meine Mutter hat mir gestern ihr Leid geklagt - normalerweise kümmert sie sich in Lübeck nicht um die unsinnige Parkregelung, sondern parkt einfach im Parkverbot. Wenn noch jemand dabei ist, stellen wir uns auch manchmal auf Anwohnerparkplätze (*patsch*) und fahren weg, wenn einer hinwill. Hört sich blöd an, geht aber kaum anders in dieser bescheuerten Stadt. (Parkhäuser und Parkflächen Innenstadt alle dicht, man muß oft 1/2 h anstehen oder suchend durch die Stadt fahren - ein guter Trick ist, wenn man zu zweit ist, einer stellt sich in die Schlange am Parkhaus, der andere erledigt alles, wenn man fertig ist, fährt man wieder).
Gestern wollte sie mal brav sein und hat auf den riesigen, aber 15 min. zu Fuß entfernten Parkflächen am Stadtrand geparkt. Hat ein paar Sachen eingekauft und sie ins Auto getragen. Ganz brav halt.
Dumm nur: Sie leidet an leichtem Rheuma in den Fingern, und aufgrund ihrer Bravheit hat sie jetzt den ganzen Tag lang Schmerzen.
Hier meine eigentliche Frage: Kann man für solche Fälle auch Behinderten- oder sonstige Parkausweise bekommen? Wenn also die Gehfähigkeit ohne Probleme gegeben ist, aber die "Trag"fähigkeit nicht? Man kann ja auch nicht alles in einen Rucksack stopfen. Busfahren ist auch nicht, da schleppt man sich ja letztlich genauso.
das von Dir geschilderte Problem hat so mancher Hardcore-Autofahrer in Lübeck. Der eigene Auspuff muß immer in Riechweite sein. Dabei mußt Du in Lübeck nirgends weit laufen. Die Stadt ist sehr überschaubar und verfügt über einen gut organisierten Busverkehr, der Dich maximal wenige Minuten warten läßt. Lübecks Altstadt ist für zu viele Autos einfach ungeeignet, schlicht zu eng. Egal von wo Du kommst, Autobahn, Moislinger-, Fackenburger-, Schwartauer- oder Ratzeburger Allee - Du gelangst bis in die Nähe der Stadttore und dann mußt Du eben einen Bus benutzen. Wenn Du unbedingt mit dem Auto in die Innenstadt willst, findest Du im Gebiet Obertrave/Dankwartsgrube in dieser Jahreszeit auch außerhalb der Parkhäuser immer einen Parkplatz. In der warmen Jahreszeit, wenn die Straßencafes geöffnet haben, geht da allerdings nicht viel.
vor Jahren habe ich das mal recherchiert.
Die „Behindertenparkplätze“ sind nicht für mehr oder weniger stark mehr oder weniger vorübergehend gehbehinderte. Wer auf Krücken vorankommen kann, bekommt kein Parkplatzprivileg. Die Zielgruppe sind nicht die Gebrechlichen z.B. mit Schwerbehindertenausweis, sondern die reinen Rollstuhlfahrer, typischerweise der Beimamputierte und der Querschnittsgelähmte.
Die „Behindertenparkplätze“ sind nicht für mehr oder weniger
stark mehr oder weniger vorübergehend gehbehinderte. Wer auf
Krücken vorankommen kann, bekommt kein Parkplatzprivileg. Die
Zielgruppe sind nicht die Gebrechlichen z.B. mit
Schwerbehindertenausweis, sondern die reinen Rollstuhlfahrer,
typischerweise der Beimamputierte und der
Querschnittsgelähmte.
Kann nicht sein! Habe allein zwei Gegenbeispiele aus Familie und Bekanntenkreis:
Person mit zwei künstlichen Hüftgelenken
blinde Person
Beide können laufen (aber halt nicht weit bzw. nicht ohne Führung), haben aber den blauen Parkausweis. Die eine noch zum Selberfahren, die andere, wenn sie gefahren wird (logisch!).
