Überflüssige Wörter in einem Satz

Hallo,

bei Formulierungen wie diesen bin ich mir unsicher:

_Per Bescheid kann die Behörde das Unternehmen dazu verpflichten, sein Fabrikgebäude blau anzustreichen.

Eine Änderung des Vorschlags wurde deswegen notwendig, weil das Unternehmen erheblichen Druck ausübte.

Auch das Unternehmen X wurde in die Planungen mit einbezogen._

Die unterstrichenen Wörter könnte man weglassen, ohne dass sich der Sinn der Sätze wesentlich verändern würde. Doch ich füge diese Wörter trotzdem manchmal ein, ohne genau zu wissen, warum. Vom Gefühl her bewirken die Einschübe eine gewisse Verstärkung des folgenden Nebensatzes bzw. des Verbs beim dritten Satz.

Sollten die zusätzlichen Wörter weggelassen werden oder handelt es sich um ein zulässiges Stilmittel?

Viele Grüße
Ultra

Hallo,

ich verstehe dich, dass du dazu neigst solche Füllwörter zu benutzen.
das ist meiner meinung nach in der Umgangssprache auch in ordnung.

nur hat sich dein text eher nach einer wissenschaftlichen arbeit angehört. in diesen sollte man immer so viel kürzen, wie nur geht, damit es sich fachlich korrekt anhört.
jedenfalls bin ich so bisher immer gut gefahren.

lg
janet

hi,

bei Formulierungen wie diesen bin ich mir unsicher:

_Per Bescheid kann die Behörde das Unternehmen dazu
verpflichten, sein Fabrikgebäude blau anzustreichen.

Eine Änderung des Vorschlags wurde deswegen notwendig,
weil das Unternehmen erheblichen Druck ausübte.

Auch das Unternehmen X wurde in die Planungen mit
einbezogen._

Die unterstrichenen Wörter könnte man weglassen, ohne dass
sich der Sinn der Sätze wesentlich verändern würde. Doch ich
füge diese Wörter trotzdem manchmal ein, ohne genau zu wissen,
warum. Vom Gefühl her bewirken die Einschübe eine gewisse
Verstärkung des folgenden Nebensatzes bzw. des Verbs beim
dritten Satz.

Sollten die zusätzlichen Wörter weggelassen werden oder
handelt es sich um ein zulässiges Stilmittel?

bei den beiden ersten fällen handelt es sich um sogenannte „korrelate“; wörter, die den nebensatz im hauptsatz repräsentieren. es gibt „pflicht-korrelate“; diese hier sind keine, wie du ja schon richtig bemerkt hast.
vorteil der korrelate: sie kündigen den nebensatz an; sie bewirken, dass der hauptsatz nicht mehr allein stehen kann, stellen damit also eine engere verbindung zwischen hauptsatzinhalt und nebensatzinhalt her.
nachteil der korrelate: sie verlängern den satz. ohne korrelate ist die formulierung kürzer, „schneller“, direkter.

es handelt sich also um eine reine stilfrage. beides ist möglich.

das dritte beispiel ist anders gelagert: es handelt sich (theoretisch) um eine semantische verstärkung; man betont das „miteinander“ im „einbeziehen“. theoretisch. praktisch ist die formulierung so ausgelutscht (finde ich), dass die verstärkung nicht wirklich eintritt. die formulierung ohne „mit“ empfinde ich als klarer, als direkt und als „stärker“.

hth
m.

H Ultra,

für mich gibt es da einen Unterschied zwischen Sprechen und Schreiben: Beim Sprechen neige ich eher dazu, diese Wörter einzufügen, irgendwie bleibt die Spannung für den ganzen Satz dadurch besser erhalten. Vielleicht habe ich ja Angst, dass mir mein Gesprächspartner sonst einschläft :smile:

Bei Geschriebenem sieht man, dass es weitergeht, da muss man nichts signalisieren, also spare ich mir die Tipperei.

Schönes Wochenende,

Beate

So ganz ist es nicht die gleich Bedeutung
Vielleicht ist es nur eine Nuance, aber durch das Einfügen der von Dir unterstrichenen Wörter (oder Worte?) können eben diese in ihrer Bedeutung betont werden - was natürlich mündlich viel deutlicher gemacht werden kann als schriftlich. Beim Schriftlichen bleibt immer ein Spielraum, was nun das Wichtigste im Satz ist: „Ich werde zu Fuß zum Gasthaus gehen.“ Versucht mal, „ich“ zu betonen, dann „werde“ (Justament-Standpunkt), „zu Fuß“, „zum Gasthaus“ oder „gehen“ zu betonen - ihr werdet jedesmal eine andere Bedeutung erhalten.

Gruß, Dietmar

Danke für die Antworten (owt)
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