Trüffel

Hallo,

hab gestern das zweite Mal schwarzen Trüffel gekauft und wie auch beim ersten Mal hat das Essen überhaupt nicht danach gerochen oder geschmeckt. Hab in fein gehobelt und in Olivenöl angedünstet.
War das dann wirklich Trüffel? Verarbeite ich ihn falsch? Oder war er einfach nur zu günstig?

Grüßle, Ute

Hallo Ute,

ich kenne Trüffel nur roh gerieben über Nudeln. Habe gerade mal gegoogelt und siehe da:

„Die „Brumale“ muss im Gegensatz zur „Mélano“ gekocht werden, damit ihr strenger Geruch verschwindet. Sie wird dann nur für einfache Nudelgerichte etc. verwendet. Der Geschmack der Trüffel ist erdig und nussig, er erinnert an welkende Blätter und herbstliches Unterholz. Kenner unterscheiden das Aroma in „café“ und „chocolat“. Die schwarzen Trüffel passen in kleine Streifen geschnitten zu Fleisch, Fisch, Gemüse und Käse. Die weißen Trüffel aus Alba/Italien hingegen werden eher fein gehobelt als Gewürz verwendet.“ (war von einer Südfrankreich-Seite)

Anscheinend also roh oder kochen, aber nicht braten. Fand ich doch interessant, denn ich hätte getippt, dass die Geschichte mit dem Olivenöl lecker hätte sein können.

Grüßle zurück,

Susanne

Hallo Ute,

Trueffel ist nicht gleich Trueffel…

Vieleicht hast du einen der Teile erwischt, die meines Wissens oft aus Nordafrika kommen. Die sind eher „geschmacksneutral“. Das sind die Trueffel die man auch in Tueffel-Leberwurst oder Pasten finden kann, weil sie eigentlich recht guenstig zu kaufen sind.

Die echten schwarzen riechen und schmecken schon ziehmlich extrem, auch wenn man sie leicht in Oel anschwenkt. Und die sind aber auch s…teuer.

Tschau
Peter

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hallo ute,

du hast natürlich das wichtigste, die erwärmung über 60°C herausgefunden.
jedoch nicht um den geschmack verschwinden zu lassen, das wäre frevel. vielmehr möchte man den geschmack dadurch erst richtig entwickeln.
wenn man trüffelspeisen ohne aroma möchte, sollte man die trüffel weglassen.

strubbel
T:open_mouth:)

huhu ute!

bei den trüffeln (trüffel ist übrigens weiblich, also die trüffel) gibt es verschiedene sorten.

die bekannteste und auch teuerste trüffel ist die „tuber melanosporum“ oder auch perigordtrüffel (nach der region in frankreich benannt wo sie hauptsächlich gefunden wird). die kostet an die 1000 euro aufwärts je kilo.

tuber magnatum (weisse trüffel) kommt aus dem italienischen raum.

tuber aestivum (sommertrüffel) ist jene, die man meistens in den läden findet.

wahrscheinlich gibts noch andere sorten, die sich leider meiner kenntnis entziehen :wink:

ich als armer schlucker :smile: kauf mit meist im urlaub in spanien trüffel im glas (aestivum), die sind eingemacht und halten so sehr lange. der geschmack ist zwar nicht unbedingt so toll, aber mit netten rezepten schmecken auch die nicht so schlecht und das auge isst ja schliesslich mit!

ich hab dir da gleich noch 2 leichte rezepte für ein trüffelmenü:

jakobsmuscheln auf lauch-trüffel-bett (vorspeise)

1 lauch
1-2 trüffel (meine die ich brauche sind meist daumenbeeren gross)
je person 1-3 jakobsmuscheln (ich nehm die immer ohne das komisch orange dings dran…)
etwas butter
ca. 1 dl weisswein
salz+pfeffer

lauch in ringe schneiden, trüffel in kleine würfel. lauch mit wenig butter andünsten, dann trüffel dazu. mit weisswein ablöschen und auf kleiner flamme köcheln lassen. salz+pfeffer

jakobsmuscheln in bratpfanne mit wenig butter anbraten bis sie schön goldig sind, salz+pfeffer. lauch mit trüffel auf dem teller anrichten, muscheln tranchieren, ev. mit etwas schnittlauch dekorieren.

perlhuhn an trüffelsauce (hauptgericht)

1 perlhuhn in grosse stücke zerschnitten
3-4 trüffel
1 dl portwein oder malaga
etwas cognac
1 zitrone
1 1/2 würfel hühnerbouillon (schweizer grösse :smile: keine ahnung was ihr bei euch für bouillonwürfel habt)
etwas butter
ca. 150 ml saucenrahm
salz+pfeffer

perlhuhn in butter goldbraun anbraten. mit portwein, cognac und etwas wasser ablöschen, hühnerbouillon dazu. ca. 20-30 minuten kochen lassen. danach huhn aus der pfanne nehmen, rahm hinzu und trüffel (die ich vorgängig auch in etwas portwein eingelegt habe 1-2 h). mit zitronensaft, salz+pfeffer und ev. portwein und cognac abschmecken. ab besten eignet sich dazu reis.

