So ist es in Deutschland.
Ich bin 61 Jahre und seit einem Jahr aus Asien wo ich 38 Jahre
verbacht habe in Deutschland zurück.
Ich war in verschiedenen Ländern Asiens in der technischen
Ausbildung, Firmenmanagement, Produktions-Service Leitung,
Sourcing, Verkauf und Marketing tätig. Seit ich zurück bin
habe ich ca. 200 Bewerbungen ausgesandt, es kam zu drei
Interviews aber keinen Erfolg für eine Einstellung obwohl
körperlich und geistig fit und guten Referenzen.
Das ist alles richtig, kommt aber an einer Problematik nicht vorbei:
Du bis zu teuer!
Soweit du dich bei Unternehmen bewirbst, die einer tarifvertraglichen Bindung unterliegen kostest du im Vergleich zu einem jüngeren MA bedeutend mehr, mitunter mehr als Doppelte. Einfach so. Und obwohl du eine Menge kannst und das berühmte „mehr an Berufserfahrung“ mitbringst, bist du für die Unternehmen dennoch uninteressant. Leider ist das so. Wieso?
Weil dieses mehr an Berufserfahrung nicht nachgefragt wird. Wäre es so, müssten sich die Firmen um die „Alten“ reißen. Tun sie aber nicht. Im Gegenteil, manche versuchen sie extra los zu werden und schnüren Abfindungspakete.
Natürlich habe ich mich auch über Internet Jobbörsen beworben-nichts.
Das ist auch nicht der Weg für dich. Denn das Alter ist dann das K.O.-Kriterium, trotz AGG. Zugeben tut das kein Unternehmen.
Wer weiss was zu tun ist?
Nun, weißt du Erich, in den letzten 38 Jahren, hat sich in Deutschland viel verändert. Der Niedriglohnsektor hat sich zusammen mit dem Leiharbeitssektor geradzu pandemisch über Deutschland ausgebreitet. Es gibt hochqualifizierte Fachkräfte, die nicht mehr in auf den sog. ersten Arbeitsmarkt reinkommen, weil sie zu alt sind und damit zuviel kosten. Manschmal geht es dann noch über Leiharbeit in einigermaßen qualifizierte Arbeit zu kommen. Eine Aussicht auf die versprochene mögliche Festanstellung im Entleihbetrieb tritt nicht mehr ein.
Ansonsten kommen natürlich noch die unqualifizierten Tätigkeiten in Frage. Hier kannst ja mal nachsehen und dann in Abhängigkeit deiner Situation entscheiden „vorübergehend“ so was zu machen. Wobei dies auch die nächsten vier Jahre sein könnten.
Auch kannst du überlegen, dich gezielt bei Unternehmen zu bewerben, welche keiner tarifvertraglichen Bindung unterliegen, zu bewerben. Das erhöht die Chancen, mehr nicht. Das sind dann die kleinen Unternehmen. Vielelicht gibt es da irgendwas, was passen könnte.
Was deine Asia-Erfahrung anbelangt, so könntest du gezielt in diesem Sektor suchen. Was du wahrscheinlich schon gemacht hast. Aber ich spreche es trotzdem mal an. Die Richtigung ginge an Unternehmen (oder solche die darin beraten), welche im Asia-Raum unternehmerisch einsteigen/ausbauen usw. wollen.
Ich kann noch nicht in Rente gehen, Harz IV ist eine Schande den man wird
behandelt wie der letzte Dreck und ich muss für meine Familie sorgen. Wer :weiss was? Vielen Dank
Vielleicht wäre die Möglichkeit in Asia zu bleiben und dort für ausländische Unternehmen, welche dort was unternehmen wollen, nicht die schlechteste gewesen. Und vielleicht in der Tourismusbranche als Reiseführer, ob Touristen oder Geschäftsreisende.
Vielleicht denkst du mal was ganz anderes, als es deinen bisherigen Berufen entspricht, zu tun.
Und wenn alles nichts nützt Erich, hat dich die harte Realität des Deutschlands im 21. Jahrhundert erreicht. Dies hast du dir zur Zeit deines beruflichen Einstiegs niemals gedacht und genauso wenig als es dich in Ferne gezogen hat, einmal als Sozialhilfefall den Lebensabend anzutreten. Der einzige Trost der dir bleibt ist, dass ein Sozialhilfeempfänger in Deutschland besser lebt als ein asiatischer Wanderarbeiter.