mehr so leicht. Das sage ich als Vater einer 4-jährigen Tochter. Da kann es eben sein, dass sie gerade dann in der Türe steht, wenn man es nicht so richtig gebrauchen kann. Oder dass man eben nicht laut sein will, weil das Kind gerade nach langem Kampf endlich eingeschlafen ist. Oder - auch das kommt vor - dass man einfach keine Lust hat, weil man zu müde ist. Aber dennoch gibt es Gelegenheiten genug, um der Frau zu zeigen, dass man sie liebt. Und insbesondere wenn das Kind noch nicht laufen kann, ist das mit dem gestört werden auch eher unproblematisch :smile:

Ich finde übrigens nicht, dass meine Frau nicht mehr prickelnd aussieht. Zugegeben, sie hat ein wenig zugelegt. Aber das macht sie doch nicht weniger attraktiv! Und es gibt auch viele Frauen, die erst als Mutter zur richtigen Frau geworden sind. Das kommt also immer auf die Augen des Betrachters an. Klar, wenn der Mann nur auf gertenschlanke Miezen steht und darauf auch keine 9 Monate verzichten mag - dann ist das mit dem Kinder kriegen ein Problem. Aber dann sollte man sich auch fragen, ob das denn der Richtige ist, der einem gerade zur Seite steht…

Wenn die gegenseitige Wertschätzung fehlt, wie du schreibst, dann ist es allerdings nicht nur am Mann, daran etwas zu ändern. Ich habe auch manchmal zu hören bekommen, dass ich doch im Büro Zeit habe, Kaffee zu trinken, mit Kollegen zu sprechen und sogar mittags essen zu gehen. Während meine Frau teilweise nicht mal die Ruhe hatte, auf die Toilette zu gehen. Aber wenn man ein Ohr für den anderen hat und entsprechend reagieren kann, dann ist das alles kein Problem.

Also: Such dir den richtigen Partner. Sei selbst nicht zu verbissen. Und genieße es, Mutter zu sein. Papa zu sein ist jedenfalls der echte Hammer. Ich liebe es!

Grüße von Baba

Hallo yvi,

na dann oute ich mich Mal, kann dabei aber nicht ganz jugendfrei bleiben *g*

  • Seit das Kind da ist, findet Sex nur noch alle Schaltjahre
    statt.

Nach der Geburt bis (weiß ich nicht mehr genau) war das bei uns so.
Das lag aber an mir. Selbst als der Dammschnitt keine Ausrede mehr war, hatte ich einfach keinen Bock auf Sex. Ich muss gestehen, dass ich nie Kinder wollte und mein Sohn ungewollt war. Entsprechend überfordert war ich, als er dann da war, auch noch sehr leicht behindert.

Da hing also jemand „den ganzen Tag“ an meiner Brust (7 Monate lang), die tierisch schmerzte und später häufig blutete, da er früh Zähne bekam. Ich hatte so viel Nähe zu einem Menschen und konnte mich nicht dagegen „wehren“. Sohnemann wurde den ganzen Tag im Tragetuch getragenund mir tat alles weh. Dann kam auch noch der Mann und wollte auch seinen Teil der Liebe und Nähe abhaben. Es war aber keine Liebe und Bedürfnis nach Nähe mehr übrig. Das hatte das Kind schon alles aus mir „ausgesogen“. Da war ich einfach froh, nichts und niemandem an mir kleben zu haben. Ich wollte nur meine Ruhe. Mein Mann litt sehr unter meiner ablehnung und es war eine schwierige Zeit, die wieder nur durch Reden abzufedern war.

  • Der Mann kommt immer später nach Hause, weil er sooo viel im
    Büro zu tun hat (Keine Lust nach Haus zu kommen wg.
    Kinderstreß?!)

War bei uns nicht so. Da er selbstständig ist, war er zeitweise viel zu Hause, zeitweise wenig zu Hause. Er wünschte sich das Kind und kümmerte sich auch um ihn. Genervt von dem Geschrei und meinem Liebesentzug war er aber durchaus. Es krachte auch öfters zw. uns. Da wir aber schon 12 J. zusammen waren, hatten wir wenigstens schon unsere Streitkultur entwickelt. Das half ungemein.

  • Mütter sind gestreßt. Männer sind ignorant. Das Paar
    verliert sich selbst und den anderen aus den Augen.

Auch das blieb uns zum Glück erspart. Das Geschäft tat zwar sein Übriges zum Stress, aber da es immer Mal wieder ums Überleben ging, mussten wir zusammenhalten und uns gut organisieren, besprechen, koordinieren. Wir nutzten dann den Sex um uns abzureagieren. Eine Zeitlang gelang es uns, statt uns anzugeifern, über uns herzufallen. Es war unsere extreme Quicki-Zeit, an die wir gerne zurückdenken, wenn es in der Ehe wieder Mal kriselt.

  • Der Mann findet die Frau unattraktiv, da sie nach der
    Schwangerschaft ja nicht mehr so prickelnd aussieht.

