Übersetzer - Welche Sprachen?

Ich habe mich gerade beim SIMG-Institut in Visselhövede (Berufsakademie für Touristik und Fremdsprachen) angemeldet mit dem Ausbildungsziel Übersetzer. Englisch ist Pflicht, und nun muß ich aus den folgenden Sprachen eine oder zwei auswählen: Französisch, Spanisch, Russisch.
Jetzt habe ich folgende Fragen:
Ist Russisch sehr schwer zu erlernen?
Welche Sprache(n) müßte ich wählen, um die besten Chancen im Job zu haben? (Französisch hatte ich 7 Jahre in der Schule)
Kennt jemand die Berufsakademie? Ist sie zu empfehlen?

Mit fragenden Grüßen
Christian

Hallo Christian,

Russisch ist tatsächlich schwierig, vor allem am Anfang (andere Schrift, 6 Fälle anstatt 4, u.s.w.) aber interessant.

Französisch ist schön und, da du es in der Schule gehabt hast, bestimmt leichter für dich.

Für Spanisch spricht die Tatsache, daß es eine der meist gesprochenen Sprachen auf der Welt ist…

Ich weiß nicht, mit welcher Sprache du mehr Chancen für einen Job hast, es kommt darauf an, was du machen möchtest, in welchem Bereich du arbeiten möchtest… nur ein Tipp: suche dir die Sprache aus, die die besser „gefällt“! Ansonsten wirst du dich jahrelang mit etwas beschäftigen, das kein Spaß macht - und später wirst du auch noch dazu gezwungen, mit einer „ungeliebten“ Sprache zu arbeiten…
nur meine persönliche Meinung - gebildet durch meine Erfahrungen als Übersetzerin…

Ich wünsche dir viel Glück und Spaß beim Lernen!

Camilla

Hi Christian,

das Wichtigste hast Du schon gehört - ähm: gelesen. *g* Natürlich kann auch ich Dir nicht sagen, lerne diese oder jene, schließlich weißt Du am besten, welche dieser Sprachen Dir liegt.

7 Jahre (Schul)Französisch sind sicher eine solide Grundlage, obwohl ich zugeben muß, daß diese Sprache für mich stets den böhmischen Dörfern glich.

Russisch halte ich im Gegensatz zu Camilla für gar nicht so schwierig, sobald man sich an die etwas fremdartig anmutende kyrillische Schrift gewöhnt hat; die lernt man aber ziemlich schnell. In Polen war Russisch damals ab der fünften Klasse Pflichtfach, es haben also Millionen von Zehnjährigen geschafft, sich diese Sprache mehr oder weniger gut anzueignen. Die russische Grammatik ist ziemlich logisch aufgebaut, die Rechtschreibung ist ebenfalls nicht sonderlich schwer.

Wenn Du eine schwere Sprache lernen willst, dann lerne Polnisch… *ggg*

Ciao

Tessa

Ich überbiete!
Hallo Camilla,

um der ‚allumfassenden forumsideologie á la tessa und camilla‘ gerecht zu werden, bin ich zur Abwechslung mal Dir bis hierher ‚nachgechechelt‘. *ggg*

Was das Überbieten angeht: in Polen gibt es sogar sieben Fälle. Dazu kommen diverse Schreibvarianten (‚ch‘ oder ‚h‘; ‚u‘ oder ‚ó‘) und ähnliches. Im Russischen kannst Du höchstens mal das Zeichen vergessen/verwechseln, das besagt, ob der Buchstabe weich oder hart gesprochen wird.

Ciao

Tessa

hallo christian,

nein, russisch ist nicht sehr schwierig. zu beginn ist natürlich die schrift (jeden buchstaben gibt es in druck- und schreibschrift) etwas verwirrend, aber das gibt sich recht schnell und französische grammatik hilft beim lernen dieser sprache sehr gut weiter (hat zumindest mir sehr geholfen).

ich glaube auch, dass über kurz oder lang diese sprache für wirtschaftliche beziehungen dringend notwendig sein wird und du damit recht gute zukunftschancen hast.

hier in ö werden z.b. schon jetzt in einigen touristengegenden händeringend russische übersetzer gesucht, weil es doch schon eine relativ grosse gruppe russen gibt, die sich einen (für russische verhältnisse) exklusiven winterurlaub leisten können.

Klasse statt Masse
Hallo Tessa,

es geht nicht nur um die Anzahl. Die Finnen und wahrscheinlich auch die Ungarn sowie diverse andere agglutinierende Sprachen bringen’s auch auf 16 und mehr - sind aber trotzdem einfacher zu lernen, weil jeder Fall ein eigenes, eindeutiges Suffix hat und die Bildungsregeln meist ganz regelmäßig sind.

Die Crux bei den slawischen Sprachen (natürlich nicht nur bei denen) ist doch, daß weder die Eindeutigkeit noch die Regelmäßigkeit gegeben sind.

Das nur mal so am Rande…(ich weiß, damit habe ich nicht viel zur Ursprungsfrage beigetragen…)

Gruß, Kubi

Hallo Tessa,

das Wichtigste hast Du schon gehört - ähm: gelesen. *g*
Natürlich kann auch ich Dir nicht sagen, lerne diese oder
jene, schließlich weißt Du am besten, welche dieser Sprachen
Dir liegt.

Kann ich nur beipflichten.

7 Jahre (Schul)Französisch sind sicher eine solide Grundlage,
obwohl ich zugeben muß, daß diese Sprache für mich stets den
böhmischen Dörfern glich.

