Türken vs Menschen

Hi all,

ich war gestern ziemlich fassungslos, als ein Nachrichtensprecher über den Anschlag in Köln berichtete, und folgendes sagte
(anscheinend hatte der Schreiber sich korrigiert, aber seinen ursprünglichen Text nicht gelöscht. Der Nachrichtensprecher betonte alles korrekt, was mich wunderte - denn er schien überhaupt nicht zu merken, was er gerade vorlas!):

‚Alle 22 Verletzten waren Türken. Alle 22 waren Menschen türkischer Nationalität‘.

Im Ernst - der las das ohne Pause, ohne sich zu korrigieren, vor!
Ist das etwa, was PC speak bewirkt? Dass ‚Türke‘ ein dreckiges Wort ist, und verschönert werden muss, indem man einen Türken eben einen Menschen türkischer Nationalität nennt? Türkischer Herkunft könnte ich ja noch verstehen, falls der eine oder andere von türkischen Eltern abstammt, aber nicht selbst türkischer Nationalität ist.

Dieser ganze PC speak wäre ja noch auszuhalten, wenn er gleichberechtig angewandt werden würde. Aber: ‚Deutscher‘ ist kein dreckiges Wort - zwei Tage oder so davor wurde nämlich berichtet, dass unter den Passagieren einer abgestürzten Maschine auch Deutsche waren - NICHT Menschen deutscher Nationalität!

Wie kann jemand im Namen von political correctness solche Abwertungen vornehmen? Oh, die armen Türken schämen sich sicher, Türken zu sein, also nennen wir sie einfach Menschen türkischer Nationalität - da wissen sie dann auch gleich, dass wir sie für Menschen halten - was sie zu rechtens bezweifeln mögen…

Sorry, musste das mal loswerden. Eine Frage ist es nicht.
Es sei denn, Ihr könnt mir was interessantes zur Verwendung von PC speak im Deutschen sagen - war, seit es den Begriff überhaupt gibt, schliesslich nur im Englischsprachigen ansässig.
Also, wenn jemand neudeutsche PC Begriffe, oder Tabu-Wörter für mich hat, wäre ich doch dankbar.

Thanks & Gruss,
Isabel

Ich zweifle sogar, ob das überhaupt korrekt ist…
Hallo,

‚Alle 22 Verletzten waren Türken. Alle 22 waren Menschen
türkischer Nationalität‘.

Hm… „Türke“ ist eine ethnische Angabe, „türkische Nationalität“ besagt, dass diese Leute türkische Staatsbürger waren. Es sind also zwei völlig verschiedene Aussagen. Wobei ich die zweite Aussage stark bezweifle, die meisten Türken in Deutschland sind inzwischen nämlich Menschen deutscher Nationalität!
Wohl wieder mal ein Sieg der Political Correctness über die sachliche Correctness. :frowning:

Grüße,

Anwar

Hi Isabel,

ich glaube, Du überinterpretierst diesen Lapsus einer beliebigen Nachrichtenredaktion etwas. Ich verstehe das wie folgt: Der Redakteur hat den inhaltlich richtigen Satz „… waren Menschen türkischer Nationalität.“ durch das ebenso zutreffende, aber einfachere „… waren Türken.“ ersetzt und dabei vergessen, den ersten Satz zu löschen. Kann passieren, nur inwiefern „Menschen/Personen dieserundjener Nationalität“ überhaupt abwertend oder beschämend sein soll, verstehe ich nicht. Es ist nur umständlicher, meines Erachtens weder verhüllend noch verfälschend. Wozu also die Aufregung? Am Rande: Dass der eine Nachrichtensprecher sich korrigiert, der andere aber der Meinung ist, dass Fehler umso weniger auffallen, wenn man weiterliest, als sei alles richtig gewesen, dürfte auch bekannt sein.

Gruß
Christopher

die meisten Türken in
Deutschland sind inzwischen nämlich Menschen deutscher
Nationalität!

„alle 22 waren menschen und darüberhinaaus türken mit deutscher nationalität“ *fg*
ujeggerl das erinnert aber stark an die deutschen mitbürger jüdischen unglaubens.

gruß
datafox

ps. gibts schon verdächtige? vielleicht araber islamischen extremglaubens? oder doch springerstiefeltragende nichttürken und deutsche aus überzeugung?

‚Alle 22 Verletzten waren Türken. Alle 22 waren Menschen
türkischer Nationalität‘.

Hi Isabel.