Da hatte ich auch Glück. Mein Gewicht änderte sich nicht, schlaff wurde ich auch nicht. Dieses Problem habe ich dafür seit 2 Jahren :frowning:
Mein Männe hat damit nicht so Probleme. Er schaut einfach nicht auf meine zellulitischen Oberschenkel. Er hat da so seine Lieblingskörperteile und die sind noch o.K. (für ihn zumindest)
Außerdem ist er eh nicht so körpefixiert und „schwanzgesteuert“, er steht auf das Feeling, die Harmonie beim Sex und die Nähe.
Ich habe eben einen Glücksgriff getan :smile:)))

  • Der Mann fühlt sich als der Arme, der die finanzielle
    Verantwortung gaaanz allein trägt. Die Frau fühlt sich als die
    Dumme, die den ganzen Kinder- und Haushaltsscheiß allein
    machen darf.

Auch da fallen wir aus der Rolle, da wir andere Voraussetzungen hatten, als die Meisten. Haushalt hasse ich, Kochen auch, aber ich tat es. Er half aber Mal mehr Mal weniger dabei und der Haushalt wurde zu Gunsten Kind und Geschäft sowieso nicht so eng gesehen. Anfangs gab es schon Stress, da er es gerne „wie im Möbelhaus hätte“ - echt ätzend *schüttel*-. Da zofften wir uns schon. Er hätte es ja selbst so machen können, das war ihm dann aber auch zu viel (höhö), somit hat er es eben eingesehen und ich habe gewonnen *g*. Noch heute haben wir unsere gemeinsamen „Wohnung-Putz-Zeiten“, wo auch Sohnemann ran muss.

Jeder versucht dem anderen klarzumachen, daß
er/sie die Bemitleidenswertere ist. Eine Wertschätzung des
anderen ist nicht sichtbar.

So Aufrechnungen wie: Ich muss den ganzen Tag…, ja aber du kannst doch…, aber du kümmerst dich nicht um… u.s.w.
DAS gab es bei uns auch. Dann war eben ne Weile miese Stimmung und Schicht im Schacht und ohne Quicki oder Versöhnungsschläfchen. Der Alltag holte uns schnell wieder ein. Wir konnten es uns überhaupt nicht leisten uns ewig anzumuffen und kriegten uns halt wieder ein.
Schlechte Stimmungen kannten wir auch vorher, mit Kind gab es die halt öfter als zuvor.

Ich würde hier gern ein paar Postings von Paaren lesen, die
erleben, daß sie einander noch attraktiv finden, einander
ansehen und lieben, an einander interessiert sind, sich auf
den anderen freuen.

Wir finden uns noch sehr attraktiv, aber das Sexleben hat sich, gemessen an den Anfängen, schon gewaltig geändert. Es ist viel weniger geworden. Wir hatten auch unsere „Sexlose-Zeit-Probleme“. Da wir viel reden, haben wir die aber in den Griff bekommen. Mit dem heutigen Maß kommen wir gut klar. Reden und Offenheit ist auch sehr wichtig!!

Wir achten bewusst darauf, dass jeder für sich alleine etwas macht, eigene Freundschaften pflegt. Durch das gewachsene Vertrauen fühlt sich keiner vom anderen zurückgesetzt, sondern freut sich für ihn. Ich denke das ist sehr wichtig für eine Beziehung!

Wir streiten uns inzw. eher darum, wer wem denn besonders gefällig sein darf und dem anderen etwas gönnt. Resultat ist oft, dass keiner von und ausgeht und wir dumpf vor der Glotze abhängen, oder in der Küche bei nem Gläschen Wein quatschen, philisophieren oder ein Würfelspiel machen. Wir haben auch eine super Hausgemeinschaft, dann hockt man auch spontan mit den Nachbarn rum.

Ich würde gern wissen, ob es auch Paare gibt, die – trotz
Kinder - beinahe täglich Momente der Zweisamkeit erleben, und
die das Tun des anderen Wertschätzen.

T ä g l i c h e ! Zweisamkeit in romantischem Sinne nein!
Wertschätzen durchaus. Ich kann doch nicht mein Leben mit jemandem teilen, den ich nicht schätze und achte.

Danke für Eure Antworten (bitte nur von Personen, die aus der
Praxis berichten, denn die ganzen theoretischen Darstellungen
kenn ich schon :smile:)

Ich hoffe das war Praxis genug

Diphda, die sich einfach nie kurz fassen kann

Meine liebe Diphda,

das war erstklassig und von sehr hohem Niveau.
* von mir

Gruss
Ray

Nur eine Halbantwort
Hallo,

also „Erotik“ hat mit dem Aussehen wie du es meist überhaupt nix zu tun. Es ist aber so dass ihr Frauen das meint und dadurch verkrampft, was dann uns wiederum abtörnt. Löst euch alle von der blödsinnigen Illusion die euch die Medien seit 40 Jahren eintrichtern, dass ein Speckfältchen hier und ein Schwangerschaftsstreifen da euch ganz ganz abstoßend und unerotisch macht.

Was uns aber extrem abtörnt sind „gestresste“ Mütter, erst Recht „wegen der Kinder“.

Ne Frau die „wegen der Kinder“ negativ drauf ist hat was extrem ätzendes. Damit meine ich nicht, dass sie auch mal genervt sein kann, sondern dass die Kinder mehr oder weniger als Grund für ihre Probleme herhalten müssen, und wo sie gerade dabei ist auch gleich der Mann.

Kinder sind für mich (und für viele andere) DAS Glück überhaupt, und meine größte Freude wäres es welche zu haben die einfach gesund sind. Momentan ist die Zeit dafür noch nicht reif, weil ich ganz frisch von der Uni bin, aber mittelfristig machen wir das.

