Türscharnier verstellen

Moin moin,

ich hab hier daheim eine Tür, die an zwei Scharnieren gelagert
ist, und die immer von selbst aufgeht. Das ist im Sommer sehr
angenehm, aber jetzt in der kalten Heizungszeit hätte ich das
gern anders.

Also meine Frage: Wie krieg ich die Tür an den Scharnieren so
verstellt, das sie nicht automatisch auf, sondern automatisch
zu geht (also fast zu, weil schliessen wird sie ja nicht, nur
soweit an die Zarge rangehen wie möglich).

Das sollte doch machbar sein, was meint ihr?

Hallo!

Also meine Frage: Wie krieg :ich die Tür an den :Scharnieren so verstellt, das :sie nicht automatisch auf, :sondern automatisch zu geht

Das feststehende, an der Zarge montierte Scharnierteil des oberen Türscharniers verstellst Du in Richtung Zarge. Und/oder: Das feststehende, an der Zarge montierte Scharnierteil des unteren Türscharniers stellst Du auf größeren Abstand von der Zarge.

Das Verstellen hat sehr feinfühlig zu geschehen. Außerdem achte darauf, daß die Tür rundherum an der Dichtung in der Zarge anliegt, ohne die Dichtung irgendwo zu quetschen.

Bei leichten Innentüren kommen vorzugsweise 2 Scharniertypen vor: Scharniere, bei denen das feststehende Unterteil in die Zarge hinein geschraubt ist. Bei diesem Typ mußt Du die Tür zum Verstellen vorher aushängen und dann das obere Scharnier um eine Umdrehung in die Zarge hinein drehen (also im Uhrzeigersinn), bzw. das untere Scharnier um eine Umdrehung heraus drehen.

Der andere verbreitete Scharniertyp ist mit 2 Stiften einfach in die Zarge eingeschlagen. Verstellen funktioniert dabei mit leichten Schlägen mit einem Holz- oder Kunststoffhammer (oder Stahlhammer mit Holzunterlage) gegen das obere Scharnier, damit die Stifte tiefer in die Zarge wandern. Falls Du bei diesem Scharniertyp das untere Scharnier ein kleines Stück aus der Zarge heraus holen willst, läßt sich das mit einem zwischen den beiden Haltestiften des Scharniers eingesteckten Schraubendreher bewerkstelligen. Dann seitlich gegen den Schraubendreher schlagen, um die Scharnierstifte ein Stück aus der Zarge zu holen. Das hat aber mit Fingerspitzengefühl zu passieren. Holz- oder Span-Zargen bekommen nämlich sehr leicht häßliche Druckstellen oder reißen/splittern, wenn man wie ein Grobschmied vorgeht. Außerdem darf man Einschlagscharniere nicht des öfteren rein und raus bewegen, weil sonst die Bohrungen in der Zarge ausleiern.

Je nachdem, wie die Tür in der Zarge sitzt, kann es sein, daß die Verstellung des Scharnierteils am Türblatt sinnvoller ist. Bei einem eingeschraubten Scharnier drehst Du das obere Scharnier um eine Umdrehung ins Türblatt hinein, bzw. umgekehrt beim unteren Scharnier.

Bevor man irgendwas verstellt, muß man sich überlegen, wie sich die Lage der geschlossenen Tür in der Zarge verändert, ob sie irgendwo schleift oder quetscht oder ob die geöffnete Tür plötzlich auf dem Fußboden schleift. Wer die Überlegung nicht auf die Reihe bekommt, greift zu Raspel oder Hobel und ruiniert damit die Tür unwiderbringlich.

Gruß
Wolfgang

Hallo
Nicht einfach draufhauen!!!
Der Scharniertyp mit den zwei Stiften ist im Falz der Zarge gesichert.Hier einfach mit einem Imbus die Schraube lösen, Scharnier (bei ausgehängter Tür) verstellen,geht manchmal etwas schwer… und wieder festziehen.
So hat man länger Freude daran :smile:
Viele Grüße
Roland

