hallo,
wieso wollen laut ARD mehr leute das 13-jahres-abi?
mfg:smile:
rené
hallo,
wieso wollen laut ARD mehr leute das 13-jahres-abi?
mfg:smile:
rené
Hallo Rene,
ich glaube nicht, dass sich die Leute auf das 9 -Jahres-Abitur versteifen. Sie sehen nur, dass durch die Umstellung auf den G8-Zug ohne eine damit einhergehende Umstellung der Lehrpläne die Schüler zeitmäßig heillos überfordert sind. Die gestern in der KMK beschlossene, lockerere Anrechnungsregelung dürfte daran nicht viel ändern.
Ralph
Hi
wieso wollen laut ARD mehr leute das 13-jahres-abi?
Ich bezweifle, dass diese ARD-„Studie“ seriös bzw. valent ist.
Die haben da ein paar Leute gefragt; das Ganze hat meiner Meinung nach gar keine Signifikanz.
Gruß,
Branden
Guten Morgen,
so wie meine beiden Vorschreiber sehe ich das auch. Da wollen einige Kultusministerien endlich mal eine vernünftige Bildungsreform durchführen - aber sie haben nicht rechtzeitig überlegt, wie man ein solches Süppchen vorbereitet. Und andere Kultusköche verderben ihnen den Brei.
Was die Bildungspolitik betrifft, sind die Grenzen der BRD rundum mit einem Bretterzaun vernagelt, und nur wenige werfen mal einen Blick über diesen Zaun in den Rest Europas.
13 Schuljahre bis zum Abi, wo gibt es das? Halbtagsschule, wo gibt es das? Gesamtschule, wo gibt es die nicht außer in Österreich, der Schweiz und in Luxemburg. Ach ja, in Nordirland auch nicht.
Grüße
Pit
Hallo!
Weil es etwas Neues ist, und etwas Neues ist in Deutschland immer zuerst einmal schlecht.
Weil viele Eltern das Gefühl haben, ihre Kinder seien überfordert oder könnten nun nicht mehr Geigenunterricht, Fußballtraining, gemeinnützige Arbeit und den Mopedführerschein gleichzeitig machen.
Aber auch, weil vieles übers Knie gebrochen wurde, kaum Infrastruktur zur Verfügung steht (Mittagsversorgung, Ganztagsangebote, angepasste Lehrbücher) und weil es wenigstens notwendig wäre, dass es das gäbe. Wer es am Ende nutzt, steht ja jedem frei, aber dann wäre da wenigstens kein Grund mehr, erst mal über alles zu meckern.
Ich bin stolz darauf, ein „Turbo-Abi“ gemacht zu haben, auch ohne Ganztagsschule, mit Nachmittagsunterricht und Hobbies, aber eben auch mit den entsprechenden Lehrbüchern (teilweise) und mit Mittagsversorgung (die übrigens von geschätzten 25% meines Jahrganges genutzt wurde, aber sie war da, niemand konnte sagen „Aber die armen Kinder, die kriegen ja gar nichts zu essen…“). Ein sehr schöner Begriff übrigens. Isr dann 9 Jahre Gymnasium „Langzeitschüler“?
LG
Sonne
Hallo,
es geht ganz klar um die Durchführung des G8-Abiturs.
Das wurde im Hauruckverfahren in einigen Ländern eingeführt, z.B. mit vermehrtem Nachmittagsunterricht, aber ohne die notwendige Infrastruktur (Schulräume, Aufenthaltsräume, Kantine, usw.). Es gab kaum Anpassung der Lehrpläne, lediglich ein „Zusammendrücken“ auf 8 statt 9 Jahren.
Von Herrn Öttinger kam vor einigen Wochen die Meldung, man wolle den G8 Lehrplan entrümpeln, indem man die naturwissenschaftlichen Fächer auf ein einziges reduziere, in dem dann Physik, Chemie und Biologie abgedeckt werden soll. Inzwischen hat er das wegen massivem Gegenwind zurückgenommen.
Bislang hat in Hessen wie auch in Bad.-Württemberg G8 für die betroffenen Kinder, vor allem für die Klassen 5-7 lediglich Stress gebracht und für viele wegen Zeitmangel die Unmöglichkeit bei außerschulischen Veranstaltungen mitzumachen.
