Typisch MS?

Hallo zusammen,
ich bin gerade vor der entscheidung jeden Tag spritzen oder noch 1,5 Monate abwarten und bis dahin viell. mein belziges rechtes Bein und Knie nicht mehr hinkriegen.
Der Arzt hat mir die Wahl gelassen.

Ich versuche gerade noch erfolglos mir eine andere Meinung einzuholen (der Neuro hatte keine Zeit mich anzuhören; nur 5 Minuten; war schlecht gelaunt), da in den Büchern steht wenn es MS ist soll man möglichst früh mit der Spritzerei anfangen.

Aus http://ms-maikaefer-diagnosen.blogspot.com/2009/06/e…

August/März: Befindlichkeitsstörungen, Kreuzschmerzen,
leichte Gleichgewichtsstörungen, Taubheitsgefühl linke Fußaußenseite.
April: links wieder ok, pelziger rechter Fuss und Fusssole
immer noch Gleichgewichstöhrungen ( ich hinke kann icht joggen wegen rechtem Fuss und Knie).
Neu auch pelzigkeit rechter kleiner Finger. (manchmal auch diverse andere Beschwerden … es wechselt.

In MRT (Mitte Mai) zeigen sich supratentoriell mehrere Marklagerläsionen , die größte Läsion links
parietal 18x10 mm, auch Balkenläsionen, eine Läsion zeigt eine geringe KM-Aufnahme, auch im Bereich
des Myelons Nachweis verschiedener Läsionen, auf Höhe C4,C5,C6/7 (und L1), drei rechtsseitige Läsionen
zeigen eine KM-Aufnahme .

Im Liquor zeigen sich bei 8/3 Zellen eine leichte Blut-Liquor-Schrankenstörung sowie
oligoklonale Banden als Nachweis einer intrathekalen IgG-Synthese.

Der Liquorbefund stützt die Verdachtsdiagnose (MS).

Dann 1000 mg Urbason (Cortison Infusion) über 3 Tagemit Verbesserung der beklagten Symptomatik.
Auch Taubheitsgefühl Fußaußenseite links sei besser.

Krankenhaus sagt eine MRT-Kontrolle sollte in 3 Monaten erfolgen. Die Entscheidung über eine prophylaktische Therapie kann dann ambulant erfolgen.

Untersuchungsbefund bei Aufnahme :
Hypästhesie linker Fußaußenrand, Sensibilität erhalten.

Labor Erythrozyten 4 .4 T/1 *,
weitere Standardlaborwerte im Normbereich, ebenso : HbA1 c 4 .9 %Hb , TSH basal 1 .3 mU/l , freies T4
1 .0 ng/dl , Vitamin B12 671 pg/ml , Anti-HCV lgG n nachweisb , Anti-HIV 1+2 n nachweisb , TPHA
negativ , ANA-Screening negativ , AK gg . dsDNA n .nachweisb , Folsäure 7 .1 ng/ml ,
Borrelienserologie negativ,
frühere Infektion HSV ; VZV, Angiotensin-Converting-Enzyme 22,6 U/l,

Liquor: Liq-Zeltzahl 8 /3 ZL , Granulo ./Liq . 0 /3 ZL , Lympho ./Liq . 8 /3 ZL , Liq-Eiweiß 54 .0 mg/dl *, Liq-
Lactat 2 .5 mmol/l *, Liq-Glukose 61 mg/dl , leichte Blut-Liquor-Schrankenstörung sowie oligoklonale
Banden als Nachweis einer intrathekalen IgG-Synthese, Neuroborreliose negativ, Nachweis von
Varizellen-AK lgG 8 mIU/ml, spezifischer VZV-AK-Index 2,7 , VZV DANN negativ,

EKG Normalbefund : SR, 73/min, keine spezifischen ERBS

Röntgen Thorax in 2 Ebenen im Stehen:
Zwerchfellhälften gut abgrenzbar. Randwinkel frei. Herz schlank . Normales Gefäßband . Regelrechte Hili
und unauffällige periphere Lungengefäßstruktur . Keine frischen pneumonischen Infiltrate . Keine
Stauungszeichen.

