Übersetzer gesucht

Hallo,

ich suche Jemanden, der französisch kann und für mich ein paar DE-Texte übersetzen könnte.
Selbstverständlich würde ich dafür auch bezahlen.
Es ist ziemlich dringend, würde mich also über schnelle Rückmeldung sehr freuen.

Danke

Hallo,

ich suche Jemanden, der französisch kann und für mich ein paar
DE-Texte übersetzen könnte.

Ich verstehe etwas nicht ganz:
Ist der Originaltext Französisch oder Deutsch?

Wie auch immer, hier einen hilfreichen Link:
http://www.proz.com/translator-directory/

Danke

Gerne.

Schöne Grüße,
Helena

Oh sorry,
der Originaltext ist auf Deutsch.
Un dich brauche ihn auf Französisch.
Danke

Schau dir mal den angegebenen Link! owT Gruß
ohne
weiteren
Text

Servus,

wenns billig sein soll, ist proz.com schon recht. Wenn es ein bissel auf das Ergebnis ankommt, empfehle ich eine Suche hier:

http://www.bdue.de/

Schöne Grüße

MM

Servus Martin,

wenns billig sein soll, ist proz.com schon recht. Wenn es ein
bissel auf das Ergebnis ankommt, empfehle ich eine Suche hier:

http://www.bdue.de/

Das verstehe ich nicht ganz, zumal viele „prozians“ bei der BDÜ oder ähnlichen Verbänden der jeweiligen Ländern, gemeldet und Mitglieder sind.

Ausserdem kann ich auch nicht ganz nachvollziehen, weshalb jemand in einem Verband grundsätzlich bessere Arbeit liefern soll, als jemand der, aus welchen Grund auch immer, nicht drin ist.

Und noch was: Meines Wissens gibt BDÜ keinen Preis vor. Der Verband empfiehlt und gibt nur Richtlinien. In dieser Branche gibt es (anders als zB bei Anwälten) keine feste Angaben bzgl. Preise. Also zu behaupten, dass bei proz.com alles günstiger ist, finde ich zu sehr aus dem Fenster gelehnt.

Ohne dich zu nahe treten zu wollen: Könnte es sein, dass in deiner Antwort ein bißchen diese m.E. typische deutsche Tugend eine Rolle spielt, wodurch grundsätzlich jeder der ein Zeugnis, ein Titel udG. hat, besser arbeitet als einer der es nicht hat? (Und bitte, jetzt nicht Ärzte, Juristen, Architekten udG. nennen. Danke)

Viele Grüße,
Helena

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Servus,

Ausserdem kann ich auch nicht ganz nachvollziehen, weshalb
jemand in einem Verband grundsätzlich bessere Arbeit liefern
soll, als jemand der, aus welchen Grund auch immer, nicht drin
ist.

Hier geht es darum, daß jeder sich „Übersetzer“ nennen darf. Beim BDÜ und beim ADÜ Nord ist es aber eine Voraussetzung für die Mitgliedschaft, daß der Kandidat seine Qualifikation nachweist; bei proz.com nicht, da darf jeder mitspielen.

Aus der Sicht des Auftraggebers bedeutet das, daß er sich selbst einen Filter für die eingehenden Angebote ausdenken muss. Das passiert in der Regel auch, aber jemand, der mit der Materie bisher nichts zu tun hatte, hat ein enormes Risiko, wenn er über proz.com ausschreibt. Du kennst die Preise, die dort bei manchen Ausschreibungen nicht nur geboten, sondern von den Ausschreibenden auch erwartet werden, und die Qualität, die damit verbunden ist. Das ist keine Aussage über alle Ausschreibungen bei proz.com, sondern eine Aussage über die Risiken, die für Auftraggeber mit diesem Portal verbunden sind.

Und noch was: Meines Wissens gibt BDÜ keinen Preis vor.

Das tut er nicht, aber BDÜ und ADÜ Nord versorgen ihre Mitglieder mit umfangreichen Informationen, die bei jedem denkenden Menschen dafür ausreichen, daß er sich nicht auf Dumpingkonkurrenz einlässt, und bieten geeignete Schulungen an. Vor allem verpflichten sie ihre Mitglieder auf einen berufsständischen Ehrenkodex, mit dem diese sich u.a. dazu verpflichten, keine Aufträge anzunehmen, die sie nicht in der angemessenen Qualität erfüllen können.

