Hi Martin,
es wäre interessant zu wissen, um was für einen Text es hier
geht. Möglicherweise ist er aus welchem Grund auch immer so
billig wie möglich beauftragt worden. Eine Grundregel ist,
dass man einen Begriff, der sich partout nicht recherchieren
lässt, lieber nicht als falsch wiedergeben sollte.
Nach den vielen Reaktionen hier im Forum, die eine Kuerzung aus ideologischen Gruenden vermuten, faellt mir nun auch auf, dass der Kontext fehlt 
Es handelt sich um die Synopsis eines Spieles. Der Text ist zu Werbezwecken gedacht.
Wenn nun aus Gründen der „Kostenoptimierung“ der Text z.B.
einem Übersetzer in Almaty gegeben worden ist, der zu
Zeilenpreisen von unter fünf Cent aus zwanzig in fünfzehn
Sprachen übersetzt, von denen er keine einzige
muttersprachlich beherrscht, greift die genannte Grundregel
eben schon auf einem ziemlich tiefen Niveau.
Die Kostenoptimierung spielt hier gewiss eine Rolle, zumindest ist mir in der Vergangenheit schon oefter die Schlampigkeit dieses speziellen Uebersetzers aufgefallen, der es oft nicht fuer noetig haelt, seine Texte auf Rechtschreibfehler hin zu ueberpruefen.
In der Tat ist der gegebene Begriff (wie heißt er eigentlich
im Original und in welcher Sprache) nicht mal eben so aus der
Lamäng deutsch wiederzugeben. Kann also bei entsprechenden
Zeilenpreisen auch eine Frage der verfügbaren Zeit sein.
Ich hab den genauen Text gerade selbst nicht vorliegen, die Uebersetzung ist vom Englischen ins Deutsche.
Aber eine Stilfrage ists im gegebenen Zusammenhang nicht.
In der Tat gibt es auch in ganz oder weitgehend sachlichen
Texten Stilfragen, die zu erheblichen Abweichungen von einer
Übersetzung Wort für Wort führen. Kürzlich ist mir etwa ein
Text von einem französischen Hersteller für Stadtmöblierung
begegnet, der sich primär an kommunale Beschaffungsstellen
richtet, und in dem im Zusammenhang mit den Produkten von
„esprit citoyen“ die Rede ist. Wenn ein Übersetzer den Begriff
in diesem Text wörtlich richtig mit „bürgerlich revolutionärem
Geist“ übersetzte, bekäme er das Ergebnis mit Recht um die
Ohren gehauen.
Schoenes Beispiel.
Ich habe die Frage ins Forum gestellt, weil ich immer mit den deutschen Uebersetzungen Aerger habe, ich vergleiche, was die Franzosen, Spanier und Italiener geschrieben haben, damit ich mir ein Bild darueber verschaffen kann, welche Spracheigenheiten eventuell nicht so einfach zu uebertragen sind. Genauer gesagt bin ich am ueberlegen, ob der Mensch einen Rueffel verdient oder nicht, obwohl die Orthographie hier gestimmt hat.
Im vorgelegten Text kann es außerhalb des Stils gute Gründe
für die Verkürzung des Textes geben. Die kann man aber aus dem
einen einzelnen Satz heraus nicht beurteilen, man müsste dazu
alles wissen, von Autor über Textsorte, vollständigen Inhalt,
Auftraggeber, Zielgruppe/Leserschaft bis zu den Vertriebswegen
des Produktes.
Der Originaltext ist nicht gerade brilliant geschrieben, von daher kann ich es verstehen, wenn ein Uebersetzer sich sagt, „Wie oft denn noch, da muss der Rotstift ran!“ Auf der anderen Seite haben die Texter versucht, wenig Information in viel Text zu stecken, damit die Website ein wenig voller wird. Die Website ist fuer die Fangemeinde dieses Spiels gedacht und soll beim Durchklicken die Atmosphaere des Spiels vermitteln. Die Zielgruppe ist ca. 18 bis 40 Jahre alt.
LG
Sprite