Könnte höchstens sein, dass das abhängig ist vom Bundesland. Obwohl: die eine wohnt in Nordrhein-Westfalen, die andere in Rheinland-Pfalz.
also hier in .at ist das anders:
Das Kriterium für die Erteilung eines Ausweises, der zur Benutztung von Behindertenparkplätzen berechtigt ist, ob die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel zumutbar ist, oder nicht.
Könnte mir vorstellen, daß das in .de ähnlich ist.
Hier meine eigentliche Frage: Kann man für solche Fälle auch
Behinderten- oder sonstige Parkausweise bekommen?
Nein, geht definitiv nicht. Um einen blauen Parkausweis zu bekommen, muss ein Schwerbehindertenauswei mit den aG (außergew. Gehbehindert) oder B (blind) vorliegen, was einem Behinderungsgrad von min. 80% entspricht. Teilw. testen die Bundesländer, z.B. Bayern, ob dieser Kreis erweitert werden kann/soll, z. B. durch H (hilflos), was aber am Behinderungsgrad nichts ändert.
aG ist man normalerweise bei doppelseitiger Amputation oder Lähmung, es kann aber sicher auch andere Fälle geben. Der Behinderungsgrad wird vom Arzt nach den Vorgaben der Sozialgesetzgebung festgestellt. Einseitige Amputation reicht definitiv nicht aus, mein Vater bekam nach der OP nur einen befristeten Parkausweis, den er mit Erhalt der Dauerprothese wieder abgeben musste.
BTW: wenn man weiss, wer eigentlich auf einem Behindertenparkplatz parken können sollte, überlegt man es sich wirklich zweimal, ob man so einen Parkplatz missbräuchlich verwendet…
das mit dem Behindertenausweis kannst Du einfach vergessen, gibt keinen für leichtes Rheuma, liegt unter der Bemessungsgrenze von 10%.
Man bekommt nur einen Schwerbehindertenausweis ab 50% und eine Sonderparkerlaubnis nur, wenn man wirklich nicht gehfähig ist.
Und nebenbei gesagt, Ihr verhaltet Euch ganz schön rüpelhaft mit Euren Parkgewohnheiten. Ich verstehe das nicht ganz.
Alte, historisch gewachsene Städte wie Lübeck sind halt nicht für PKW’s erfunden worden, nehmt es wie es ist. Ihr könnt ja auch aufs irgendein Dorf ziehen, da gibt es meistens keine Parkprobleme, nur als Vorschlag.
Gruss
Gerd
PS: Lübeck ist schön!
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zum Rechtlichen wurde schon genügend gesagt. Aber hier mal einige provokatorische Fragen:
Schon mal in Berlin gewesen??? Ein „Parkplatz vor den Toren der Stadt“, der aber eigentlich gerade mal 15 Minuten Fußweg bedeutet, davon träumen wir hier. Mal ehrlich: Das ist ja wohl nicht zu viel!
Und bei Rheuma in den Händen schlage ich vor, dass Du bei den großen Einkäufen einspringst, sie einen Rucksack nimmt (warum nicht?) oder einen „Rentnermercedes“. Aber ich denke mal, wenn es mit den Händen zum Autofahren reicht, dann sollte der Rest kein Problem sein.
Die Behindertenparkplätze sind für Menschen gedacht, die eine wirkliche Einschränkung haben, nicht für Bequeme mit kleinen bis mittleren Gebrechlichkeiten.
Überlegt euch mal, ob hier nicht etwas mehr Umdenken angebracht wäre.
vermutlich springt sie mir ins Gesicht, wenn ich das vorschlage (sie ist erst 46), aber die Dinger sind ja wirklich schon sehr viel ansprechender als was man sonst so hat!
Grundsätzlich ist die Idee aber sehr gut. Man kriegt auch mehr rein als in einen Rucksack.
danke für die Info. Das ist ja wirklich extrem, ich dachte, die Ausweise kriegt man schon bei leichteren Behinderungen. Ein Behindertenausweis wäre auch etwas übertrieben, denke ich - es ging mir mehr um eine pragmatische Lösung, zb. ein Anwohnerparkausweis oder so.