Von daher ist der Unmut der Eltern durchaus zuverstehen.
Gruß
eklastic
Hallo,
Ich bin stolz darauf, ein „Turbo-Abi“ gemacht zu haben,
Glückwunsch.
Nur der Interesse halber: lt. Vika bist du 24 oder 25, hast also vor ca. 7 Jahren Abitur gemacht, also in einem Bundesland, in dem es das 8-Jahres-Abi schon von Natur aus -vor den „Reformen“ in anderen Bundesländern- gab? Bitte korrigier mich wenn ich falsch liege.
Wenn nicht, dann hast du den ganzen Reformstress ja nie am eigenen Leib erfahren und wurdest ja vermutlich auch nicht nach den wundervollen neuen Lehrplänen unterrichtet.
Um den quasi selben Unterrichtsstoff von 9 Jahren einfach auf 8 Jahre komprimieren muss man kein Kultusminister sein und Ahnung haben schon garnicht. Das ganze dann noch „Reform“ zu nennen ist fast schon eine Frechheit.
Im Übrigen bin ich für Abitur nach 12 Jahren, aber die Art und Weise wie es hier zu Lande angestellt wird ist einfach ein Schlag ins Gesicht für Eltern, Schüler und Lehrer.
grüße
VAST
PS: Sehr humorvoll finde auch Idee einiger Minister, Schüler dadurch unter der Woche zu entlasten, in dem man den Samstagsunterricht wieder einführt. …fast schon ein Fall fürs Witzebrett
Das ist genau der falsche Weg. Dann sollten eher die unwichtigen Fächer wie Kunst, Musik Sport etc reduziert werden. Naturwissenschaft und Mathe wird immer gebraucht. Deshalb fand ich den Vorschlag nicht gut.
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Weil die Lehrpläne vollgerümpelt sind mit nutzlosem Zeug das auf Teufel komm raus in noch weniger Zeit als sowieso schon in die Köpfe der Kinder reingequetscht wird.
Eine Entrümpelung wär nötig, mehr individuelle Entscheidungsmöglichkeiten wären nötig- nicht ein standardisiertes Abi in dem jeder 08/15 mäßig Deutsch, Mathe, Englisch und ein unwichtiges Mündliches macht, sondern eine bessere Auswahl zu dem, was die Schüler interessiert und wozu sie Talent haben als Hauptaugenmerk und andere Fächer ergänzend.
Was soll ein Sprachwissenschaftler mit Oberstufenmathematik?
Was soll ein Mathematiker mit Musik?
Dies müsste aber frei wählbar sein.
Gleichmacherei bringt nichts, denn was nützen auf dem Arbeitsmarkt Arbeitskräfte die alle gleich schlecht in Mathe, Deutsch und Englisch sind? Von den anderen Fächern ganz zu schweigen.
Momentan wird doch Reisekoffer-Taktik angewand… stopfen, stopfen und nochmals stopfen und dann mit viiiiiiiel Druck draufsetzen damit der Kopfer zugeht- auch wenn an allen Seiten was raushängt, rausfällt, oder der Koffer platzt.
Es gibt bereits eine Hand voll Modellschulen, die den Unterstufenlehrplan entrümpelt haben.
Jetzt fehlt es uns mMn nur noch an der passenden Spezialisierung zusätzlich zum nötigen Grundwissen.
Doch momentan ist mit Vollstopferei noch kein Grundwissen gegeben, fragt doch mal nen 16-17 Jährigen, was die Weimarer Republik ist.
Ganz zu schweigen von den schon angesprochenen mangelnden Infrastrukturen.
Ich erinnere mich noch gut daran, dass es an meinem alten Gymnasium (und da war noch normal-Abitur) nach der 3. Stunde absolut nix zu Essen mehr da war… der Hausmeister konnte grade noch 30ct-Haselnussschnitten verticken.
