Überdrucken und Überfüllen in Freehand und Corel

Hallo,

nachdem ich mir einen Rüffel vom Verlag eingefangen habe, weil die gelieferten Grafiken nicht auf Überdrucken eingestellt seien, bin ich recht erstaunt…

Es handelt sich teilweise um alte Freehand 8 Grafiken, die vorher bereits gedruckt wurden, in denen zwischenzeitlich nur minimale inhaltliche (keine formalen) Korrekturen unter Freehand MX vorgenommen wurden. Mit diesen Grafiken gab es vorher keine Probleme. Die Grafiken bestehen überwiegend aus cyanfarbigen und grauen Boxen (verschiedene Abstufungen) mit schwarzen Konturen, innerhalb derer Texte stehen.

Daraufhin hab ich mir die Grafiken noch mal genauer angesehen und festgestellt, dass weder die Schriften noch Konturen auf Überdrucken eingestellt sind. Warum ist das vorher denn nicht aufgefallen?
Kann es sein, dass das an diesem Freehand MX-Bug liegt:
„Probleme mit Altdateien:
[…] Objekte, die in FreeHand 8-Dokumenten zum Überdrucken anderer Objekte definiert wurden, wiesen diese Definition beim Öffnen in FreeHand MX nicht mehr auf.“ ???

Aber noch wichtiger die Frage: wie das Problem so effizient wie möglich beheben?

Bei Corel hab ich die Möglichkeit beim eps-Export „Schwarz immer überdrucken“ einzustellen. Bei Freehand hab ich eine solche Option nicht gefunden. Kann es sein, dass ich hier wirklich alle Schriften manuell umstellen muss?
Schriften werden unter der Voreinstellung „Überdruckende Objekte anzeigen“ leider auch nicht berücksichtigt (scheint auch bei anderen Objekten nicht sauber zu funktionieren), so dass ich diesen Weg nicht nur für äußerst umständlich sondern auch für fehleranfällig halte. Gibt es da vielleicht eine andere Lösung, Schwarz grundsätzlich auf Überdrucken einzustellen?

Und was ist mit den cyanfarbenen Boxen - macht da ein Überdrucken der schwarzen Kontur überhaupt Sinn, oder müsste ich hier nicht sinnvoller den cyanfarbenen Grund auf überfüllen einstellen, um Blitzer zu vermeiden!?
Und wie stelle ich das Überfüllen in Freehand ein? Bei Corel habe ich auch nur die Möglichkeit gefunden, ein automatisches Überfüllen beim eps-Export auszuwählen, aber das würde dann ja auch die Schriften und Konturen betreffen, die dadurch dicker würden!?

Greetings
Marla

Hallo Marla,

direkt helfen kann ich Dir bei Deiner Frage nicht, dazu fehlt mir das Fachwissen. Ich halte die angesprochenen Fragestellungen allerdings für recht speziell und würde Dich in diesem Fall an Foren verweisen, die von einer Menge Leuten besucht werden, die solche Sachen täglich erledigen.
http://www.typografie.info/typoforum
ist in diesem Zusammenhang eine recht gute Adresse; es tummeln sich einige Leute dort, die einiges von der Druckvorstufe verstehen. Auch die Foren von
http://www.hilfdirselbst.ch/
sind bestimmt eine gute Anlaufstelle.

Grüße,

Christian

Das Überdrucken wird in FreeHand in der sog. Zentralpalette definiert,
also da, wo man auch (nachträglich) Linienstärken, verläufe etc.
definieren kann. Du musst das Objekt anwählen und in der Palette siehst
du dann einen Optionsbutton „Überdrucken“, den man anklicken muss.

Ob man ein generelles „schwarz überducken“ in Freehand 8 definieren
kann weiss ich jetzt leider nicht.

Hallo Hilse,

ich arbeite längst nicht mehr unter Freehand 8, sonst hätte ich vielleicht nicht das Problem, dass die Überdrucken-Einstellungen futsch sind. :wink: Weiß aber auch nicht mit Sicherheit, ob sie je existiert haben. - Gab mit diesen Dateien früher halt keine Probleme.

Unter MX (Windows) wähle ich das Objekt, gehe in dem Fenster „Eigenschaften“ auf „Strich“ und setze dort ein Häkchen ins Kontrollkästchen „Überdrucken“. Ist natürlich sehr aufwändig, zumal bei Mehrfachauswahl von Objekten das Kästchen gar nicht angezeigt wird und die Ansicht des Fensters auch wieder zum „Pfad“ wechselt, sobald ich ein neues Objekt anklicke.