Der andere verbreitete Scharniertyp ist mit 2 Stiften einfach
in die Zarge eingeschlagen. Verstellen funktioniert dabei mit
leichten Schlägen mit einem Holz- oder Kunststoffhammer (oder
Stahlhammer mit Holzunterlage) gegen das obere Scharnier,
damit die Stifte tiefer in die Zarge wandern. Falls Du bei
diesem Scharniertyp das untere Scharnier ein kleines Stück aus
der Zarge heraus holen willst, läßt sich das mit einem
zwischen den beiden Haltestiften des Scharniers eingesteckten
Schraubendreher bewerkstelligen. Dann seitlich gegen den
Schraubendreher schlagen, um die Scharnierstifte ein Stück aus
der Zarge zu holen. Das hat aber mit Fingerspitzengefühl zu
passieren. Holz- oder Span-Zargen bekommen nämlich sehr leicht
häßliche Druckstellen oder reißen/splittern, wenn man wie ein
Grobschmied vorgeht. Außerdem darf man Einschlagscharniere
nicht des öfteren rein und raus bewegen, weil sonst die
Bohrungen in der Zarge ausleiern.

Hallo Roland!

Nicht einfach draufhauen!!!

Wo es Schrauben zum Einstellen oder zur Fixierung gibt, sind diese natürlich zu benutzen und nicht etwa der Hammer.

Der Scharniertyp mit den zwei Stiften ist im Falz der Zarge
gesichert.

Ja, solche Scharniere gibts auch. Dabei fixiert z. B. eine in der Zarge versteckte und von außen lösbare Platte die beiden Haltestifte des Scharniers. Es gibt ganz edel in allen Richtungen einstellbare Scharniere und außerdem in etlichen Varianten die klassischen in Zarge und Türblatt eingestemmten und mit Senkkopfschrauben befestigten Bänder.

Auf sämtliche Scharnierarten wollte und konnte ich nicht eingehen, nur auf solche, bei denen eine Einstellmöglichkeit nicht auf Anhieb zu erkennen ist.

Gruß
Wolfgang

Und wenn es Fitschen sind?
Also alte Türbänder?

Der liebe Fragesteller hat seine Frage so unpräzise gestellt, daß ich, wie schon oft, die Geduld von Wolfgang, zu einer Antwort, bewundere.

Salute

Hallo Willi!

Also alte Türbänder?

Auch die lassen sich mit gefühlvoll eingesetzter Gewalt richten. Ist aber eher nichts für Laien, weil diese alten Bänder regelmäßig in handwerklich gefertigten Massivholztüren und Zargen sitzen und das Ruinieren ein Jammer wäre. Wenn die Tür jemals richtig saß - davon muß man ausgehen - sollte man klären, was dazu führte, daß nachgerichtet werden muß und ob damit überhaupt ein dauerhafter Erfolg zu erzielen ist. Sind die Bänder verschlissen, gibt es für die im letzten halben Jahrhundert gebräuchlichen Modelle im Tischlereibedarf Ersatz. Sind es verschlissene, historische Bänder, womöglich Gußteile, würden Richtversuche nur zum Brechen führen. Die Bänder muß man ausbauen und überholen, evtl. Buchsen einsetzen. Mit Buchsen oder sogar eingearbeiteten Lagern lassen sich auch hunderte Jahre alte, zuweilen zentnerschwere, geschmiedete Scharniere völlig unsichtbar auf einen zeitgemäßen Stand bringen, so daß man auch uralte Tore mit modernen Dichtungen versehen und präzise führen kann. Ist alles nicht billig und muß mit Hingabe gemacht werden, kann aber wichtig sein, wenn man im denkmalgeschützten Gebäude eine zeitgemäße Nutzung realisieren will.

Oft ist aber gar nicht die Hängung, sondern die Tür selbst die Ursache für Ärgernisse, wenn sie nämlich vom Rechteck zur Raute wurde. Dann muß die Tür i. d. R. von allen Farbschichten befreit, gerichtet und die Konstruktion wieder fixiert, also z. B. Zapfen neu verkeilt werden. Ist aber ein Aufwand, der nur bei alten Schönheiten gerechtfertigt ist, sofern die Tür noch nicht durch Portas, Hobelversuche oder andere haarsträubende Behandlungen zu sehr beschädigt wurde.

Falls Du die u. a. im früheren Möbelbau eingesetzten Fitschen meinst, die in einer eingestemmten Nut saßen, habe ich für den Liebhaber gegen Erstattung der Transportkosten (Spedition) eine noch funktionstüchtige Fitschen-Stemmmaschine abzugeben, die ich seit Jahrzehnten nicht mehr brauche und nur von einer Ecke in die nächste räume.

Gruß
Wolfgang