Manchmal sehen wir Mütter im Supermarkt die echt zwei extrem süße Kinder haben und die Mutter zieht ne Fresse dass alles zu spät ist und goscht in der Gegend rum…das sind genau die leidenden, undankbaren Frust-Tanten auf die der Mann dann abends kein Bock mehr hat - und ich hätte es ehrlich gesagt auch nicht!

Aber es gibt auch Positives: Meine Eltern beispelsweise lieben sich trotz Kinder ich glaub 28 Jahre und die meiner Freundin ebenfalls und im Bekanntenkreis ist einer mit 26 Jahren dreifacher Vater und sie hat mittlerweile gute 110 Kilo auf der Wage, aber die beiden sind echt super drauf mit ihren drei kleinen Jungen und Erotikprobleme gibt es bei denen garantiert nicht!

Es geht also (meiner Meinung nach) doch, und bei wem alles OK ist, bei dem wird auch alles OK sein wenn Kinder da sind.

Fazit: Ich meine es ist eine Typenfrage. Die Frauen (bzw. Paare) die etwas verspielter sind und nicht verkrampft 100%ig perfekt sein wollen, denen fällt es leichter eine Familie mit einem gewissen Augenzwinkern zu führen.

mfg

Hallo,
ich schließe mich Diphda an, bei unds war/ist es ähnlich.

Wir hatten durchaus auch eine Zeit der Krise, der Entfernung, aber das brachte auch die Erkenntnis, dass man sich immer wieder des Anderen bewusst werden muss, sich aufeinander einlassen, ab und zu mit kleinen Überraschungen und unerwarteten Dingen den Alltag verschönern kann…
Man muss aktiv etwas dafür tun, dass das Leben nicht nur so dahinplätschert und alles einfach nur so passiert…

Beatrix
http://www.trixi.de

Hi!

Ohne den Rest gelesen zu haben…

  • Seit das Kind da ist, findet Sex nur noch alle Schaltjahre
    statt.

*g* Naja, am Anfang war es in der Tat ein Problem, da meine Frau erst mal ihren Dammschnitt verdauen musste und der Kleine bei uns im Zimmer schlief (die ersten 3 Monate).
Danach…
…klar ist die Freiheit hierzu ein wenig eingeschränkt, aber dann muss man halt abends etwas eher ins Bett gehen :wink:

  • Der Mann kommt immer später nach Hause, weil er sooo viel im
    Büro zu tun hat (Keine Lust nach Haus zu kommen wg.
    Kinderstreß?!)

Scheiße, ich hatte eher das Problem, dass ich anfangs weniger Zeit im Büro verbrachte, bzw. morgens eher angefangen habe!

  • Mütter sind gestreßt. Männer sind ignorant. Das Paar
    verliert sich selbst und den anderen aus den Augen.

Kann ich nun wirklich nicht sagen! Klar sind Mütter gestresst! Aber zumindest die Männer, mit denen ich zu tun hatte, sind nicht ignorant, sonder versuchen zumindest, verständnisvoll zu sein.
Aus den Augen verloren haben wir uns nicht! Nur hatten wir auf einmal noch eine zusätzliche Person, die man in den Augen behalten musste…

  • Der Mann findet die Frau unattraktiv, da sie nach der
    Schwangerschaft ja nicht mehr so prickelnd aussieht.

Bitte?!
Die Frau hat meinen Sohn zur Welt gebracht! Allein dadurch (und da könnte sie noch so grauenvoll aussehen, was definitiv nicht der Fall ist) ist sie für mich die attraktivste Frau der Welt!

  • Der Mann fühlt sich als der Arme, der die finanzielle
    Verantwortung gaaanz allein trägt. Die Frau fühlt sich als die
    Dumme, die den ganzen Kinder- und Haushaltsscheiß allein
    machen darf. Jeder versucht dem anderen klarzumachen, daß
    er/sie die Bemitleidenswertere ist. Eine Wertschätzung des
    anderen ist nicht sichtbar.

Vielleicht sollten Menschen mit solchen Problemen mal einfach auch mal etwas nur für sich (zusammen als Paar oder auch mal ganz alleine mit Freunden) machen!
*kopfschüttel*

Ich würde hier gern ein paar Postings von Paaren lesen, die
erleben, daß sie einander noch attraktiv finden, einander
ansehen und lieben, an einander interessiert sind, sich auf
den anderen freuen.

Zumindest die eine Hälfte eines Paares antwortet hier gerade :wink:

Ich würde gern wissen, ob es auch Paare gibt, die – trotz
Kinder - beinahe täglich Momente der Zweisamkeit erleben, und
die das Tun des anderen Wertschätzen.

Eigentlich passt täglich ganz gut!
Ebenso schön ist aber die ganz neue Erfahrung der Dreisamkeit :wink:

Da ich keine Gegenbeispiele zu den bisher im Bekanntenkreis
gehörten kenne, bin ich gespannt, ob es bei www Menschen gibt,
die mir ein anderes Bild darstellen können. Vielleicht verlier
ich dann meine Horrorgedanken zu dem Thema.

Mit welchen Leuten verkehrst Du denn?

(Ich weiß, daß all meine Freunde auch diesen 1000mal gehörten
Satz sagen: „Mein Kind möchte ich nicht missen, es ist diese
Opfer wert…“ aber das beruhigt mich auch nicht).