Hi,

Käferchen, wenn Du meinem Rat gefolgt wärest und dich bei ms-life gemeldet hättest, dann hättest du bis jetzt jeweils mind 20 Meinungen von anderen MS-Kranken zu deinen aktuellen Problemen, der MS-Diagnose an sich, ob du spritzen sollst und wenn ja was, und ob du Kortison nehmen solltest. Und im Expertenrat hättest du ebenfalls zu jeder dieser Fragen eine Antwort von einem auf MS spezialisierten Arzt bekommen.
W-W-W ist nicht das ideale Forum für eine derart spezfische Frage, hier sind gar mal 2-3 MS-Kranke unterwegs.
Du musst überlegen, ob du eine BAsistherapie möchtest. Diese BAsistherapie hat aber keinen einfluss auf einen jetzigen, akuten Schub. Also hast du von daher keinen Druck.
Ja, man sollte mit einer Basistherapie möglichst früh beginnen. „Früh“ bezieht sich aber nicht auf den Schub, sondern auf die MS-Erkrankung - du misst da also in Tagen und Wochen, nicht in Stunden.
Es gibt mehrere Medikamente, nicht alle davon werden täglich gespritzt, alle haben aber ungefär die gleiche Wirksamkeit (Verringerubg der Schubrate ud -intensität).
Copaxone wird täglich subkutan injiziert, hauptsächliche Nebenwirkung sind Hautrötungen an der Injektionsstelle.
Dann gibt es die Interferone. Rebif und Betaferon werden alle 2-3 Tage subkutan injiziert, Avonex einmal pro Woche in den Muskel. Die häufigsten Nebenwirkungen der Inerferone sind grippeartige Symptome wie fiebriges Gefühl, Schüttelfrost und Gliederschmerzen, die sich aber mit Ibuprofen oder PAraceramol gut bekämpfen lassen. Die subkutanen Injekionen können zu Hautreizungen führen, die intramuskuläre Injektion ist sehr hautfreundlich.
Copaxon hat die wenigsten Nebenwirkungen und bei den meisten Patienten Erfolg, Avonex ist am einfahsten zu verabreichen, hat aber die geringsten Erfolge.
Wählen musst Du das Medikament, dass dir am sympathischsten ist, denn Du musst es nehmen. Außerdem kann dir keiner vorher sagen, welches bei dir wirkt.
Du hast auch die Option, keine Basistherapie zu machen, weil dir der Aufwadn (Spriten, Nebenwirkungen) zu hoch ist für den zu erwartenden Erfolg - selbst im besten Fall wird idhc die Basistherapie nicht heilen.

Melde dich bitte bei ms life, die leue da sind sehr nett. Ich bemerke, dass du sehr viel Angst hast und unsicher bist, das ist ganz normal. Aber mit den vielen Fragen, die sich dir immer wieder stellen, bist du in einem MS-Forn besser aufgehoben, schon alleine, weil du da mehr seelischen Zuspruch und moralische Unerstützung bekommenkannst, weil du auf mehr Leidensgenossen triffst. Du drft dich gerne per Mail auch an mich wenden.

Die Franzi

Hallo,

Franzi hat recht.
Ich möchte dennoch zwei Punkte zufügen.

1.) Die Basis-Therapie ist auf einen langen Zeitraum ausgerichtet auf Jahre und Jahrzehnte. Hier kommt es nicht mal auf Tage an, sondern man kann sich die Sache ein paar Wochen oder sogar einige Monate überlegen.

2.) Neben der MS-Life-Seite solltest du dir auch die DMSG-Seite anschauen. http://www.dmsg.de
Das Forum hat seine Schwächen und Stärken. Aber wie es bei Foren so ist, sollte man sich unterschiedliche Foren ansehen um den Vergleich zu haben. Interessanter sind die Informationsveranstaltungen, die die DMSG organisiert. Überhaupt ist sie eine einflußreiche Lobby und die Mitgliedschaft überlegenswert.

Gruß
Carlos

Hallo MS-Maikäfer09,

Der Liquorbefund stützt die Verdachtsdiagnose (MS).

Weißt Du, dass es häufigER vorkommt, dass Ärzte MS und Borreliose verwechseln?

Neuere Untersuchungen von Wissenschaftlern in den USA haben ergeben, dass sowohl für viele MS-Erkrankungen als auch für viele Borreliose-Erkrankungen gleichermaßen Bakterien in Spirochäen-Form verantwortlich sind.

Nun geht eine Theorie dieser Wissenschaftler dahin, dass ein Zusammenhang zwischen beiden Krankheitsgruppen vermutet wird. Ob sich diese Vermutung bestätigen wird, muss die Zukunft zeigen.

Aber ich denke, - insbesondere da es bei Dir nur eine Verdachts diagnose ist - Du könntest Dich vielleicht auch mal in Richtung Borreliose kundig machen.

