Tulpen und andere Zwiebelblumen

Hallo,
wie pflegt man Tulpen und andere Zwiebelblumen?
Ich habe im gesamten Garten Wild - Zwiebelblumen gesteckt, alle möglichen Sorten. Nur werden sie von Jahr zu Jahr mickriger. Manche treiben zwar noch Blätter aber keine Blüten mehr. Hilft düngen? Und wenn, wann ist der beste Zeitpunkt?

medea

Chaire Medea,

ein paar Rückfragen, um die Sache etwas einzugrenzen:

Um was für Blumen außer Tulpen handelt es sich?

Dürfen sie ungestört ihre Reserven bilden oder machst Du die Blätter ab, bevor sie einziehen?

Wie ist die Lage so (Sonne, Halbschatten, Schatten)?

Weißt Du was vom Boden (leicht, schwer, tonig, lehmig, sandig?)

Ist eine Terasse oder ein Plattenweg in der Nähe und was machst Du so damit? Abflämmen, U 46, Roundup oder sowas?

Ist eine Rasenfläche in der Nähe und was machst Du damit? Kalkstickstoff, Moosvernichter?

Wie düngst Du sonst so? NPK-Volldünger, „Blaukorn“?

Was machst Du sonst so mit den Beeten oder Rabatten, wo Du die Blumen drin hast? Hacken, Torf, Mulch?

Ich bin nicht sicher, ob ich Dir mit diesen Angaben eine gute Antwort oder wenigstens eine Vermutung geben kann. Aber ohne diese Angaben werdens auch die anderen Gartenfreaks nicht gut können, die hier immer da sind.

Schöne Grüße

MM

Hallo, Medea:smile:
ich habe, neben all den wichtigen und richtigen fragen, die Martin gestellt hat, in meinem bauerngarten die erfahrung gemacht, dass auch *verwildernde arten* es ab und an ganz gerne habe, ausgegraben und versetzt zu werden…so alle drei, vier jahre buddel ich die, die ich finde aus…und setze sie woanders ein. Aber: auch blumen (zwiebeln) gehen anscheinend irgendwann den weg in den blumenhimmel - dann hilft nur, neue einzusetzen - am besten in gruppen - dann findet man sie auch wieder leichter. Und immer die blätter schön einziehen lassen und nicht zu früh abschneiden.
lieben gruss aus wien,
jenny

Chaire Medea,

ein paar Rückfragen, um die Sache etwas einzugrenzen:

Um was für Blumen außer Tulpen handelt es sich?

Eine bunte Mischung „Wildblumen“, Krokus, kleine blaue Sternförmige usw. habe sie als Großpackung gekauft, waren 150 Stück drin.

Dürfen sie ungestört ihre Reserven bilden oder machst Du die
Blätter ab, bevor sie einziehen?

ich schneide die Blätter erst ab wenn sie braun und ganz trocken sind.

Wie ist die Lage so (Sonne, Halbschatten, Schatten)?

Halbschatten bis Schatten, der Garten hat Laub und Nadelbäume.

Weißt Du was vom Boden (leicht, schwer, tonig, lehmig,
sandig?)

sehr sandig, wir haben unmengen Mutterboden aufgebracht, der sich leider schnell „verbraucht“.

Ist eine Terasse oder ein Plattenweg in der Nähe und was
machst Du so damit? Abflämmen, U 46, Roundup oder sowas?

nein auf keinen Fall, ich habe einen Naturgarten!

Ist eine Rasenfläche in der Nähe und was machst Du damit?
Kalkstickstoff, Moosvernichter?

nein.

Wie düngst Du sonst so? NPK-Volldünger, „Blaukorn“?

ich dünge, gezielt, nur bestimmte Stauden und Sträucher mit Blaukorn.

Was machst Du sonst so mit den Beeten oder Rabatten, wo Du die
Blumen drin hast? Hacken, Torf, Mulch?

Mulchen. Hacken selten, nur wenn Unkraut zuviel wird.

Ich bin nicht sicher, ob ich Dir mit diesen Angaben eine gute
Antwort oder wenigstens eine Vermutung geben kann. Aber ohne
diese Angaben werdens auch die anderen Gartenfreaks nicht gut
können, die hier immer da sind.

Schöne Grüße

MM

Danke, und Grüße von
medea

Hallo,
wie immer gibt’s kein Pauschalrezept für *alle* Zwiebelpflanzen. Auch innerhalb der einzelnen Gattungen sind die Ansprüche oft recht verschieden. Generell fühlen sich viele dieser Pflanzen im Wurzelbereich von Sträuchern wohl, wo sie nicht gestört werden und im Frühjahr Sonne bekommen.

Tulpen - wollen es generell sonnig, recht nährstoffreich und auch genügend Wasser während sie wachsen, im Sommer lieben sie trockenen, warmen Boden. Nur wenige eignen sich zum Verwildern, von anderen Pflanzen werden sie schnell überwachsen.

