Hallo Pecos,
ich möchte das alles mal ein wenig relativieren.
Jedes Kind wird ja in der Umgebung groß, in der es aufwächst. Das hört sich jetzt blöd an, aber ich meine daß es darauf ankommt, ob ein vernünftiger Ausgleich vorhanden ist. Und ein ständig brodelnder Streit wegen des Fernsehens schadet den Kindern natürlich mehr als vier Stunden fernsehen. Aber das trifft für euch ja nicht zu.
Ich finde die Chip-Methode klasse. Dennoch: Ich als Papa bin natürlich wenig mit dem Alltag konfrontiert und am Wochenende gelten andere Regeln. Je nach Wetter, Lust, Terminkalender und nicht zuletzt Fernsehprogramm kann es völlig fernsehfrei verlaufen, oder eben auch anders. Ein Video nach dem anderen, es kommt auch mal vor daß ich den Kika einfach laufen lasse weil ich einfach im Moment mal eine Auszeit brauche. Aber vier Stunden am Stück - das gibt es selbst bei mir nicht. Da mache ich lieber das Radio an oder lege ein paar Kinder-CDs in den Wechsler. Auch mit vielen Spielen kann man Kinder kurzzeitig animieren (ermuntern), dann alleine lassen und sie spielen alleine weiter. Das würde ich mal beobachten und Deinem Mann dann als Alternative vorschlagen. Bei unseren funktioniert das prima mit Matchboxautos, Lego und Murmelbahn. An anderen Sachen, z.B. Bälle, Motorikschleife, Stofftiere, verlieren sie schnell die Lust. Da muß man schon dabei bleiben. Puzzle, malen, Eisenbahn funktioniert mal, mal aber auch nicht. Das ist dann halt immer glücksache.
Nachteil an der Chipmethode: Warum 1 1/2 Stunden fernsehen wenn gar nichts vernünftiges kommt? Dann gibt es Wochen, da kommt eine tolle Kindersendung nach der anderen, die ich meinen Kindern nicht vorenthalten möchte. Und dann gibt es Tage, die sind so ausgefüllt, daß ich doch wieder davon abweiche, daß meine Kinder das Unterhaltungsprogramm sehen, obwohl ich es wertvoll finde, weil etwas anderes wertvoller ist. Also das Fernsehprogramm bekommt bei uns einen außerordentlich situationsabhängigen Stellenwert.
So wie wir das Fernsehprogramm abbrechen um Freunde zu besuchen, brechen wir unter Umständen natürlich auch mal einen Besuch bei Freunden ab, z.B. wenn Urmel kommt. Und wenn Urmel nicht läuft, bleiben wir auf jeden Fall länger, es sei denn es ist langweilig.
Wenn Du Deine konsequente Erziehung durchziehen kannst, und Dein Mann durch Oasen der Freizügigkeit für Ausgleich sorgt, kann ich es mir nicht als schädlich vorstellen.
Ob meine Erziehung erfolgreich sein wird, weiß ich natürlich auch erst wenn die Kinder groß sind.
Gruß, AndyM