Das kürzere Abi ist an sich nicht schlecht, aber wie das bisher umgesetzt wurde ist eine Katastrophe…
lg
Kate
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hallo,
Das ist genau der falsche Weg. Dann sollten eher die
unwichtigen Fächer wie Kunst, Musik Sport etc reduziert
werden. Naturwissenschaft und Mathe wird immer gebraucht.
Deshalb fand ich den Vorschlag nicht gut.
Aber ganz sicher doch. Überall wird gejammert: Deutschland braucht Ingenieure und Menschen in technischen Berufen und dann wird genau da gekürzt. Aber gerade deshalb wurde das ja auch zurückgezogen.
Dennoch finde ich, dass Kunst, Musik und Sport ebenfalls wichtig sind.
Es bedarf einer ganz neuen Organisation, wenn einfach so ein Jahr weggenommen wird.
Gruß
eklastic
Hallo Kate,
jetzt hast du so viel geschrieben, dass ich auch mal ein paar Meinungen abgeben werde:
Weil die Lehrpläne vollgerümpelt sind mit nutzlosem Zeug
Eine Entrümpelung wär nötig
Zustimmung
mehr individuelle
Entscheidungsmöglichkeiten wären nötig- nicht ein
standardisiertes Abi
Widerspruch. Das Abitur ist die Allgemeine Hochschulreife. Wer das Abitur hat, soll alles studieren können. Ob das jeder braucht, ist eine andere Frage.
Was soll ein Mathematiker mit Musik?
Ein Mathematiker, der Musik nicht versteht, hat in seinem Fach ein Problem. Und - es ist schon oft dargelegt worden, dass aktives Musizieren gerade auch die mathematischen Fähigkeiten fördert.
Es gibt bereits eine Hand voll Modellschulen, die den
Unterstufenlehrplan entrümpelt haben.
Zustimmung, aber: Das ist - jedenfalls in vielen Bundesländern - gerade die Aufgabe der Schulen. Die Kultusministerien begrüßen die Entrümpelung. Wiederum ist die Frage, ob die Schulen zu diesem Kraftakt überhaupt in der Lage sind.
Doch momentan ist mit Vollstopferei noch kein Grundwissen
gegeben, fragt doch mal nen 16-17 Jährigen, was die Weimarer
Republik ist.
Wofür braucht ein Mathematiker die Weimarer Republik? 
Du hast im Prinzip Recht, nur „Grundwissen“ zu definieren, ist nicht leicht.
Ich erinnere mich noch gut daran, dass es an meinem alten
Gymnasium (und da war noch normal-Abitur) nach der 3. Stunde
absolut nix zu Essen mehr da war
Da ist der Schulleiter gefragt. Hat mit G8 oder G9 nichts zu tun, aber du hast aus Schüler/innen-Sicht auch hier Recht.
Das kürzere Abi ist an sich nicht schlecht, aber wie das
bisher umgesetzt wurde ist eine Katastrophe…
Wie du schreibst, war vor G8 auch nicht alles perfekt. Und wenn ich dich direkt frage - hast du für die Themen, die deine Abiturnote beeinflussen, tatsächlich 13 Jahre Schule gebraucht?
In Deutschland besteht Schulpflicht, und deshalb haben die Schüler/innen natürlich auch einen berechtigten Anspruch an die Schulen. Die Schulen müssen zweierlei leisten:
Alles Gute
Felix
Die technisch-naturwissenschaftlichen Fächer finde ich sehr wichtig. Schulbildung soll auf den Beruf vorbereiten. Grade deshalb darf da nicht gespart werden. Die ganannten Fächer Kunst, Musik und Sport können doch in der Freizeit behandelt werden. Dafür gibt es genügend Möglichkeiten.
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Die ganannten Fächer
Kunst, Musik und Sport können doch in der Freizeit behandelt
werden. Dafür gibt es genügend Möglichkeiten.
Nur bleibt der Mehrzahl der Kinder nicht mehr genügend Freizeit, um diesen „Interessen“ nachzugehen …
Mal ganz davon abgesehen, dass die genannten Fächer vielleicht nicht so sehr von inhaltlicher Relevanz sind als vielmehr Sozialkompetenzen im gemeinsamen Spiel, anderen Sozialformen etc. fördern und gerade aufgrund ihrer anderen „Anlage“ einen guten Ausgleich zu den Paukfächern bedeuten.
