Turboabitur

H wie Hola, Gandalf.

Ein paar kleinere Korrekturen…

Nun ja. Die Oberstufe ist für die meisten die letzte
Gelegenheit, sich ein halbwegs ordentliches Allgemeinwissen
anzueignen.

Präzise.

Abitur umfaßte ursprünglich

* vertiefendes Allgemeinwissen in allen Fachgebieten

* Beweis der Studiertauglichkeit

* Erwerb der Studierfähigkeit

* Wunsch, ein Studium aufzunehmen

Wer nicht auf allen Wissensgebieten solide Leistungen bringen kann, darf eben kein vollwertiges Abitur erreichen.
Das System bietet - auch heutzutage! - genügend Alternativen an, doch noch in eine Fachschulstudium/Hochschulstudium zu gelangen.

[…]die vermittelt Wissen für ein Fachabitur

Bitte nicht von „Fachabitur“ sprechen. Sowas existiert schon ewig und drei Tage nicht mehr. Es gibt eine allgemeine Hochschulreife, eine fachgebundene Hochschulreife und eine Fachhochschulreife.
Besonders fachgebunde Hochschulreife und Fachhochschulreife sind zwei völlig verschiedene Dinge, die nicht unter einem veralteten, schwammigen Begriff wie „Fachabitur“ vermischt werden sollten.

  • Abschaffung des dreigliedrigen

Schulsystems zugunsten einer
Gesamtschule

  • Flächendeckende Einführung

der Ganztagsschule

Vom Begriff „Gesamtschule“ sollte Abstand genommen werden.

Exkurs: Gesamtschule ist eine Begriffsprägung der frühen 70er Jahre iaus der alten BRD, um sich von der diametralen DDR-Einheitsschule abzugrenzen.

Nach außen zwar als eine Schule wirkend, ist eine Gesamtschule trotzdem ein Musterbeispiel des vielgliedrigen Schulsystems. Intern wird knüppelhart in verschiedene Schulformen differenziert, und das auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau in bezug auf reine Hauptschulen, reine Realschulen, reine Gymnasien.

Akzeptabel ist es, von „Gemeinschaftsschule“ zu sprechen, falls man unbedingt das Wort „Einheitsschule“ vermeiden möchte.

In den Medien wird übrigens dieser Fehler auch gerne gemacht. Da haben angeblich die meisten anderen Länder eine Gesamtschule - was natürlich völliger Blödsinn ist, denn eigentlich sind das Gemeinschaftsschulen.

„Gemeinschaftsschule“ halte ich sogar für besser, denn in Deutschland kann mit „Einheitsschule“ eigentlich immer nur die Schule der DDR gemeint sein, welche von den Sozialisten nach dem reformpädagogischen Gedanken aus der Weimarer Republik gestaltet wurde.

(Die Reformpädagogik begründete in den 20er Jahren stringent die deutsche Einheitsschule.)

Ahoi

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Hallo,

Das wurde im Hauruckverfahren in einigen Ländern eingeführt,
z.B. mit vermehrtem Nachmittagsunterricht, aber ohne die
notwendige Infrastruktur (Schulräume, Aufenthaltsräume,
Kantine, usw.). Es gab kaum Anpassung der Lehrpläne, lediglich
ein „Zusammendrücken“ auf 8 statt 9 Jahren.

Unfug.

Wieso Unfug? Du hast nicht verstanden, was ich geschrieben habe. Es geht mir nicht darum, dass in der DDR die Schule besser war. Es geht darum, dass die Last der Verkürzung der Schuljahre in den alten Bundesländern auf die Unterstufe (Klasse 5-7) gelegt wurde, ohne die Rahmenbedingungen und die Infrastruktur dem neuen System anzupassen.

Gruß
eklastic

Die Schulbildung war in der DDR deutlich besser. Das Niveau ist eben in der Zeit nach der Einheit deutlich gesunken, als das dreigliedrige System eingeführt wurde. Mehr aus der DDR lernen, kann helfen. Mehr Naturwissenschaften und Mathe und weniger künstlerisches.

„Gemeinschaftsschule“ halte ich sogar für besser, denn in
Deutschland kann mit „Einheitsschule“ eigentlich immer nur die
Schule der DDR gemeint sein, welche von den Sozialisten nach
dem reformpädagogischen Gedanken aus der Weimarer Republik
gestaltet wurde.

(Die Reformpädagogik begründete in den 20er Jahren stringent
die deutsche Einheitsschule.)

H wie Hola.

Mehr Naturwissenschaften und Mathe und
weniger Künstlerisches.

Eben nicht.