Klar muss man „Opfer“ bringen! Aber ob ich sie als solche bezeichnen will, glaube ich nicht!

Danke für Eure Antworten (bitte nur von Personen, die aus der
Praxis berichten, denn die ganzen theoretischen Darstellungen
kenn ich schon :smile:)

OK, mein Zwerg ist mittlerweile schon 7 Jahre alt, aber das tut nichts zur Sache…

LG
Guido

Hi,

nachdem ich deine Zeilen gelesen hatte hörte mein Kopf gar nicht mehr auf zu nicken. Wir haben zwei Kinder (B.C. ist 4 Jahre und der Kleine 1 ½, beides absolute Wunschkinder). Mit dem ersten Kind hat sich bei uns nicht all zu viel geändert. Meine Frau war froh zu Hause sein zu können, einen anderen Tagesablauf zu haben und eine „Gewissheit“ es würde uns die nächsten Jahre nichts fehlen.

Ich habe meine Frau selten so entspannt und zufrieden gesehen wie in der Zeit zwischen dem ersten und dem zweiten Kind. Der Sex in dieser Zeit war OK und mal abgesehen von den ersten ein – zwei Wochen nach der Geburt gab es auch keine grossen Aussetzer. Mit dem Tag an, wo wir beschlossen das zweite Kind zu zeugen gab es Sex am laufenden Band. B.C. war kaum im Bett (egal ob zum Mittagsschlaf oder Abends) da wurde ich nahezu vergewaltigt (oh wie ich dieser Zeit hinterher trauere).

Mit der zweiten Schwangerschaft hat sich dann alles geändert. Während es meiner Frau bei der ersten Schwangerschaft eigentlich nur gut ging, kamen alle Wehwehchen in der Zeiten auf einmal. Die ersten drei Monate viel Übelkeit und wenig Sex, die nächsten drei Monate taten die Brüste weh und wenig Sex, die nächsten drei war die Hormonumstellung so gross und der Rücken schmerzte das der Sex nur noch unter Androhung von Gewalt stattfand.

Als dann der Kleine da war und meine Hoffnungen wuchsen merkte ich schnell, dass sich jetzt wohl etwas gänzlich geändert hat. Der Akku meiner Frau war abends so leer das für mich nichts mehr da war. Weder Zeit und Lust für Nähe noch für Sex noch für was weiss ich.

Ich habe schon mit der Geburt unseres ersten Kinds meine Prioritäten neu sortiert. Während ich früher gerne und viel gearbeitet habe versuche ich seit diesem Tag immer pünktlich zu gehen um noch recht viel von dem Kind / Kindern zu haben. Ich / Wir legen viel wert darauf gemeinsam zu Abend zu Essen und wechseln uns auch mit den zu Bettgehen Ritualen ab. Ich will nicht sagen, dass die Kinder bei mir an erster Stelle kommen aber zumindest in der Zeit zwischen nach Hause kommen und bis die Kinder im Bett sind kann es schon mal vorkommen das meine Frau ein wenig nach hinten rutscht. Ich glaube das Gefühl wenn ich abends nach Hause komme und die Kinder „Papa, Papa mein Papa ist da“ schreiend in meine Arme laufe ist schöner wie ein Orgasmus.

Nun wie ist es heute. Der Tagesablauf zwischen a) meine Frau und ich, b) meine Frau und ein Kind und c) meine Frau und zwei Kindern, ist jedes Mal ein völlig anderer. Der heutige gefällt mit nicht wirklich, meine Frau hat wieder angefangen von zu Hause aus zu Arbeiten, was sie natürlich nur in der Zeit kann wo die Kinder schlafen, Sie ist mehr und mehr durch Termine (Kinderturnen, Krabbelgruppe, Babyschwimmen, sich mit Freundinnen treffen eingebunden und ich komme mir manchmal vor als käme ich nur noch an Platz 88.

Wenn sie wirklich einmal „Freizeit“ hat, und wir gemeinsam Zeit hätten z.B. auf dem Sofa zu kuscheln (wie früher), dann kann es schon vorkommen das sie Ihre Müdigkeit übermannt und einschläft. Angesprochen auf die Zeit Früher –> Heute sieht sie auch das sich sehr sehr viel geändert hat und das der Sex. z.B. nur noch alle zwei drei Tage stattfindet ist für sie heute der Normalzustand.

Konflikte sind also vorprogrammiert und es ist regelmäßiger Gesprächsstoff. Es fallen dann Aussagen wie Quantität ist besser wie Qualität oder es ist ja nur eine Phase. So ein Scheiß. Meine Frau hat ihre „Alte“ Figur wieder ich liebe sie mehr denn je und wenn für die Kinder, Freundin und die ganzen anderen Dinge so viel Energie da ist warum denn nicht für mich ? Ganz einfach, weil sie wirklich stress hat. Man kann keine Kinder nebenbei erziehen. Es ist ein Fulltimejob der mehr Zeit und Kraft kostet wie jeder andere. Meine Arbeitszeit ist geregelt, meine Pausenzeiten stehen mir gesetzlich zu und an Feiertagen kann ich auch mal einen Gang zurückschalten.

Alles in allem ist sind Kinder das schönste was es gibt und dazu stehe ich auch. Über die Veränderungen im Leben wird man sich aber nur nach und nach klar aber ohne Opfer geht es glaube ich nicht. Wichtig ist nur, das man im Gespräch bleibt, Veränderungen erkennt, bewertet und sich auf einen Nenner einigt.