Zum Einen habe ich und etliche andere hier im wer-weiss-was schon öfter über Borreliose geschrieben (diese Artikel findest Du ja leicht über die Archivsuche „Borreliose“),
zum Anderen kannst Du Dich auch über die Internet-Selbsthilfegruppe „Borreliose-Forum“ des Deutschen Borreliose Bundes informieren, wenn Du denkst, dass diese Krankheitsgruppe von ca. 10 Einzelerkrankungen vielleicht auf Dich zutreffen könnte.

Hier der Link:
http://www.borreliose-forum.de/cms/html/index.php

Hoffentlich nützt Dir der Tipp was.

viel Erfolg bei Deinen Therapien und ein schönes Wochenende wünscht

Alexander

Borreliose zu schwer nachweisbar?
Hallo Alexander,

Der Liquorbefund stützt die Verdachtsdiagnose (MS).

Weißt Du, dass es häufigER vorkommt, dass Ärzte MS und
Borreliose verwechseln?

das wusste ich nicht, aber im Labor wurde auch auf Borreliose getestet ( Befund negativ, das heißt ich habe nach Labor keine Borreliose und auch kein AIDS etc.)
vielleicht wären die Ärzte sich trotzdem? Ich kenne mich da nicht so gut aus, vermute aber das ist also keine Borreliose habe.

Oder ist die Borreliose zu schwer nachweisbar?

Neuere Untersuchungen von Wissenschaftlern in den USA haben
ergeben, dass sowohl für viele MS-Erkrankungen als auch für
viele Borreliose-Erkrankungen gleichermaßen Bakterien in
Spirochäen-Form verantwortlich sind.

sehr interessant.

Aber ich denke, - insbesondere da es bei Dir nur eine
Verdachts diagnose ist - Du könntest Dich vielleicht
auch mal in Richtung Borreliose kundig machen.

gibt es technisch gesehen eigentlich überhaupt auch andere Diagnose? Ich habe gelesen das man Multiple Sklerose eigentlich überhaupt nicht nachweisen kann. Es sind immer nur Indizien. So gesehen könnten die überhaupt nichts anderes schreiben als Verdacht? Ich weiß nicht was die sonst in Diagnosen schreiben.

Internet-Selbsthilfegruppe „Borreliose-Forum“ des Deutschen
Borreliose Bundes informieren, wenn Du denkst, dass diese
Krankheitsgruppe von ca. 10 Einzelerkrankungen vielleicht auf
Dich zutreffen könnte.

danke ich werde einmal danach schauen!

http://www.borreliose-forum.de/cms/html/index.php

Liebengruß und schöne Woche!
Wünscht euer Maikäfer :smile:

Hallo MS-Maikäfer09,

Der Liquorbefund stützt die Verdachtsdiagnose (MS).

Weißt Du, dass es häufigER vorkommt, dass Ärzte MS und
Borreliose verwechseln?

das wusste ich nicht, aber im Labor wurde auch auf Borreliose
getestet ( Befund negativ, das heißt ich habe nach Labor keine
Borreliose und auch kein AIDS etc.)

Das ist genau das, worüber ich immer wieder schreibe: Die „Tests“ für eine Borreliose-Erkrankung werden zumeist auf Blutbasis durchgeführt. Aber just diese Bluttest-Verfahren (es gibt eine ganze Reihe davon) sind allesamt nicht zuverlässig. Das schlechteste Verfahren (der sogenannte „Elisa“) ist ein Schnelltest, der die Ergebnisse schon innerhalb von 3 Tagen liefert. Allerdings mit der „Nebenwirkung“ einer Fehlerquote von ca. 60% (manche sagen sogar von 2/3). Der derzeit (angeblich; denn wer kann das schon überprüfen?) zuverlässigste Test ist der ELISPOT (Ergebnisse nach ca. 3 Wochen), dem Fachleute eine Fehlerquote von „nur“ ca. 25 % nachsagen. Aber ich empfinde auch 25% als noch unakzeptabel viel.

Und genau diese Unzuverlässigkeit der Ergebnisse wiegt so viele Ärzte und Patienten in einer falschen Sicherheit: Bluttest negativ - also keine Borreliose. Man findet im Blut keine Erreger oder Antikörper, also kann die Krankheit nicht vorhanden sein. Und dennoch ist sie es in etlichen Fällen doch.

Seit recht kurzer Zeit ist ein anderes Testverfahren auf dem Markt, welches aber bisher noch nur von den wenigsten Krankenkassen kostenmäßig übernommen wird: Er heißt PCR und verwendet kein Blut sondern Hautpartikel. Ich habe gelesen, dass dieser eine mit einer Fehlerquote von 5-15% (je nach dem welcher Wissenschaftler sich dazu äußert) deutlich höhere Zuverlässigkeit haben soll. Aber dieser ist halt noch ziemlich neu und von daher könnte ich mir denken, dass der in den nächsten Jahren noch weiter verbessert wird.

vielleicht wären die Ärzte sich trotzdem? Ich kenne mich da
nicht so gut aus, vermute aber das ist also keine Borreliose
habe.