Ich glaube, Variante 1 ist die inhaltlich richtige. Denn, wie jemand schon sagte, sind mit Sicherheit Menschen dabei gewesen, die Türken mit deutscher Nationalität sind.
Außerdem (wenn ich die Sätze mal direkt in die Türkei übertrage), wären bei Variante 1 keine Kurden damit gemeint, bei Variante 2 könnten damit sowohl Türken als auch Kurden gemeint sein.

Gruß
Markuss

Jein…

‚Alle 22 Verletzten waren Türken. Alle 22 waren Menschen
türkischer Nationalität‘.

Hm… „Türke“ ist eine ethnische Angabe, „türkische
Nationalität“ besagt, dass diese Leute türkische Staatsbürger
waren.

Versteh ich ja… aber wenn von 3 Deutschen gesprochen wird, dann wird das nicht für eine ethnische Angabe, sondern für eine Angabe der Nationalität gehalten.

Für mich, für mein Sprachgefühl, ist ein Deutscher ein Deutscher, ein Ire ein Ire, ein Türke ein Türke… gleichbedeutend mit Nationalität.
Wenn dem eben nicht so ist, ERST DANN muss man anfangen, Zusätze zu benutzten wie ‚türkischer Herkunft/Abstammung‘.

Auf jeden Fall müssen mE gleiche Begriffe (deutsch/türkisch/…) gleichberechtigt verwendet werden! Sonst hätte ich ja gar nicht erst mit dem Thema angefangen…

Anyway, danke & Gruss,
Isabel

Hoi,

ps. gibts schon verdächtige? vielleicht araber islamischen
extremglaubens? oder doch springerstiefeltragende nichttürken
und deutsche aus überzeugung?

Nicht wirklich. Am ehesten kommen rivalisierende Türkengruppen in Frage, heisst es zur Zeit. Ob die nun türkischer Nationalität sind oder deutscher Nationalität, aber türkischer Herkunft, ist unbekannt.

Hallo, Isabel,
mich wundert, dass ein Schneidefehler solche Emotionen hervorruft.
Zufällig habe ich den gleichen Korrespondentenbericht gehört und stutzte ebenfalls an dieser Stelle, allerdings nur, weil ich beruflich mit solchen Dingen eben auch zu tun habe.

Der Sprecher hatte den ihm vorliegenden Text offenbar nur oberflächlich gelesen und schon „Türken“ gesagt, ehe er feststellte, „oups, da steht ja »türkischer Nationalität«“. Also wiederholte er den Satz korrekt und fuhr mit der Meldung fort.

Es wäre Sache des Cutters/der Cutterin gewesen, den Versprecher herauszuschneiden, was aber versehentlich unterblieb. Und so wurde der Bericht eben unbeschnitten gesendet.

Das kommt gelegentlich vor. Ich habe sogar schon Berichte gehört, in denen der deutliche Hinweis „Bitte schneiden“ glatt überhört wurde und dann der vorhergehende Versprecher mit über den Sender ging.

Gruß
Eckard

Liebe Isabel,
es gibt auch in vielen Ländern Menschen, für die wir die „Scheiß Deutschen“ sind - so what.
Ich habe mal bei hr 1 als Redaktionssekretärin in Life-Sendungen gesessen: Die Journalisten hacken ihre Beiträge selbst in den PC und lesen sie auch selbst vor - oft auf den letzten Drücker. Da gibt es keinen Korrektor und keinen Tontechniker, der schneidet. Vielleicht hat der gute Mann den einen Satz schlicht vergessen zu streichen - oder was auch immer. Für mich sind Türken Türken und Araber Araber und Spanier Spanier etc. - ohne jede Emotion.
Ich finde es viel schlimmer, wenn in den Anden ein überbesetzter Bus in eine Schlucht stürzt, 45 Menschen sterben und der Nachrichtensprecher fügt hinzu: zwei davon waren Deutsche. Das zielt auf Sensationsmache und Betroffenheitserherschung ab nach dem Motte: Auch zwei von „uns“ waren dabei, wie schrecklich, die 43 Idios wären uns ja eigentlich egal.
Gruß,
Anja