Viele Grüße
Me

Hallo Yvi,

vieles von dem, was du schreibst kommt mir bekannt vor.

im Einzelnen:

  • Seit das Kind da ist, findet Sex nur noch alle Schaltjahre
    statt.

Das war bei uns ähnlich. Es lag aber nicht an mangelnder Attraktivität sondern ganz einfach am Stress, den wir hatten. Und Stress ist wohl immer ein Lustkiller.

  • Der Mann kommt immer später nach Hause, weil er sooo viel im
    Büro zu tun hat (Keine Lust nach Haus zu kommen wg.
    Kinderstreß?!)

Die ersten drei Jahre bin ich zu Hause geblieben. Meine Frau hats dann nach der Arbeit immer ganz schnell nach Hause gedrängt, da sie mit dem Kleinen viel zusammensein wollte.
Als ich dann mit Arbeiten dran war, habe ich mich auch oft dabei ertappt, noch länger als nötig in der Firma zu bleiben. Nach acht Stunden im Büro sollte ich nämlich frohgelaunt den Kinderdienst übernehmen, während sie nach acht Stunden Kinderdienst dann frei haben wollte. Ich habe mich dann oft gefragt, wann ich eigentlich mal frei habe und habe mir wohl deshalb diesen Freiraum „erschlichen“.

Meine Frau war der Meinung, dass i

  • Mütter sind gestreßt. Männer sind ignorant. Das Paar
    verliert sich selbst und den anderen aus den Augen.

Das stimmt zum Teil. Vor allem dann, wenn man keine oder wenig Unterstützung von Großeltern oder anderen Helferlein hat. Bei kleinen Kindern hat man oft einen 24Stundenjob. Das kann schlauchen.

  • Der Mann findet die Frau unattraktiv, da sie nach der
    Schwangerschaft ja nicht mehr so prickelnd aussieht.

Kann ich so nicht bestätigen.

  • Der Mann fühlt sich als der Arme, der die finanzielle
    Verantwortung gaaanz allein trägt.

Kann ich auch nicht bestätigen. Wie gesagt, bei uns war jeder mal dran. Außerdem denke ich, dass viele Männer diese Verantwortung gerne übernehmen.

Die Frau fühlt sich als die
Dumme, die den ganzen Kinder- und Haushaltsscheiß allein
machen darf.

Na ja, da gehören zwei zu, wie man den ganzen Scheiß aufteilt. Das geht nicht immer ohne heftige Diskussionen ab, so wie ich mich erinnere :wink:

Jeder versucht dem anderen klarzumachen, daß
er/sie die Bemitleidenswertere ist. Eine Wertschätzung des
anderen ist nicht sichtbar.

Auch das trifft, bzw. traf, bei uns teilweise zu. Dieses gegenseitige Aufrechnen führte aber nur zu Frust und Streitereien. Und das ist dann auch nicht gerade förderlich für ein harmonisches Liebesleben.

Ich würde hier gern ein paar Postings von Paaren lesen, die
erleben, daß sie einander noch attraktiv finden, einander
ansehen und lieben, an einander interessiert sind, sich auf
den anderen freuen.

Ja, das gibt es bei uns. Aber ich gebe zu, dass das nicht immer so war, als die Kinder klein waren.

Ich würde gern wissen, ob es auch Paare gibt, die – trotz
Kinder - beinahe täglich Momente der Zweisamkeit erleben, und
die das Tun des anderen Wertschätzen.

Auch hier: Ja. Aber auch das war früher nicht immer der Fall

Da ich keine Gegenbeispiele zu den bisher im Bekanntenkreis
gehörten kenne, bin ich gespannt, ob es bei www Menschen gibt,
die mir ein anderes Bild darstellen können. Vielleicht verlier
ich dann meine Horrorgedanken zu dem Thema.

Ein anderes Bild kann ich nicht liefern. Aber die Hoffnung, dass es besser werden kann, wenn man gemeinsam den ganzen Stress und die Schwierigkeiten übersteht.

(Ich weiß, daß all meine Freunde auch diesen 1000mal gehörten
Satz sagen: „Mein Kind möchte ich nicht missen, es ist diese
Opfer wert…“ aber das beruhigt mich auch nicht).

Glaube ich dir. Man muss es selbst erlebt haben :wink:

Gruß
Roland

Hallo Yvi!

Nach nunmehr einigen Jahrzehnten mit meinem Mann und einem ungeplanten aber hocherfreut in Empfang genommenen Sohn (mittlerweile 17)kann ich Dir sagen, dass sich im Lauf der Zeit alles seinen Weg sucht.

Als unser Sohn auf die Welt kam, Schreibaby, unruhiger Geist, 1 Jahr gestillt, hatte ich auch das Gefühl, nie wieder aus dem Jogginganzug herauszukommen und nur noch als Füttermaschine zu dienen.
Ist jetzt ein bisschen hart gesagt, aber so habe ich mich eine Zeit lang gefühlt.
Tage und Nächte bestanden aus Stillen, Windelnwechseln, Kind, Kind, Kind und Nichtschlafen.
Da war eher wenig Platz für meinen Mann, und ich hatte einfach keine Kraft mehr für irgendwelche Aktivitäten außer den oben genannten.