Warum das denn? Ist doch gar nicht so schwierig im Vergleich zu Russisch :wink:

…,sobald man sich an die etwas fremdartig anmutende

kyrillische Schrift gewöhnt hat; die lernt man aber ziemlich
schnell.

So weit, so richtig.

In Polen war Russisch damals ab der fünften Klasse

Pflichtfach, es haben also Millionen von Zehnjährigen
geschafft, sich diese Sprache mehr oder weniger gut
anzueignen.

Aber von einer anderen Ausgangsbasis: Polnisch und Russisch sind immerhin eng verwandte Sprachen. Für Deutsche ist das um einiges schwieriger als für Polen, möchte ich behaupten. Holländisch oder Dänisch würde ein Deutscher wohl auch recht flott lernen…

Die russische Grammatik ist ziemlich logisch

aufgebaut, die Rechtschreibung ist ebenfalls nicht sonderlich
schwer.

Ja? Also mir kam sie auch nicht logischer vor als die deutsche oder englische oder…sprich: ansatzweise logisch, aber immer, wenn man sich drauf verläßt, paßt’s nicht mehr.

Wenn Du eine schwere Sprache lernen willst, dann lerne
Polnisch… *ggg*

Mag sein…da habe ich schnell aufgegeben…war aber auch noch jung und unerfahren im Sprachenlernen *g*

Gruß, Kubi

Hallo Antennaria,

nein, russisch ist nicht sehr schwierig.

Sehe ich anders, aber das habe ich schon in der Antwort an Tessa geschrieben.

zu beginn ist

natürlich die schrift (jeden buchstaben gibt es in druck- und
schreibschrift) etwas verwirrend,

Das fand ich eigentlich eher einfach. Den Unterschied gibt’s schließlich im Deutschen auch.

aber das gibt sich recht

schnell und französische grammatik hilft beim lernen dieser
sprache sehr gut weiter (hat zumindest mir sehr geholfen).

Mir überhaupt nicht *verblüfftsei*. Wie hat Dir die denn geholfen?

ich glaube auch, dass über kurz oder lang diese sprache für
wirtschaftliche beziehungen dringend notwendig sein wird und
du damit recht gute zukunftschancen hast.

`Das könnte durchaus sein.

Gruß, Kubi

Hi Tessa,

In Polen war Russisch damals ab der fünften Klasse
Pflichtfach, es haben also Millionen von Zehnjährigen
geschafft, sich diese Sprache mehr oder weniger gut
anzueignen.

ist es aber nicht so, dass Kinder es sich doch leichter tun als Erwachsene beim Lernen???

nachdenkende Grüsse

Camilla

Hi Tessa!

um der ‚allumfassenden forumsideologie á la tessa und camilla‘
gerecht zu werden, bin ich zur Abwechslung mal Dir bis hierher
‚nachgechechelt‘. *ggg*

Ich musste mich totlachen!!! Danke!

Ciao

Camilla

P.S.: Heissen wir eigentlich nicht Vanessa und Uschi??? *gg*

hallo kubi,

zuerst einmal: ich habe russisch gewählt, weil ich wissen wollte, wozu ich nach jahren des „nichts-mehr-lernens“ noch imstande bin. (altersverkalkung und so …). ich benötige die sprache weder in beruflicher hinsicht noch werde ich jemals imstande sein, dostojewski im original zu lesen.

auch wenn nicht sehr viele parallelen zwischen frz. und russ. grammatik vorhanden sind (aber es gibt sie doch), so waren das immer aha-erlebnisse. denn die frz. grammatik musste ich ja stück für stück erarbeiten (anders als die deutsche, die mir ja sozusagen in den schoss gefallen ist) - und damit konnte ich dann die einzelnen probleme viel besser begreifen oder erarbeiten.

Danke!
Vielen Dank euch allen für die netten Tips. In puncto Russisch und Schwierigkeit gibt es zwar verschiedene Meinungen hier, aber ihr habt mir trotzdem geholfen! Ich denke ich werde Spanisch nehmen, da es mir eher gefällt und dem Französischem ja auch ein bißchen ähnelt, wenigstens die Vokabeln.
Außerdem find ich’s schon nicht schlecht, daß man sich mit Englisch, Französisch und Spanisch fast überall in der (westlichen) Welt verständigen kann!

Viel Spaß noch euch allen beim Übersetzen wünscht

Christian

Hallo antennaria,

zuerst einmal: ich habe russisch gewählt, weil ich wissen
wollte, wozu ich nach jahren des „nichts-mehr-lernens“ noch
imstande bin. (altersverkalkung und so …). ich benötige
die sprache weder in beruflicher hinsicht noch werde ich
jemals imstande sein, dostojewski im original zu lesen.

So war’s bei mir auch. Reines Interesse und Spaß and der Freud. Inzwischen mangels Übung auch fast komplett wieder eingerostet.

auch wenn nicht sehr viele parallelen zwischen frz. und russ.
grammatik vorhanden sind (aber es gibt sie doch), so waren das
immer aha-erlebnisse. denn die frz. grammatik musste ich ja
stück für stück erarbeiten (anders als die deutsche, die mir
ja sozusagen in den schoss gefallen ist) - und damit konnte
ich dann die einzelnen probleme viel besser begreifen oder
erarbeiten.

Das ist dann aber ein allgemeiner Effekt: Je mehr Sprachen man schon gelernt hat, desto leichter fällt es einem, noch weitere zu lernen. Aber direkte Hilfe des Französischen würde ich bei anderen romanischen Sprachen unterschreiben, evtl. auch noch bei Englisch, aber bei Russisch?..Na ja, die Gedankengänge sind halt bei jedem etwas anders. Bei mir hat’s nicht besonders geholfen.

Gruß Kubi