Überforderung? Depression?

Ich studiere mittlerweile im 4. Semester Japanologie und könnte mir nichts Besseres vorstellen - Es gibt nichts, was ich lieber studieren würde, aber zur Zeit habe ich das Problem, dass ich einfach nicht mehr weiter weiß.

Ich arbeite ziemlich viel (25 - 28 Std/Woche) um mir Miete und Studiengebühren leisten zu können (für mehr reicht es leider auch nicht… ) und habe dann natürlich viel weniger Zeit zum Lernen, was sich auch auf die Noten niederschlägt. Neben den 1,0 meiner Kommilitonen sehen meine Noten grottenschlecht aus. Japanisch ist nun mal eine schwierige Sprache und um mit dem Kanji-Pensum zurechtzukommen, müsste ich eigentlich wesentlich mehr Zeit zum Lernen haben.

Nur bekomme ich kein BAFÖG, auch keine Unterstützung meiner Eltern (es geht einfach finanziell nicht), auch möchte ich unter keinen Umständen einen Studienkredit aufnehmen (einen Kredit bei einem Kulturwissenschaftlichen Studium aufzunehmen, bei dem nicht abzusehen ist, ob man innerhalb weniger Monate einen Job bekommt, finde ich zu riskant. Auch, weil ich nach dem Studium ein Volontariat machen möchte und dem ja einige (unbezahlte) Hospitanzen vorausgehen…)und eine Chance auf ein Stipendium habe ich auch nicht (ich arbeite nirgendwo ehrenamtlich…)
Also bleibt es auf alle Fälle bei den ca. 28h/Woche Arbeit.

Jedenfalls macht mich das ziemlich wütend, weil die Kommilitonen, die alles von ihren Eltern gezahlt bekommen und dann natürlich auch die Chance haben, in den Klausuren sehr gut abzuschneiden, mit ihren Noten eine viel bessere Chance haben, an ein Auslandsstipendium ranzukommen - ich selber musste mir schon von meinem Dozenten sagen lassen, dass ich eigentlich keine Chance auf sowas habe.

Jedenfalls bin ich schon seit Monaten wegen der ganzen Geschichte unglaublich schlecht drauf, meine Gedanken kreisen nur noch um den Unterricht, ich bemitleide mich selber deswegen, was auch bescheudert ist…
ich habe keine Motivation mehr, morgens aufzustehen und in die Uni zu fahren, weil „das alles ja eh keinen Sinn hat“, fange grundlos an zu heulen, und habe irgendwie das Gefühl, dass alles um mich herum anschwillt, chaotischer wird und mich nach und nach verschlingt… blöd ausgedrückt, aber irgendwie ist es wirklich so…
ich weiß nicht, ob ich das Studium lassen sollte, und nicht irgendwas anderes machen sollte… aber ich möchte wirklich mein Studium zu Ende bringen, nur weiß ich nicht wie… außerdem gibt es ja wirklich nichts, was ist sonst machen möchte…

ich bin extrem ratlos. Ich habe keine Lust mehr, mich von 20 Euro im Monat zu ernähren, und immer mehr mein Dispo für Essen zu überziehen aber andererseits auch nicht wg meiner Arbeit meine Leistungen in den Keller sinken zu sehen.
was soll ich denn nur tun?

Hi Lisa!

Eine sehr unglückliche Situation. Auch wenn es dir nicht weiterhilft: Darf ich fragen, warum du kein BAFöG bekommst, wenn deine Eltern doch kein Geld haben?
Hast du vielleicht nur was beim Beantragen falsch gemacht?

LGChrisTine

Guten Tag,

Hallo Christine,

Ich gehöre einfach zu den Unglücklichen, deren Eltern anscheinend zu viel verdienen, um Bafög zu bekommen, aber zu wenig um unterstützt zu werden… meine Mutter ist aus gesundheitlichen Gründen in die Altersteilzeit gegangen, verdient also weniger, gilt aber nicht als Rentnerin - also kein (bzw lächerlich wenig… mein Bafög-Anspruch beläuft sich auf 40 Euro/Monat) und das kombiniert mit ein paar Krediten, die abgezahlt werden müssen… da geht leider gar nichts bei meinen Eltern, auch wenn sie mir wirklich gerne helfen würden.

