…ein leidiges Thema.
Hat jemand von Euch Erfahrungen mit Kindern gemacht, die bereits in ihrer eigenen Wohnung wohnen und während der Lehre mit relativ wenig Geld klarkommen müssen - aber leider auch nicht jeder Versuchung Stand halten konnten?
Ich versuche gerade in einem solchen Fall mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Die Schulden sind zwar nicht gering, aber doch das geringere Problem (dafür springt man besser nicht aus dem Fenster), aber wie kann sich eine Auszubildende selbst erziehen.
Da liegt der Hase begraben.
Sie weiß sehr wohl, dass es IHR Problem ist und auch, dass sie es in den Griff bekommen muss. Den Vorschlag, dass ich ihr Geld verwalte, habe ich abgelehnt, denn ich fürchte, dann lernt sie ja nie, hauszuhalten.
Habt ihr Tips?
Haushaltsbuch führt sie ab jetzt und überlegt sich auch, an welcher Ecke sie noch sparen kann - aber wie gesagt, ich denke, das ist weniger das Problem. Es muss eher ein Lösungs-Lern-Konzept her: wie widerstehe ich - was mache ich, wenn ich gar „kaufsüchtig“ bin?
Nebenbei: es ist ziemlich erschreckend, wieviele Jugendliche in welcher Höhe bereits lange vor dem Einstieg in das Berufsleben völlig überschuldet sind.
Vielen Dank für kreative/nützliche Ideen
Gerry
Haushaltsbuch führt sie ab jetzt und überlegt sich auch, an
welcher Ecke sie noch sparen kann - aber wie gesagt, ich
denke, das ist weniger das Problem. Es muss eher ein
Lösungs-Lern-Konzept her: wie widerstehe ich - was mache ich,
wenn ich gar „kaufsüchtig“ bin?
Hallo, Gerry,
da ist ja schon ein Anfang gemacht. Ein ziemlich wichtiger, wie ich meine. Wenn jetzt bei jedem Kaufwunsch über eine Summe (€5 oser €10) eine kurze Liste mit Pro (Warum brauche ich das?) und Con (Was spricht dagegen? Was Spare ich anstelle des Wunsches?) schriftklich niedergelegt wird, steuert das die „Spontankäufe“.
Wichtiger aber noch ist, regelmäßig einen „Haushaltsplan“ zu machen (Am Beginn des Monats - Miete, Essen, Schuldendienst, … ) Dann aber auch überprüfen, in wieweit das Budget eingehalten wurde.
Das braucht am Anfang vielleicht noch ein wenig Unterstützung, bis es klappt, aber dann kann das ganz gut funktionieren.
Grüße
Eckard
Hallo Gerry,
mit Erfahrung kann ich nicht dienen, ich kann nur theoretische Tipps geben:
Sie soll mal „Radikalkur“ machen.
Alles, was nicht zum Überleben notwendig ist, wird gestrichen.
Klamotten, Handy, Fortgehen … ALLES ist hinfällig. Einen ganzen Monat lang.
Und dann muss das Schuldenkonto Monat für Monat auf einen vereinbarten Betrag reduziert werden. Geht sich da schon ein Luxus aus, darf sie ihn genießen.
Es ist ein harter, steiniger und wahrscheinlich auch tränenreicher Weg.
Zeig ihr auf, was geschieht, wenn sie ihn nicht beschreitet! Und noch was ganz ganz Wichtiges: SIE muss ihn gehen wollen!!! Es nützt NICHTS, wenn Du motiviert bist und sie nicht!
Von dieser Überzeugungsarbeit hängt alles ab.
Ach ja, denkt Euch Belohnungen aus, nicht teurer als vielleicht zwei Euro, für einen gewissen Zeitraum in dem sie hart zu sich selbst war.
Und hab ein offenes Ohr für sie, wenn es ihr wirklich hart ankommt, sich all das zu versagen, auf das sie bis jetzt meinte, nicht verzichten zu können.
Das waren meine (ungeordneten) Gedanken zu diesem Thema.
Alles Gute Euch beiden! Und viel Kraft für den vor Euch liegenden Weg!!!
Hanna
Noch was vergessen
Ich habe noch etwas vergessen:
Ein (kleiner) Betrag für Herzenswünsche und zum „verprassen“ aollte vielleicht auch bei der Planung vorgesehen werden.
Gruß
Eckard.
erst mal Dank Euch beide…
@Hanna: die Einsicht ist bei ihr da - SIE selbst hatte alle mögliche angeleihert, bevor sie sich überhaupt (zum Glück) an mich wendete (eigentlich wollte sie’s alleine schaffen, aber das war so gut wie unmöglich bei den Zinsen für den Dispo…). Nun hat sie halt Schulden, aber bei mir und ihrer Patin, das ist zum einen zinsfrei und für sie natürlich angenehmer, aber durchaus auch etwas „quälender“.
@Eckhard: das Belohnen ist sicherlich sehr wichtig. Jetzt komplett auf den super-Spartrip, nix mehr kaufen außer Knäckbrot… halte ich für falsch, weil es den Frust nur erhöht. ich denke auch so ein paar Euro müssen drin sein…
Hi Gerry,
früher war ich auch so ein Fall. Für Fete, Auto und Party alles rausgeschmissen was ging. Obwohl oder gerade weil meine Eltern alles versucht hatten mich sparsam und verantwortlich zu erziehen habe ich es lange nicht geschafft.
Punkt 1: Die Bank dazu bringen keinen Dispo mehr bereitzustellen. Nix, keinen Cent. Die Schulden auf dem Girokonto fressen das Mädel auf.
Punkt 2: Sämtliche Fixbeträge sofort bezahlen lassen wenn der Lohn eingegangen ist. Miete, Versicherungen u.s.w. müssen sofort weitergebucht werden. Alternativ kann auch der Lohn auf ein anderes Konto gehen und von dort nur das was übrig bleibt aufs Girokonto gehen.
Somit ergibt sich eine ganz einfache Situation: Wichtige Kosten werden sicher beglichen und ich komme nicht in Schwierigkeiten mit dem Vermieter u.s.w. Dadurch dass kein Dispo eingeräumt wird spare ich Zinsen und komme nicht in die Versuchung Geld zu verbrauchen welches mir nicht gehört. Jeden Monat komme ich nur an Geld ran das ich auch ausgeben kann.
Glaub mir, alle anderen Varianten bringen nix. Allerdings sollte sie diese Schritte selbst ausführen. Wenn sie ihren Dispo schon gnadenlos überzogen hat dann hilft eine Umschuldung (wenn die Bank mitmacht). Die Zinsen/Tilgung für die Umschuldung gehen natürlich gleich wieder mit den Fixkosten vom Lohn weg.
Hart aber notwendig.
Bye
Rolf