Die Zeit vom *ICH* und *DU* zu *WIR ELTERN* und dann wieder zurück ist nicht einfach gewesen, aber Vertrauen und offene Gespräche halfen uns weiter.
Dass Sex nach vielen Jahren des Zusammenseins nicht mehr so häufig stattfindet, scheint mir nicht ungewöhnlich.
Wenn ein kleiner Mensch im wahrsten Sinn des Wortes in die Welt zwischen Vater und Mutter hineingeboren wird, ist das nicht immer so leicht, wie uns die einschlägigen Zeitschriften weismachen wollen!

Es wandelt sich in der Beziehung das Kribbeln im Bauch in ein wunderbar warmes und sicheres Gefühl, und wo zu Beginn die Gefühle oft ihren Sitz im Unterleib hatten, wandern sie dann mitten ins Herz und verbleiben dort - so jedenfalls bei uns -

Ein Rezept habe ich nicht für Dich, aber für meinen Mann und mich ist wichtig, dass jeder von uns seine Freiräume hat, zu denen auch eigene Freunde gehören.
Dennoch unternehmen wir viel gemeinsam, und das muss nicht zwangsläufig heißen, dass man dazu aus dem Haus geht.
Gemeinsam auf dem Sofa in eine Decke gekuschelt und erzählen, das ist für uns eine schöne Zweisamkeit.

Auch wenn es für Dich momentan außerhalb der Vorstellung ist, irgendwann wieder ein *ICH* zu sein, die Zeit kommt! Sicher!

Ich wünsche Dir und Deinem Mann, dass Ihr Euch die Zeit zum Wiederfinden in jeglicher Hinsicht nehmt.

Angelika

Teilaspekt: Attraktivitaet
Hallo Diphda,

ich darf mir mal eine (bittere) Rosine aus deinem
Posting herauspicken, ja?

Da hatte ich auch Glück. Mein Gewicht änderte sich nicht,
schlaff wurde ich auch nicht.

Also mehr Gewicht = Unattraktivitaet? Du hattest „Glueck“,
weil du nicht zugenommen hast. Mhm. Ich wehre mich gegen
diese Stereotype.

Dieses Problem habe ich dafür
seit 2 Jahren :frowning:
Mein Männe hat damit nicht so Probleme.

Aha. Also: die Gleichung oben besteht nur in deinem Kopf?

Er schaut einfach
nicht auf meine zellulitischen Oberschenkel. Er hat da so
seine Lieblingskörperteile und die sind noch o.K. (für ihn
zumindest)

Was heisst das „noch“? Dass wir alle einen aussichtslosen
Kampf gegen die Haesslichkeit fuehren?
Dass ich nach 25 Jahren Ehe nur noch im Dunkeln mit
meinem Mann schlafen kann?

Außerdem ist er eh nicht so körpefixiert und
„schwanzgesteuert“, er steht auf das Feeling, die Harmonie
beim Sex und die Nähe.

Und das auch nur, wenn er ein Mann ist, der darauf eh’ nicht
so viel Wert legt?

Der Rest deines Postings laesst mich mal vermuten, dass
du das so gar nicht gemeint hast.
Denn das waere ein trauriges Bild.
Ich bin vielleicht nicht mehr so knackig wie vor 25 Jahren
(er auch nicht!!),
aber mit ‚schoen finden‘ zwischen mir und meinem Mann hat
das eigentlich nichts zu tun.

Mir geht das alles zu sehr in die Richtung: Frau hat schoen
und attraktiv zu sein, Mann faehrt auf’s Optische ab (Ausnahmen
bestaetigen die Regel und sind Gluecksfaelle).
Wie geschrieben, ich glaube nicht, dass du das so hart gemeint
hast, aber ein bissel vielleicht schon.
Und selbst das ‚bissel‘ gefaellt mir gar nicht.

Gruesse
Elke

Theorie und Praxis
Hallo timekiller!

also „Erotik“ hat mit dem Aussehen wie du es meist überhaupt
nix zu tun. Es ist aber so dass ihr Frauen das meint und
dadurch verkrampft, was dann uns wiederum abtörnt. Löst euch
alle von der blödsinnigen Illusion die euch die Medien seit 40
Jahren eintrichtern, dass ein Speckfältchen hier und ein
Schwangerschaftsstreifen da euch ganz ganz abstoßend und
unerotisch macht.

DANKE!!

Was uns aber extrem abtörnt sind „gestresste“ Mütter, erst
Recht „wegen der Kinder“.
Ne Frau die „wegen der Kinder“ negativ drauf ist hat was
extrem ätzendes. Damit meine ich nicht, dass sie auch mal
genervt sein kann, sondern dass die Kinder mehr oder weniger
als Grund für ihre Probleme herhalten müssen, und wo sie
gerade dabei ist auch gleich der Mann.

Sei mir bitte nicht böse, aber meinst Du wirklich, dass Du das aus der Theorie heraus beurteilen kannst?
Wenn Frau nachts maximal 1,5 Stunden Schlaf am Stück bekommt, können die Kinder noch so süß auf Außenstehende wirken, Frau ist einfach ratschefertig!

Kinder sind für mich (und für viele andere) DAS Glück
überhaupt, und meine größte Freude wäres es welche zu haben
die einfach gesund sind. Momentan ist die Zeit dafür noch
nicht reif, weil ich ganz frisch von der Uni bin, aber
mittelfristig machen wir das.