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Moin!
Dein Problem ist sehr gut dargestellt. Ich sehe dich nicht in deiner Überschrift. Ich denke, es hat sich ein Zweifel an deiner früher getroffenen Entscheidung eingeschlichen. Ich möchte es als Krise bezeichnen. Krisen haben den Vorteil, dass sie entstehen wenn sich ein Wechsel in unserem Leben abzeichnet. Es stellt sich nun die Frage, wie vollziehe ich diesen Wechsel?

Ich studiere mittlerweile im 4. Semester Japanologie und
könnte mir nichts Besseres vorstellen - Es gibt nichts, was
ich lieber studieren würde, aber zur Zeit habe ich das
Problem, dass ich einfach nicht mehr weiter weiß.

Höre auf dein Gefühl und gehe in deinem Studium weiter. Ich sehe das Studium auch nicht ursächlich für die momentane Situation.

Ich arbeite ziemlich viel (25 - 28 Std/Woche) um mir Miete und
Studiengebühren leisten zu können (für mehr reicht es leider
auch nicht… ) und habe dann natürlich viel weniger Zeit zum
Lernen, was sich auch auf die Noten niederschlägt. Neben den
1,0 meiner Kommilitonen sehen meine Noten grottenschlecht aus.
Japanisch ist nun mal eine schwierige Sprache und um mit dem
Kanji-Pensum zurechtzukommen, müsste ich eigentlich wesentlich
mehr Zeit zum Lernen haben.
Nur bekomme ich kein BAFÖG, auch keine Unterstützung meiner
Eltern (es geht einfach finanziell nicht), auch möchte ich
unter keinen Umständen einen Studienkredit aufnehmen (einen
Kredit bei einem Kulturwissenschaftlichen Studium aufzunehmen,
bei dem nicht abzusehen ist, ob man innerhalb weniger Monate
einen Job bekommt, finde ich zu riskant. Auch, weil ich nach
dem Studium ein Volontariat machen möchte und dem ja einige
(unbezahlte) Hospitanzen vorausgehen…)und eine Chance auf
ein Stipendium habe ich auch nicht (ich arbeite nirgendwo
ehrenamtlich…)
Also bleibt es auf alle Fälle bei den ca. 28h/Woche Arbeit.

Bitte keine Vergleiche zu anderen Kommilitonen. Die Voraussetzungen sind bei jedem anders. Ist es etwas Verwerfliches neben dem Studium zu arbeiten, um dieses und seinen Lebensunterhalt zu bestreiten?
Ich betrachte mal den Auspruchen eines Volkwirtschaftlers: „Einen Euro in die Bildung sind drei Euro für die Wirtschaft.“ Wirtschaftsbetriebe tätigen Investitionen und sind nicht sicher ob diese gewinnträchtig werden. Betrachte einen Studienkredit als Investition in die Bildung, in die Persönlichkeit und die persönliche zukünftige wirtschaftliche Lage.

Jedenfalls macht mich das ziemlich wütend, weil die
Kommilitonen, die alles von ihren Eltern gezahlt bekommen und
dann natürlich auch die Chance haben, in den Klausuren sehr
gut abzuschneiden, mit ihren Noten eine viel bessere Chance
haben, an ein Auslandsstipendium ranzukommen - ich selber
musste mir schon von meinem Dozenten sagen lassen, dass ich
eigentlich keine Chance auf sowas habe.

In unserem Land haben Noten und deren Vergabe immer eine faden Beigeschmack. In deiner Situation ist es schwierig sich mit anderen zu messen die ganz anders ihr Studium ableisten (ohne Zusatzbelastung). Ist das wirklich immer der einfachere Weg zum Erfolg zu kommen? Ich könnte auch das Thema Reproduktion der Schichten anschneiden, aber dass ist in diesem Zusammenhang wenig hilfreich.
Auf deinem Weg durchs Studium liegen viele Steine. Der Spruch: Aus den vielen Steinen die einem in den Weg gelegt werden, kann man sich später ein schönes Haus bauen. Ich möchte dir diesen Spruch als Orientierung mitgeben.

