über 40% für die pds in ostberlin

Ost/West verständnis- und kommunikationsdefizite
ich möchte mich gar nicht auf die unsinnige diskussion einlassen, was man von der pds halten soll. ich wähle sie nicht, denn sie vertritt mir zu sozialistische ziele
(in italien sind sogar kommunisten an der regierung, frankreich nicht zu vergessen. jospin ist sozialist. man glaubt ja kaum was in europa so geht)

diese diskussion krankt an einem einfachen problem. viele menschen aus west- und süddeutschland (politisch korrekte ortsbezeichnung) fühlen sich geradezu berufen die sed und damit pauschalisierend auch noch die pds abzuurteilen für etwas, daß sie weder erlebt haben noch ertragen mussten. ich unterstelle da gar keine negativen intentionen. viele treibt sicher das bemühen, die situation in ostdeutschland verstehen zu wollen, aber man muß dem osten die chance geben sich selber zu verstehen.
es hat jahrzehnte gebraucht um die demokratie in der bundesrepublik zu manifestieren und es brauchte eine völlig neue generation um die verbrechen der eltern anzuklagen und zu untersuchen. den menschen in ostdeutschland gibt man diese chance nicht. es werden westdeutsche moral- und geschichtsverständnisse übergestülpt die mit der erlebten realtität bei der mehrheit der 16 mio ehem. ddr bürger in keinem Zusammenhang steht.
wie soll ich mich mit jemandem verständigen, der die DDR _ausschließlich_ als DEN Unrechtsstaat (ein an sich politisch und rechtlich falscher Begriff) sieht und der meine glücklichen erinnerungen an eine normale kindheit nicht akzeptiert, weil sie nicht in sein erklärungsmuster passen? warum ist es schwierig zu glauben, daß 15 mio Bürger ein anderes Verhältnis zu einem staat hatten, der ihnen viel erlaubte und viel verwehrte als die bürgerrechtler und oppositionellen?
gerade dieses mißverständnis, daß westdeutsche einem ostdeutschen anfangen, die welt zu erklären, begründet den zulauf zur pds. denn sie ist ein primär ostdeutsches phänomen.

wenn ich manche der vorigen beiträge lese, kommt es mir übel hoch. namen muss ich wohl nicht nennen. ich empfehle an dieser stelle die lektüre des Dossiers der ZEIT vom 7.10.99 über den erfolg der PDS bei Gewinnern UND Verlierern und den Artikel „ich habe einen traum“ im ZEIT LEBEN vom 30.9.99. Wolfgang Schäuble schildert seinen traum von der wiedervereinigung. ihn wähle ich zwar auch nicht, und zwar aus tiefster sozialliberaler überzeugung, aber der artikel ist schön.

diese diskussionen über ost west blabla gehen mir langsam auf die nerven. leider nur deshalb, weil ich sehen muß, wie nötig sie sind. warum bringen die menschen nicht genug intellekt auf die welt, um sich zu unterhalten. es geht nur ums kennenlernen.

kurz zu mir, damit noch ein paar klischees bedient werden. (ja, das macht mir jetzt wiederum großen spaß)
-1979 geboren und getauft in OstBerlin.
-aufgewachsen in Marzahn (ja der schlimme neubaubezirk) in einem einfamilienhaus.
-in protestantischem und humanistischem verständnis erzogen
-in einer arztfamilie im stillen manchmal protest gegen die regierung
-nach der wende mit arztmutter auf materieller gewinnerseite
-nach 3 jährigem usa- forschungsaufenthalt des vaters 1993 -97 und darauffolgender trennung der eltern emotionale negativfolgen der wende

  • mein bester freund ist geborener schweizer, aufgewachsen in köln, lebt da auch heute
  • meine beste freundin kommt aus frankfurt a. M., wohnt zur zeit in OstBerlin und ist die tochter einer politikerin
  • ich identifiziere mich vollkommen mit diesem land und das wort FREIHEIT hat für mich einen besonderen klang. ich möchte sie nicht missen. trotzdem hatte ich einblick in die reale ddr und kann beide systeme kritisieren, denn ich habe jetzt beide genauso lange erlebt (quantitativ jedenfalls)

so weit dazu,
viele grüße aus dem wilden osten

sebastian

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Moin Karl-Heinz

also für die eindeutige
nachfolgeorgani-sation der sed , also die
partei, die ihre bürger eingesperrt und
beim versuch, dieses riesige gefängnis zu
verlassen, erschossen hat.
warum bezahl ich dafür noch
solidaritätsabgaben?