Kann man für soetwas eigentlich auch (wie z.B. in Corel) Kurzbefehle definieren oder Makros erstellen?

Hab inziwschen die Überfüllen-Fuktion gefunden unter Xtras/Erstellen/Überfüllung. Schon extrem blöd gelöst, dass der Begriff Überfüllung in der Hilfe nicht genannt wird, man sich also durchwurschteln muss, bis man sie findet und eben auch keine weiteren Erläuterungen zu den dort möglichen Einstellungen zur Verfügung stehen. Was es mit diese Farbtonreduzierung auf sich hat.

Und eben auch immer noch nicht, ob’s überhaupt Sinn macht zu überfüllen. :wink: Ich muss ein paar hundert mehr oder minder komplexe Abbildungen ändern und möchte dabei möglichst nur so viel wie absolut nötig, aber so wenig wie möglich machen müssen.

Ob man ein generelles „schwarz überducken“ in Freehand 8
definieren
kann weiss ich jetzt leider nicht.

Kann man das denn unter MX?

Greetings
Marla

Und eben auch immer noch nicht, ob’s überhaupt Sinn macht zu
überfüllen. :wink:

Generell macht Überfüllen natürlich schon Sinn. Ich persönlich habe
aber an den Standardeinstellungen noch nie was geändert (müssen).
Falls es da wirklich spezielle Anforderungen seitens der Druckerei
geben sollte, sollen sie dir entsprechende Werte geben bzw.
begründen, warum sie mit den Standardeinstellungen nicht klarkommen.

Ob man ein generelles „schwarz überducken“ in Freehand 8
definieren
kann weiss ich jetzt leider nicht.

Kann man das denn unter MX?

Nichts gefunden, aber muss wohl, da es voreingestellt ist.

Hallo,
Überdrucken/Überfüllung ist Sache der Druckerei. Sollten die das nicht auf die Reihe kriegen, Druckerei wechseln.

Gruß
Magnus

Hallo Magnus,

da die Grafiken nicht einzeln herausgegeben werden, sondern wir sie zunächst in eps exportieren und dann zusammen mit Text zum pdf verarbeiten, die pdf-Datei an den Verlag schicken müssen, haben wir weder die Möglichkeit die Druckerei zu wechseln, noch gäbe es die Möglichkeit, die Abbildungen nachträglich zu ändern. Das wäre laut Verlag nur bei den Texten möglich.

Greetings,
Marla

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi,
an den Grafiken muss auch nichts geändert werden. Du schickst eine PDF und die Druckerei kümmert sich um Überfüllung/Überdrucken mit entsprechender Software (Acrobat, Creo, Heidelberg, Creo, PitStop oder weiß der Geier was).

Gruß
Magnus

Hallo Christian,

direkt helfen kann ich Dir bei Deiner Frage nicht, dazu fehlt
mir das Fachwissen.

Dir kann man auf die Sprünge helfen:

Nehmen wir an du willst auf weissem Papier eine blaue Fläche mit einem schwarzen Rahmen drumherum gedruckt haben.

Blau und Schwarz werden nacheinander gedruckt, was auch dazu führt, dass die beiden Druckbilder immer ein bisschen gegeneinander verschoben sind.

Ist Überdrucken abgeschaltet, so wird die blaue Fläche genau so gross gedruckt, dass sie genau in den Rahmen passt. Ist nun der schwarze Druck z.B. 0.1mm verschoben, ergibt sich eine 0.1mm breite weisse Linie zwischen den Flächen, das weisse Papier „blitzt“ durch…

Beim Überdrucken wird die blaue Fläche etwas grösser gedruckt als nötig, sodass der blaue Druck bis unter den schwarzen Rahmen geht. Wird nun der schwarze Rahmen etwas versetzt gedruckt, entstehen keine weissen Linien.

MfG Peter(TOO)

Hallo,
Überdrucken/Überfüllung ist Sache der Druckerei. Sollten die
das nicht auf die Reihe kriegen, Druckerei wechseln.

Dann muss sie aber damit rechnen, viele Druckerein ausprobieren zu
müssen, da die Praxis zeigt, dass das vielen Druckereien schnuppe ist
oder sie gar nicht die Kenntnisse bzw. die Software hierfür haben.

Bei der momentanen Preistreiberei unter den Druckereien kann man das
teilweise auch nicht erwarten, dass die für’n Appel und ein Ei auch
noch die Daten überarbeiten sollen.