Also zu behaupten, dass bei proz.com alles günstiger
ist, finde ich zu sehr aus dem Fenster gelehnt.

Das ist nicht meine These. Meine These ist, daß es im Gegensatz zu den Verbänden bei proz.com keine Filter gegen Billigheimer mit schlechter Qualität gibt, bei den Verbänden aber schon. So daß proz.com für Auftraggeber, die bisher mit der Materie keinen Kontakt hatten, viel riskanter ist - allerdings auch die Möglichkeit bietet, Dumpingangebote zu nutzen, die man dort viel leichter finden kann als bei den Verbänden.

Proz.com ist eine gute Plattform für Profis in dem Geschäft, u.a. wegen der weltweiten Organisation, die es ermöglicht, den Muttersprachler in seinem Land zu finden. Das spielt aber bei DE > F keine besondere Rolle, weil es haufenweise französische Muttersprachler gibt, die in D in diesem Metier arbeiten.

Um die Form von Zeugnis und Titel geht es nicht, es geht um den inhaltlichen Nachweis der Qualifikation. Natürlich wäre es schöner, wenn es für Übersetzer und Dolmetscher eine geschützte Berufsbezeichnung gäbe, die nur bei nachgewiesener Qualifikation geführt werden darf. Daß sich die Verbände darum bemühen, hier etwas Vergleichbares zu etablieren, kann nur ein Notbehelf sein. Ist aber besser als nichts.

  • Der Vergleich mit den von Dir genannten freien Berufen ist übrigens gar nicht so verkehrt, meine ich: Bei Ärzten und Apothekern ist das Risiko (meistens, nicht immer) ihrer Tätigkeit wesentlich höher als bei Übersetzern und Dolmetschern, aber z.B. bei Rechtsanwälten und Steuerberatern kann, wenn diese ihr Geschäft nicht verstehen, in der Regel nichts Schlimmeres passieren, als daß Geld verloren ist. Genauso wie bei Übersetzern und Dolmetschern. Die Frage, warum im einen Fall der Zugang zum Beruf (mit Recht, wie ich meine) reglementiert ist, und im anderen nicht, ist da wohl schon berechtigt.

Schöne Grüße

MM

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…auf deinen ausführlichen Text!

Meiner Meinung nach ist dem nichts hinzuzufügen!

Proz.com kann man für vieles nutzen und man kann dort auch günstige Anbieter finden.

Trotzdem sollte man auch meiner Meinung nach darauf verweisen, dass dort jeder teilnehmen kann. Man findet natürlich auch sehr gute Übersetzer. Dazu sollte man halt recherchieren… denn ansonsten läuft man GEfahr, eventuell keine qualitativ hochwertige Übersetzung zu bekommen. Leider findet man immer öfter (das beschränke ich nicht auf proz.com) schlechte oder minderwertige Übersetzungen. Wenn man also wirklich Wert auf Qualität legt (was auf die Texte und auf die Absichten dahinter ankommt), ist es auch meiner Meinung nach der beste Rat, sich an den BDÜ zu wenden…

Und weil ich nur 1* vergeben kann, lieber Martin, war das jetzt ein etwas ausführlicheres Sternchen :wink:

Grüezis,
Shannon

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Servus Martin,

Ausserdem kann ich auch nicht ganz nachvollziehen, weshalb
jemand in einem Verband grundsätzlich bessere Arbeit liefern
soll, als jemand der, aus welchen Grund auch immer, nicht drin
ist.

Hier geht es darum, daß jeder sich „Übersetzer“ nennen darf.

Das stimmt, aber…

Beim BDÜ und beim ADÜ Nord ist es aber eine Voraussetzung für
die Mitgliedschaft, daß der Kandidat seine Qualifikation nachweist;

Genau. Und darin sehe ich das Problem: Warum ein 20 Jahre zurückligendes Studium, mit 15-jähriger Kinderpause und anschließenden Arbeit als Empfangsdame, nochmals 12 Jahre lang ein Kriterium für gute Arbeit sein soll.

Das ist was ich nicht nachvollziehen kann.

bei proz.com nicht, da darf jeder mitspielen.

Ja, sogar Menschen, die zwar Begabung aber nicht BDÜ-Mitglied sein wollen.

