Hallo,
angeregt von der untenstehenden Diskussion möchte ich eine Thema in die Runde werfen, welches mich schon seit einigen Wochen beschäftigt:
Ich lese seit etwa einem Dreivierteljahr zweimal pro Woche ehrenamtlich in einem dreigruppigen Kindergarten vor; und da ich auf sporadisch fahrende ÖPNV angewiesen bin und mich mit einer der Erzieherinnen angefreundet habe, verweile ich inzwischen nach dem Vorlesen noch eine gewisse Zeit und spiele manchmal, so das Wetter es zulässt, mit den großen Jungen Fußball.
Eine der Gruppen wird von einer extrem autoritären Person geleitet (welche bereits vor über 30 Jahren ohne Ausbildung angefangen hat, im Kindergarten zu arbeiten, und irgendwann ohne weitere Prüfung als Kinderpflegerin eingestuft worden ist). Schon zu Beginn ist mir aufgefallen, dass sie äußerst ruppig mit den Kindern umgeht: Die Kinder müssen sich innerhalb der Gruppe im Wesentlichen still verhalten und werden, so sie sich ‚daneben benehmen‘, angeschrien und manchmal sogar geschubst. Dabei wechseln die Regeln, an die die Kinder sich halten sollen, mitunter von Tag zu Tag, strukturierende Elemente wie ein Morgenkreis fehlen gänzlich, und obwohl die Kindergarten offiziell ein halboffenes Konzept hat, dürfen die Kinder dieser Gruppe zumeist auch nicht den Gruppenraum verlassen.
Entsprechend sind die Kinder aus dieser Gruppe völlig verschüchtert. Besonders einige Jungen aus dieser Gruppe - echte ‚harte Kerle‘ *g* - haben in den letzten Monaten einen engen Bezug zu mir entwickelt und kommen öfter zu mir, um sich buchstäblich bei mir auszuweinen; einen von ihnen konnte ich letzte Woche gerade noch davon abhalten, aus dem Kindergarten wegzulaufen.
Ich habe die Sache schon mehrmals angesprochen, aber mit der betreffenden Gruppenleiterin ist kein Gespräch möglich und es hatte letztendlich nur zur Folge, dass die Jungen aus ihrer Gruppe jetzt nicht mehr mit mir Fußball spielen dürfen. Die anderen Erzieherinnen, auch meine Freundin, wissen um die Missstände in der Gruppe, scheuen aber die offene Auseinandersetzung und spielen auf Zeit, da die Gruppenleiterin in absehbarer Zeit operiert werden muss und danach eventuell frühpensioniert wird. Und die Kindergartenleiterin, welche von den Kindern außerhalb des einstündigen Vorschulprogrammes pro Woche kaum etwas mitbekommt, meinte, ich könnte alles gar nicht richtig beurteilen, da ich keine ausgebildete Erzieherin mit 25 Jahren Berufserfahrung sei; dann hat sie mich an meine Schweigepflicht erinnert und mir nochmals expressis verbis untersagt, mit irgendjemandem außerhalb des Kindergartens über die Vorkommnisse zu sprechen.
Mir selbst geht die Sache inzwischen sehr zu Herzen, da ich als Außenstehende quasi zum Kummerkasten der Kinder geworden bin und auch selbst schon öfter miterleben musste, wie ein Kind so angeschrien wurde, dass es weinen musste; ich befürchte allerdings, dass, wenn ich weiterhin dieses Verhalten thematisiere, letztendlich die Kinder darunter zu leiden haben (so wie die Jungs, die jetzt nicht mehr Fußball spielen dürfen) und ich eventuell sogar gezwungen werde, mein ehrenamtliches Engagement dort abzubrechen.
Und um das Elend komplett zu machen, ist derjenige, welcher bei dem örtlichen Träger für den Kindergarten zuständig ist, mit der Kindergartenleiterin verschwägert.
An wen könnte ich mich wenden, um dem Treiben dieser Gruppenleiterin ein Ende zu bereiten?
Beste Grüße an alle
=^…^=
Katze
*dieehrlichfrohistdassihrsohnineinenanderenkindergartengeht*
