Vorsicht!
Erik:
nach einem Jahr an der Schule in Wales gehöre ich zu den
glücklichen Menschen, die sehr gut Englisch können (sorry für
das Eigenlob).
Aktuelles Beispiel: Vanilla Sky - wenn ich mich richtig
erinnere, heißt „lucid dream“ doch nichts anderes als
„Wachtraum“. Prompt wird es in der deutschen Synchronisation
zu „Luzidtraum“. Da stellen sich mir alle Nasenhaare auf.
Ich kenn’ den Film nicht, aber lucid dreams sind nicht als Wachtraum in der Fachliteratur uebersetzt. (z.B.: bei der Bibliography zu Tholey - Verzeichnis der Schriften von Paul Tholey Bibliography of the Writings of Paul Tholey
1971-1998 (zusammengestellt von / compiled by Gerhard Stemberger), GTA, http://www.enabling.org/ia/gestalt/gerhards/thol_bib…, wird das Wort Klartraum benutzt)
Hier ist eine Erklaerung aus http://traum.univie.ac.at/LuzTraumM.htm:
Der Begriff ,lucid dream’’
.
geht auf Frederik Willems van EEDEN zurück, einen niederländischen Psychiater und Dichter,
der bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine ,freie Psychiatrie’’ in den Niederlanden
eingerichtet hat. Am 22. April 1913 sprach er in einem Vortrag im Rahmen eines Treffens der
Society for Psychical Research über seine 352 aufgezeichneten ,lucid dreams’’. Es ist
bekannt, daß sich van Eeden in mehreren Briefen an FREUD wandte und diesem von seinen
Beobachtungen berichtete (siehe dazu auch Kap.2.2).
THOLEY nennt denselben Zustand, der von Van EEDEN als ,lucid dream’’ bezeichnet wurde,
Klartraum und definiert ihn folgendermaßen:
,Klarträume sind solche Träume, in denen man völlige Klarheit darüber besitzt,
daß man träumt und nach eigenem Entschluß handelnd in das Traumgeschehen
eingreifen kann.’’ (THOLEY 1980c, S.175).
…
Im Gegensatz zu imaginativen Tagtraumtechniken, wie dem Katathymen Bilderleben (LEUNER,
1962), der Oberstufe des Autogenen Trainings nach oder der Hypnose, findet der Klartraum
während des Schlafes und nicht im Wachzustand statt.
…
Für den Klartraumbegriff, wie er von Tholey eingeführt wurde, ist das Vorhandensein der Klarheit
im Sinne von (1) bis (4) unerläßliche Bedingung; die Klarheit im Sinne von (5) und (7) ist
dagegen nicht unbedingt Voraussetzung. Andere Autoren, wie Stephen LaBERGE, verwenden
zur Bezeichnung unseres Untersuchungsgegenstandes den Begriff ,lucid dreaming’’ oder
,lucid dream’’, was direkt mit ,luzides Träumen’’ übersetzt wird. Wenn ich also im folgenden
die Begriffe ,Klarträumen’’ oder ,luzides Träumen’’ verwende, meine ich damit dasselbe
Phänomen, schlicht Träume, in denen man weiß, daß man träumt und daher frei entscheidend
und handelnd ins Traumgeschehen eingreifen kann.
Leider weiss ich nicht in welcher Sprache (Niederlaendisch, Englisch, Deutsch?) EEDEN geschrieben hat.
–Kim

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