Überforderte Mutter

Ich würde gerne Eure Meinung wissen. Es ist naemlich so, dass in der Wohnung unter mir eine junge Familie wohnt. Das Kind ist ungefär 3 oder 4 Jahre alt. Die Mutter scheint tagsüber mit dem Kind alleine zu sein. Ich lerne gerade zu Hause für´s Examen, und bekomme daher mit, dass es fast ausnahmlos jeden Tag Stress dort unten gibt. Das äussert sich darin, dass die Mutter das Kind in einer Tour äuserst laut ankreischt (Meistens mit „Hör auf jetzt!!“ Oder „Hör auf zu heulen!!“ Oder " Immer nur Dreck und Ärger mit Dir!") und das Kind weint.Ich habe mich gefragt, ob ich die Frau mal darauf ansprechen soll. Vielleicht, ob sie Hilfe braucht. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sie das als überheblich empfinden wird. So nach dem Motto: Was mischt sich diese kinderlose Tussi da ein? Allerdings finde ich diesen Zustand ziemlich bedrückend. Ab wann würdet ihr auf so eine Situation reagieren? Und wenn, dann wie? Danke schon mal im voraus…

Hallo Marcela,
mir ist nicht ganz klar: Was willst du erreichen? Willst du mehr Ruhe für dein Examen? Oder willst du wirklich helfen?
Du kannst dir sicher sein: Täglich ein paarmal auszurasten ist normal, wenn man mit einem Kind in dem Alter tagtäglich allein ist, auch wenn man selbst weiss, dass es nicht „gut“ ist. Aber es darf natürlich nicht ununterbrochen so sein.
Wenn du der Frau wirklich helfen willst, kannst du ja mal im „zufälligen“ Gespräch vorsichtig äußern, dass du dir denken kannst, dass es wohl ganz schön anstrengend ist, den ganzen Tag mit dem Kind allein zu sein. Sie wird dir garantiert recht geben, und dann könntest du dich als Babysitterin anbieten, stundenweise. Kannst dir ja mal überlegen, ob du sozial genug wärst es kostenlos zu machen oder für wieviel Geld du es machen würdest.
Ich glaube, das wäre die effektivste und fast einzige Art der Hilfe. Denn du hast insofern recht: Ratschläge einer Kinderlosen gegenüber einer Mutter sind wirklich unpassend.
Viele Grüße,

Andrea

Liebe Marcela,

ich finde es sehr mutig von dir, nicht einfach wegzuhören, sondern dir gedanken zu machen, inwieweit die situation als „normal“ bezeichnet werden kann.
als dreifache mutter weiss ich, dass es sicherlich nicht einfach ist, den ganzen tag ruhe zu bewahren. auf der anderen seite, gibt es sehr viel gewalt in den familien, und das thema ist so heikel, dass man gerne als aussenstehender die ohren und augen verschließt. deshalb hut ab, das du dir gedanken darüber machst. ich würde dir raten die situation intensiver zu beobachten, z.b. gibt es auch positive situationen, z.B. siehst du mutter und kind auch mal zusammen draussen spielen oder ähnliches, oder gibt es mehrmals täglich konflikte???
falls es so ist, dann würde ich die mutter schon mal freundlich ansprechen, ob das kind krank ist, weil du es viel weinen hörst, z.B. ,vielleicht auch ob du ihr helfen kannst, wenn nu das auch möchtest?
meine meinung ist, das auch kinderlose ihre meinung abgeben dürfen. man kann sich die meinung immerhin anhören, und vielleicht auch etwas daraus lernen.
liebe andrea, dein hinweis auf die soziale ader von marcela fand ich etwas überzogen, und hat ihr bei ihrem problem sich nicht weitergeholfen, sondern eher verunsichert.
liebe grüße
michaela

mir ist nicht ganz klar: Was willst du erreichen? Willst du
mehr Ruhe für dein Examen? Oder willst du wirklich helfen?
Du kannst dir sicher sein: Täglich ein paarmal auszurasten ist
normal, wenn man mit einem Kind in dem Alter tagtäglich allein
ist, auch wenn man selbst weiss, dass es nicht „gut“ ist. Aber
es darf natürlich nicht ununterbrochen so sein.
Wenn du der Frau wirklich helfen willst, kannst du ja mal im
„zufälligen“ Gespräch vorsichtig äußern, dass du dir denken
kannst, dass es wohl ganz schön anstrengend ist, den ganzen
Tag mit dem Kind allein zu sein. Sie wird dir garantiert recht
geben, und dann könntest du dich als Babysitterin anbieten,
stundenweise. Kannst dir ja mal überlegen, ob du sozial genug
wärst es kostenlos zu machen oder für wieviel Geld du es
machen würdest.
Ich glaube, das wäre die effektivste und fast einzige Art der
Hilfe. Denn du hast insofern recht: Ratschläge einer
Kinderlosen gegenüber einer Mutter sind wirklich unpassend.
Viele Grüße,

Andrea

Hi,

wenn Du Ambitionen hast, Deine Hilfe anzubieten, dann tu das. Die Mutter wird froh sein darüber. Wahrscheinlich wird sie Dich anfänglich nicht alleine mit dem rebellischen Nachwuchs lassen, aber mit der Zeit wird das schon, denn was diese Frau braucht ist Unterstützung von so verantwortungsbewußten Leuten wie von Dir, man sollte sich wirklich viel mehr umeinander kümmern, gerade wenn man weiß, eine arme Mutti kriegt grad die Krise, weil der Nachwuchs partout das Interesse hat, seine Schnuller im Klo zu versenken und aus dem Geschirr Konfetti macht oder mit Timbuktu telefoniert :smile:

Ich weiß das…mein Sohn ist 15 Monate alt und ein Hans dampf in allen Gassen…nichts ist vor im sicher, und er ist morgens schon total aufgedreht.