Hallo Scotty,
Schulbildung soll auf den Beruf vorbereiten.
falsch!
Bildung darf gerade auf dem Gymnasium nicht ausschließlich auf AUSbildung reduziert werden. Woher sollen die Menschen die Flexibilität für den Arbeitsmarkt von heute nehmen, wenn sie nur in eine Richtung getrimmt werden?
Nach meiner Meinung fördern solche Fächer wie Musik und Kunst gerade die „soft skills“, an denen es so manchem Fachidioten so leicht gebricht.
Gruß, Karin
Hallo VAST,
Um den quasi selben Unterrichtsstoff von 9 Jahren einfach auf
8 Jahre komprimieren muss man kein Kultusminister sein und
Ahnung haben schon garnicht.
das eine (das Amt) hat doch mit dem anderen (der Ahnung) überhaupt nichts zu tun. Wer war das noch, die das G8 in Bayern so hopplahopp - weil in BaWü ja auch schon, und dann hinken die armen bayerischen Schüler so hinterher - eingeführt hat? Die wichtigste Qualifikation war da ja wohl „Tochter von FJS“.
Das ganze dann noch „Reform“ zu
nennen ist fast schon eine Frechheit.
Wieso eigentlich „fast“.
Hallo,
Nach meiner Meinung fördern solche Fächer wie Musik und Kunst
gerade die „soft skills“, an denen es so manchem Fachidioten
so leicht gebricht.
Was für soft skills meinst du? Meiner Meinung wird „sowas“ nicht wirklich in der Schule vermittelt.
Ich sehe bei meinem Großen, dass er in jedem Grundkurs 3 Stunden, in den Leistungskursen 5 Stunden hat. Und ich frage mich wirklich, wieso er 3 Stunden Musik in der Woche machen muss, dafür aber kein Informatik in seinem Plan unterkriegt (er macht schon 1 Kurs zusätzlich, nämlich 3 Naturwiss. anstatt die pflichtigen 2).
In seiner Freizeit macht er ausreichend Sport und Musik.
Beatrix
Die technisch-naturwissenschaftlichen Fächer finde ich sehr
wichtig. Schulbildung soll auf den Beruf vorbereiten. Grade
deshalb darf da nicht gespart werden. Die ganannten Fächer
Kunst, Musik und Sport können doch in der Freizeit behandelt
werden. Dafür gibt es genügend Möglichkeiten.
Es soll ja Leute geben, die später im Bereich Musik, Sport und Kunst ihren Lebensunterhalt verdienen.
IGITT!
Und grade Kunst ist zu meiner Schulzeit ein Fach gewesen, dass Dinge geschult hat, die woanders zu kurz kamen- neben der akten Befähigung etwas perspektivisch richtig darzustellen, oder zu wissen, was ein Winkel ist ohne einen Taschenrechner zu benutzen, wurden durchaus auch historische, soziologische und psychologische Aspekte angesprochen.
Auch Musik behandelt neben musizieren noch andere Themen- Musikunterricht ist nicht da, um auf seinen Instrumenten zu üben, das macht man beim jeweiligen Unterricht privat, sondern auch hier werden sowohl physikalische Prozesse besprochen, die im Physikunterricht keinen Platz fanden (das meiste, was mit Schall zu tun hat) als auch historisches eingegangen (Renaissance wurde bei uns z.B. in Geschichte NIE angesprochen, in Musik dagegen schon).
Sport fand ICH persönlich schon immer überflüssig, eine Alternative wäre, das Kind zur Mitgliedschaft in einem Sportverein zu verpflichten - denn der Sport unterricht gehört zur körperlichen Erziehung oder wie auch immer man das heutzutage schimpft. Und die muss nachgewiesen werden, welch Aufwand!
Dazu kommt, dass im Sportunterricht nach Möglichkeit Teamverhalten gefördert werden soll, Klassenzusammenhalt (ja, Frechheit in der Ellbogengesellschaft heutzutage, nicht wahr? Pfui!) und daneben eben auch Motorik, Koordinationsfähigkeit etc.