JEDES Kind ist ein Glück, ob gesund oder behindert.

Manchmal sehen wir Mütter im Supermarkt die echt zwei extrem
süße Kinder haben und die Mutter zieht ne Fresse dass alles zu
spät ist und goscht in der Gegend rum…das sind genau die
leidenden, undankbaren Frust-Tanten auf die der Mann dann
abends kein Bock mehr hat - und ich hätte es ehrlich gesagt
auch nicht!

Sorry, aber das kann kein Mensch von außen beurteilen, geschweige denn, bewerten.
Was weißt Du, was diese Mutter für eine Nacht hinter sich hatte??

Aber es gibt auch Positives: Meine Eltern beispelsweise lieben
sich trotz Kinder ich glaub 28 Jahre und die meiner Freundin
ebenfalls und im Bekanntenkreis ist einer mit 26 Jahren
dreifacher Vater und sie hat mittlerweile gute 110 Kilo auf
der Wage, aber die beiden sind echt super drauf mit ihren drei
kleinen Jungen und Erotikprobleme gibt es bei denen garantiert
nicht!

Das unterschreibe ich sofort!

Es geht also (meiner Meinung nach) doch, und bei wem alles OK
ist, bei dem wird auch alles OK sein wenn Kinder da sind.
Fazit: Ich meine es ist eine Typenfrage. Die Frauen (bzw.
Paare) die etwas verspielter sind und nicht verkrampft 100%ig
perfekt sein wollen, denen fällt es leichter eine Familie mit
einem gewissen Augenzwinkern zu führen.

Ach, wenn es denn wirklich so wäre…
Sprechen wir uns in einigen Jahren noch mal wieder, wenn Du EIGENE Erfahrungen gemacht hast.
Theorie und Praxis gehen manchmal Hand in Hand, aber manchmal auch völlig getrennte Wege!

Liebe Grüße, Angelika

2 „Gefällt mir“

Hallo Eklastic,

ich darf mir mal eine (bittere) Rosine aus deinem
Posting herauspicken, ja?

sicher doch! „Kritik“ ist immer so negativ behaftet. Sie ist es aber, die uns zum Nachdenken anregt und weiterbringen kann. (Zwar meist nicht einfach, aber letztlich gut, und sei es nur unsere eigene Meinung zu festigen)

Ich oute mich auch gerne hierzu :wink:

Da hatte ich auch Glück. Mein Gewicht änderte sich nicht,
schlaff wurde ich auch nicht.

Also mehr Gewicht = Unattraktivitaet? Du hattest „Glueck“,
weil du nicht zugenommen hast. Mhm. Ich wehre mich gegen
diese Stereotype.

Da hast du recht. Ich im Grunde auch. Wenn ich auch gestehen muss, dass ich einen 180 kg Schwabbelmann beim besten Willen nicht attraktiv (im optischen Sinne) finden kann und mich dessen Anblick nicht anturnt :frowning:
Ich hatte da auch ein einschneidendes Erlebnis als Teenie, das mir sehr sehr zu denken gab. In Kürze: Wunderbarer Mann, er 120 kg ich 46 kg, sein Wesen liebte ich, konnte mich aber nicht zu einer erotischen Beziehung überwinden. Ich hatte viele Jahre ein schlechtes Gewissen.

Dieses Problem habe ich dafür
seit 2 Jahren :frowning:
Mein Männe hat damit nicht so Probleme.

Aha. Also: die Gleichung oben besteht nur in deinem Kopf?

Natürlich. Dazu weiter unten mehr…

Er schaut einfach
nicht auf meine zellulitischen Oberschenkel. Er hat da so
seine Lieblingskörperteile und die sind noch o.K. (für ihn
zumindest)

Was heisst das „noch“? Dass wir alle einen aussichtslosen
Kampf gegen die Haesslichkeit fuehren?
Dass ich nach 25 Jahren Ehe nur noch im Dunkeln mit
meinem Mann schlafen kann?

Nein. Viele haben sicher ein Problem mit dem alt werden. Kann man gemeinsam alt werden, wächst man mit und kann sich teilweise sogar ohne Gram drüber „lustig“ machen. „Aha du lachst zu viel, hast ja schon wieder ein neues Fältchen um die Augen bekommen“.

Gemeinsam fällt es sicher leichter. So, wie man im Leben veruchen sollte die Fehler des anderen lieben zu lernen, geht das auch mit den Fältchen.

Außerdem ist er eh nicht so körpefixiert und
„schwanzgesteuert“, er steht auf das Feeling, die Harmonie
beim Sex und die Nähe.

Und das auch nur, wenn er ein Mann ist, der darauf eh’ nicht
so viel Wert legt?

Nein, weil ich ihm schon immer gefallen habe, aber im Laufe der Beziehung und mit zunehmendem Alter andere Wertigkeiten Priorität erlangen. (Ur)Vertrauen, Geborgenheit, sich verstanden und angenommen zu fühlen, Wissen was der andere sagt, ohne Worte zu benötigen.

Der Rest deines Postings laesst mich mal vermuten, dass
du das so gar nicht gemeint hast.
Denn das waere ein trauriges Bild.
Ich bin vielleicht nicht mehr so knackig wie vor 25 Jahren
(er auch nicht!!),
aber mit ‚schoen finden‘ zwischen mir und meinem Mann hat
das eigentlich nichts zu tun.

