Hallo Biene,
nachdem der Begriff „Tütenbett“ ja nun geklärt zu sein scheint, möchte ich Versuchen, Dir praktische Tipps zu geben.
wichtig: mit 5 nachts noch nicht trocken ist durchaus normal.
Wie steht Dein Sohn zum nassen Bett? Ich nehme an, er möchte auch „groß“ sein und ohne Windel / nasses Bett auskommen.
Ich finde es wichtig, dass er sich nicht unter Druck gesetzt fühlt. Je trauriger er selbst darüber ist, um so wichtiger ist Behutsamkeit.
Bei unserer Tochter hat folgendes funktioniert: nach der ersten trockenen Nachtwindel wollte sie keine mehr tragen. „Ich kann ohne Windel schlafen!“ Das ging dann prompt schief und sie war sehr traurig. Daraufhin haben wir sie vier Wochen lang jede Nacht gegen Mitternacht, wenn wir schlafen gingen, aus dem Bett getragen, auf die Toilette gesetzt, wieder ins Bett getragen. Meistens wurde sie dabei nicht mal richtig wach. Und das Bett blieb trocken.
Dann hatten wir dazu einmal keine Lust. Und das Bett blieb trotzdem trocken. Auch danach gab es nur noch ganz selten ein nasses Laken, auch ohne raustragen.
Warum das funktionierte, weiß ich nicht. Aber ihrem Ego hat es sehr gut getan.
Solltest Du jedoch den Eindruck haben, dass es Deinem Sohn völlig egal ist, dass sein Bett nass ist, könnte vielleicht der Rat einer Freundin weiter helfen: ihr Sohn war offenbar zu faul zum Aufstehen und nässte ein. Fortan ließ sie den 7jährigen sein Bett selbst ab- und neu beziehen, die Waschmaschine füllen, Wäsche aufhängen und zusammenlegen. Das half, ihm das Problem deutlich zu machen, und er wurde schnell trocken.
Die Klassenlehrerin unserer Tochter erzählte auf dem Elternabend vor der Klassenfahrt in der zweiten Klasse, dass sie schon öfter „Windelkinder“ mitgenommen habe. Das Kind bekäme in ihrem Lehrer-Zimmer die Windel an, und kein anderes Kind würde das mitbekommen. Denn in Jugendherbergen ist ein nasses Bett nicht nur peinlich, sondern auch teuer, wenn sie die Matratze reinigen lassen.
Bei älteren (!!) Kindern, die zur Mitarbeit bereit und fähig sind, kann man auch eine „Klingelhose“ einsetzten. Bei der ersten Feuchtigkeit wird das Kind geweckt und kann zur Toilette gehen. Das ist eine reine Konditionierung und funktioniert nur, wenn es keine wirkliche Ursache für den Urinabgang gibt, außer, dass das Kind den Drang nicht spürt und den Blasenschließmuskel unbewusst öffnet.
Gruß
Jette