Um denken zu können ist auch Sport wichtig, das merken viele aber erst an der Uni, wenn sie nicht mehr zum Sport gezwungen werden und anfangen zu verrauchen.
Ich habe mein ganzes Leben jeden Sport außer Tanzen gehasst, aber mann, war ich dieses Semester froh einmal in der Woche einen Sportkurs machen zu können…
lg
Kate
Hallo Kate,
Weil die Lehrpläne vollgerümpelt sind mit nutzlosem Zeug
nun ja. Die Oberstufe ist für die meisten die letzte Gelegenheit, sich ein halbwegs ordentliches Allgemeinwissen anzueignen.
Schließlich soll das Gumminasium zu einer allgemeinen Hochschulreife führen. Eine Fach oberschule gibt es auch, aber die vermittelt Wissen für ein Fachabitur.
Das kürzere Abi ist an sich nicht schlecht, aber wie das
bisher umgesetzt wurde ist eine Katastrophe…
Dem stimme ich unumwunden zu.
Es ist doch seltsam.
Da lamentieren speziell Politiker der CDU/CSU über die miesen Ergebnisse bei diversen Schülervergleichen, ziehen aber keine ordentlichen Konsequenzen.
Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems zugunsten einer Gesamtschule
Flächendeckende Einführung der Ganztagsschule (incl. warmen Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung)
ausreichende Mittel, damit ausreichend (Fach)lehrer eingestellt werden können
Schaut man sich die Pisa’gewinner’ an, sind meines Wissens die meisten mit solchen Schulsystemen versehen.
Gandalf
Hei!
Ich bin stolz darauf, ein „Turbo-Abi“ gemacht zu haben,
Glückwunsch.
Ich vergaß ein „ja fast“ in den Satz zu bauen, um die Ironie kenntlich zu machen. Nie in meinem Leben hatte ich so das Gefühl, etwas besonderes geleistet zu haben, wie seit der Einführung des sog. „G8“ in Bayern. Diese Dramaturgie, diese Überforderung, diese bösen Ämter… Ja, ich denke, jeder der das nach 8 Jahren schafft, hat wirklich was geleistet 
Nur der Interesse halber: lt. Vika bist du 24 oder 25, hast
also vor ca. 7 Jahren Abitur gemacht, also in einem
Bundesland, in dem es das 8-Jahres-Abi schon von Natur aus
-vor den „Reformen“ in anderen Bundesländern- gab? Bitte
korrigier mich wenn ich falsch liege.
Du liegst richtig. Mein Abi-Land war Thüringen.
Wenn nicht, dann hast du den ganzen Reformstress ja nie am
eigenen Leib erfahren und wurdest ja vermutlich auch nicht
nach den wundervollen neuen Lehrplänen unterrichtet.
Ich erfahre die „Reformen“ indirekt. Aber v.a. einmal höre ich Gejammer.
Nur weil ich nach 12 Jahren ‚neuem‘ Schulsystem in Thüringen mein Abi gemacht habe, heißt das nicht, es habe bei uns keine „Reformen“ während der Schulzeit gegeben, mit denen wir umgehen mussten. Bei uns wurde bspw. die neue Rechtschreibung von heute auf morgen eingeführt, mit der selbst die Lehrer nichts anzufangen wussten (gut, wir durften auch noch die alte verwenden, teils war es aber obligatorisch, mein Abi musste ich schon in neuer schreiben). Bei uns gab es ab der 9. Klasse einen neuen Lehrplan. Einfach so. Aber ohne dass es jemand in Bayern gemerkt hätte. Und wir waren der erste Jahrgang, der eine sog. Seminarfacharbeit schreiben musste. Und weißt du warum?! Weil es hieß, die Bayern würden Probleme machen, weil wir ja nur 8 Jahre Gymnasium haben. Also gab es ab der 10. Klasse mal eben eine Stunde mehr die Woche und in der Oberstufe wurde eine 25seitige Hausarbeit von uns verlangt. An sich keine schlechte Idee, nur blöd halt, wenn kein Lehrer eine Idee davon hat, wie das alles funktionieren soll. Er hat ja damit auch nicht gerade weniger Arbeit.