Soll nicht heissen, dass ich dir nicht Recht gebe aber es gibt eben
vieles was sein sollte und vieles was ist :wink:

Hallo,

war unterwegs, daher erst jetzt meine Anmerkungen. :wink:

Hallo,
Überdrucken/Überfüllung ist Sache der Druckerei. Sollten die
das nicht auf die Reihe kriegen, Druckerei wechseln.

Dann muss sie aber damit rechnen, viele Druckerein
ausprobieren zu
müssen…

Ich kann mir die Druckerei nicht aussuchen, da ich die Grafiken im Auftrag meines Chefs für sein Buch erstelle und diese eingebunden in das pdf an seinen Verlag schicken muss. Mit welcher Druckerei der Verlag zusammenarbeitet, darauf habe ich keinen Einfluss.

Greetings,
Marla

Hallo,

an den Grafiken muss auch nichts geändert werden. Du schickst
eine PDF und die Druckerei kümmert sich um
Überfüllung/Überdrucken mit entsprechender Software (Acrobat,
Creo, Heidelberg, Creo, PitStop oder weiß der Geier was).

Der Verlag hat wohl mit Pitstop Einstellungen vorgenommen, dennoch solle ich die Abbildungen auf „Schwarz Überdrucken“ einstellen, heißt es.

Greetings,
Marla

Hallo!

Ob man ein generelles „schwarz überducken“ in Freehand 8
definieren
kann weiss ich jetzt leider nicht.

Kann man das denn unter MX?

Nichts gefunden, aber muss wohl, da es voreingestellt ist.

Voreingestellt??? Wo siehst Du das?

Greetings,
Marla

Hallo!

Nehmen wir an du willst auf weissem Papier eine blaue Fläche
mit einem schwarzen Rahmen drumherum gedruckt haben.

Blau und Schwarz werden nacheinander gedruckt, was auch dazu
führt, dass die beiden Druckbilder immer ein bisschen
gegeneinander verschoben sind.

So weit, so gut.

Ist Überdrucken abgeschaltet, so wird die blaue Fläche genau
so gross gedruckt, dass sie genau in den Rahmen passt. Ist nun
der schwarze Druck z.B. 0.1mm verschoben, ergibt sich eine
0.1mm breite weisse Linie zwischen den Flächen, das weisse
Papier „blitzt“ durch…

Äääähm. Ist es wirklich so, dass die blaue Fläche exakt bis an die schwarze Linie grenzt? Ist es nicht vielmehr so, dass die blaue Fläche bis zur Mittelachse der Linie reicht. Wenn Du mal ein solches Kästchen anlegst und die Linie extrem dick einstellst, das Ganze mal nah ran zoomst und die Linie dann auf „keine“ umstellst, kannst Du das gut erkennen. Daher frage ich mich, ob ein „Überfüllen“ wirklich notwendig ist.

Beim Überdrucken wird die blaue Fläche etwas grösser gedruckt
als nötig, sodass der blaue Druck bis unter den schwarzen
Rahmen geht. Wird nun der schwarze Rahmen etwas versetzt
gedruckt, entstehen keine weissen Linien.

Äääähm. Nö. Beim „Überfüllen“ wird die Fläche größer gedruckt. „Überdrucken“ lässt sich wohl besser anders erklären…
Wenn ich schwarze Schrift innerhalb des blauen Kästchens habe, dann wird bei den Farbauszügen für das Blau, die Fläche für die Schrift normalerweise ausgespart. Über diese „Löcher“ wird danach die schwarze Schrift gedruckt. Bei leichtem Versatz oder dadurch, dass das Papier minimal gedehnt ist, können weiße Blitzer entstehen.

Bei „Schwarz überfüllen“, drucke ich die Schrift mit einer etwas breiteren Umrandung, damit diese ein wenig mit der blauen Fläche überlappt. Ist bei Schwarz farblich soweit kein Problem, anders wäre es z.B. bei gelber Schrift, denn die Farben sind lasierend und die Überlappungsbereiche von Gelb und Blau würden grün ergeben.
Das Überfüllen hat aber bei der Schrift auch den Effekt, dass sie durch den Rand der Überfüllung fetter wird. Gar nicht gut!!!

Bei „Schwarz überdrucken“ wird die blaue Fläche an den Stellen, an denen die Schrift ist, nicht ausgespart sondern geschlossen und das Schwarz wird dann auf die blaue Fläche drauf gedruckt. Da es hier keine weißen Aussparungen gibt, kann es auch keine Blitzer geben.

Bei der Umrandung der blauen Kästchen, würde ein Überfüllen Sinn machen, wenn das blau wirklich exakt innerhalb der schwarzen Kontur liegen sollte, aber eben das zweifle ich an. s.o.

Greetings,
Marla