Vielleicht kannst Du ja such mal fragen, ob Du mit dem Kind auf den Spielplatz darfst?

Gruß Maja

ich wuerde:

  1. versuchen mit der mutter zu sprechen, und herauszuhoeren, ob du/kemand hilfe beibringen kannst.
  2. umgehend das jugendamt informieren, falls du kein ergebnis von punkt 1. bekommst

das wars schon
khs

Ab wann würdet ihr auf so eine Situation
reagieren? Und wenn, dann wie? Danke schon mal im voraus…

Vielleicht ist diese Lösung zu österreichisch, aber Du könntest die Mutter mit ihrem Kind auf einen Kaffee (und Kakao) einladen?
Da kannst Du ihr dann zuhören, denn das ist es, was sie zur Zeit wohl am meisten braucht: Jemand, der ihr zuhört und nicht mit ach so guten Ratschlägen kommt.
Je nach Verlauf der Unterhaltung wirst Du ja sehen, wie Du ihr helfen kannst.

Alles Liebe

Hanna

Ab wann würdet ihr auf so eine Situation
reagieren? Und wenn, dann wie? Danke schon mal im voraus…

Vielleicht ist diese Lösung zu österreichisch, aber Du
könntest die Mutter mit ihrem Kind auf einen Kaffee (und
Kakao) einladen?
Da kannst Du ihr dann zuhören, denn das ist es, was sie zur
Zeit wohl am meisten braucht: Jemand, der ihr zuhört und nicht
mit ach so guten Ratschlägen kommt.
Je nach Verlauf der Unterhaltung wirst Du ja sehen, wie Du ihr
helfen kannst.

Alles Liebe
Hallo! Erst einmal danke fuer Eure Anregungen. Eure Reaktionen haben mich insgesamt darin bestaerkt, dass ein undiplomatisches Vorgehen wohl eher schadet als nuetzt. Ich kann natuerlich nicht einfach so bei der Mutter klingeln und sagen: „Brauchen sie irgendwie Hilfe?Sieht mir naemlich ganz so aus!!“

Mir haben die Vorschlaege zugesagt, die in die Richtung gingen, mit ihr mal unverbindlich im Treppenhaus ins Gespraech zu kommen.Und dann sehen was sich ergibt.Wenn dann dabei irgenmdwie heraus kommt, dass ihr ein bisschen Babysitten schon etwas helfen koennte, dann ist das von meiner Seite aus sicherlich ab und zu möglich(eine „mailerin“ von Euch erwaehnte da was von „sozialer Ader“ :wink:Ich gruesse alle gestressten Muetter, die nicht ihren Humor verloren haben( frage mich selbst oft, wie es mir als Mutter gehen wuerde).Liebe Gruesse Marcela

Hanna

Jugendamt ist wohl ein bisschen verfrüht!

  1. umgehend das jugendamt informieren, falls du kein ergebnis
    von punkt 1. bekommst

Hallo,
findest du das nicht ein bisschen übertrieben? Bisher wissen wir nur, dass die Mutter ihr Kind viel anschreit und das Kind weint - also sicher nicht grade die schönste Situation für beide Seiten und Unterstützung täte sicher gut; aber ich sehe keinen Anhalt dafür, dass das Kind misshandelt wird.
Richtiger fände ich im zweiten Fall einfach weiter Augen und Ohren offen zu halten und das Angebot der Hilfe aufrecht zu erhalten.
Wenn Marcela für Babysitting zu haben ist - wunderbar!! So eine Nachbarin hätte ich auch gern! :smile:

zu dem zeitpunkt, als ich meinen kommentar schrieb, konnte ich aus dem eingangsartikel nicht herauslesen, dass es da eine bereitschaft gab, aktiv da mitzuwirken. ich sah vielmehr die besorgnis und berechtigte unsicherheit ueber die situation.

deshalb kam ich sehr schnell mit dem vorschlag, das jugendamt einzuschalten, denn ich bin ueberzeugt, dass es in diesem klassischen konflikt nie zu frueh sein kann, externe professionelle hilfe herbeizurufen, als - wie leider in sehr vielen faellen - erst dann, wenn das kind in den brunnen gefallen ist, und das im wahrsten worte…
nix fuer ungut
khs

zu dem zeitpunkt, als ich meinen kommentar schrieb, konnte ich
aus dem eingangsartikel nicht herauslesen, dass es da eine
bereitschaft gab, aktiv da mitzuwirken. ich sah vielmehr die
besorgnis und berechtigte unsicherheit ueber die situation.

deshalb kam ich sehr schnell mit dem vorschlag, das jugendamt
einzuschalten, denn ich bin ueberzeugt, dass es in diesem
klassischen konflikt nie zu frueh sein kann, externe
professionelle hilfe herbeizurufen, als - wie leider in sehr
vielen faellen - erst dann, wenn das kind in den brunnen
gefallen ist, und das im wahrsten worte…

Das kann ich nur unterstützen! Mich trifft es nämlich dann, und dann habe ich das Problem, dass die Betroffenen nicht nachvollziehen können, dass auch Jugendamtsmitarbeiter keine Wunder vollbringen können. Hätte man früher was getan…na, das alte Lied halt!;-((

nix fuer ungut
khs

Renate