Über Nacht beim Vater

…hallo,

also meine Ex hat heute einen Vorschlag gemacht, wo ich mir nicht ganz sicher bin. Bin ich überängstlich, oder ist es vielleicht doch etwas früh?

Unser Kleiner ist fast ein Jahr alt. Papa und er sehen sich sehr regelmäßg, so jeden 2-3 Tag. 90% der Zeit bin ich mit dabei. Aber das hat den einfachen Grund, dass wir uns gut verstehen und dann eben immer zusammen etwas unternehmen…

Abends bringe aber immer ich den Kleinen ins Bett.
Jetzt bekommt er gerade Zähne und nervt mich doch schon sehr.
Da hat Papa angeboten, dass ich mir doch einen Tag frei nehmen sollte und er den Kleinen nimmt. Kein Problem soweit. Ich würde dann weg gehen und er mit dem Bub bei mir bleiben. Und er würde dann auch hier über Nacht bleiben und ich bei ihm in der Wohnung schlafen. Dann könnte ich mal wieder in Ruhe durchschlafen und hätte meine Ruhe.

Ich war aber noch nie Nachts weg von dem Kleinen. Und er hat ihn auch die letzten 4-5 Monate nie ins Bett gebracht. Normal schläft er durch, jetzt aber wacht er nachts oft auf und weint, weil die Zähne halt weh tun.
Mit dem Auto wäre ich im Notfall ca. 20 Minuten weg…

Aber wenn der Bub aufwacht und ich nicht da bin?
Mit wäre lieber ich würde auf der Couch schlafen und Papa bei ihm im Bett. Und wenn die Nacht gut war und er sich auch nachts von Papa beruhigen lässt, dann wäre es ok. Es ist halt schon so, dass wenn wir etwas unternehmen, ich mich um das Kind kümmere. Er macht da nicht viel. Jetzt nicht, weil er ein schlechter Papa ist, ganz im Gegenteil. Ist halt nur prakitsch, wenn die Mama dabei ist.
Die hat ja viiiiiieeeeel mehr Erfahrung mit der Windel…

Soll ich den Bub so ohne Vorbereitung und ohne „Umgewöhnungsphase“ allein mit Papa lassen?

Bin ich zu ängstlich?

Vielen Dank für Anregungen,

Gruß Lulea

Hallo,

Bin ich zu ängstlich?

ja. Aber das scheint irgendwie normal zu sein.

Gruß,

Malte

ich lebe mit meinem Mann zusammen, und jede Nacht ist Papi genauso wie Mami da für meine Tochter.

Ich würde nicht ohne Dringlichkeit von daheim wegbleiben, genausowenig würde das mein Mann machen.
Unsere Tochter hat uns gerne nachts um sich und nur um zu feiern oder in ruhe zu schlafen - nein, würden wir nicht machen.

Hat meines Erachtens wenig mit angst zu tun, vielmehr mit Achtung der kindlichen bedürfnisse. Selbstverständlich würde die Welt nicht untergehen, wenn meine Tochter des Nachts aus Trennungsschmerz stundenlang schreit (und das würde sie tun - sie ist allerdings auch schon 21 Monate). Aber es ist halt nicht notwendig, sie dem Trennungsschmerz auszusetzen.

Ich würde also das Sofa bevorzugen - vorrausgesetzt, der Bub lässt sich von Papi ins Bett bringen.

Lutzie

Hallo,

auch in intakten Familienverhältnissen kann es immer mal z.B. aus beruflichen Gründen, Krankheit, … mal vorkommen, dass Mama oder Papa mal über Nacht nicht da sind. Was gaubst Du machen Schichtarbeiter oder Wochenendheimfahrer? Was wenn Mama zur Geburt von #2 oder wegen eines gebrochenen Beins mal ein paar Tage ins Krankenhaus muss, …

Klar, es mag Protest geben, aber wir reden hier von einer ganz normalen und üblichen Situation, die es in jeder Familie mehr oder weniger häufig gibt/geben kann. Also einfach mal für eine Nacht ausprobieren, und dann vielleicht feststellen, dass der Nachwuchs damit überhaupt kein Problem hat. Und wenn doch, dann schon im eigenen Interesse dies häufiger mal üben, denn die Kleinen gewöhnen sich daran durchaus (der eine früher, die andere später), und das ist dann auch mal schön, wenn man sich mal ohne schlechtes Gewissen ein langes Wochenende machen will, …