Weil Westgeld von (Leih-)Westbeamten an Westfirmen verschoben wird, weil diese Westfirmen den Westbeamten Schmiergelder geben. Alles klar ? :wink:

warum werden dorthin von meiner gewählten
regierung milliarden ohne ende gezahlt?

was fällt diesen hirnlosen ossis
überhaupt ein, einen konkreten beitrag zu
der allgemeinen durch sie verursachten
misere zu leisten?

Ich verstehe nicht ganz was du damit sagen willst…
Aber gegen den Vorwurf Ostdeutsche hätten das verursacht muss ich mich als Ostdeutscher wehren. Wenn man überhaupt einen Schuldigen (außer PDS/SED) suchen will dann allerhöchstens die Regierung Kohl. Dabei sollte man nicht vergessen das ohne die schnelle, vielleicht übereilte Einheit der Osten heute ein Geisterland wäre, auch so sind Millionen gen Westen gezogen. IMO ist der wirkliche Schuldige aber die PDS/SED, sie hat die Wirtschaft zugrunde gewirtschaftet und die Gebäude und die Infrastruktur verkommen lassen.

in leipzig haben sie doch gesagt: wir
sind das volk!
warum sagen wir wessis nicht: wir auch!

Wer weiß was noch wird wenn die SPD weiter so viel Sch… verzapft :wink: Aber im Ernst: Geh doch auf die Straße und mach das. Um das ganze realistisch wirken zu lassen sollte man aber die Panzer in den Seitenstraßen nicht vergessen.

Und damit keine Irrtümer entstehen: Ich war schon immer und bleibe weiterhin der Ansicht das die PDS/SED so früh wie möglich hätte verboten werden müssen.
Und die 40% in Ostberlin sind übrigens keine ganz normalen Bürger, wie hinreichend bekannt sein sollte hat die SED ihre Bonzen in Berlin zusammengezogen, dort waren die die glaubten (und offensichtlich immer noch glauben) das das System der DDR gut ist.

Und an den hohen Wahlergebnissen der PDS ist nicht zuletzt die SPD nicht ganz unschuldig. Hätte sie die PDS nicht regierungsfähig gemacht (bzw. sie an dieser beteiligt, was noch lange nicht heißt das sie das auch kann) hätte die PDS es mit Sicherheit schwerer. Und was bei PDS-SPD-Politik rauskommt sieht man ja in MVP und Sachsen-Anhalt…

Hallo, ich wollte dich nur darauf hinweisen das das „ß“ durch „ss“ ersetzt wird, seit der Rechtschreibreform heißt es auch generell „muss“ und „dass“

Gruß, Steffen

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wat? kannst du dich eigentlich auch klar
ausdrücken?

was war unklar?

wenn du noch irgendwas zu

deiner verteidigung zu sagen hast, dann
sag es,

was soll ich verteidigen?

aber da dürfte es eigentlich

nichts mehr geben.

genau, was denn

wander doch aus, wenns dir hier nicht
passt.

hier in westdeutschland passt es mir gut,
aber nicht im osten, wo langhaarige,
schwule, dunkelfarbige, etc geklatscht
werden

Ich wollte vor allem zu den Schwulen anmerken, dass das eher eine Eigenheit der christlichen (vor allem der katholischen) Kirche ist, die bekanterweise äußerst intolerant, unlogisch und unmenschlich ist.
Dies soll nicht heißen das ich was gegen Christen habe (auch wenn es so klingen mag), aber es gibt halt überall ein paar schwarze Schaafe, die dann oft das Gesamtbild prägen (gut zu sehen bei TV-Berichten übers Internet).

Ausserdem wüsste ich nicht wieso man Langhaarige klatschen (falls du damit verprügeln o.ä. meinst) sollte, gegen die gibt es im allgemeinen wenig Vorurteile, zumindest nicht solche das man sie „klatscht“.

