Hallo Reinhard,
das war ja ein ganz schöner Tiefschlag für mich:
das stimmt natürlich nicht,
Du bist ebenso wie ich seit vielen Jahren erfahren in Elektronik. Es kann nicht sein, dass du auf einem andern Stern als ich lebst. Was ich schrieb, war Wort für Wort korrekt.
Höchstens bei ganz primitiven Schaltungen aus wenigen CMOS-Gattern
stimmt auch nicht, weil auch sehr komplexe Schaltungen, die _nur_ aus CMOS-Gattern bestehen, eine verschwindend geringe Stromaufnahme haben.
Normalerweise ist es
eher so, dass sowohl die Leistung des Ausgangs als auch der
Verbrauch des nicht versorgten Teils den Maximalstrom der
Klemmdioden übersteigen können, und dann ist die schöne
Schaltung halt kaputt.
Veto. Ich sehe jetzt nicht in den technischen Daten nach, aber bei eher tausenden als hunderten Fällen ist mir das nicht ein Mal passiert. Auf keinen Fall gehen Schutzdioden von den paar mA, die ein TTL- oder CMOS-Ausgang high liefert, kaputt. Was eher passiert, ist bei höheren Eingangsströmen ein Latch-Up-Effekt, bei dem nicht durch den Eingangsstrom, sondern durch den dadurch ausgelösten massiven inneren Kurzschluss des ICs Schäden entstehen können. Nur schaffen die Logikausgänge solche Ströme bei weitem nicht. (Wenn allerdings eine Betriebsspannung statt eines Logikausgangs an den Eingang angeschlossen wird, kann das durchaus passieren!)
Normal ist es sowieso nicht, es ist IMMER ein Designfehler, es
sei denn, man hat die möglichen Ströme genau nachgerechnet.
Dann war die Centronics-Schnittstelle auch ein Designfehler. Reine TTL-Schaltung, man hatte _keine_ Chance, beide Stromversorgungen gleichzeitig hochzufahren. Natürlich sollte man diesen Zustand vermeiden, aber das gar nicht immer.
Prinzipiell sind Schutzdioden aber nur für den Schutz im
Notfall vorgesehen und nicht für den Normalbetrieb.
Teilweise noch schlimmer, weil es wohlmöglich nur parasitäre Dioden sind (ich kann mich aber auch irren).
Fakt bleibt, und das ist zweifellos auch deine Erfahrung: _Da geht nix kaputt_.
Grüße
Uwe