Hallo!
Mein Text ist (leider) etwas lang geworden, aber ich wollte alles unterbringen, was mir potenziell wichtig erscheint:
Zunächst zu meiner Person: Ich bin männlich, 30 Jahre alt, schlank, habe keine nennenswerten Vorerkrankungen (zur Ausnahme sogleich), neige seit einigen Jahren allerdings zu eher stärkeren Blähungen. Meine Ernährung ist unausgewogen und eher fettig und süß, ich habe schon mind. zehn Jahre keinen Sport getrieben und auch damals nur in der Schule. Ich übe eine sitzende Tätigkeit aus. Abgesehen von dem in diesem Absatz Genannten qualifiziert mich wohl nichts weiter für eine Zugehörigkeit zur Risikogruppe für Darmkrebs, jedenfalls bin ich ja nicht wirklich alt und habe auch keine Darmkrebsfälle in der Familie.
Das folgende Problem ist vor einigen Wochen oder wenigen Monaten zum ersten Mal aufgetreten, hernach noch zwei, drei Mal, jeweils aber etwa nur für ein, zwei Tage. Mittlerweile plagt es mich in unterschiedlicher Stärke seit ca. einer Woche praktisch durchgehend.
Es zu beschreiben, fällt mir nicht ganz leicht: Manchmal fühlt sich an wie Blähungen (s.o.), bei denen aber die Luft bzw. die Gase festsitzen und zwar in Höhe etwa der Hüften. Manchmal fühlt es sich eher an, als würde Stuhl festsitzen. Manchmal fühlt es sich an, als würde etwas auf etwas (den Darm?) drücken. Manchmal fühlt es sich an wie ganz leichte Rückenschmerzen (im Übrigen würde ich den genannten „Druck“ aber nicht als schmerzhaft bezeichnen, wenn auch als (mitunter sehr) unangenehm.) Tatsächlich entweichen durchaus Luft und/oder Gase, und ich habe, soweit ich das beurteilen kann, auch normalen Stuhlgang. Zusätzlich aber habe ich gelegentlich das trügerische Gefühl, auf Toilette zu müssen, und obwohl ich weiß, dass es nichts bringt, gehe ich dann auch hin.
Ein Allgemeinmediziner hat eine (ausführliche) Ultraschalluntersuchung durchgeführt und den Darm (sehr kurz) mit dem Finger abgetastet, dabei aber rein gar nichts finden können. Die Untersuchung einer Blutprobe („kB“; kleines Blutbild?) sollte die Möglichkeit eines Tumors ausschließen („Wenn da was wäre, müssten wir es eigentlich im Blut sehen.“) Die Untersuchung hat keinerlei Auffälligkeiten ergeben. (Ich habe bei solchen Untersuchungen eigentlich immer Top-Werte.)
Da der Arzt eine orthopädische Ursache ins Spiel gebracht hat, habe ich mich von einem Orthopäden untersuchen (u.a. röntgen) lassen. Der Befund war wohl einigermaßen dramatisch, weil ich extrem schwach und ungelenkig bin; einiges ist auch krumm und schief, genauer weiß ich es nicht, weil ich die medizinischen Ausführungen von Ärzten kaum verstehe. Dass ich dringend Rehasport oder etwas in der Richtung tun muss, soll hier aber ausdrücklich nicht das Thema sein (die Gegenmaßnahmen sind in Planung, können aber berufsbedingt erst in einem Monat in Angriff genommen werden und wirken natürlich dann auch nicht nach wenigen Tagen). Auf meine ausdrückliche Frage hat der Orthopäde erklärt, dass die akuten Beschwerden, wegen derer ich ihn aufgesucht habe, durchaus Folge meines „orthopädischen Zustands“ sein könnten. Leider bin ich nicht sicher, wie gut er verstanden hat, was eigentlich mein akutes Problem ist, zumal ich es ja auch nicht so furchtbar gut erklären kann. Außerdem hat der Arzt doch ziemlich offen gelassen, wie wahrscheinlich ein Zusammenhang zwischen dem einen und dem anderen ist.
Der Besuch beim Orthopäden ließ mich zunächst glauben, dass der Zusammenhang besteht, und da der Arzt von einer kurzfristigen Abhilfe nichts gesagt hat, ging ich davon aus, dass es eine solche nicht gibt.
Mir stellen sich einige Fragen.
Zuvor ist noch ein kurzes Wort zu meiner Lebenssituation erforderlich: Ich lege in einem Monat die wichtigste Prüfung meines Lebens ab, von der meine gesamte berufliche Zukunft abhängt; der Stoffumfang ist gewaltig. Ich habe praktisch überhaupt keine Zeit für irgendwas und bin nur zu den Ärzten gegangen, weil ich mich in diesem Zustand auch schlecht konzentrieren kann und weil ich Angst vor gefährlichen Dingen wie einem Tumor habe. Das heißt: Ich würde, um die Beschwerden vorübergehend zu lindern (also die Symptome zu bekämpfen) oder um wenigstens Gewissheit über die Ursache (jedenfalls: gefährlich oder nicht?) zu erlangen, durchaus auch noch mal zum Arzt gehen, aber gerade jetzt gilt, dass ich jede Stunde zum Lernen brauche. Jede Maßnahme, die ich Angriff nehme, sollte möglichst sinnvoll und gezielt sein.
Ich würde mich freuen, wenn jemand aus eigener (ähnlicher) Erfahrung oder kraft seines Fachwissens zu einer oder mehrerer der folgenden Fragen Antworten wüsste:
Die Möglichkeit eines Darmtumors lässt sich meines Wissens nach weder durch einen gewöhnlichen Bluttest noch durch eine Abtastung des Darms mit dem Finger halbwegs vollständig ausschließen. Hat der Allgemeinmediziner mit seiner Ansicht Recht, dass es gleichwohl keinen konkreten Anlass gibt, diese Idee weiter zu verfolgen? Immerhin kann ein Darmtumor zur Verengung führen und solche Gefühle, wie ich sie beschrieben habe, auslösen. Ich bin auf eine Darmspiegelung ganz sicher nicht scharf. Ist es aber vertretbar, unter den konkreten Umständen darauf zu verzichten? Oder kann man am Ende wirklich sagen, dass meine Blutwerte verändert sein müssten, und nur, wenn sie das wären, würde sich eine weitere Untersuchung in Richtung Krebs lohnen?
Angenommen, es liegt eine orthopädische Ursache vor: Ich habe mittlerweile gehört, dass ein Medikament zur Muskelentspannung dann kurzfristig Abhilfe schaffen könnte. Ist das wahr? Mir ist durchaus bewusst, dass ich das Problem selbst damit nicht lösen kann, ich suche aber dringend nach einer Möglichkeit, in „Ruhe“ meine Prüfung abzulegen. (Die Idee kam übrigens von einer mir persönlich bekannten Arzthelferin eines Orthopäden, ich selbst wusste nicht, dass es solche Medikament gibt.) Oder wäre die Einnahme solcher Medikamente z.B. wegen der möglichen Nebenwirkungen unverhältnismäßig?
Ist die Idee einer Darmreinigung (Klistier) abwegig, oder besteht eine gewisse Chance, dass wirklich etwas festsitzt (Luft?), das auf diesem Wege beseitigt werden könnte?
Fällt jemandem vielleicht noch ein ganz anderer Aspekt ein?
Viele Grüße,
S. H.