gebe zu: auch das war polemik
gruss
khs

Hallo.
Ossi-Hetze und PDS-Hetze sind keinesfalls gleichzusetzen, lediglich 12% der Wahlberechtigten Ostdeutschen wählen PDS (ich habe den PDS-Durchschnitt auf 20% festgesetzt und eine Wahlbeteiligung von 60% angesetzt)
Ich bin „Ossi“, und verachte die PDS trotzdem, sie ist verantwortlich dafür das im Osten prozentual doppeltsoviele Menschen arbeitslos sind, das die Straßen bis vor wenigen Jahren noch eher als ein einziges Netz von Schlaglöchern anzusehen war, als als Straßennetz. Alle Gebäude (natürlich mit wenigen Ausnahmen) waren heruntergekommen. Auf einen Pappkarton der sich Auto nennt durfte man 16 Jahre (!!!) lang warten, für die Bonzen des Staates in dem alle gleich sind wurden hochwertige Autos aus Westdeutschland importiert. So eine Partei, die objektiv und subjektiv in jeder Weise für den wirtschaftlichen und sozialen Kolaps eines Landes verantwortlich ist gehört doch verboten, solchen … kann man doch nicht an der Regierung beteiligen !! Eine solche Partei gehört verboten ! Genauso wie Reps und die DVU.

Gruß, Steffen

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also für die eindeutige
nachfolgeorgani-sation der sed , also die
partei, die ihre bürger eingesperrt und
beim versuch, dieses riesige gefängnis zu
verlassen, erschossen hat.

Kann es sein, dass diese Partei deswegen
so viele Stimmen bekommt, weil es Leute
wie Dich gibt, die immer noch
unverbesserlich auf andere Deutsche herab
schauen.

Sachlich gesehen, fuehlen sich die
Deutschen, die in der ehemaligen DDR
leben, eben besser von der PDS
verstanden.

Dies trifft nur auf eine Minderheit zu !!!
Man sollte noch festhalten das lediglich 4% der Berliner auf die Frage „Welche Partei kann am ehesten die Zukunftsprobleme lösen ?“ die PDS nannten, wohingegen die CDU 36% und die SPD noch 15% erreichte.

Daher, so was nennt man
Demokratie, waehlen sie die Partei, die
sie besser vertritt. Die alten
bundesdeutschern Parteien, hatten nach
der Wende ja auch grossen Zulauf, doch
haben diese ihr Startkapital verspielt.

Und zu guter Letzt, in Ost-Berlin leben
mit Sicherheit sehr viele Wessies. Die
muessen auch PDS gewaehlt haben.

die PDS erreichte rund 40%, nicht 98% wie in den „guten alten Zeiten“.

Gruß, Steffen

Hallo Ralph

  1. Der „real existierende Sozialismus“
    hatte alle Züge einer Religion an sich.
    Man hoffte auf eine ferne Erlösung, wenn
    man nur fest genug glaubt. Jeder, der
    nicht fest genug geglaubt hat, wurde wie
    ein Ketzer verfolgt und vertrieben. Diese
    Religion wurde urplötzlich aufgegeben.
    Weder die Religionen noch die Ideologien
    des Westens vermochten sich an deren
    Stelle zu setzen.

Stimmt,
aber dieser Religion gehörten die wenigsten an. Von den etwa 17 Millionen Einwohner der DDR waren gerade mal rund 2 Millionen SED-Mitglied. Von diesen 12% der Bevölkerung waren die meisten jedoch aus ganz anderen Gründen Mitglied geworden: Viele Posten konnte man ohne SED-Parteiheft nicht erlangen (es existieren natürlich einige Ausnahmen, aber das ist ja immer so). Also tritt man ein in die Partei, fertig. Das Perteibuch verstaubt im Buchregal neben irgendwelchen anderen unnützen Papieren.

  1. Die PDS vermittelt den Ossis eine
    Identität. Welche der Alt-Wessis wie
    Diepgen, Momper, Künast in Berlin oder
    der Super-Wessis wie Schröder, Fischer,
    Schäuble vermag denn bei einem Ossi das
    Gefühl wecken, daß er für das Wohl des
    ganzen Volkes da ist.

Beispiele für solche „Alt-Wessis“ sind die Ministerpräsidenten Bernhard Vogel (CDU, Thüringen) und Kurt Biedenkopf (CDU, Sachsen) beide kommen aus Westdeutschland, und die Rolle des „Landesvaters“ kommt nur wenigen Leuten zu. Bei einer Umfrage befanden 88% der Sachsen Biedenkopfs Arbeit als gut, selbst von den PDS-Anhängern waren es satte 82%, bei den CDU-Anhänger astronomische 96 (sechsundneunzig !!!) Prozent. Die Bezeichnung „König Kurt“ kommt also nicht von ungefähr. Übrigens ist inzwischen Kohl wieder beliebter als Schröder.

