übersensible Yorkshire-Hündin

wir haben eine sehr liebe, anhängliche 2-jährige Yorkshire-Hünden, die uns sehr viel Freude bereitet. Es gibt nur ein Problem:
Wenn im Haus gebohrt oder gehämmert wird zittert sie vor Angst und wir haben das Gefühl, dass sie jeden Moment einen Herzinfarkt bekommt.

Wenn im Haus renoviert wird, suchen wir immer Asyl bei Bekannten und Verwandten.

Hat jemand eine Idee, wie man das arme Tier an solche Geräusche gewöhnen kann?

Polizeisirenen u.Ä. stört sie eigenartiger Weise nicht.

Vielen Dank für jede Antwort.

Alf Decker

Hat jemand eine Idee, wie man das arme Tier an solche
Geräusche gewöhnen kann?

Hi

Nichts für ungut, aber weil es oft falsch gemacht wird: NICHT den Hund „trösten“!!! Bei ihm kommt es wie ein Lob an und er bekommt Aufmerksamkeit für sein Verhalten - er denkt „Aha, hier ist Angst haben also richtig!“

Also: ignorieren wenn der Hund zittert. Das fällt schwer, ich weiß. Und dann würd ich auf Gewöhnung setzen: Hat der Hund Angst vor knallenden Türen? Einfach immer mal wieder ne Tür zuknallen.
Naja, wenn es eure Nachbarn zulassen, macht Krach :wink: Bohrt Löcher etc.
(erm, du kannst auch versuchen, eine Geräusche-CD zu bekommen. Das ist eventuell schonender für eure Unterkunft *g*)

Grüße

Laralinda

Hallo,

wie reagiert Ihr denn, wenn der Hund diese Angst zeigt? Wie reagiert Ihr dem Hund gegenüber und wie reagiert Ihr auf solche Geräusche?

Könnt Ihr einordnen, wann das Verhalten angefangen hat?

Gruß,

Myriam

Hallo Linda,

vielen Dank für den Tip. Werde versuchen so eine Geräusch-CD zu bekommen.

Gruß

Alf und Krümel

Hallo,

wie reagiert Ihr denn, wenn der Hund diese Angst zeigt?
Wir setzen uns mit ihm aufs Sofa und beruhigen ihn. Das hilft in den meisten Fällen Wie reagiert Ihr dem Hund gegenüber und wie reagiert Ihr auf solche Geräusche? Uns stören die Geräusche zwar auch, aber wir zeigen es nicht

Könnt Ihr einordnen, wann das Verhalten angefangen hat?

Als im Haus zum ersten mal renoviert wurde. Unsere eigenen Renovierungsgeräusche haben ihn nicht gestört.
Gruß,

Myriam

Hallo,

Es gibt dafür natürlich mehrere Möglichkeiten. Erst einmal sind diese kleinen Rassen ja für Ihre Sensibilität und vieles Zittern bekannt. Vieleicht hast Du ihn auch unbewusst oder durch Unwissenheit in diesem verhalten bestärkt. „Ach, Du armer kleiner, hast Du etwa Angst? Dann komm schnell zu Mama“ Oder man geht diesen Geräuschen dann auch noch bewusst aus dem Weg. Meist gibt es bei diesen Ängsten einen kleinen unbedeutenden (für den menschen) Auslöser und mit der Zeit verstärkt sich das dann.

Vieleicht zeigst Du deinem Hund die Quelle der Geräusche? Oder es sind gar nicht die Geräusche an sich sondern die Vibrationen die so ein Bohrer verursacht? oder Du selbst benimmst Dich in der Situation komisch, wirst Nervös beobachtest dem Hund, erwartest die Reaktionen die er zeigt gerade zu.
Verhalte Dich so als ob alles wie immer ist, setze Dich mit dem Kaffee aufs Sofa, Benimm Dich bewusst ruhig und schicke den Hund auf seinen Platz. Aber nur wenn Du ihn im normalen Leben auch öfters auf seinen Platz schickst, sonnst denkt er sofort das da etwas nicht stimmt. Also verhalte Dich in der Situation Ihm gegenüber als ob nichts währe (Du hörst das Geräusch gar nicht!!) Er darf bei Dir Schutz suchen, aber Du solltest Ihn nicht von Dir aus hochnehmen oder bedauern (man kann einen Hund in dieser Situation nicht mit Worten beruhigen, es wirkt eher bestärkend). Wenn er zu Dir kommt, lasse Ihn neben Dir sitzen aber gehe nicht auf Ihn ein, es ist doch nichts!!

Baue das Geräusch in Euren Alltag ein.

Vieleicht konnte ich Dir ein wenig helfen?

magret

Hallo,

Wir setzen uns mit ihm aufs Sofa und beruhigen ihn. Das hilft
in den meisten Fällen

Das ist aber ganz falsch. Dieses „Beruhigen“ empfindet der Hund als Lob und Bestätigung seines Verhaltens. Bedenke, dass der Hund nicht versteht, was Du sagst. Er kann nicht unterscheiden, ob Du „guter Hund, toll SITZ gemacht!“ oder „guter Hund, musst keine Angst haben“ meinst.

Der Hund hat Angst aufgrund von Baugeräuschen. Das ist erstmal normal, denn solche Geräusche gehen ja mit Vibrationen einher, das ist schon beunruhigend. Wenn Du nun hingehst und dem Hund gut zuredest, dann fühlst sich der Hund in seiner Angst bestätigt - Du sagst ihm praktisch damit, dass seine Angst berechtigt ist, und machst damit alles nur viel schlimmer.

Du musst jetzt ganz bei 0 anfangen. Versuche, mit Hilfe einer Geräusch-CD oder eines netten Nachbarn langsam leise Hämmer- oder Bohrgeräusche einzuführen. Egal wie der Hund reagiert - Du ignorierst ihn und die Geräusche völlig. Sitz da und lies ein Buch. Schau den Hund nicht an. Reagiere nicht auf seine Angst.

Die Geräusche sollten zuerst nur ein paar Sekunden dauern. Übe das über mehrere Tage, oder auch Wochen, je nachdem wie die Reaktion des Hundes ist. Bleibt er ruhiger, mach das Geräusch länger.

Viel Erfolg!

Myriam

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Hallo Magret,

das waren wirklich sehr gute und brauchbare Tips

Vielen Dank

Alf und Krümel