Aus der Sicht des Auftraggebers bedeutet das, daß er sich
selbst einen Filter für die eingehenden Angebote ausdenken
muss. Das passiert in der Regel auch,

Der Filter ist aber zwangsweise sehr dürftig und nur einen „Behelfsfilter“.

aber jemand, der mit der
Materie bisher nichts zu tun hatte, hat ein enormes Risiko,
wenn er über proz.com ausschreibt.

Zum teil hast du m.Mn. Recht. Aber eben nur teilweise. Denn was ist

  • …mit Menschen, die nicht in Deutschland ansäßig sind?
  • …Oder was passiert mit (sage ich jetzt mal) sog. „seltsamen, exotischen“ Sprachen?
  • …Was ist mit Übersetzern, die zwar sogar für Gerichte arbeiten und trotzdem nicht BDÜ-Mitgleid sind?
  • …Oder schlich und ergreifend, mit Menschen, die kein Deutsch können (und zB aus dem Littauischen ins Maltesischen arbeiten, um bei europäischen Sprachen zu bleiben?)

Ausserdem glaube ich, dass du mir Recht geben wirst, wenn ich behaupte, dass um die Qualität eines Textes zu gewährleisten MUSS diesen von einem zweiten Übersetzer „korrektur“ gelesen werden. Oder denkst Du hier anders?

Du kennst die Preise, die
dort bei manchen Ausschreibungen nicht nur geboten, sondern
von den Ausschreibenden auch erwartet werden, und die
Qualität, die damit verbunden ist.

Das ist ein sehr heiss diskutierten Thema dort. Tatsache ist (und deshalb will der „Staff“ nichts daran ändern), dass nicht alle Ländern auf dieser Welt einen so hohen Lebensstandard haben wie hier in Deutschland. Zugegeben jemand der aus dem Ungarischen ins finnischen übersetzt, wird wahrscheinlich in Europa zu finden sein, höchstwahrscheinlich wird er auch entweder in Finnland oder in Ungarn leben (allerdings nicht zwangsläufig). Und da ist das Leben, pi mal Daume, in etwa gleich teuer.

Aber was machen mit Sprachen wie Französisch, Englisch oder gar Spanisch? Was man hierzulande für Preise verlangt, ist in z.B. Nigeria, Tunesien oder Bolivien ein Vermögen. Mit der Übersetzung eines Textes für den europäischen Markt leben sie locker ein paar Monate in saus und Braus. Und hier kannst du kaum die Miete nächstes Monats damit zahlen. Das ist, mMn. was man so landläufig „globale Markt“ nennt. Denn die Preise sagen demzufolgen nichts, aber auch nichts von der Qualität einer Übersetzung aus. Es sagt vielmehr eher wo dieser Übersetzer lebt. Muttersprachler mit entsprechender Sprachniveau sind sie allemal.

Das ist keine Aussage über
alle Ausschreibungen bei proz.com, sondern eine Aussage
über die Risiken, die für Auftraggeber mit diesem Portal
verbunden sind.

Das ist klar. Aber wie oben beschrieben, ist für mich auch weder Preis, noch Mitgliedschaft in irgendeinen Verband einen schlaggebendes, aussagekräftiges Kriterium für die gute Qualität einer Übersetzung.
(Zumal ich auch Muttersprachler kenne, die wirklich so sehr ihre eigene Muttersprache vernachlässig und vergessen haben, dass es mittlerweile an ein wunder grenzt, wenn man sie versteht, ohne die andre mitbenutzte Sprache zu beherrschen. Das nenne ich Verstummelung der Sprache -und zwar beide Sprachen: die eigene Muttersprache und die gelernte.)

Vor allem verpflichten sie ihre Mitglieder auf einen
berufsständischen Ehrenkodex, mit dem diese sich u.a. dazu
verpflichten, keine Aufträge anzunehmen, die sie nicht in der
angemessenen Qualität erfüllen können.

Das sollte jeder Übersetzer, egal wo, auch beherzigen. Aber, wie gesagt, weder die Mitgliedschaft, noch die Zeugnisse wären für mich schlaggebende Kriteria.

Meine These ist, daß es im
Gegensatz zu den Verbänden bei proz.com keine Filter gegen
Billigheimer mit schlechter Qualität gibt, bei den Verbänden
aber schon.