  1. Wenn einem
    Wahlergebnisse nicht passen, soll man
    doch die Demokratie abschaffen!

Geht garnicht, das verbietet das Grundgesetz, genauso wie verfassungsfeindliche Parteien. Und das der Sozialismus mit der deutschen Verfassung unvereinbar ist sollte inzwischen hinreichend bekannt sein.

  1. Es ist absolut unmöglich, die DDR den
    Russen zurückzugeben. Wir armen, armen
    Wessis müssen nun damit leben und es wird
    auch recht gut verdient daran. Und wenn
    wir alle mit der Einheit leben müssen,
    dann sollten wir vermeiden, durch
    haltlose Beschimpfungen einen Bürgerkrieg
    zu schüren.

Den Begriff Bürgerkrieg halte ich für stark übertrieben.

Sonst könnte die NATO einen Grund finden,
München zu bombardieren.

Hoffen wir nur das sie nicht wieder auf die chinesische Botschaft zielen, sonst haben wir bald einen 3. Weltkrieg (der bei Bürgerkrieg in D sowieso eine logische Folge ist).

  1. Wenn 40% die PDS gewählt haben, dann
    haben 60% die PDS nicht gewählt.

Von denen die Wählen gegangen sind haben 40% PDS gewählt, die Wahlbeteiligung lag übrigens bei 64,5%. Ich gehe jetzt davon aus das die Wahlbeteiligung in West und Ost gleich war , was bedeutet das 26% die PDS gewählt haben (im Osten!) und 74% sie NICHT gewählt haben.

An die Wahlergebnisse der SED damals
reicht die PDS noch lange nicht heran.
Schön ist, daß der Ostberliner sich als
resistent gegen Nazis erweist. Da könnte
Bremerhaven noch einiges lernen. Wenn man
jetzt die 60%, die die PDS nicht gewählt
haben, bestraft, indem man sämtliche
Leistungen für den Osten stoppt, glaubt
man den, daß diese Leute dann begeistert
CDU wählen?

Kaum, aber ich finde die Schmusepolitik der SPD gegenüber der PDS ist (wie man leicht sehen kann) auch kein Weg um die Leute von der PDS wegzuholen - die SPD hat das schlechteste Ergebnis das sie in Berlin seit der Hitler-Diktatur hatte. Also auch nichts mit Ende des Sturzfluges.

  1. Woher kommt eigentlich der Haß auf die
    PDS?

Daraus das sie den Osten dieses Landes 40 Jahre lang pleitegewirtschaftet hat. Menschenrechte und Meinungsfreiheit spielten dieselbe Rolle wie in China oder in Jugoslawien.

Hat der irgendwelche persönliche
Ursachen?

Wie wärs damit das manche von ihren besten Freunden ausspioniert wurden ? Oder damit das Soldaten auf die Menschen schossen die die DDR verlassen wollten ??

Ist sie dafür verantwortlich,
daß die Listen der Folterknechte aus der
DDR-Zeit ständig „irgendwie“ verschwinden
bzw. nie aufgestellt werden?

Nein, aber es wird auch kaum jemand deshalb die PDS hassen.

Ist sie
verantwortlich dafür, daß eine
juristische - oder wenigstens eine
geschichtliche - Aufarbeitung der
DDR-Zeit nicht stattfindet?

Sicherlich. Eine CDU-Regierung wird bestimmt nicht die DDR oder ihren Sozialismus in den Himmel loben. Bei der SPD existieren zumindest deutlich sichtbare Ansätze dazu (MVP, Sachsen-Anhalt), aber die PDS tut bestimmt nichts gegen Stasimitarbeiter in den Behörden.

Ist sie dafür
verantwortlich, daß die Treuhand mit
undurchsichtigen Kaputtsanierereien
Milliarden an Subventionen wieder zurück
in den Westen „transferiert“ hat?

Nein, aber sie ist dafür verantwortlich das diese Subventionen überhaupt nötig wurden.

Ist sie
dafür verantwortlich, daß man sich in
verfassungsfeindlicher Weise an einem
Angriffskrieg gegen Jugoslawien
beteiligt?

Nein, aber sie hätte beinahe auf ihre eigene Bevölkerung geschossen. Man sollte nicht vergessen das bei der letzten Montagsdemo die Nationale Volksarmee der DDR in den Nebenstraßen stand. Wäre nicht Gorbatschow an der Macht gewesen wären auch noch russische Panzer dabeigewesen, und dann hätte es ein Massaker à la Platz des himmlischen Friedens wie in China gegeben.