Unser Junior hat schon recht früh mal ein paar Stunden bei Oma, Onkel und Tante verbracht, und als es dann mal über Nacht war, gab es überhaupt kein Problem damit. Wir bekommen dann jedes Mal Mails mit Bildern von wilden Spielen, und man merkt, wieviel Spaß es ihm macht (letztes Mal ließ er anrufen und mitteilen, dass er noch eine Nacht bleiben wollte, und war dann auch trotz unseres ohnehin geplanten Besuchs nicht davon abzubringen). Also einfach mal machen.

Gruß vom Wiz

Hallo,

Ich würde also das Sofa bevorzugen - vorrausgesetzt, der Bub
lässt sich von Papi ins Bett bringen.

Das ist es ja. Er hat ihn noch nie ins Bett gebracht. Einfach weil wir uns direkt nach der Geburt getrennt haben.
Er wurde noch nie von einer anderen Person, außer mir ins Bett, gebracht. Ist es da nicht einfach sinnvoll das Kind langsamm daran zu gewöhnen, als es in kalte Wasser zu schmeißen? Er ist vielleicht einmal im Monat mit Papa allein weg. Und dann plötzlich die ganze Nacht?

Gruß

Lutzie

HAlllo Mate,

der Kleine geht bald zur Tagesmutter. Dort wird, laut Tagesmutterbörse, eine Eingewöhnungsphase von ca. 6 Wochen angesetzt.
Und ganz ohne Eingewöhnung soll er sich plötzlich vom Vater ins Bett bringen lassen? Der hat das noch nie gemacht, weil wir schon seit der Geburt getrennt sind. Glaubst du es ist förderlich für ein Kind, wenn es ewig schreien muss, weil er die Mama vermisst? Klar ist es der Papa und das ist auch gut so, aber der hat ihn in den letzten 14 Tagen einmal gewickelt. Verstehtst du? Ich trau mich einfach nicht, von 0 auf 100 gleich das Kind abzugeben…

Gruß Lulea

Ohne Eingewöhnung würde ich es nicht machen. Dein Bauch sagt Dir doch, was sich für Dich richtig anfühlt.

Ich würde mit Vater ein paar Mal das abendliche ins Bett bringen veranstalten und mich dann immer mehr zurück ziehen. Die Option Sofa klingt doch gut.

FS

Laß Dich doch nicht verunsichern senftube. Dein Kind ist 1 Jahr, Du mußt es nicht „abhärten“. Dein Instinkt ist vollkommen richtig, laß dem Kind und dem Vater Zeit und Raum zusammenzufinden und dann wird das schon.

FS

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Hallo,

der Kleine geht bald zur Tagesmutter. Dort wird, laut
Tagesmutterbörse, eine Eingewöhnungsphase von ca. 6 Wochen
angesetzt.

Du vergleichst eine Tagesmutter, die der Lütte noch nie gesehen hat, mit seinem Vater, den er ständig sieht?

Und ganz ohne Eingewöhnung soll er sich plötzlich vom Vater
ins Bett bringen lassen?

Irgendwann ist immer das erste mal.

Der hat das noch nie gemacht, weil
wir schon seit der Geburt getrennt sind. Glaubst du es ist
förderlich für ein Kind, wenn es ewig schreien muss, weil er
die Mama vermisst?

Weißt Du doch gar nicht, ob er das tun wird.

Verstehtst du? Ich trau mich einfach nicht, von 0 auf 100
gleich das Kind abzugeben…

Tust Du doch gar nicht. Es ist nur eine Nacht, und im Notfall bist Du schnell da. Außerdem findet das in der gewohnten Umgebung statt.

Ich finde die Frage - mit Verlaub - ganz lustig, weil ich kürzlich was ähnliches erlebt hab:

Aufgrund Stillens war das Zubettbringen meiner halbjährigen Tochter bisher immer Mamasache - mit div. Ritualen wie Gute Nacht-Lied etc.