Schule hat nicht die Aufgabe, schön abgeschliffene ökonomische Wesen auszuspucken, die der Wirtschaft mit aller Gewalt Mühe und Aufwand bei der fachspezifischen Ausbildung sparen.

Fachbildung gehört in nachgelagerte Ebenen des Bildungswesen: Lehre, Studium.

Auch das Künstlerische, das Geisteswissenschaftliche hat seinen Platz.
Kunsterziehung beispielsweise. In diesem Fach wird nicht wirklich Konkretes gelehrt, abgesehen von der Kunstgeschichte vielleicht.
Doch es gehört zu den primitivsten Grundfertigkeiten, die heute viele Jugendliche nicht mehr beherrschen, Sachverhalte zeichnerisch und perspektivisch ***entzifferbar*** darstellen zu können.
In eben den genannten Ingwissenschaften, Naturwissenschaften und in Mathe ist es Tagesgeschäft, für einen Kollegen auch einmal eine vernünftige Skizze zu machen, bevor man eine halbe Habilitation aus dem Füller hämmert.

Kunstunterricht schult diese Fertigkeit nachhaltig, prägt das räumliche Verständnis und schlägt die Brücke zwischen dem Sich-im-Kopf-vorstellen-können und dem Erkennbar-in-eine-verständliche-Zeichnung-bringen.

Und Musik? Musik ist schlicht und ergreifend unerläßliche Allgemeinbildung. Um es mit dem O-Ton meines Freundes Nietzsche zu sagen: „Ohne Musik wäre das Leben ein Irrthum.“

Wir Leben im 21. Jahrhundert, können auf eine lange Kulturgeschichte zurückblicken - und ausgerechnet das soll ausgerechnet in den allgemeinbildenden Schulen gedrosselt oder gar abgeschafft werden?
Für sowas kennt der Deutsche viele blumige Begriffe: mit dem Klammerbeutel gepudert sein, eine Macke mit Schuß haben, nicht ganz rundlaufen, …

Wer fachliche Ausrichtung an Schulen möchte, möge doch bitte in den weiterführenden Ebenen eine Schule für sich wählen, die eben dort einen Schwerpunkt bildet und andere Dinge vernachlässigt. Gleiches gilt übrigens auch für den Wunsch nach religiösen schulischen Bildungswegen.

Der Einwand gegen die Schönen Künste ist nur insofern berechtigt, als daß man eine anständige Vereinigung von polytechnischer Bildung und von reiner Allgemeinbildung fordern kann. Hier sind traditionell (schon vom Namen her!) die Realschulen gefragt. Sie tragen die Breitenbildung und sie sind verantwortlich für ergänzende Bildungsinhalte. Als Beispiel führe ich das an, was ich selbst hautnah kenne: Nach der Wende konnte sich als Nachfolger des polytechnischen Unterrichts der DDR die Profilrichtung „Technik“ flächendeckend durchsetzen. Technisches Zeichnen, Produktionstechnik, Maschinenwissen, Elektrotechnik, Informationstechnik - vier Jahre lang ab Klasse 7.

Doch auch hier wird natürlich kein Ausbildungsniveau erreicht. Die Kinder lernen jedoch technische Denkweisen kennen, lernen methodisches Vorgehen, lernen korrektes technisches Darstellen, lernen jede Menge aus der Welt der Motoren, der Kupplungen, lernen Strommessen, Spannungsmessen, Löten usw. usf…

Daß dies an Gymnasien schon Jahre überfällig ist (wenn man schon gegliedertes Schulsystem machen muß), sollte klar sein!

Ich erzähle immer wieder gerne die Geschichten aus dem Grundstudium, wo man heutzutage mit Leuten in den Ingenieurvorlesungen sitzt, die noch nie einen Lötkolben in der Hand hatten, die unmöglichste Vorstellungen vom Studium haben (falls sie vorher überhaupt welche hatten!), die nicht wußten, was sie machen sollten und dann eben einfach mal etwas Ingieurwissenschaftliches anfangen, die nie technische Praktika im Vorfeld absolviert haben, die sich tatsächlich einbilden mit Matheleistungskurs/ Physikleistungskurs könne man irgendwas reißen…

Und wie schon erwähnt, dürften Leute, die keinen Stich in Mathe, in den Naturwissenschaften und/oder in der Technik sehen, kein Abitur bekommen. Es gibt genügend Alternativen im System!
Es kann nicht sein, daß sich manche durch das Abi schleichen, weil sie die ungeliebten Fächer einfach abwählen. Das Kurssystem ist einer der gewaltigsten Fehlgriffe der westdeutschen dreijährigen Oberstufe.
Nicht nur, daß ein Jahr vergeudet wird, nein, es darf (durfte) auch noch das Ungeliebte gestrichen werden.