  1. Sollten sich die Westparteien im Osten
    genauso engagieren, wie es die PDS tut,
    dann hätte die PDS einen schweren Stand.
    So aber …

Ich bin wahrhaft kein PDS-Anhänger, aber
so gehts nicht!

Stimmt. Wenn es nach mir ginge wäre die PDS längst verboten.

Gruß, Steffen

Ausserdem wüsste ich nicht wieso man
Langhaarige klatschen (falls du damit
verprügeln o.ä. meinst) sollte, gegen die
gibt es im allgemeinen wenig Vorurteile,
zumindest nicht solche das man sie
„klatscht“.

das habe ich leider von meinen ( zuvielen als geschaeftlich in der " zone" notwendigen ) besuchen anders erfahren:
ich trage als „erwachsener“ manchmal lange haare, und ich geh abends mal gern nen bier trinken. es ist mir mehrfach passiert, dass ne horde glatzen in der kneipe ankamen und randale machten. als „langhaariger“ war ich allererste ansprechperson, wenn kneipenwirte betroffen schwiegen, einen ausgaben und hofften, dass der spuk bald weiterzieht.
so geschehen in magdeburg ( oefters ) , dessau, halle, erfurt und weimar.
gruss
khs

Wenn es dir im Osten nicht gefällt warum bist du dann so oft Ostdeutschen Städten ?

Und wusstest du das einmal eine Frau vergewaltigt wurde während die Passanten gafften ? Es war in Köln wenn ich mich richtig erinnere.

Und wenn das mit der Aufzählung der Ortsnamen ein Wink mit dem Zaunpfahl war: Es hängt natürlich immer auch davon ab wo man sich rumtreibt. Wenn es nicht so gemeint ignoriere diesen Absatz einfach :wink:

Gruß, Steffen

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Hallo, ich wollte dich nur darauf
hinweisen das das „ß“ durch „ss“ ersetzt
wird, seit der Rechtschreibreform heißt
es auch generell „muss“ und „dass“

Hi!

Die Rechtschreibreform gilz NUR fuer Schueler, Beamte und andere im Staatswesen. Jeder andere kann schreiben wie er will! Und genau das tue ich!

GruSZ Frank

Hallo Steffen,

ich habe mal auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung einen Eid geschworen, und von diesem Eid hat mich meines Wissens noch keiner entbunden. Es fiel mir überhaupt nicht schwer, diesen Eid zu leisten, insbesondere da ich das Grundgesetz recht gut kenne. Deshalb ärgert es mich, daß in den 50 Jahren seines Bestehens das Grundgesetz 46mal verändert worden ist. Noch mehr ärgert es mich, daß die Einheit grundgesetzwidrig verlief. Und maßlos ärgerte mich der Ausspruch des Bundesaußenministers Fischer (hat der nicht auch einen Eid geleistet?), daß der Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen über dem Grundgesetz stünde. Mein Mißvergnügen über Wählerbeschimpfungen gipfelte deshalb in der Rhetorik (!), daß solche Leute offen bekennen sollen, daß sie keinen „Draht“ zur Demokratie haben. Dann kann ich sie nämlich offen bekämpfen.

Mit Alt-Wessis hatte ich die Ewiggestrigen gemeint. Am 3. Oktober 1990 ist nämlich nicht nur die DDR untergegangen, sondern auch die alte BRD. Das hat man im Westen noch nicht ganz kapiert und klammert sich immer verzweifelter an Antikommunismus (CDU), Opportunismus (SPD), Realo-Fundi-Streit (Grüne), Selbstgerechtigkeit (FDP). Auch im Osten gewinnen die Gestrigen an Boden. Ich höre schon die ersten Stimmen von wegen „antifaschistischer Schutzwall“. Auf die Erfahrungen von Karl-Heinz weiter unten, reagierst auch Du mit dem Aufschrei „Einmischung in innere Angelegenheiten!“ Kurz und gut: Biedenkopf ist kein ewig Gestriger, sonst wäre er nämlich immer noch ein professoraler Langweiler, der von einem Posten zum anderen (ja auch nach Sachsen) weggelobt werden muß. Biedenkopf hat sich verändert.