Wenn ich das mal probiert hab, hat das nie gut geklappt, die Lütte hat immer geschrien, war zappelig etc.

Dann ist meine Frau einen Abend doch mal weg, und es MUSSTE also klappen - und siehe da, nach einem abendlichen Spaziergang ließ meine Tochter sich von mir völlig klaglos ins Bett bringen und schlief auch gut ein, mit etwas Bestechungsmuttermilch aus der Flasche.

Ich glaube fest daran, daß das damit zu tun hatte, daß Mama eben NICHT da war, wodurch a) sie nicht gemerkt hat, daß Mama nebenan ist und das ja eigentlich tun könnte und b) ich auch sicherlich entspannter war, weil ich eben allein war.

Hätte das nicht geklappt, hätte ich sie halt so lange durch die Gegend getragen, bis sie auf dem Arm eingepennt wäre. Irgendwie geht das immer, und für das Kind ist es wirklich kein Beinbruch, wenn mal die andere Vertrauensperson das erledigt.

Versteh es bitte nicht als Vorwurf, aber ich glaube, Du bist wirklich etwas uberängstlich. Selbst, wenn es nicht klappen sollte, ist das okay und ein erster Schritt, auf den dann auch unbedingt ein zweiter Versuch folgen sollte. Es ist ja durchaus wichtig, daß euer Kind lernt, daß Mama nicht die einzige Bezugsperson ist. Es wird keinen Schaden daran nehmen.

Gruß,

Malte

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Hallo,

Es ist ja
durchaus wichtig, daß euer Kind lernt, daß Mama nicht die
einzige Bezugsperson ist. Es wird keinen Schaden daran
nehmen.

Das fände ich auch total wichtig, weil man sich als Mama immer gerne als unbkömmliche Bezugsperson sieht. Leider geht der Papa jetzt im November für ein halbes Jahr beruflich ins Ausland. Somit bin ich wohl doch die Bezugsperson.
Ich denke das der Unterschied zwischen deiner Tochter umd meinem Sohn der ist, dass du ja im täglichen Leben teilnimmst. Ihr esst zusammen, wenn sie aufwacht bist du noch bei der Mama im Bett. Du badest sie, spielst mit ihr…das macht unser Papa halt alles nicht.
Neulich wollte er mit dem Kleinen ins Freibad, aber ich sollte mit weil er es sich alleine nicht zutraut. Und dann soll ich ihm das Kind die ganze Nacht so geben? Never!!

Gruß und schönen Tag

Lulea

Gruß,

Malte

Hi,

Bin ich zu ängstlich?

Malte hat schon recht, Du bist wirklich ein wenig zu ängstlich.

Wenige Wochen nach der Geburt unseres zweiten Sohnes mußte ich im Rahmen meiner Ausbildung längere Zeit weg. Ich war fast sein gesamtes erstes Lebensjahr nur sporadisch an Wochenenden zu hause. Ich sah meinen Sohn sehr viel seltener als Dein Ex den seinen. Es gab aber nie Probleme.

Ich denke entscheidend ist, daß Euer Kleiner seinen Vater als Vertrauensperson kennt. Ihr unternehmt viel zusammen und er erlebt dabei, daß Du ihm vertraust. Das gibt ihm unglaubliche Sicherheit.
Selbst wenn er meckert wenn Du nicht da bist (weil die Situation ungewohnt ist), wird er keine Existenz- oder Verlassensangst haben. Bei einer bis dahin unbekannten Person (Tagesmutter) ist das was anderes. Da muß er erst lernen, daß sie vertrauenswürdig ist. Und genau dafür ist die Eingewöhnungsphase da.

Also, sei mutig und gib den Beiden eine Chance…

Viele Grüße
Stefan

Hallo,

Und dann soll ich ihm das Kind die ganze Nacht so geben? Never!!

dann erst recht, wenn Du mich fragst. Aber wenn Deine Entscheidung eh
schon feststeht und Du nur die Antworten haben willst, die Dir passen,
dann frag doch nicht erst.