Hi Eckard,
es geht ja nicht um den Schneidefehler - sondern durch den Schneidefehler wurde eben der Unterschied deutlich.
Gib mir ein, nur ein einziges Beispiel, in dem Deutsche nicht als Deutsche, sondern als ‚Menschen deutscher Nationalität‘ bezeichnet werden! Du wirst dies nicht finden, denn es ist nicht ‚tabu‘, Deutscher zu sein. Den besten Vergleich in der Verwendung des Ausdrucks hat wohl datafox gegeben - wie war das noch, deutsche Mitbürger jüdischen Glaubens?
Als ich erst ca 2 Wochen wieder in Deutschland war, habe ich in einem Gespräch mit einem Marokkaner (der mittlerweile mein bester Freund ist), das Wort ‚Ausländer‘ verwendet - oh, wurde der wild! Ich hab es nicht mal im Zusammenhang mit ihm verwendet. Aber als ich seine Reaktion sah, hab ich ihm versucht zu erklären, dass ich fast 15 Jahre selbst als ‚foreigner‘ gelebt habe, und dass foreigner an sich nicht negativ belegt ist. Die deutsche Sprache hat einiges durchgemacht, während ich im Ausland war. Und vieles davon tut ihr nicht gut.
Guck Dir an, wie sich genau die Menschen, die mit PC speak im Englischen umschrieben werden, sich gegen genau diese PC Begriffe wehren. Verständlicherweise.

Ich habe ein Symptom entdeckt - eins, dass mir durch meinen jahrelangen Auslandsaufenthalt bisher noch nicht bekannt war. Dass ich es durch einen Schneidefehler entdeckt habe, war nur Zufall.

Ich halte es für absolut notwendig, dass Sprache frei von Euphemismen bleibt - dass es im PR Bereich von selbigen immer wimmeln wird, ist klar. Aber im ‚Normaljournalismus‘ halte ich Euphemismen für völlig unangebracht - das allerwichtigste ist aber die Gleichbehandlung, dh die gleiche Wortwahl für die gleichen Dinge: sonst kann man nur in Euphemismen verfallen.

Gruss, Isabel

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Schon klar, liebe Isabel,
Da bin ich auch voll bei Dir. Neusprech und PC ist aber nicht erst heute erfunden worden, das gibt es schon seit dem Altertum - die Eumeniden ( http://www.ant.uni-hannover.de/~tondl/mythologia/eum… ) verfolgen hoffentlich immer noch diejenigen, die damit angefangen haben.
Euphemismen - per Zufall liegt gerade ein Büchlein neben mir „Lexikon der Unwörter“. Ein paar Beispiele gefällig?
„antifachistischer Schutzwall“, „aufenthaltsbeendende Maßnahmen“, „Ausbürgerung“, „Diätenanpassung“, „Raumpflegerin“, „Reform“, „Sachzwänge“, „Schutzbehauptung“, „Umbau des Sozialstaates“, „Umsiedelung“, und das geht seitenweise so weiter.

Nichts Neues unter der Sonne!
Gruß
Eckard

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Hi all,

ich war gestern ziemlich fassungslos, als ein
Nachrichtensprecher über den Anschlag in Köln berichtete, und
folgendes sagte
(anscheinend hatte der Schreiber sich korrigiert, aber seinen
ursprünglichen Text nicht gelöscht. Der Nachrichtensprecher
betonte alles korrekt, was mich wunderte - denn er schien
überhaupt nicht zu merken, was er gerade vorlas!):

‚Alle 22 Verletzten waren Türken. Alle 22 waren Menschen
türkischer Nationalität‘.

Es gibt ja auch Deutschtürken. Das sind dann Türken mit deutschem Paß.

„Wenn eine Katze im Backofen Junge kriegt, dann sind das doch keine Semmeln“ (Fredl Fesl)

ps. gibts schon verdächtige? vielleicht araber islamischen
extremglaubens? oder doch springerstiefeltragende nichttürken
und deutsche aus überzeugung?

Du bist eine von denen, die gerne deutschen Rechten sowas anhängen würden. Hast Du Sebnitz schon vergessen?

Falls die Sache mit dem blonden Mann zutrifft, dann deutet das auf etwas anderes hin. Der Kölner Stadt-Anzeiger schreibt gestern:

„Allerdings hat auch die Polizei die Keupstraße auf dem Stadtplan dick unterstrichen. Illegale Geschäfte um Glücksspiel, Schutzgeld-Erpressungen und immer wieder Drogen beschäftigen die Ermittler. Bekannt sind Machtkämpfe zwischen türkischen und kurdischen Banden, Albanern und immer mehr Osteuropäern.
Auch sorgt die kriminelle Türsteher- und Rotlicht-Szene immer wieder für Aufregung im Viertel. Sie schreckt auch nicht vor spektakulären Aktionen wie Schießereien auf offener Straße und Explosionen zurück. Eine Welt, in der die Polizei aufgrund der Kultur- und Sprachgrenzen kaum Einblicke gewinnt.
Auch dem Kölner Staatsschutz ist die Keupstraße bekannt. Hier sind einige bekannte Sympathisanten der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK gemeldet, von deren Präsenz auch etliche vergilbte Plakate zeugen.“