Meine These enthält eine mMn. kleine aber wichtige Anmerkung, nämlich: Dieser Filter, namens Zeugnisse, ist sehr lochrig und ist deshalb überhaupt nicht zuverlässig. (Siehe meine Beispiele oben)

So daß proz.com für Auftraggeber, die bisher mit
der Materie keinen Kontakt hatten, viel riskanter ist -

Je nach Sprachkombination und vorallem Sitz der Übersetzer. Ausserdem wie bereits wiederholt, ist für mich dieses Kriterium sehr zweifelhaft im Sinne von Sprachbeherrschung und Übersetzerqualität.

Und gerade fällt mir noch etwas ein: Angenommen Gudrun hat gerade ihr Jura Studium beendet und da sie zweisprachig aufwuchs, fängt jetzt ein Studium der Übersetzung an. Wenn sie fertig ist, meldet sich in einem Übersetzerverband. Nun kennt sie sich bestens aus und ist eine Fachfrau im juristischen Texten. Nur, sie hat noch keinen Kunden! Was macht sie? Sie muss schließlich täglich essen, sich waschen, die Wohnung heizen und die Miete bezahlen. Also sie übernimmt Texte aus dem Fach Technik. Sie hat zwar kaum Ahnung davon, aber hungrig ist sie jeden Tag! Also? Was nun?

Will heissen: Diese Verbände, so toll und gut sie auch sein mögen, zwingt den Übersetzern nicht dazu, nur Texte zu übersetzen, von dessen Thema sie etwas verstehen. Also, woher soll ich mit meinem medizinischen Text? Warum nicht eine peruanische Kollegin nehmen, die aus dem französisch arbeitet (also Französisch ins Spanisch), Spanisch Muttersprachlerin ist und zusätzlich in einem Land wohnt, wo die Preise wirklich sehr niedrig sind? Da es aber in Peru keinen Übersetzerverband gibt (das weiß ich jetzt nicht. Es ist nur eine Hypothese für mein Beispiel), arbeitet nur halt so und ist nicht Mitglied in irgendwelchen Verband.

Proz.com ist eine gute Plattform für Profis in dem Geschäft,
u.a. wegen der weltweiten Organisation, die es ermöglicht, den
Muttersprachler in seinem Land zu finden.

Da gebe ich Dir absolut Recht.

Um die Form von Zeugnis und Titel geht es nicht, es geht um
den inhaltlichen Nachweis der Qualifikation.

Eben! Und das kann noch so tolles Zeugnis, bzw. keine noch so tolle Mitgliedschaft gewährleisten. Zumal wir alle Menschen sind, die nicht immer gleich gut arbeiten.

Natürlich wäre es
schöner, wenn es für Übersetzer und Dolmetscher eine
geschützte Berufsbezeichnung gäbe, die nur bei nachgewiesener
Qualifikation geführt werden darf.

MMn. ist es genauso schön wie utopisch, denn -ich glaube Du wirst mir in diesem Punkt recht geben: Eine Sprache (egal ob Umgebung-, nur gelernte oder gar Muttersprache) die man nicht verwendet, vergisst man sie.

Und eine noch so tolle Berufsbezeichnung als Übersetzer macht mMn. nur dann Sinn, wenn diese nachweist, dass dessen Besitzer nicht nur beide Sprachen beherrscht, sondern auch beide aktiv benutzt und zwichen beiden ca. täglich übersetzt.

Die Frage, warum
im einen Fall der Zugang zum Beruf (mit Recht, wie ich meine)
reglementiert ist, und im anderen nicht, ist da wohl schon
berechtigt.

Ich finde diese Frage (und die ganze diskussion, übrigens auch) hochinteressant.

Das einzige was dagegen wirkt ist die Tatsache (ich will das absichtlich NICHT Problem nennen), dass die genannten Berufe, sozusagen nur in einem (diesem) Land ausgeübt werden. Wer zB als Arzt hier arbeiten will, muss in Deutschland zugelassen werden. Punkt. Bei Übersetzern ist es so, dass man grundsätzlich mit Menschen reden, die aus zwei verschiedenen Kulturen kommen. Und (in diesem Beispiel) Deutschland kann nicht über die Gestzeslage eines anderen Landes bestimmen. Auch nicht ob ein anderes Land ein Verband braucht oder nicht. Und da es so schnell sich darin nichts ändern wird, bleibt die Lage vorerst mal so wie sie ist.