Und dann war da noch die Sache mit dem Realschulabschluss nach der 10. Klasse, den man bei uns extern machen muss, weil man sonst im Falle des Scheiterns beim Abi NICHTS in der Tasche gehabt hätte außer das Abgangszeugnis. Ich brauche ja kaum zu erwähnen, dass der Lernstoff von Realschule und Gymnasium in der 10. Klasse kaum übereinstimmen. (Da hatte ich noch Glück, bei uns war das freiwillig. Dann kam Erfurt und nun müssen es alle Schüler machen. Klar ist es jetzt besser organisiert, weil es direkt an der Schule stattfindet, aber dennoch wird Stoff gefragt, der nicht Thema am Gymnasium ist. Darauf müssen sich die Zehntklässler selbst vorbereiten)
Das waren jetzt nur mal ein paar Beispiele von sog. Reformen, die es in meiner Zeit am Gymnasium gab und die ich mitbekommen habe.
Ich habe mir jetzt einmal kurz die Stundentafeln von Thüringen und Bayern angeschaut und kann keinen signifikanten Unterschied erkennen. In Mathe ist die Stundenanzahl gleich, in Deutsch sogar geringer (in BY). Dafür setzt die 2.FS in BY ein Jahr eher ein und hat damit 2 Stunden mehr. In den Naturwissenschaften liegt TH leicht vorn. Ich sehe halt von der Belastung der Stundenzahl einfach keinen Unterschied. Die Oberstufe wird in TH gerade genauso reformiert wie in BY. Dieses Jahr müsste das letzte mal ein 11. in der alten Form starten.
Um den quasi selben Unterrichtsstoff von 9 Jahren einfach auf
8 Jahre komprimieren muss man kein Kultusminister sein und
Ahnung haben schon garnicht. Das ganze dann noch „Reform“ zu
nennen ist fast schon eine Frechheit.
Mal ehrlich, bisher hieß es immer, das 11. Schuljahr an bayerischen Gymnasien sei zur Orientiertung da und eigentlich ziemlich vergeudete Zeit. Ja, das wurde mir von bayerischen Ex-Gymnasiasten so gesagt. Ich kann auch nicht feststellen, dass die bayerischen Abiturienten eine größere Allgemeinbildung hätten als ich, wirklich nicht. Und auch bei meinen Praktika an bayerischen Schulen gab es nichts, was ich nich auch gekonnt haben musste.
Im Übrigen bin ich für Abitur nach 12 Jahren, aber die Art und
Weise wie es hier zu Lande angestellt wird ist einfach ein
Schlag ins Gesicht für Eltern, Schüler und Lehrer.
Das habe ich ja auch gesagt, dass die Umsetzung tlw. holterdiepolter und wenig durchorganisiert passiert ist. Stimme ich ja vollends zu. Was ich nur nicht begreifen kann, ist wie jedes Elternteil plötzlich zum Bildungsexperten wird und dieses und jenes fordert und für besser erachtet und überhaupt alles weiß. Natürlich muss offene Kritik an einer Neuerung erlaubt sein, aber auch ein etwas vorurteilsfreierer Blick auf das Alte, das vielleicht auch nicht immer so toll war. Natürlich hatten die Kinder mehr Zeit weil weniger Stunden, natürlich waren sie ein Jahr länger von der rauen Wirklichkeit da draußen weg. Aber ist das konkurrenzfähig? Muss nicht an irgendeiner Stelle immer ein Schnitt gemacht werden, und passieren nicht dabei auch Fehler?! Natürlich muss man die zuständigen Ämter kritisieren dürfen, aber doch bitte auf eine konstruktive Art und Weise und nicht nach dem Motto „Jetzt machen wir erst mal ein Bürgerbegehren und schaffen es wieder ab, weil es schlecht ist“.
Und ich könnte ja jetzt sagen, Samstagsunterricht gab es doch früher auch und da waren doch auch alle ganz happy mit, aber das lasse ich jetzt mal lieber
Außerdem bin ich heute noch dankbar, dass als einer der ersten Schritte bei der „Reform“ der Schulsysteme in den NBL der Samstagsunterricht abgeschafft wurde und ich somit nie in diesen zweifelhaften Genuss kam. Glück gehabt 
LG
H wie Hola.