voilà ist ganz einfach und schmeckt prima

bye

laurent

Benutzung minderwertiger Produkte in der Küche
Grüezi Leroux,

bei aller Wertschätzung Deine Person:

was ich generell nicht verstehen kann sind Menschen, die sich über „gutes kochen“ unterhalten und dann Produkte benutzen, welche „nicht so toll schmecken“. Wozu sollte irgendjemand Trüffel kaufen, der nicht wie Trüffel schmeckt? Weil das Auge mitisst? Das muss mir jemand genauer erklären.
Entweder leiste ich mir den Luxus und kaufe mir ein mal pro Jahr einen Trüffel (das sind ja nur einzelne Gramm pro Person)oder ich LASSE ES.

Dann kaufe ich mir Bärchenwurst und male ein Bilderbuch mit festlich gedeckten Tafeln aus.

Geiz ist geil ist nur für Dumme, und in der Küche schon dreimal.

Tschau zsämme

Zaphod

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huhu! :wink:

ich kann deine einwände verstehen, aber:

  1. findet man kaum perigord trüffel
  2. mit „nicht so toll schmecken“ mein ich nicht so gut wie die perigord trüffel, aber schlecht sind die nicht.
  3. mit deiner einstellung müssten alle weine unter 100 euro die flasche verboten werden, weil sie ja nicht das beste sind. was trinkst du so für wein?
  4. hab ich 2 rezepte gegeben, beim perlhuhn ist das eine abwandlung resp. vereinfachung der „sauce madère“ (ich hab jetzt grad keine lust das deutsche wort zu suchen)
  5. trägt porto und cognac sehr gut den geschmack der trüffel, resp. schmeckt es eher nach ersteren. da wäre es in meinen augen sogar schade die guten perigord trüffel zu verwenden.
  6. hat das von mir aus nichts mit „geiz ist geil“ zu tun, sondern eher mit kosten/nutzen faktor. ich bin beileibe keiner der in der küche spart. aber wenn ich sehe, wie in restaurants teure „trüffel-nudeln“ angeboten werden, wohlgemerkt mit käse angerichtet und dann die trüffel hauchdünn darüber geraspelt wird (und diese restaurants haben gault millau 16 punkte und mehr), dann verkaufen die die leute eher für dumm, und dumm sind dann jene, die das noch essen. ich habs auch schon probiert und war enttäuscht, dann koch ich mir lieber meine rezepte.
  7. hab ich einen konstruktiven beitrag geleistet und ute einen tipp gegeben, was man von deinem posting nicht behaupten kann; weder das eine noch das andere…

nichts für ungut und weiterhin viel spass beim kochen :wink:

bye

laurent

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kuckuck,

na Süsser, dann musste Dich auch richtig ausdrücken! :wink:
„Schmecken nicht so toll“ heisst erstmal „nicht so toll“.
Nirgendsnicht sage ich: nur die allererste Qualität, Dein Weinbeispiel hinkt also. Gute Sommertrüffel gibts gelegentlich in annehmbarer Qualität, zum Preis eines Kinobesuches+Mc Doof kann man sich da schon mal eine Knolle leisten´- wenn man will-keiner muss!

Ich glaube, wir sind auf dem gleichen Trip und reiche Dir gerne brüderlich die Hand zu „vernünftigem Preis Leistungs Verhältnis“.

Mein Posting wollte ich durchaus als konstruktiven Beitrag dahingehend verstanden wissen, nicht am falschen Ende zu sparen!

Vertragen wir uns wieder?
Gruss

Zaphod

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huhu! :wink:

ich hab kein problem mit kritik, wenn sie denn gerechtfertigt ist und als „alber fransose“ muss ich sagen: „c’est le ton qui fait la musique“ :smile:

ach ja, ich hab jetzt zuhause schnell nachgeguckt: meine billigen und nicht so tollen aestivum trüffel kosten aufs kilo umgerechnet immerhin 400 euro, also bei weitem nicht der letzte mist, aber eben nicht so toll wie die echten perigord trüffel, naja, auch wurscht :wink:

ich reiche dir die hand zurück und ja, wir vertragen uns wieder…

oh, und in der hitze des gefechts hab ich im perlhuhn rezept vergessen zu erwähnen, dass die trüffel tranchiert werden müssen.

bye

laurent

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hi, als ehemaliger profikoch sage ich dir: das trüffelaroma nehmen auch die profis in der gastronomie aus dem mit trüffeln aromatisierten olivenöl, als top obenauf wird dann der trüffel feinst drübergehobelt, schmeckt auch lecker, aber zum aromatisieren einer ganzen mahlzeit müßte man schon 20-30 euro anlegen…also nur drüberhobeln!