Schöne Grüße
Helena

Servus,

Genau. Und darin sehe ich das Problem: Warum ein 20 Jahre
zurückligendes Studium, mit 15-jähriger Kinderpause und
anschließenden Arbeit als Empfangsdame, nochmals 12 Jahre lang
ein Kriterium für gute Arbeit sein soll.

Das Studium mit Abschluß „Dolmetscher/Übersetzer“ (und nur dieses berechtigt ohne Nachweis der Berufspraxis zur Aufnahme - allgemeine philologische Studiengänge nicht) ist jedenfalls eine relativ bessere Grundlage für die Tätigkeit als das Erlernen einer Fremdsprache während 27 jähriger Berufspraxis als Helfer im Garten- und Landschaftsbau.

Der Filter ist aber zwangsweise sehr dürftig und nur ein
„Behelfsfilter“.

Es erschließt sich mir nicht, weshalb kein Filter besser ist als ein dürftiger. Ich vermute übrigens, daß es in dem genannten Zusammenhang in der Beschaffung hunderte von verschiedenen Prozeduren gibt. Um die professionellen Auftraggeber mache ich mir daher überhaupt keine Sorgen - die wissen schon, warum sie wen beauftragen, und können auf jedem beliebigen Portal ihre Dienstleister finden.

Was ist

  • …mit Menschen, die nicht in Deutschland ansässig sind?

Wie ich bereits geschrieben habe, ist die weltweite Struktur von proz.com ein Vorteil. Dann, wenn man sie benötigt. Für eine Übersetzung DE > FRZ, und um diese geht es in der vorgelegten Frage, braucht man sie nicht.

  • …Oder was passiert mit (sage ich jetzt mal) sog.
    „seltsamen, exotischen“ Sprachen?

Das ist Französisch nun wirklich nicht.

  • …Was ist mit Übersetzern, die zwar sogar für Gerichte
    arbeiten und trotzdem nicht BDÜ-Mitglied sind?

Für den in der Frage vorgelegten Fall ist die Beeidigung nicht relevant.

  • …Oder schlich und ergreifend, mit Menschen, die kein
    Deutsch können (und zB aus dem Littauischen ins Maltesischen
    arbeiten, um bei europäischen Sprachen zu bleiben?)

Nun, Menschen, die kein Deutsch können, sollten nicht DE >> FRZ übersetzen. Leider tun das trotzdem ziemlich viele.

Ausserdem glaube ich, dass du mir Recht geben wirst, wenn ich
behaupte, dass um die Qualität eines Textes zu gewährleisten
MUSS diesen von einem zweiten Übersetzer „korrektur“ gelesen
werden. Oder denkst Du hier anders?

Proofreading gehört zum Übersetzen. Es ist mir allerdings neu, daß bei der Suche via proz.com gewährleistet ist, daß nur Abieter auf eine Ausschreibung reagieren, die Proofreading garantieren. Jemand, der vom Auftraggeber stillschweigend erwartet, daß sich dieser selber um das Proofreading kümmert, sollte von vornherein nicht anbieten dürfen - vgl. den bereits erwähnten Ehrenkodex.

Das ist ein sehr heiss diskutierten Thema dort. Tatsache ist
(und deshalb will der „Staff“ nichts daran ändern), dass nicht
alle Ländern auf dieser Welt einen so hohen Lebensstandard
haben wie hier in Deutschland.

Eine Übersetzung vom Deutschen ins Französische hat nur durch einen französischen Muttersprachler zu geschehen, Punktum. Nicht durch einen Rumänen und nicht durch einen Bulgaren. Und wenn es nicht um Besonderheiten des Kolonialfranzösichen geht, braucht es dafür auch keinen Kameruner.

Aber was machen mit Sprachen wie Französisch, Englisch oder
gar Spanisch?

Für eine Übersetzung ins Englische will ich keinen Nigerianer haben, für eine Übersetzung ins Spanische keinen Bolivier, und für eine Übersetzung ins Französische keinen Tunesier. Für Tunesien kann ich das aus persönlicher Praxis beurteilen: Das Französische, das in Tunesien zur üblichen Kompetenz ohne Fachstudium gehört, ist nicht identisch mit dem Französischen des Mutterlandes.