Mir geht das alles zu sehr in die Richtung: Frau hat schoen
und attraktiv zu sein, Mann faehrt auf’s Optische ab
(Ausnahmen bestaetigen die Regel und sind Gluecksfaelle).
Wie geschrieben, ich glaube nicht, dass du das so hart gemeint
hast, aber ein bissel vielleicht schon.
Und selbst das ‚bissel‘ gefaellt mir gar nicht.

So ganz sicher bin ich mir da selbst nicht. Mein Kopf und mein Herz sagen mir, (wie wohl jedem intelligenten Menschen) dass andere Werte wichtiger sind.

Aber:
Etwas in mir drin, lässt mich auch der rein optischen Attraktivitätsfrage gewisse Beachtung schenken.

Das mag 2 Gründe haben: Einen persönlichen und einen objektiven.
Der persönliche ist der, dass ich ein schlechtes Vaterbild erhielt, von ihmimmer als dumm, hässlich und minderwertig behandelt wurde. Einige Unfälle bescherten mir Narben an meinen Unterarmen und anderen Stellen, meine späte Entwicklung der sek. Geschlechtsmerkmale taten ihr übriges. Meine Umwelt und auch die dummen Erwachsenen (Vater, Onkels, Tanten) machten ein Problem daraus, neckten mich und ich fühlte mich sehr sehr hässlich. Dies noch lange Jahre, obwohl ich später fast jeden bekommen konnte und die Männer auf mich abfuhren. Da sieht man, wie empfindlich eine Kinderseele ist.

Es hat Jahre gedauert mein Selbstwertgefühl aufzubauen. Geschafft hat es letzlich mein Mann! Diese früheren Erfahrungen schlummern sicher noch tief drinnen in mir. Ich habe mich entschlossen sie nicht weiter zu bekämpfen, da mein Leidensdruck weg ist und ich auch dazu stehen kann, dass mir Aussehen nicht unwichtig ist. Solange ich den Mensch nicht darauf reduziere und seine inneren Qualitäten zu erkennen in der Lage bin, ist das o.k. für mich.

Mein Mann ist mir eigentlich viel zu dünn und er hat O-Beine, die meinem Bild eines perfekten Mannsbildes nicht entsprechen. JA! ich habe ein Bild von einem perfekten Körper. Meinen Mann liebe ich, die anderen find ich aber trotzdem geil anzuschauen.

Objektiv ist es schlicht so, dass der Mensch zunächst auf optische Reize reagiert. Es gibt ein Gesicht, das die Mehrzahl der Menschen als schön empfindet, da es dem sog. Kindchenschema entspricht. Natürlich gehen die Vorlieben auseinander. Es gibt Leute die auf korpulentere Formen stehen, andere auf Miss Twiggy. Und das ist gut so! Jedes Töpfchen find’ sein Deckelchen. (Gerüche gehören ja auch stark dazu!)

Ich habe das Gefühl es gehört zum guten Ton diejenigen zu „verteufeln“, denen Aussehen, Gewicht, Attraktivität wichtig ist.

Nach dem Motto: Wer etwas auf sich hält, der betont immer, dass Aussehen und Attraktivität absolut unwichtig sind!

Das klingt für mich ziemlich verlogen. Jemand der behauptet Aussehen ist absolut unwichtig, der lügt sich selbst etwas in die Tasche.
Auch du würdest sicher keinen Mann heiraten, der dir nicht gefällt!

Für mich liegt (wie so oft) die Wahrheit in der Mitte.

Diphda, körperlich und geistig attraktiv, aber zum Glück nicht perfekt

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Ich befürworte nicht diesen Schönheitswahn.
Die Vermittlung von Werten und auch die Aufklärung über Ernährung und Bewegungsförderung müsste stärker in der Öffentlichkeit vorherrschen.

Mein erster Gedanke beim Anblick einer dicken Person ist nicht „Die fette ***“ sondern in die Richtung „die/der hat es sicherlich nicht leicht, hoffentlich kommt sie/er damit klar“.

Manchmal offen gestanden auch „Der/die arme“ obwohl mir bewusst ist, dass das nicht so sein muss! Nicht jeder leidet darunter und ist glücklich. Aber ich kenne ja unsere brutale Gesellschaft. Jeder Ausenseiter bekomt da einiges ab und mancher hat oft mehr Charakterstärke, Integrität und Herz als die, von denen er diskriminiert wird.

Ich hatte auch schon sehr sehr heftige Streits, wenn ich Leute sagen hörte, dass es unverschämt ist, dass „die Dicken“ an den Strand oder ins Schwimmbad gehen, oder sonstige verachtende Worte verloren. Da geht mir der Hut hoch und mein Temperament mit mir durch, da vergesse ich auch meine gute Kinderstube. Das ist menschenverachtend und arrogant. Sowas akzeptiere ich nicht wortlos.

Außerdem sagt man „den Dicken“ ja ein besonders fröhliches und freundliches Gemüt nach. Ich kann das nur bestätigen. Auch können sich manche Dicke sehr anmutig und erotisch bewegen, während die Dürren nur hektisch und nervös rumhampeln.

Diphda, traurig über die Kälte und Arroganz unserer Gesellschaft

danke für all Eure Anworten…
…war sehr interessant all Eure Antworten zu lesen.
Vielen Dank!
Gruß Yvi