Hallo,
puuuh, jede Menge Fragen! Na dann woll’n wir mal:
Also der Fall besteht dass der Hauttest (wurde mit Spritze
gemacht, nicht Stempel) kräftigst ausgeschlagen hat. Erstes
Röntgenbild zeigte nichts. Wenn nun nach sagen wir mal 6
Monaten immer noch nichts auf dem Röntgenbild zu sehen ist
heißt das man hat tatsächlich keinen Primärkomplex oder man
sieht ihn nicht. Hat man tatsächlich keinen kann dieser auch
später nie aufbrechen, sprich man kann auch nie ansteckend
werden.
Wenn das RöBi normal ist, hat Dein Immunsystem den Erreger im Griff. Das heißt nicht, dass zeitlebens nichts mehr passieren kann.
Sieht man ihn nur nicht kann er später mal aufbrechen und man
kann ansteckend werden. Das weiss man aber (wenn man nichts
auf dem Röntgenbild sieht) nicht sicher.
Eigentlich müsste man bei solch einer Unsicherheit davon
ausgehen dass man solch einen Primärkomplex hat und unter
ungünstigen Umständen dieser später mal aufbrechen kann und
man dann hochansteckend ist.
Richtig?
ja, kann passieren.
Sollte man dann als z.B. Partner dieser Person sich
vorsorglich impfen lassen?
NEINNNN.
1.) Infektiös bist Du erst bei einer offenen TB. Die Wahrscheinlichkeit, die zu bekommen ist gering. Die TB-Impfung (richtiger BCG-Impfung) schützt nicht gegen eine Tuberkulose an sich sondern nur gegen eine generalisierte TB!
Man weiss ja nie wann dieser
Komplex aufbrechen kann. Hauttest machen wäre wahrscheinlich
auch zu empfehlen?
Sollte sich ein Säugling dieser Person impfen lassen?
NEINNN siehe oben
Die Impfung ist m.E. in Mitteleuropa nur noch unter sehr bestimmten Umständen zu empfehlen. Mit Sicherheit aber nicht, weil bei einem Familienmitglied ein positiver Tuberkulin-Test vorliegt.
Grund
ist ja der gleiche! Hauttest ist negativ, sprich nichts zu
sehen! Oder vielleicht mal 10 Jahr warten und dann impfen. Die
Impfung ist für einen Säugling ja auch nicht ohne und mit 10
Jahren verkraftet man so eine Impfung wohl schon besser.
Angenommen man hat also einen positiven Hauttest und keinen
Befund im Röntgenbild. D.h. ziemlich sicher der Körper kämpft
gerade gegen die Bakterien. Was ja wahrscheinlich recht
anstrengend ist.
Nein, wenn dem so wäre, wärst Du krank. Die Tuberkulose an sich, also die klinisch manifeste offene TB) ist letztlich ein Produkt dieses Kampfes. Wenn aber der Tuberkulin-Test positiv ist bedeutet dass nur, dass bestimmte Zellen (CD4+ Zellen) auf das angebotene Antigen reagieren, weil bereits einmal ein Kontakt bestand. Dieser kann aber auch bei stark positivem Test schon einige Zeit zurückliegen, die eigentliche Auseinandersetzung ist dann bereits vorbei.
Kann man sich dann, weil dies eben so geplant
war, Weißheitszähne ziehen lassen?? Oder lieber mal alle
anderen Anstrengungen vom Körpfer fernhalten?
Hier gebe ich jetzt mal keinen Rat, das sollte der behandelnde Zahnarzt entscheiden, der muss ja schließlich auch für die Folgen u.U. gerade stehen.
Wie groß darf der Ausschlag sein wenn man als Kind geimpft
wurde? 15 mm??
Nein, das erscheint mir dann doch ein bisschen viel für die Impfung. Aber: bei einem Geimpften geht der Hauttest natürlich ziemlich ab, wenn ein Wiederholungskontakt (Impfung als Erstkontakt) vorlag. Letztlich würde ich denken, dass Du -solltest Du gerade keine Nachtschweißigkeit, keinen Gewichtsverlust und keinen produktiven Husten haben- eine ordentliche Immunität gegen den Erreger hast.
Wenn Du sicher gehen willst, mach ein weiteres RöBi nach 1,5 bis 2 Jahren. Ist dann noch alles unauffällig würde ich erst wieder aktiv werden, wenn klinisch ein Verdacht auf eine TB besteht.
Recht herzlichen Dank
Gern geschehen.
Oliver