Hallo Eklastic,
ich darf mir mal eine (bittere) Rosine aus deinem
Posting herauspicken, ja?
sicher doch! „Kritik“ ist immer so negativ behaftet. Sie ist es aber, die uns zum Nachdenken anregt und weiterbringen kann. (Zwar meist nicht einfach, aber letztlich gut, und sei es nur unsere eigene Meinung zu festigen)
Ich oute mich auch gerne hierzu 
Da hatte ich auch Glück. Mein Gewicht änderte sich nicht,
schlaff wurde ich auch nicht.
Also mehr Gewicht = Unattraktivitaet? Du hattest „Glueck“,
weil du nicht zugenommen hast. Mhm. Ich wehre mich gegen
diese Stereotype.
Da hast du recht. Ich im Grunde auch. Wenn ich auch gestehen muss, dass ich einen 180 kg Schwabbelmann beim besten Willen nicht attraktiv (im optischen Sinne) finden kann und mich dessen Anblick nicht anturnt 
Ich hatte da auch ein einschneidendes Erlebnis als Teenie, das mir sehr sehr zu denken gab. In Kürze: Wunderbarer Mann, er 120 kg ich 46 kg, sein Wesen liebte ich, konnte mich aber nicht zu einer erotischen Beziehung überwinden. Ich hatte viele Jahre ein schlechtes Gewissen.
Dieses Problem habe ich dafür
seit 2 Jahren 
Mein Männe hat damit nicht so Probleme.
Aha. Also: die Gleichung oben besteht nur in deinem Kopf?
Natürlich. Dazu weiter unten mehr…
Er schaut einfach
nicht auf meine zellulitischen Oberschenkel. Er hat da so
seine Lieblingskörperteile und die sind noch o.K. (für ihn
zumindest)
Was heisst das „noch“? Dass wir alle einen aussichtslosen
Kampf gegen die Haesslichkeit fuehren?
Dass ich nach 25 Jahren Ehe nur noch im Dunkeln mit
meinem Mann schlafen kann?
Nein. Viele haben sicher ein Problem mit dem alt werden. Kann man gemeinsam alt werden, wächst man mit und kann sich teilweise sogar ohne Gram drüber „lustig“ machen. „Aha du lachst zu viel, hast ja schon wieder ein neues Fältchen um die Augen bekommen“.
Gemeinsam fällt es sicher leichter. So, wie man im Leben veruchen sollte die Fehler des anderen lieben zu lernen, geht das auch mit den Fältchen.
Außerdem ist er eh nicht so körpefixiert und
„schwanzgesteuert“, er steht auf das Feeling, die Harmonie
beim Sex und die Nähe.
Und das auch nur, wenn er ein Mann ist, der darauf eh’ nicht
so viel Wert legt?
Nein, weil ich ihm schon immer gefallen habe, aber im Laufe der Beziehung und mit zunehmendem Alter andere Wertigkeiten Priorität erlangen. (Ur)Vertrauen, Geborgenheit, sich verstanden und angenommen zu fühlen, Wissen was der andere sagt, ohne Worte zu benötigen.
Der Rest deines Postings laesst mich mal vermuten, dass
du das so gar nicht gemeint hast.
Denn das waere ein trauriges Bild.
Ich bin vielleicht nicht mehr so knackig wie vor 25 Jahren
(er auch nicht!!),
aber mit ‚schoen finden‘ zwischen mir und meinem Mann hat
das eigentlich nichts zu tun.
Mir geht das alles zu sehr in die Richtung: Frau hat schoen
und attraktiv zu sein, Mann faehrt auf’s Optische ab
(Ausnahmen bestaetigen die Regel und sind Gluecksfaelle).
Wie geschrieben, ich glaube nicht, dass du das so hart gemeint
hast, aber ein bissel vielleicht schon.
Und selbst das ‚bissel‘ gefaellt mir gar nicht.
So ganz sicher bin ich mir da selbst nicht. Mein Kopf und mein Herz sagen mir, (wie wohl jedem intelligenten Menschen) dass andere Werte wichtiger sind.
Aber:
Etwas in mir drin, lässt mich auch der rein optischen Attraktivitätsfrage gewisse Beachtung schenken.
Das mag 2 Gründe haben: Einen persönlichen und einen objektiven.
Der persönliche ist der, dass ich ein schlechtes Vaterbild erhielt, von ihmimmer als dumm, hässlich und minderwertig behandelt wurde. Einige Unfälle bescherten mir Narben an meinen Unterarmen und anderen Stellen, meine späte Entwicklung der sek. Geschlechtsmerkmale taten ihr übriges. Meine Umwelt und auch die dummen Erwachsenen (Vater, Onkels, Tanten) machten ein Problem daraus, neckten mich und ich fühlte mich sehr sehr hässlich. Dies noch lange Jahre, obwohl ich später fast jeden bekommen konnte und die Männer auf mich abfuhren. Da sieht man, wie empfindlich eine Kinderseele ist.
Es hat Jahre gedauert mein Selbstwertgefühl aufzubauen. Geschafft hat es letzlich mein Mann! Diese früheren Erfahrungen schlummern sicher noch tief drinnen in mir. Ich habe mich entschlossen sie nicht weiter zu bekämpfen, da mein Leidensdruck weg ist und ich auch dazu stehen kann, dass mir Aussehen nicht unwichtig ist. Solange ich den Mensch nicht darauf reduziere und seine inneren Qualitäten zu erkennen in der Lage bin, ist das o.k. für mich.
Mein Mann ist mir eigentlich viel zu dünn und er hat O-Beine, die meinem Bild eines perfekten Mannsbildes nicht entsprechen. JA! ich habe ein Bild von einem perfekten Körper. Meinen Mann liebe ich, die anderen find ich aber trotzdem geil anzuschauen.
Objektiv ist es schlicht so, dass der Mensch zunächst auf optische Reize reagiert. Es gibt ein Gesicht, das die Mehrzahl der Menschen als schön empfindet, da es dem sog. Kindchenschema entspricht. Natürlich gehen die Vorlieben auseinander. Es gibt Leute die auf korpulentere Formen stehen, andere auf Miss Twiggy. Und das ist gut so! Jedes Töpfchen find’ sein Deckelchen. (Gerüche gehören ja auch stark dazu!)
Ich habe das Gefühl es gehört zum guten Ton diejenigen zu „verteufeln“, denen Aussehen, Gewicht, Attraktivität wichtig ist.
Nach dem Motto: Wer etwas auf sich hält, der betont immer, dass Aussehen und Attraktivität absolut unwichtig sind!
Das klingt für mich ziemlich verlogen. Jemand der behauptet Aussehen ist absolut unwichtig, der lügt sich selbst etwas in die Tasche.
Auch du würdest sicher keinen Mann heiraten, der dir nicht gefällt!
Für mich liegt (wie so oft) die Wahrheit in der Mitte.
Diphda, körperlich und geistig attraktiv, aber zum Glück nicht perfekt