Krokus - auch eher sonnig. Zum Verwildern besonders geeignet sind Crocus tommasinianus, der Elfen-Krokus, für Plätze, die im Sommer schattig liegen und der Boden nicht austrocknet (setzt sich auch in lockeren Rasenflächen durch) und C. flavus für trockenere, sonnige Stellen. Auch die großblütigen Sorten säen sich ab und zu aus, aber verbreiten sich nicht so stark.

Schneeglöckchen - frischer Boden, vertragen im Sommer auch Schatten. Märzenbecher desgleichen.

Osterglocken - frischer, nährstoffreicher Boden für die Dichternarzissen, die sich dann auch vermehren. Alle anderen, besonders die Wildarten aus südlicheren Ländern sind recht schwierig.

Blausternchen, Schneeglanz, Muscari etc. - sind recht ausbreitungsfreudig, im Frühjahr gern sonnig, nach der Blüte wird Schatten vertragen.

Hyazinthen - die hochgezüchteten Sorte brauchen offenen Boden und viel Dünger. Es gibt aber auch weniger protzige Sorten, die sich an nicht zu trockenen Stellen langsam vermehren.

Winterlinge - auch eher frisch und etwas düngen.

Das sind eigentlich die üblichen, die zum Verwildern angeboten werden. Wichtig ist, daß viele im Frühjahr, ab dem Zeitpunkt des Austreibens, schon Nährstoffe und Wasser brauchen. Den Rest vom Jahr wollen sie dann in Ruhe gelassen werden, nur wenn sich dichte Horste gebildet haben, sollte man sie teilen (Schneeglöckchen jetzt, andere während der Ruhezeit - Spätsommer, Frühherbst).

Gruß,
Jens

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Hallo nochmal,

Jens hat Dir das meiste wichtige schon gesagt, ich geh jetzt nochmal durch, was mir so einfällt.

Eine bunte Mischung „Wildblumen“, Krokus, kleine blaue
Sternförmige usw. habe sie als Großpackung gekauft, waren 150
Stück drin.

Obwohl letztlich alles, was man so kriegt, „Holländerware“ ist, gibt es da vielleicht auch Unterschiede in der Vitalität: Letztlich ist das, was in der Vermehrung Geld kostet, die Arbeit; also könnte es schon unterschiedliche Grade der Selektion geben, da bin ich überfragt. Handelsklassen richten sich da bloß nach den Durchmessern der Zwiebeln/Knollen, das ist nur eine ziemlich grobe Aussage.

Im „Hochglanzversand“ habe ich mit Chrestensen ganz gute Erfahrungen; die, die immer unaufgefordert kommen und die ich dann gleich wegwerfe, nenne ich jetzt nicht mit Namen.

Halbschatten bis Schatten, der Garten hat Laub und Nadelbäume.

Könnte etwas ausmachen (vgl. die Antwort von Jens). Hie würde ich als freundliche Frühjahrsblüher Schneeglöckchen, Winterlinge, später (jetzt grade) Duftveilchen, Lerchensporn, vielleicht Primula veris, in Schattenlage Waldmeister probieren. In Halbschattenlage auch Leberblümchen (wenn der Sand nicht zu sauer), Lungenkraut.

sehr sandig, wir haben unmengen Mutterboden aufgebracht, der
sich leider schnell „verbraucht“.

Das ist, scheint mir, das Problem an der Sache. Die meisten Deiner Zwiebelpflanzen mögen frische Böden auf Kalkverwitterung (Krokus); Tulpen, Kaiserkronen kommen auch mit säuerlichen tonigen Böden zurecht, aber lieber bindig als sandig auf jeden Fall.

Mutterboden wird von Eurem (märkischen?) Sand weggebrannt wie zerknülltes Zeitungspapier, in der Reichsstreusandbüchse kann man Tonnen davon abkippen, man merkt nichts davon. Einen Boden mit etwas besserem Wasser- und Nährstoffhaltevermögen könnt Ihr auf die lange Sicht vielleicht hinkriegen mit regelmäßigem Aufbringen (Herbst oder Frühjahr oder beides) von Kommunalkompost, der einen hohen Anteil von wenig zersetztem Häckselgut enthält. Dazu langsam verfügbaren Kalk, etwa den billigsten grob gemahlenen Düngekalk aus der Trinkwasseraufbereitung - 90% CaCO3.

Alles andere, was Du schreibst, klingt eher gut für die Zwiebelpflänzchen; die Schwierigkeiten scheinen also an den zwei nicht änderbaren Standortfaktoren Schatten und Sand zu hängen.

Dafür ist es dann schattig genug für Aronstab, Seidelbast, allerlei Digitalis (da gibt es mindestens vier gartentaugliche Sorten), Haselwurz, Hirschzunge, Akelei etc. - es ist an jedem Haken auch ein Vorteil…

Schöne Grüße

MM

Hallo,
vielen Dank für eure Antworten.
medea

Hallo
Habe gerade im Buch „Rat Für jeden Gartentag“ gelesen : Rat für Mai
„Sobald die Tulpen im Verblühen sind, schneidet man die Köpfe ab.
Sie setzen sonst Samen an, der die Entwicklung der neuen Zwiebel stark Beeinträchtigt.“
Ich weiss das dieser Rat bei Speisezwiebeln zutrift.
Grüß
Jan

medea