Die Tatsache, daß ein Rumäne eine Großmutter hat, die als Kind, solange das erlaubt war, einen deutschen Dialekt aus dem 18. Jahrhundert gesprochen hat, befähigt ihn keinesfalls dazu, einen medizinischen deutschen Fachtext (um den es hier geht) zu er- oder gar zu verfassen. Professionelle Übersetzer sind kein Wohltätigkeitsverein, der dafür sorgen muß, das möglichst viele Groschen in die ärmsten Länder der Welt abfließen.

Zumal ich auch Muttersprachler kenne, die wirklich so sehr
ihre eigene Muttersprache vernachlässig und vergessen haben,
dass es mittlerweile an ein wunder grenzt, wenn man sie
versteht, ohne die andre mitbenutzte Sprache zu beherrschen.

Profis passiert das nicht. Woraus man deutlich sehen kann, daß Übersetzen und Dolmetschen nicht schon allein dadurch erlernt werden, daß man zwei Sprachen mehr oder weniger gut spricht oder schreibt. Das ist ein verbreiteter Irrtum. Solange man die eigene Muttersprache nur aus dem mehr oder weniger täglichen Gebrauch kennt, geht sie nach etwa sieben bis zehn Jahren Aufenthalt in einem anderssprachigen Land verloren.

Meine These enthält eine mMn. kleine aber wichtige Anmerkung,
nämlich: Dieser Filter, namens Zeugnisse, ist sehr lochrig und
ist deshalb überhaupt nicht zuverlässig.

Neugierhalber: Kennst Du die Inhalte der Studiengänge Dolmetscher/Übersetzer und die Prüfungsanforderungen dazu? - Aber das gehört eigentlich zu dieser Frage hier. Zu dieser Frage gehört allerdings, und das ist der Kern davon, wie sich aus den Unzulänglichkeiten eines Auswahlkriteriums ableiten ließe, daß man auf jedes Auswahlkriterium von vornherein verzichtet.

Also sie übernimmt Texte aus
dem Fach Technik. Sie hat zwar kaum Ahnung davon, aber hungrig
ist sie jeden Tag! Also? Was nun?

Erstens hat sie im Gegensatz zum Helfer im Garten- und Landschaftsbau gelernt, wie man da rangeht - d.h. sie wird zu lange für den Job brauchen, aber sie wird ihn klarkriegen. Zweitens geht der Hunger nicht davon weg, daß sie den Job jemandem überlässt, dem es völlig egal ist, was für ein Ergebnis rauskommt, wenn er bloß den Zuschlag und seine drei Cent/Wort bekommt.

Warum nicht eine
peruanische Kollegin nehmen, die aus dem französisch arbeitet
(also Französisch ins Spanisch), Spanisch Muttersprachlerin
ist und zusätzlich in einem Land wohnt, wo die Preise wirklich
sehr niedrig sind?

Weil man die besprochene Übersetzung DE >> FRZ eines medizinischen Fachtextes in diesem Fall schneller und leichter mit Babelfish machen lassen kann. Das Ergebnis wird ziemlich ähnlich sein.

Zumal wir alle Menschen
sind, die nicht immer gleich gut arbeiten.

Hmmm - Profis passiert das normalerweise nicht. Da hängt allenfalls die Geschwindigkeit von der Tagesform ab.

MMn. ist es genauso schön wie utopisch,

Warum? Das klappt bei Metzgern, Friseuren, Steuerberatern, Zimmerleuten, Schiffsingenieuren, Apothekern, Rettungssanitätern, Gärtnern, Fliesenlegern etc. ziemlich gut. Warum solls bei Übersetzern nicht klappen?

Aber wir drehen uns im Kreis.

Es bleibt die Frage: Worin liegt der Vorteil, wenn jemandem eine Dienstleistung angeboten wird, deren Qualität er überhaupt nicht beurteilen kann, im Vergleich dazu, daß ihm eine Dienstleistung angeboten wird, deren Qualität nach Kriterien beurteilbar ist, die lückenhaft sind, aber immerhin gewährleisten, daß er den Job gelernt hat?

Schöne Grüße

MM

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Wie viele Seiten sind es denn? Ist es hochkompliziert sondern eher 0-8-15-Sprache?