Stärken fördern heißt nicht, den Schülern Möglichkeiten für ein Dünnbrettbohrer-Abitur einzuräumen.
Stärken fördern heißt: ALLES muß lückenlos belegt UND bestanden werden, von Mathe über Chemie bis Kunsterziehung, Geschichte und Geographie. Seine Stärken kann man dann ja in ZUSATZangeboten zum Tragen bringen.
Anders gesagt, sich auch den Schwächen stellen müssen, während man seine Stärken durch Unterricht voranbringt, der über den veranschlagten, möglichst hohen Standard hinausreicht.

Doch was hier so abläuft momentan?! Die meisten Leute prahlen regelrecht damit, was sie alles in den Wind geschossen haben bei der Kurswahl. Und solche Leute dürfen sich dann genauso Besitzer eines vollwertigen Abiturs nennen wie ich? Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle Menschen, die nicht den Weg des geringsten Widerstandes gegangen sind – und durch unerhörte (legale) Trickserei einen Abschluß erhalten, der ihnen bezüglich ihres Leistungsvermögens gar nicht zusteht.

Soweit lasse ich mich auf die Diskussion Schöne Künste vs. ordentliche Wissenschaften ein. Doch ein einseitiger Ausbau der Naturwissenschaften, der Technik und der Mathematik auf dem Rücken der Geisteswissenschaften kommt nicht in die Tüte.

Fachidiot kann man später noch werden.

Ahoi

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hmm… aber es gibt vielleicht auch intelligente kinder , die größere interesse in kunst und sport haben , als in mathematik und chemie …
nicht nur vllt gibt es diese kinder … ziemlich sicher gibt es die .
und was wäre mit diesen ???
nur weil sie dann keine lust haben , mathematik zu lernen , sollten sie kein abi in bk machen dürfen , und dann durchfallen , und niemals kunst studieren können ???
wer fächer wie musik und sport und kunst als wenig wichtig einstuft , ja … der kann seine kinder ruhig vorm pc verfetten lassen … aber dann haben die auf dem gymnasium noch weniger verloren …

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Hallo Beatrix,

Nach meiner Meinung fördern solche Fächer wie Musik und Kunst
gerade die „soft skills“, an denen es so manchem Fachidioten
so leicht gebricht.

Was für soft skills meinst du?

denken in andere Richtungen als z.B. die natur- oder ingenieurwissenschaftlichen Schablonen (bin selber Elektroingenieurin).

Meiner Meinung wird „sowas“
nicht wirklich in der Schule vermittelt.
Ich sehe bei meinem Großen, dass er in jedem Grundkurs 3
Stunden, in den Leistungskursen 5 Stunden hat. Und ich frage
mich wirklich, wieso er 3 Stunden Musik in der Woche machen
muss, dafür aber kein Informatik in seinem Plan unterkriegt
(er macht schon 1 Kurs zusätzlich, nämlich 3 Naturwiss.
anstatt die pflichtigen 2).

Eben, damit er nicht ausschließlich in der Natur- und Computerwissenschaft hängenbleibt.

In seiner Freizeit macht er ausreichend Sport und Musik.

Das meinst Du, aber wenn die Musik ausreichend wäre, würden ihn die schulischen Musikstunden auch nicht stören. Wenn er allerdings „ätzend“ findet, was er in der Schule in Musik lernen muss, dann kann es gut sein, dass das genau der Stoff ist, den ich mit „Bildung“ umschreiben wollte.

Gruß, Karin

Diese Fächer können doch ausgelagert werden. In der Freizeit gibt es dafür genügend Möglichkeiten, dieses auszubauen. Einige Wählen ihre Fächer extra so, damit es ein billiges Abitur wird. Nur diese LKs wie Kunst usw., um leichter ans Abi zu kommen. So geht es natürlich nicht. Mathe und Deutsch müssten als LK Pflicht sein. Dazu kann noch etwas mit Nawi oder Fremdsprachliches genommen werden.

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H wie Hola.

Wieso Unfug? Du hast nicht verstanden, was ich geschrieben
habe. […] Es geht darum, dass die Last der Verkürzung der
Schuljahre in den alten Bundesländern auf die Unterstufe
(Klasse 5-7) gelegt wurde, ohne die Rahmenbedingungen und die
Infrastruktur dem neuen System anzupassen.

Also die Klassen 5 bis 7 fallen bei mir in die Mittelstufe :smile:
Aber das nennt sowieso inzwischen jeder anders.

