Tuberkuloseschutzimpfung

Hallo Ihr,

Laut meinem Impfausweis wurde ich kurz nach meiner Geburt gegen Tuberkulose geimpft. Heißt das, dass ich nicht Tuberkulose bekommen kann oder ist die Impfung nicht mehr gültig? Gibt es sie überhaupt noch?

Danke für Eure Hilfe. Denn irgendwie fand ich das komisch, wo doch vor Tuberk. gewarnt wird. Warum wenn es eine Impfung gibt.

Liebe Grüße
Rebecca

Hallo Rebecca,
das Problem mit der Impfung ist, dass sie nur eine ‚schwere‘ Form der Tuberkulose verhindert aber vor einer ‚normalen‘ oder leichten Tuberkulose nicht schützt. In Deutschland wird z.B. nicht mehr geimpft mit Ausnahme weniger Sonderfälle (z.B. wenn ein Kind in eine Familie mit hohem Infektions- bzw. Erkrankungsrisiko geboren wird). Weltweit wird intensiv an einem besseren Impfstoff geforscht um den alten Impfstoff (ein abgeschwächter Lebenderreger der ‚Rindertuberkulose‘) zu ersetzen.

Die Warnung vor der Tuberkulose sollte man übrigens nicht zu ernst nehmen. Die TB ist weltweit im Ansteigen begriffen, sinkt aber in den entwickelten Ländern kontinuierlich ab. Das hängt damit zusammen, dass die TB hauptsächlich bei Menschen mit Mangelernährung, schlechten Lebensumständen oder Immunschwächen zum Ausbruch kommt.

Zum Vergleich: Das Risiko in der BRD an TB zu erkranken ist gering. Die aktuellen Erkrankungszahlen liegen bei etwa 9 pro 100.000 der Bevölkerung (zum Vergleich: die Salmonellose hat eine Häufigkeit von etwa 250 auf 100.000 mit einer sehr hohen ‚Dunkelziffer‘). Die Tb-Häufigkeit in anderen Ländern ist jedoch teilweise dramatisch: Russland etwa 100 auf 100.000, Länder in Afrika oder Asien erreichen 250 bis 300 pro 100.000.

Was man weiter unterscheiden muss ist die Erkrankung (Tb) und die Infektion. Weltweit liegt die Zahl der Erkrankten bei etwa 30.000.000, die Zahl der Infizierten liegt aber bei etwa einem Drittel der Menschheit(!). Es erkranken also tatsächlich nur sehr wenige derjenigen, die sich infizieren. In Europa liegt dieses Verhältnis sehr niedrig (auf Grund der guten Lebensumstände und einer guten Ernährungssituation), so dass eben auf die Impfung mittlerweile verzichtet wird.
Viele Grüße,
Oliver

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Hallo Rebecca,

Die meisten Leute (im Alter so um die 30 – 40) wurden in Deutschlange gegen TBC geimpft.

Nachdem bei uns in der Schule dann ein Test gemacht wurde (war so ein Reihentest in der 9. Klasse) hatte ich im einen Jahr auch eine Reaktion auf den Test – sprich – Antikörper. Nachdem ich das Schuljahr wiederholte, wurde ich im folgenden Jahr wieder getestet und nun gab es keine Reaktion mehr.

Also baut sich der Impfschutz unter Umständen ab. Das muß wohl nicht so sein, kann aber.

Ich habe mich dann – aufgrund einer TBC-Erkrankung im Umfeld – neu impfen lassen.

Aber evtl. kannst Du ja auch so einen Test machen lassen.

Es ist ein Irrglaube, daß in unserem „zivilisierten“ Land solche Krankheiten ausgerottet seien – es sind Armutskrankheiten, die durch schlechte Wohnverhältnisse verstärkt werden. Aber immer mehr Menschen in Deutschland leben in schlechten Verhältnissen und TBC kann durch Tröpfcheninfektion übertragen werden.

Grüße

Wendy

Hallo Wendy

Die meisten Leute (im Alter so um die 30 – 40) wurden in
Deutschlange gegen TBC geimpft.

Das ist richtig, jedoch wurde die Impfung aus guten Gründen aus dem Programm genommen.

Nachdem bei uns in der Schule dann ein Test gemacht wurde (war
so ein Reihentest in der 9. Klasse) hatte ich im einen Jahr
auch eine Reaktion auf den Test – sprich – Antikörper.

Nur so akademisch: es handelt sich nicht um Antikörper sondern um eine zelluläre Reaktion.

Nachdem ich das Schuljahr wiederholte, wurde ich im folgenden Jahr
wieder getestet und nun gab es keine Reaktion mehr.
Also baut sich der Impfschutz unter Umständen ab. Das muß wohl
nicht so sein, kann aber.

Der Impfschutz baut sich langsam ab, aber, der Impfschutz schützt nicht vor einer Erkrankung, auch wenn sich’s paradox anhört, nur vor einer schweren Verlaufsform. Bei Personen, bei denen die Reaktion auf den Test bestehen bleibt kann man davon ausgehen, dass sie entweder den Erreger in sich tragen ohne zu erkranken oder erneut mit dem Erreger in Kontakt gekommen sind ohne zu erkranken.

Ich habe mich dann – aufgrund einer TBC-Erkrankung im Umfeld –
neu impfen lassen.

(ich denke das war unnötig)

Aber evtl. kannst Du ja auch so einen Test machen lassen.

Der Test heißt Mendel Manteaux-Test, der wird aber wegen der Impfung wahrscheinlich positiv sein und daher überhaupt nicht weiter helfen.

Es ist ein Irrglaube, daß in unserem „zivilisierten“ Land
solche Krankheiten ausgerottet seien – es sind
Armutskrankheiten, die durch schlechte Wohnverhältnisse
verstärkt werden. Aber immer mehr Menschen in Deutschland
leben in schlechten Verhältnissen und TBC kann durch
Tröpfcheninfektion übertragen werden.

Es kommt zur Infektion richtig, das ist aber nicht das gleiche wie ‚Krankheit‘! Bis zum 60 Lebensjahr kommen in Deutschland beinahe ein Drittel aller Menschen mit dem Erreger in Kontakt (und entwickeln dann einen positiven Mendel-Manteaux Test). Die wenigsten Erkranken. Die Erkrankungszahlen gehen in Deutschland seit Jahren runter, noch nie gab es so wenig TB-Erkrankte in Deutschland. Und das ohne Impfung, denn die wird seit langem nicht mehr durchgeführt. Der Lebensstandard ist in Deutschland immer noch sehr hoch und eine Verringerung dieses Lebensstandards allein trägt noch nicht zur Tuberkulose-Entstehung bei.

Viele Grüße,
Oliver

Bayer. Gesundheitsministerium rät von Impfung ab
Hallo,

heute war ein Artikel in der hiesigen Zeitung - angesichts eines Falles von offener TB an einer Schule - und daß sich 50 Personen nun testen lassen müssen (sollen, können, dürfen)

Zusätzlich war ein Interview mit Roland Eichhorn vom bayer. Gesundheitsministerium. Und darin kommt ebenfalls zum Ausdruck, daß von einer Impfung abgeraten wird.

Somit nehme ich das gerne in meinen aktuellen Kenntnisstand auf.

Grüße

Wendy