Hallo. Mich würde mal interessieren was ein Japanisch-Deutsch oder evtl. auch ein Chinesisch-Deutsch Übersetzer so verdient. Ich hab im Internet gelesen, dass ein guter Übersetzer dieser Sprachen knapp 10-20 Seiten pro Tag schafft und 50- deutlich über 100Dollar verdienen kann. Das würde dann ja aber praktisch heißen, dass ein guter Übersetzer an die 60 000 Brutto pro Monat verdienen könnte. Angenommen er arbeitet nich die ganze Zeit durch sondern „nur“ die Hälfte seiner Zeit wären das ja immernoch 30 000 Brutto. Kann man damit wirklich so gut verdienen oder ist das übertrieben? Ich dachte nämlich immer, dass ein Übersetzer für europäische Sprachen ungefähr halbsoviel verdienen kann wie einer für eine „exotische“ Sprache, aber dann würde ja selbst ein Übersetzer für französisch z.B. noch sehr sehr gutes Geld verdienen wenn er fleißig wär…
(Die Rede war von freiberuflichen Übersetzern)
Grüße
Hallo Linguist,
ein Zeilenhonorar von 4 Euros und mehr kann man für Fachübersetzungen bekommen, wenn man nicht nur ein guter Übersetzer, sondern auch noch eine ausgewiesene Koryphäe im betreffenden Fachgebiet ist.
Agenturen bieten mir gelegentlich Übersetzungen aus dem Chinesischen oder aus dem Japanischen ins Deutsche für ab 1,20 Euro pro Zeile an, das ist dann mit Kollegenrabatt.
Der Alltag eines freiberuflichen Übersetzers sieht selten so aus, daß er jeden Tag z.B. seine 400 Zeilen übersetzt, sondern es wechseln sich arbeitslose Tage mit überlasteten Tagen ab. Darum sind Monatsverdienste von mehr als zehntausend Euros selten.
Mit herzlichem Gruß,
Wolfgang Berger
Hallo Linguist,
ein Zeilenhonorar von 4 Euros und mehr kann man für
Fachübersetzungen bekommen, wenn man nicht nur ein guter
Übersetzer, sondern auch noch eine ausgewiesene Koryphäe im
betreffenden Fachgebiet ist.
die unterhaltungsindustrie zählt aber wahrscheinlich nicht zu einem dieser fachgebiete nehm ich an…?
ist der bedarf an j->d genauso hoch oder höher niedriger wie/als bei j->e übersetzungen?
Agenturen bieten mir gelegentlich Übersetzungen aus dem
Chinesischen oder aus dem Japanischen ins Deutsche für ab 1,20
Euro pro Zeile an, das ist dann mit Kollegenrabatt.
das mit dem kollegenrabat versteh ich jetz nicht so ganz? angenommen du nimmst solche übersetzungen für 1,20 pro Zeile an sind die dann nicht so schwer wie andere und du gehst sie evtl.auch nich ganz so oftdurch etc.?
Der Alltag eines freiberuflichen Übersetzers sieht selten so
aus, daß er jeden Tag z.B. seine 400 Zeilen übersetzt, sondern
es wechseln sich arbeitslose Tage mit überlasteten Tagen ab.
Darum sind Monatsverdienste von mehr als zehntausend Euros
selten.
aber 10 000 euro sind durchaus drin, oder liegt das gehalt normalerweise eher deutlich drunter?
Mit herzlichem Gruß,
Wolfgang Berger
die unterhaltungsindustrie zählt aber wahrscheinlich nicht zu
einem dieser fachgebiete nehm ich an…?
Sehr richtig. Nein.
ist der bedarf an j->d genauso hoch oder höher niedriger
wie/als bei j->e übersetzungen?
Weltweit um 2 Größenordnungen niedriger; innerhalb des deutschen Sprachraums werden Übersetzungen aus dem Japanischen ins Englische nur selten verlangt, dann aber auch ordentlich bezahlt.
das mit dem kollegenrabat versteh ich jetz nicht so ganz?
angenommen du nimmst solche übersetzungen für 1,20 pro Zeile
an sind die dann nicht so schwer wie andere und du gehst sie
evtl.auch nich ganz so oftdurch etc.?
Kollegenrabatt heißt, daß man diese Dienstleistung verbilligt für den Weiterverkauf anbietet. Ich betreibe aber keine solchen Vertriebs- und Vermittlungsgeschäfte, weil ich das nicht gescheit kann. Ich mache fast nur die ganz schwierigen Arbeiten, z.B. im Patentwesen oder mit schlecht leserlichen Vorlagen usw.
aber 10 000 euro sind durchaus drin, oder liegt das gehalt
normalerweise eher deutlich drunter?
Ein freiberuflicher Übersetzer bekommt überhaupt kein Gehalt, sondern Honorar (von Verächtern des Berufs „Preise“ genannt).
Was die Höhe des Verdienstes anbelangt, so kursiert in der Branche der Vergleich „wie ein Schreiner“. Schreiner machen den Preßplattenzuschnitt im Baumarkt und können davon leben; und Schreiner fertigen edle Möbel für Könige… es ist halt jeder anders.
Mit herzlichem Gruß,
Wolfgang Berger