Jetzt nochmal: WELCHE Last wurde denn auf die unteren Mittelstufenklassen verteilt? Es geht doch im Grunde nur darum:
Der Bildungsstand eines Abiturienten nach 13 Jahren Schule in den Alten Ländern ist nicht größer als der Bildungsstand eines Abiturienten nach 12 Jahren Schule in den Neuen Ländern?

Es wird „bei euch“ in diesem zusätzlichen Jahr NICHTS vermittelt.
Es gibt keinen Mehrwert.
Die Frage, weshalb dann auf Grund von einem umverteilten NICHTS gejammert wird, drängt sich doch ernsthaft auf!

Wo wurden denn angeblich „9 Jahre in 8 gequetscht“? Vielmehr ist es doch so, daß das überflüssige 11. Schuljahr mit dem lang erwarteten, dicken Rotstift endlich gestrichen wurde.

Wie ich schon sagte: Irgendwas muß in den betroffenen Bundesländern schieflaufen, was nicht mit einem Rundumschlag gegen den Verwaltungsapparat und gegen die Lehrpläne zu erklären ist.
Und dieses „irgendwas“ muß demzufolge methodischer oder didaktischer Natur sein, denn wenn nach 13 Jahren nicht mehr rauskommt als hierzulande nach 12 Jahren wird schlicht und ergreifend ein Jahr dumm in der Weltgeschichte herumgebummelt.

Um nichts Falsches zu berichten, habe ich extra nochmal recherchiert:
Die meisten (Regel-)Gymnasien in Sachsen haben nur an zwei Tagen der Woche Nachmittagsunterricht, ein paar wenige regelmäßig drei.
Daß hier aus DDR-Zeiten eine völlig andere Infrastruktur vorherrscht, ist erstmal aus Sicht der G8-Probleme mit dem Stoff nebensächlich.

Mich würde wirklich einmal interessieren, was die Kinder bei euch in den unteren Klassenstufen bei (angeblich) so großer Stundenzahl den lieben langen Tag machen?! Ich frage deshalb nach, weil ich es einfach nicht verstehe. Was machen die Kinder den ganzen Tag? Wo kommen die vielen Stunden eigentlich her, wenn ihr in 13 Jahren *nicht* mehr lernt, als die Kinder hier in 12 Jahren.

Der Punkt müßte erstmal ausgiebig geklärt werden, bevor solche Floskeln kolportiert werden von wegen „9 Jahre in 8 gequetscht“.

Welches 9. Jahr denn? Das 9. Jahr gibt es Brutto, in Ordnung.
Aber Netto existiert es einfach nicht…

Hier bitte ich wirklich um Aufklärung. :smile:

Ahoi :smile:

hmm mal ehrlich … billiges abi … klar …vielleicht geht es manchen auch nicht unbedingt um ein tolles abi ???
vllt will jemand unbedingt kunst studieren , und braucht eines dieser billigen abis dafür ?? schafft das abi aber nur durch nen bk lk ??? na also … das ist mehr als nur gerechtfertigt… und n bissle kultur sollte jeder spätere mathematiker auch in seinem kopf haben …

Diese Fächer können doch ausgelagert werden. In der Freizeit
gibt es dafür genügend Möglichkeiten, dieses auszubauen.
Einige Wählen ihre Fächer extra so, damit es ein billiges
Abitur wird. Nur diese LKs wie Kunst usw., um leichter ans Abi
zu kommen. So geht es natürlich nicht. Mathe und Deutsch
müssten als LK Pflicht sein. Dazu kann noch etwas mit Nawi
oder Fremdsprachliches genommen werden.

Hallo Ding,

(es wäre schön, wenn du ein paar Daten in deine Visitenkarte stellen würdest, damit man weiß, auf welcher Basis man diskutiert)

Also die Klassen 5 bis 7 fallen bei mir in die Mittelstufe :smile:

In Hessen heißen die Klassen 5-9 Sekundarstufe 1, 10-12 Sekundarstufe 2. Das ist aber überall anders.

Jetzt nochmal: WELCHE Last wurde denn auf die unteren
Mittelstufenklassen verteilt?

Wiederum in Hessen: Hier wurde der Lernstoff der früheren Klassen 5-10 auf die Klassen 5-9 verteilt. Die Sekundarstufe 2 wurde nicht angetastet.

Der Bildungsstand eines Abiturienten nach 13 Jahren Schule in
den Alten Ländern ist nicht größer als der Bildungsstand eines
Abiturienten nach 12 Jahren Schule in den Neuen Ländern?

Das will ich nicht beurteilen. Allerdings bin ich auch der Meinung, dass 12 Klassen reichen.