Jedenfalls bin ich schon seit Monaten wegen der ganzen
Geschichte unglaublich schlecht drauf, meine Gedanken kreisen
nur noch um den Unterricht, ich bemitleide mich selber
deswegen, was auch bescheudert ist…
ich habe keine Motivation mehr, morgens aufzustehen und in
die Uni zu fahren, weil „das alles ja eh keinen Sinn hat“,
fange grundlos an zu heulen, und habe irgendwie das Gefühl,
dass alles um mich herum anschwillt, chaotischer wird und mich
nach und nach verschlingt… blöd ausgedrückt, aber irgendwie
ist es wirklich so…
ich weiß nicht, ob ich das Studium lassen sollte, und nicht
irgendwas anderes machen sollte… aber ich möchte wirklich
mein Studium zu Ende bringen, nur weiß ich nicht wie…
außerdem gibt es ja wirklich nichts, was ist sonst machen
möchte…

ich bin extrem ratlos. Ich habe keine Lust mehr, mich von 20
Euro im Monat zu ernähren, und immer mehr mein Dispo für Essen
zu überziehen aber andererseits auch nicht wg meiner Arbeit
meine Leistungen in den Keller sinken zu sehen.
was soll ich denn nur tun?

Es gibt sehr viele Erfolgsgeschichten, die mit vielen Wiedrigkeiten zurechtkommen mussten. Baue dir ein Netzwerk auf mit Leuten in ähnlichen Situationen. Den ersten Schritt hast du heute getan und du wirst sehen, dein Wechsel wird sich lohnen.
Gruß

Hi,

Ich arbeite ziemlich viel (25 - 28 Std/Woche) um mir Miete und
Studiengebühren leisten zu können (für mehr reicht es leider
auch nicht… )

rein aus Interesse, wie kann das sein? Entweder hast du einen sehr schlechten Stundenlohn oder sehr hohe Miete bzw. Studiengebühren.
Wenn ich das mit meiner Situation als Student vergleiche liegt das sowohl auf der Einkommens- als auch auf der Ausgabenseite meilenweit davon entfernt.

Gruß

rantanplan

Erst mal versuchen locker zu bleiben (

Ich verdiene angemessen und wohne allerdings in München. Also hohe Miete + Studiengebühren + Fahrkarte (da keine Semestertickets) + Krankenkasse + Nebenkosten… es summiert sich eben.

Hier steht wirkich nichts

Hier steht wirkich nichts

Jetzt schon:

Wenn sich da in München seit meiner Zeit nichts verbessert hat, sind die Wartezeiten für Studentenwohnheime etwa so lang wie ein Regelstudium.

Gruß
Elke

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Hallo Lisa,

vom rechtlichen Aspekt einmal abgesehen (Studentenstatus kollidiert mit mehr als 20 Stunden Arbeit in der Woche) …

Was hält Dich in München? Beispielsweise in Halle oder Leipzig sind die Mieten deutlich günstiger, gerade für Studenten findet sich einiges an Jobs (v.a. in Call-Centern, aber auch an der Supermarktkasse) und der Ruf der Universitäten ist so schlecht auch nicht. Da dürfte dann zum Ausgleich finanziell auch die ein oder andere Heimfahrt drin sein.

Wenn vor Ort nichts mehr zu machen ist, ist ein Tapetenwechsel vielleicht auch nicht so verkehrt. Vielleicht kannst Du Dich ja auch in ein höheres Fachsemester des Bachelors einstufen lassen.

Gruß sannah

wieso nimmst du kein bafoeg???

du hast anrecht auf bafoeg!!!