Ich bin Wessi und hatte vor der Einheit keinerlei Verbindung zur DDR außer Transitfahrten und einen Eintagesbesuch in Ostberlin. Alles was ich weiß, ist also Nach-Einheit-Erfahrung, und ich versuche, aus diesen Erfahrungen auf die Zustände in der DDR rückzuschließen. Ich habe das ganze Staatsgebilde mit einer Religion verglichen, nicht die SED. Die SED war nur eine „Kirche“ dieser Religion. Andere Kirchen waren z.B. FDJ, Deutsch-Sowjetische Freundschaft, CDU, LDPD, NVA (Eid auf die führende Rolle der SED?) usw. - sogenannte Massenorganisationen, aber wem sage ich das. Diese Religion hat sich an die Verfassung der DDR gehalten, wie die großen Christenkirchen sich an die Bergpredigt halten - gar nicht.

Zwischen März und Oktober 1990 hätte es die Möglichkeit gegeben, die SED zu verbieten. Wäre es danach passiert, dann wäre es als „Siegerjustiz“ ausgelegt worden und hätte der SED zu einem Martyrerbild verholfen. Ich bin gegen ein Verbot der PDS. Wie Biedenkopf verändert sie sich, und man weiß noch nicht genau, ob daraus eine Art CSU des Ostens entsteht oder eine ultra-kommunistische Partei. Zum Parteienverbot ein Link zum KPD-Verbot des Bundesverfassungsgerichts. Bitte beachte die ausführliche Analyse der Absichten der KPD:

http://www.uni-wuerzburg.de/glaw/bv005085.html

Auch gestandene Kommunisten haben mir gegenüber der Analyse des Kommunismus’ in diesem Urteil nicht widersprochen. Kannst Du die PDS mit der KPD vergleichen, Kommunistische Plattform hin Verfassungsschutzbericht her? Wie man die Sache nennt, ist übrigens egal. Ich werde mich hüten, nach einer Begriffsbestimmung des „Sozialismus“ hier zu fragen. Müßten die Jusos (Jungsozialisten) verboten werden? Nicht verbieten, besser machen!

Zum Bürgerkrieg: Noch vor zwanzig Jahren hätte man es für unwahrscheinlich gehalten, daß Serben und Albaner im Kosovo aufeinander los gehen. Serben, Kroaten, Mazedonier? Jederzeit. Eine kleine Reform von Milosevic (Entzug der Autonomie) und schon ging es los. Und von Leipzig nach Königgrätz ist es auch kein weiter Weg. Ich habe zwar keine langen Haare, aber was meinst Du, wo ich agressiv „angemacht“ werde, wenn ich beruflich unterwegs bin. Umgekehrt passiert das auch. Bedenklich.

Gab es nicht bei der letzten Montagsdemo schon den ZK-Befehl, auf keinen Fall einzuschreiten. Ohne Gorbatschow wäre eine Wende gar nicht denkbar gewesen. Hätte die NVA auf das eigene Volk geschossen? Fragen über Fragen - was aber sicher ist: die DDR ist ohne einen einzigen Schuß in sich zusammengefallen.

Der Haß der Wessis auf die PDS hat etwas Gestriges an sich. Sofern die Ossis noch die PDS als Nachfolger der SED hassen, hat dieser West-Haß auch etwas wahltaktisch Verlogenes an sich. Wendehälse mag ich auch nicht, wobei sie sich ja jetzt wieder zurückwenden - also Minutensteaks. Die wirklichen Verbrecher des Totalitarismus’ will ich auch vor einem Gericht sehen. Aber diese Leute werden nicht einmal gesucht - von niemandem.

viele grüße
ralph

Ergänzend zu deinen Statements zur PDS möchte ich anmerken, dass ich in der PDS mehr als in der SPD die Zukunft der klassischen Sozialdemokratie in D sehe. Sie repräsentiert zur Zeit (von einigen SED Altlasten abgesehen) das, was im Westen die SPD bis zum Godesberger Programm war. Damit repräsentiert sie trotz (oder auch gerade mit) kommunistischer Plattform eine völlig legitime politische Richtung und ist alles andere als verfassungswidrig. Alle, die hier nach einem Verbot schreien, oder die PDS als verfassungswidrig bezeichnen scheinen weder die Vefassung richtig zu kennen, noch sehr viel von den Freiräumen zu halten, die sie bewusst enthält. Ich kann dem GG nichts entnehmen, das ausdrücklich den Kapitalismus und die Marktwirtschaft vorschreibt. Was ich ihm sehr wohl schriftlich entnehmen kann ist die Sozialbindung des Eigentums, die in D inzwischen völlig unterzugehen droht.

Sigi