Es wird „bei euch“ in diesem zusätzlichen Jahr NICHTS vermittelt.

Das ist eine philosophische Frage - was wird denn in den anderen Jahren vermittelt?

Wo wurden denn angeblich „9 Jahre in 8 gequetscht“? Vielmehr
ist es doch so, daß das überflüssige 11. Schuljahr mit dem
lang erwarteten, dicken Rotstift endlich gestrichen wurde.

Siehe oben. Das 11. Schuljahr wurde nicht angetastet, vielmehr wurde in den Klassen 5-9 (jetzt) gegenüber den Klassen 5-10 (früher) verdichtet.

Wie ich schon sagte: Irgendwas muß in den betroffenen
Bundesländern schieflaufen, was nicht mit einem Rundumschlag
gegen den Verwaltungsapparat und gegen die Lehrpläne zu
erklären ist.

Nicht einverstanden. Die Lehrpläne (und die kannst du bei den Webseiten der jeweiligen Kultusministerien nachlesen) geben vor, was gemacht werden soll, und wieviele Stunden dafür aufgewendet werden müssen.

Und dieses „irgendwas“ muß demzufolge methodischer oder
didaktischer Natur sein, denn wenn nach 13 Jahren nicht mehr
rauskommt als hierzulande nach 12 Jahren wird schlicht und
ergreifend ein Jahr dumm in der Weltgeschichte herumgebummelt.

Ich glaube nicht, dass du in der Lage bist, die Bildung unserer Schüler zu bewerten. Das reduziert sich ja nicht auf das Fachwissen, das sie z.B. im Studium nachweisen müssen.
Aber ich gebe dir hier Recht - der Stoff, der für die erfolgreiche Ablegung einer Abiturprüfung nötig ist, lässt sich in einem Jahr lernen. Das geht z.B. bei der Nichtschülerprüfung.

Mich würde wirklich einmal interessieren, was die Kinder bei
euch in den unteren Klassenstufen bei (angeblich) so großer
Stundenzahl den lieben langen Tag machen?! Ich frage deshalb
nach, weil ich es einfach nicht verstehe. Was machen die
Kinder den ganzen Tag? Wo kommen die vielen Stunden eigentlich
her, wenn ihr in 13 Jahren *nicht* mehr lernt, als die Kinder
hier in 12 Jahren.

Jetzt wird es gefährlich. Was „lernen“ die Schülern in des westlichen Bundesländern, das man in Sachsen nicht lernt? Das lässt sich nicht damit erklären, was die sächsischen Schüler an Universitäten leisten.

Der Punkt müßte erstmal ausgiebig geklärt werden, bevor solche
Floskeln kolportiert werden von wegen „9 Jahre in 8 gequetscht“.

Darüber diskutieren Profis und Amateure - wiederum in Hessen - sehr intensiv.

Cheers, Felix

Also ich habe auch das Abi in 12 Jahren gemacht. Mir wurde damals von Freunden, die 13 Jahre gemacht haben, dass das 11.te Jahr als Orientierung dienen sollte, und es hat keiner so recht ernst genommen.
Bei mir war der Wechsel vonder 10ten auf die 11te Klasse der hammer. Ich fand, dass es doch auf einmal ganz anderer Anspruch an die Schüler gestellt war.

Ich höre immer wieder, dass die Lernpläne nicht angepasst sind. Darüber kann ich leider nichts sagen, mein Abi hab ich `97 gemacht.

Aber ich glaube schon, dass der Stoff damals doch reduziert war.
Ich habe Mathe Leistungskurs gemacht, und musste mich Gott sei Dank nie mit Wahrscheinlichkeitsrechnung auseinander setzen.

Ich denke, wenn der Lehrplan überarbeitet wird, auf wesentliche Lehrsachen, und füe Essen usw gesorgt wird, ist ein 12 Jahres Abi absolut tragbar. Ich kann nicht sagen, dass ich heillos überfordert war.

Was mich erstaunte war die Aussage, dass alle so pikiert über Schule bis 15 Uhr waren. Das war damals bei uns Standard.
Gut, ich hab mich nachmittags auch nicht zugepackt mit 50 außerschulischen Kursen und Sport, also hatte ich genug Zeit für Freunde und lernen.

Und ich denke, ein wenig Druck muss auch sein, immerhin wollen Abiturienten meistens studieren, und da ist das Lernpensum auch nicht besser. Die Schüler müssen schon lernen mit Druck und mehr Pensum umzugehen, die Welt nach der Schule sieht ja nicht besser aus.

LG
Wölkchen

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