Ich gehöre einfach zu den Unglücklichen, deren Eltern
anscheinend zu viel verdienen, um Bafög zu bekommen, aber zu
wenig um unterstützt zu werden… meine Mutter ist aus
gesundheitlichen Gründen in die Altersteilzeit gegangen,
verdient also weniger, gilt aber nicht als Rentnerin - also
kein (bzw lächerlich wenig… mein Bafög-Anspruch beläuft sich
auf 40 Euro/Monat) und das kombiniert mit ein paar Krediten,
die abgezahlt werden müssen… da geht leider gar nichts bei
meinen Eltern, auch wenn sie mir wirklich gerne helfen würden.

in diesem fall hast du anrecht auf bafoeg - eine art sonderfall ist das. geh aufs bafoegamt und schildere deine situation.

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Was du gerade durchlebst, ist die große Ungerechtigkeit
unseres Bildungssystems.

ungerechtigkeit wird von unwissen genaehrt - nicht umgedreht:wink:

oder…

Baue dir ein Netzwerk auf
mit Leuten in ähnlichen Situationen.

…frag jemanden, der sich auskennt…

nach dem lesen deines beitrags war ich mir nicht mehr sicher, ob sie, ich oder du probleme mit dem leben hast…

bin ganz verwirrt…

das einzige, was ich weiss, ist, dass sie keinen psychologen braucht, sondern mehr als 40 euro. und die bekommt sie nur auf dem bafoegamt.

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Sorry, aber ihre Lage ist nicht schlecht im Vergleich zu anderen, sondern auch für sich allein genommen.

Dein Geschwafel hilft überhaupt nicht weiter. In solch einem Fall finde ich Klappe halten mal viel besser.

Wenn’s ginge, würd ich hier ein -* vergeben.

Nimm es nicht persönlich, angegriffen hab ich hier nur deine Äußerungen.

LiebeGrüßeChrisTine

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Hi,

http://www.studentenwerk-muenchen.de/wohnen/wohnen_i…

alles sehr milde, um ein Jahr, Adalbertstraße sogar ohne wartezeit. Es hängt halt immer davon ab, wann man sich anmeldet, die Wartezeiten schwanken sehr stark. Die lassen die Warteliste bis zu einer gewissen Größe wachsen, dann wird sie zugemcht bis sie (fast) leer ist. So hat man in ein und demselben Wohnheim zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Wartezeiten.

Die Franzi,
die das Glück hatte, noch einen der Bungalows im Olympischen Dorf bewohnen zu können / dürfen

Guten Tag,

habe mich diesbezüglich auch mal informiert, soweit ich weis, sind diese Wohnheime nur für Studenten, die nicht aus München kommen. Und das ist genau das: ich komme aus München, habe meine Familie und Freunde, meinen Partner hier… ich möchte mein Zuhause einfach nicht verlassen müssen. Und wie gesagt - ich bekomme nun mal so wenig Bafög, dass sich der Antrag nicht lohnt. Ich war zu Semesterbeginn nochmals bei meinem Sachbearbeiter und es ist leider nach wie vor so.

Und was die Arbeitszeit betrifft: Man darf als Student höchstens 20h abreiten, das stimmt… jedoch gilt das nur werktags. Wie viel ich am Wochenende arbeite, interessiert in dem Fall die Krankenkasse nicht…

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo!
Defizite im „Verstehenden Lesen“ sind ein weit verbreitetes Problem.
Ich bin entsetzt, über die anmaßende Abwertung meiner Person. Ein anderer Weg wäre beispielsweise, ein kritisches Hinterfragen meiner Gedanken.
Gruß

Hallo!
Bin hoch erfreut über dein Universalwissen und deine passgenauen Lösungsstrategien.
Gruß

Hi,

soweit ich weis, sind diese Wohnheime nur für Studenten, die nicht aus München kommen. Und das ist genau das: ich komme aus München, habe meine Familie und Freunde, meinen Partner hier…

Dann gehe ich mal davon aus, dass du mit den Eltern so verkracht bist, dass du da nich wohnen KANNST.
Ich bin für die Ausbildung von Dresden nach München gezogen und fürs Studium da geblieben. Partner hatte ich damals allerdings keinen, von daher ist das kein wirklicher Vergleicht.

Die Franzi