Kopieren von Hundeohren, Nachmittagsprogramm
Hallo Diana,
ein emotionales Thema, wollte eigentlich nur Stöbern, da ich auf jemanden warte, und dann lese ich Deine Frage…
Spontan fällt mir ein Fernsehbericht ein, der auf den Dritten lief, den ich sicherlich nie wieder vergessen werde.
Unsere Familie aß in der Wohnstube mal zu Mittag, der Fernseher wurde eingeschaltet (was ich eigentlich nicht ab kann)
Bericht über Kopieren von Hundeohren, Schwänzen.
*blabla* Über Sinn, Ästhetik etc.
Dann haben sie diesen Mischling gezeigt, auf dem Tierarzttisch-
eine TAhelferin hielt ihm die Schnauze zu, eine Person den Körper fest, und der „Ausführer“ hat mit einem komischen Buchpresse-ähnlichen Gerät die Ohren des Hunde langsam durchtrennt.
Die Zwinge wurde zugedreht…der Hund war nicht betäubt.
Mir war so schlecht, ich unterdrückte die Tränen am Tisch (war um die 15 Jahre), ich war so geschockt, dass ich erst Minuten später meine Mutter anfuhr wegzuschalten.
Danach habe ich zwei Nächte geheult, und konnte kaum ein Auge zumachen, und dass ist nicht untertrieben.
Solche Szenen, wo ein schwächeres Wesen von einem Stärkeren unterdrückt wird, und ihm physische und psychische Gewalt angetan wird, legen bei mir den Schalter um, ich fühle mich so hilf-und machtlos, und könnte heulen (aus Hilflosigkeit) danach meist Wut.
Schlimm waren auch Kriegserzählungen (!) von meiner verstorbenen Oma gewesen. (Familie mit Zungen am Tisch festgenagelt, die Frauen und Mädchen vor ihren Augen vergewaltigt …)
Was die Literatur betrifft, meine Mutter hat eine riesen Buchsammlung, und „verbotene“ Bücher (erotik, gewalt, horror) hat sie immer versteckt gehalten, oder sehr weit weggestellt, aber das hinderte mich nicht (als Kind) sie trotzdem zu finden.
Da fand ich eines Tages ein Buch über Folterungen.
Mit Bilder, Zeichnungen, Kupferstichen.
Es umfasste detailiert alle Arten von Folterungen und Verhören.
Mir war so übel, und in der darauf folgenden Nacht hatte ich Alpträume.
Ein Bild löst bei mir immer noch Entsetzen aus, kennt sicher jeder „Der Stumme Schrei“
Oder, ich weiss nicht, ob es vom selben Künstler stammt, ein Mann, der zusammengepfercht in einem Kasten sitz, und schreit, und oben fallen stetig Wassertropfen auf seinen Kopf… (chin. Folter?)
Schrecklich…
Ganz besonders geprägt und grässlich berührt hat mich das Schlachten von Nutztieren.
(Grosseltern haben grossen Hof der gleich an mein Elternhaus anschliesst, und damals noch Vieh gehabt, Kaninchen, Schweine, Geflügel)
Ich habe das Hausschlachtene immer gern gegessen, bis zu dem Tag, als ich zufällig früh auf war, und ein Schwein geschlachtet werden sollte.
Das Schwein quiekte und schrie und wehrte sich als es aus dem Stall gezerrt wurde, und als es erschossen war, und der Aderlass und das Blutumrühren, das Zucken…oh mir wird schwindlig…
Ganz besonders schlimm, wenn ein Kaninchen geschlachtet wird: die SCHREIEN unglaublich, mir ist sogar heute noch zeitweise schlecht, wenn ich gebratenes Kaninchenfleisch rieche, obwohl ich es Essen kann.
Dann die Geschichte vom Störtebecker…und dann siehst du wirklich ein Huhn mit abgeschlagenen Kopf über den Hof rennen!
Manchmal wünschte ich mir, ich wäre ich der Stadt aufgewachsen.*flachs*
In der Schule hatte mal einer von den Film „Blutsport“ (Kampffilm) erzählt, wir waren so 5-6 Klasse.
Er hätte den Film wohl ungeschnitten gesehen.
Irgendwo dadrinnen kam ein offener Bruch vor, Oberschenkel.
Die blosse Erzählung hat mich so angeekelt, dass ich den Film nie sehen wollte, auch später nicht.
Jetzt ist mir komisch, ich höre lieber auf.
Ich hoffe, Du kannst mit meinen Alpträumen was anfangen.
sanfte Grüsse,
Nicole