Letztlich bist Du allein der beste Experte für Dich und Deinen Körper und nicht der Arzt, der Dich nur hin und wieder sieht und der auch Deine körperlichen Empfindungen nicht spürt. Nur Du weißt, was sich in den letzten Monaten oder Jahren bei Dir zum Negativen hin verändert hat. Und damit kannst am besten Du allein mit den Erfahrungen der anderen Borreliose-Chroniker vergleichen und somit am allerbesten beurteilen, ob diese Krankheitsgruppe für Dich in Frage kommt oder eben nicht. Und wenn Du Dich informiert hast und für Dich selbst sagen kannst: „Nein, das passt einfach nicht auf mich und meine Beschwerden“. Dann vergiss die Borreliose (oder die Co-Erreger-Erkrankungen) und mach Dich weiter kundig. Welche anderen Krankheiten könnten in Betracht gezogen werden? Damit sage ich nochmals ganz deutlich: ich sage nicht, dass Du Borreliose HAST. Bestenfalls sage ich, dass Du Borreliose haben KÖNNTEST.

Oder ist die Borreliose zu schwer nachweisbar?

Borreliose oder die Co-Erreger-Erkrankungen sind sogar sehr schwer nachzuweisen. Siehe Testverfahren ein paar Zeilen höher.

Neuere Untersuchungen von Wissenschaftlern in den USA haben
ergeben, dass sowohl für viele MS-Erkrankungen als auch für
viele Borreliose-Erkrankungen gleichermaßen Bakterien in
Spirochäen-Form verantwortlich sind.

sehr interessant.

Die Schlussfolgerung dieser Wissenschaftler muss natürlich erst noch in Mess- und Untersuchungsreihen überprüft werden: Diese lautet: MS und Borreliose hängen zusammen. Auch wenn man noch nicht weiß, wie genau und wie eng. So habe ich neulich in der US-Fachliteratur die Vermutung (nicht bewiesen! Nur eine Vermutung der US-Wissenschaftler!) gelesen, dass vielleicht die (Borreliose-)Erreger in der Schwangerschaft auf das Embryo übertragen werden und diese dann nach der Geburt sich unter irgendwelchen Umständen als MS äußern. Man hat offenbar eine auffällige Häufung von MS-Fällen gefunden, deren Mütter an Borreliose erkrankt sind (waren). Aber da die entsprechenden untersuchten Fallzahlen deutlich zu klein für Verallgemeinerungen sind, sind und bleiben das vorläufig Spekulationen. Aber wie gesagt: Einen wie-auch-immer-gearteten Zusammenhang zwischen MS und Borreliose scheint es zu geben. Da wird die Forschung wohl in den nächsten Jahren noch etliche neue Dinge aufdecken.

Aber ich denke, - insbesondere da es bei Dir nur eine
Verdachts diagnose ist - Du könntest Dich vielleicht
auch mal in Richtung Borreliose kundig machen.

gibt es technisch gesehen eigentlich überhaupt auch andere
Diagnose? Ich habe gelesen das man Multiple Sklerose
eigentlich überhaupt nicht nachweisen kann. Es sind immer nur
Indizien.

Auch die Borreliose-Erkrankungen werden oft nur über Indizien diagnostiziert. Die Chroniker erhoffen sich halt von dem recht neuen Hauttestverfahren (PCR) endlich eine (zumindest größere) Sicherheit in der Diagnose. Und was man so über das Verfahren hört, klingt es relativ ermutigend (Betonung auf relativ).

So gesehen könnten die überhaupt nichts anderes
schreiben als Verdacht? Ich weiß nicht was die sonst in
Diagnosen schreiben.

Ja, auch MS ist eine extrem schwer eindeutig zu diagnostizierende Krankheit. Welche Verfahren zur Bestimmung von MS vorhanden sind und welche Qualität diese Verfahren haben, erfährst Du in einem der MS-Foren. Soweit ich weiß, bist Du über solche Foren ohnehin schon informiert.

Ich wünsche Dir und allen anderen Kranken, die nur eine "Verdachts"diagnose bekommen haben
schnelle und beständige Linderung (oder gar Heilung) der vorhandenen Leiden.

Einen schönen Abend wünscht

Alexander

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