Ich meine, gerade wenn Vater und Mutter nicht zusammenleben, sollte man sowas forcieren - Papa hat schon wenig Möglichkeit genug, am Leben des Kindes teilzunehmen (auch das ist wieder kein Vorwurf, sondern ergibt sich schlicht aus der Situation). Daß er dann etwas unsicher ist, ist zwar schade, aber halbwegs nachvollziehbar. Sicherheit kommt durch Training, und ich meine, das wäre eine schöne Gelegenheit zu trainieren.

Wenn Dir das jetzt zuviel ist, dann lass es halt, aber vielleicht kannst Du dieses Angebot des Vaters ja zum Anlaß nehmen, in anderer Form mit ihm zusammen zu üben oder so.

Gruß,

Malte

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Hallo senftube,

hmm, ich hab ja nun keine Kinder, aber ehrlich gesagt seh ich das Problem nicht wirklich.

Du und Papa vom Kind versteht Euch super und Papa bietet Dir „irgendwann“ mal Entlastung an. Das ist doch soweit mal sehr nett von ihm. Und vor allem: Ihr habt überhaupt keinen Zeitdruck.

Darum würde ich den Papa an den nächsten Abenden mal beim Zubettgehen mit einbinden. Je nachdem, wie’s Euch dabei geht, kann Papa dann mehr und mehr übernehmen. Und Du kannst Dich dann Stück für Stück zurückziehen und unauffällig gucken, wie das klappt. Pennt Sohnemann in Papas Armen gleich beim ersten Mal selig ein, spricht nix dagegen, wenn Du das nächste Mal wirklich weg bist. Sind die beiden aber nach 2 Stunden in Tränen aufgelöst, wäre es vielleicht gut, noch ein bisserl weiter zu „üben“ :wink:

Achja - ob gerade das Zahnen da der richtige Zeitpunkt für sowas ist, ahne ich ja nicht. Das müsst Ihr wissen, ob Ihr das jetzt machen wollt oder lieber wenn’s dem Junior wieder besser geht.

Die hat ja viiiiiieeeeel mehr Erfahrung mit der Windel…

Na, das sollte Daddy aber können, bevor die beiden über Nacht alleine sind :wink:

*wink*

Petzi

Über Nacht beim Vater…never?

Never!!

never?

na hör mal. ich bin eine begeisterte kinderabgeberin und dann-auch-wieder-abholerin.
es ist uns allen primstens bekommen.

aber: mama muß es wollen und können. ein „never“ scheint mir da deutlich zu sehr in richtung „nö, das kann ich am allerbesten, alle anderen murksen nur rum.“
da sollte man die eigene ersetzbarkeit durchaus etwas kritisch hinterfragen.

lg,
tilli

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schlaf gut!
hi,

Er wurde noch nie von einer anderen Person, außer mir ins
Bett, gebracht.

das hört sich nicht gut an. einfach weil es durchaus passieren kann, dass du irgendwann mal verhindert bist und DANN kann es passieren, dass ihr euch probleme einhandelt.

„mistmistmist, wie geht das nun, wie ist das genaue, perfekte ritual für den kleinen. scheiße, warum durfte ich das nie üben. mannomann. was mach ich denn jetzt? wo sind die windeln, muß der schon zähneputzen?“

zerfetzte nerven, die ihr nicht habt, wenn es mehrere betreuer gibt, zu denen das kind auch beim ins-bett-bringen vertrauen hat.
da würde ich den eigenen papa durchaus mal eingemeinden.

im interesse des kindes und deiner eigenen seelenruhe.
„boah, es gibt 2-3 leute, die können mir das abnehmen, wenn ich mal den zug verpasse. sehr angenehm.“

lg,
tilli

Hallo

Und er würde dann auch hier über Nacht bleiben und ich bei ihm in der Wohnung schlafen. Dann könnte ich mal wieder in Ruhe durchschlafen und hätte meine Ruhe.

Das klingt aber alles nicht so, als könntest du dann in Ruhe durchschlafen und hättest dann deine Ruhe …
Es klingt eher so, als würdest du dann die ganze Nacht gestresst im Bett sitzen …

Hab gestern noch im Radio eine Autorin sagen gehört, dass Eltern meistens den richtigen Instinkt haben, dass sie meist automatisch das Richtige machen, dass das auch nachgewiesen sei, und dass es wichtig sei, auf den Instinkt zu hören.

Viele Grüße