Das wurde im Hauruckverfahren in einigen Ländern eingeführt,
z.B. mit vermehrtem Nachmittagsunterricht, aber ohne die
notwendige Infrastruktur (Schulräume, Aufenthaltsräume,
Kantine, usw.). Es gab kaum Anpassung der Lehrpläne, lediglich
ein „Zusammendrücken“ auf 8 statt 9 Jahren.
Unfug.
Fakt ist, in der westdeutschen dreijährigen Oberstufe wurde NIE mehr Stoff vermittelt, als in der klassischen zweijährigen Oberstufe in Ostdeutschland. In der DDR hat es sogar NIE eine 13. Klasse gegeben.
Das Niveau war bedeutend höher, da auch auf das unsägliche Kurssystem verzichtet wurde - klassisches Abitur, kein Abwählen.
Bei meinen Erfahrungen mit dem Bildungswesen in den Alten Ländern ist mir eher aufgefallen, daß dort eine Art Urlaubsmentalität vorgeherrscht hat. Es wurde lasch unterrichtet, zuviel in der Schule geübt, viel zuwenig zuhause gemacht et cetera.
„Turboabitur“ ist ein Beweis für die geistige Schieflage. In den heutigen Neuen Bundesländern seit Jahrzehnten im Anschluß an die zehnklassige Einheitsschule Standard, von der DDR nach Nordeuropa exportiert und weiter in fast alle europäischen Staaten. Während also alle anderen ein normales Abitur absolvierten, ein ausgeglichenes Sozialleben pflegen konnten, über genügend Zeit für außerschulische kulturelle Aktivität verfügten, wurde in der BRD „Bummelabitur“ zelebriert.
So herum wird ein Schuh draus.
An der Uni habe ich noch nie einen Studenten aus der dreijährigen OBerstufe erlebt, der mehr wußte als die Studenten aus den Bundesländern mit der DDR-Altlast der zweijährigen Oberstufe.
Im Gegenteil, Thüringer, Sachsen - ein Jahr weniger an der Penne herumgehangen und wissen, insbesondere in der Mathematik und in den Naturwissenschaften, mehr. Bei der Technik hapert es ein bißchen, doch daß ist der allgemeinen Ausrichtung des Regelgymnasiums geschuldet, wo der polytechnische Unterricht zu kurz kommt.
In den bis zum Himmel jammernden Ländern läuft also mehr als nur der blanke Verwaltungsakt schief. Was 1990 so verständnisresistent bzw. eisern vom Tisch gewischt wurde, holt die seit Jahrzehnten vorsintflutliche, veraltete Bildungspolitik der Alten Ländern jetzt ein.
man wolle den G8 Lehrplan entrümpeln,
Wobei denn?
Was lernt der gemeine Gymnasiast in neun Jahren bei euch mehr, als es der hiesige Gymnasiast in acht Jahren tut?
Der typische gymnasiale Unterricht in Sachsen erfolgt nach dem Schema „grundlegenden Stoff vorstellen + ein Beispiel, das reicht zu; festigendes Üben vor allem zuhause“.
Es besteht also eher Nachholbedarf in Sachen Didaktik/ Methodik, wenn es schon das gegliederte Schulsystem sein soll (statt eine überlegene Einheitsschule).
Aus Jux und Tollerei habe ich mir die Mittelstufenstundentafel der Polytechnischen Oberschule herausgesucht und verglichen: Worüber regen sich eure ach so armen, geplagten und dreimal ach so gestreßten Schüler eigentlich auf? Daß Schule jetzt keine Halbtagskasperveranstaltung mehr ist? Daß mit dem letzten Klingeln nicht mehr gilt „Aus den Augen, aus dem Sinne!“?
Des weiteren habe ich gleich auch noch die Stundentafel der Erweiterten Oberschule („Gymnasium“) angesehen. Auch hier gilt im Direktvergleich mit heutigen Stundenzahlen: Worüber regen sich eure Schüler auf? Mit dem Arbeitspensum sind sie recht gut bedient. Da geht noch was, Luft nach oben gibt es definitiv.
Ahoi