Du bist eine von denen, die gerne deutschen Rechten sowas
anhängen würden.

ich bin eher „so eine“, bei der bei „NAGELBOMBE“ gaaaaanz andere alarmglocken schrillen! aber ich denke das thema ist hier mehr als offtopic!

gruß
datafox

Es gibt ja auch Deutschtürken. Das sind dann Türken mit
deutschem Paß.

ist wohl eine frage der „ideologie“.
für mich wären das deutsche türkischer herkunft. aber letztendlich haben die betreffenden selbst zu entscheiden wie sie sich bezeichnen.

gruß
datafox

r Araber und

Spanier Spanier etc. - ohne jede Emotion.
Ich finde es viel schlimmer, wenn in den Anden ein
überbesetzter Bus in eine Schlucht stürzt, 45 Menschen sterben
und der Nachrichtensprecher fügt hinzu: zwei davon waren
Deutsche. Das zielt auf Sensationsmache und
Betroffenheitserherschung ab nach dem Motte: Auch zwei von
„uns“ waren dabei, wie schrecklich, die 43 Idios wären uns ja
eigentlich egal.

nein das siehst du KOMPLETT falsch, sorry!
wenn das in deutschen nachrichten kommt, dann deswegen, damit die konsumenten dieser nachricht - also DEUTSCHE - darüber informiert sind, daß möglicherweise gottbewahre IHRE angehörigen unter den opfern sind! meistens wird dann eine telefonnummer eingeblendet, vor allem bei größeren katastrophen. die fragen „waren deutsche darunter???“ ist doch DIE ERSTE die sich jeder stellt, wenn der sohn dort grade trampt, oder etwa nicht? „es waren keine deutsche darunter“ - PUHH dann lebt er also noch!

gruß
datafox

Gib mir ein, nur ein einziges Beispiel, in dem Deutsche nicht
als Deutsche, sondern als ‚Menschen deutscher Nationalität‘
bezeichnet werden! Du wirst dies nicht finden, denn es ist
nicht ‚tabu‘, Deutscher zu sein. Den besten Vergleich in der
Verwendung des Ausdrucks hat wohl datafox gegeben - wie war
das noch, deutsche Mitbürger jüdischen Glaubens?

das sehe ich anders!

es geht nicht darum, daß es ein tabu ist, türke oder jude zu sein, sondern darum, daß diese wörter als schimpfwörter empfunden werden, analog zu neger und zigeuner. und das finde ich ehrlich gesagt zum k…

dadurch entstehen dann die lustigen formulierungen wie „XY wurde als sohn jüdischer eltern geboren“ oder noch schlimmer „konfession israelitisch“.

das hat was mit euphemismen zu tun, also verhüllende wörter für angeblich „schlechte“ wörter, so wie exkrement statt scheiße (JA ich nehme DIESEN vergleich). beobachte doch einmal, wieviele menschen das wort JUDE nur zögernd aussprechen können! das zieht sich durch alle kreise und schichten. bei den TÜRKEN scheint sich jetzt ähnliches anzubahnen. niemand sagt es mehr, weil es ja ein schimpfwort sein könnte oder so verstanden werden KÖNNTE… gaaaanz schlimm ist das und ein armutszeugnis obendrein.

gruß
datafox

Ich bin mit „offtopic“ einverstanden, aber das Thema habe ich nicht angeschnitten.

Der Kölner Stadt-Anzeiger schreibt heute weiter:

„Bereits am Freitagmorgen schließen die Parteigenossen Otto Schily und Fritz Behrens ein politisches oder fremdenfeindliches Motiv aus. Woher sie ihre Erkenntnisse beziehen, bleibt indes ihr Geheimnis.
Rainer Wolf, Leiter der politischen Abteilung der Kölner Staatsanwaltschaft, will sich in so einem frühen Stadium der Ermittlungen nicht festlegen. Für ihn ist noch alles offen. Unlängst noch hat die verbotene kurdische Arbeiterorganisation PKK den Waffenstillstand mit der Türkei aufgekündigt.
„Die Waffenruhe endet am 1. Juni“, ließ die Terrorgruppe mitteilen. In der Keupstraße leben Kurden und Türken Tür an Tür. Früher galt die orientalische Einkaufsmeile als PKK-Hochburg, nach Erkenntnissen der Staatsschützer trieben die Kader mit rabiaten Methoden Schutzgelder bei den Geschäftsleuten ein.
Wer sich weigerte, wurde am Telefon bedroht. Des öfteren gerieten die kurdischen Linksextremisten mit den türkischen ultranationalen „Graue Wölfen“ aneinander. Aber das ist fünf bis sechs Jahre her. „Dieser Anschlag ist eigentlich nicht die Handschrift der PKK. Aber es ist eine der möglichen Denktheorien“, so Wolf.
Auch ein Racheakt im kriminellen Milieu ist nach wie vor nicht auszuschließen. Als er noch auf freiem Fuß war, soll der sehr auf sein Äußeres bedachte türkische Rotlichtpate von Köln, Neco A., häufig den Friseurladen aufgesucht haben, der nun durch den Sprengkörper verwüstet wurde. Jüngst noch soll ein Streit zwischen Geschäftsleuten in diesem Teil der Straße in eine Messerstecherei ausgeartet sein, berichtet ein Insider. Gewalt ist hier jedenfalls keine Seltenheit.
Auch die Drogenfahnder sind in dem Viertel häufiger unterwegs. Im vergangenen Jahr haben sie eine Bande gefasst, die 400 Kilogramm Heroin vom Bosporus an den Rhein geschmuggelt hatte. Nur wenige Meter vom Anschlagsort entfernt haben Kölner Korruptionsfahnder unlängst eine Razzia in einem Lokal durchgeführt. Es geht um angeblich gekaufte Baugenehmigungen, um Drogen und um Schmiergeld für einen SPD-Ratsherrn.“

Also laß doch bitte süffisante Bemerkungen über Springerstiefel etc. aus - bis geklärt ist, wer der Täter ist. Remember: Der „Aufstand der Anständigen“ erfolgte, nachdem zwei Täter arabischer Herkunft einen Brandanschlag gegen die Düsseldorfer Moschee verübt hatten. Nur: warum ein Aufstand „gegen rechts“, wo es doch ausländische Täter waren?

Gruß, Infotalk

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Hallo Anja,

Ich finde es viel schlimmer, wenn in den Anden ein
überbesetzter Bus in eine Schlucht stürzt, 45 Menschen sterben
und der Nachrichtensprecher fügt hinzu: zwei davon waren
Deutsche. Das zielt auf Sensationsmache und
Betroffenheitserherschung ab nach dem Motte: Auch zwei von
„uns“ waren dabei, wie schrecklich, die 43 Idios wären uns ja
eigentlich egal.

Zumindest werden sie alle gezaehlt.
Bei dem Terrorakt in Khobar waren es offiziell 22 Menschen,
die ihr Leben gelassen haben (0 Deutsche), aber inoffiziell
haben wir erfahren, dass es mind. 10 mehr waren. Die zehn hatten
nicht nur das Pech Bangladeshi und/oder Inder zu sein, sondern auch
noch ‚niedrige Handlager‘, weshalb man sie in der offiziellen
Statistik unterschlagen hat.
In Yanbu (vor etwa 2 Monaten) waren es keine 5, sondern - das wissen
wir von 2 Leuten, die dort gearbeitet haben - ueber 40.
Als in Khobar vor 2 Jahren eine Autobombe gezuendet wurde,
wurden die Toten nach Nationalitaeten aufgezaehlt (es waren, glaube
ich eins oder zwei). Dann war von, ich glaube, 5 Verletzten die
Rede. Mein Mann hat in einem Krankenhaus selbst 10 weitere Verletzte
gesehen. Sie waren Frauen aus den Philippinen, also auch nicht
weiter erwaehnenswert.

Was ich sagen will: lieber nach Nationalitaeten aufgeschluesselt,
als gar nicht. Obwohl, du hast ja Recht, mich stoert es auch
immer.

Gruesse, Elke

Entschuldige, ich meinte eigentlich, dass diese Wörter, nicht das Sein, tabu sind, WEIL sie eben als Schimpfwörter aufgefasst werden. Obwohl sie genau das ausdrücken, was sie bedeuten - OHNE Wertung.
Meiner Meinung, und vor allem meinem Sprachempfinden nach, haben eben gerade diese Umschreibungen eine Wertung, da sie eben nicht mehr neutral und einfach das ausdrücken, was sie eigentlich zu sagen versuchen. Und natürlich weiss wohl jeder, dass nicht denjenigen, die damit umschrieben werden, durch die Euphemismen geholfen ist, sondern denen, die die Umschreibungen verwenden - they can avoid uncomfortable words.
Hab nen englischen Text in dem Zusammenhang verfasst -trau mich aber nicht so ganz, ihn ausgerechnet ins Deutschbrett zu setzen…

Gruss,
Isabel

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