Übersetzung aus dem Katholischen erbeten

Liebe Katholiken,

obwohl ich mit dem Katholizismus noch nie in Berührung war, habe ich mich bereit erklärt, morgen anlässlich eines wer-weiss-was-Treffens eine Führung durch den Dom in St. Pölten zu machen.

Die letzten drei Tage habe ich mich durch einen riesigen Wälzer geackert, der Geschichte und Ausstattung des Domes behandelt.

Nur leider verwendet dieses Buch ein Vokabular, das ich nicht zur Gänze verstehe.

Was und/oder gegebenenfalls wofür bitte ist das:

Karner
Basilika
Apsis
Volto-Santo-Darstellung
Patrozinium
Presbyterium
Langhaus
Chor
Chorbogen
Chorgestühl
Stallen (dürfte ein Teil des Chorgestühls sein)
Chorjoch
Wandpilaster
Engelsputto
Altarblätter
Altarmensa
Tabernakelaufbau
Predella
Predellenbild
Immaculata-Figur
allegorisch
Liturgie (genauer genommen: „liturgische Neugestaltung des Chorraumes“)
Pappelmaserfüllung
Supraportfenster
Kartuschen
Voluten
Schalldeckel
Oratorium (Raum)

Und ich bitte um eine Erklärung dieses Satzes:
„Schließlich sind noch die zwei kleinen Oratorien an der Nordwand des linken Seitenschiffes zu erwähnen, die sich Propst Führer laut eigenen Angaben errichten ließ, um einen Ort zu haben, wo er privat Messen, Predigten oder Kinderlehren anhören könne und gleichzeitig auch um zu vernehmen, ob der Prediger auf eine Predigt studiert hat oder ob die Pfarrangehörigen den Gottesdienst besuchen und das Wort Gottes anhören.“

Würden die Pfarrangehörigen nicht den Gottesdienst besuchen und das Wort Gottes anhören, hätte der Prediger auf seine Predigt studiert?

Hanna

Liebe Katholiken,

obwohl ich mit dem Katholizismus noch nie in Berührung war,
habe ich mich bereit erklärt, morgen anlässlich eines
wer-weiss-was-Treffens eine Führung durch den Dom in St.
Pölten zu machen.

Die letzten drei Tage habe ich mich durch einen riesigen
Wälzer geackert, der Geschichte und Ausstattung des Domes
behandelt.

Nur leider verwendet dieses Buch ein Vokabular, das ich nicht
zur Gänze verstehe.

Was und/oder gegebenenfalls wofür bitte ist das:

Karner
Basilika = eine bestimmte Form einer Kirche; üblicherweise eine romanische Kirche. Der Ausdruck hat seinen Ursprung in der Basilika, die im späten römischen Reich ein Königsbau war; diese Form wurde dann, als das Christentum Staatsreligion wurde, von den Gemeinden übernommen.

Apsis = das kleine runde Gewölbe, das den Chor abschließt. Daher kommt übrigens das deutsche „Abseite“ und endlich auch „abseits“

Volto-Santo-Darstellung

Patrozinium = der Heilioge, dem die Kirche geweiht ist, hat das Patrozinium über diese

Presbyterium = wenn es nicht das Gremium ist, das eine evang. Gemeinde leitet (das ist aber wohl nur in der rheinischen und der westfälischen Kirche so), dann ist es ein Raum für die Presbyter (das sind die Ältesten, kommt aus dem grch. presbeutäs = alt)

Langhaus = das Langschiff der Kirche

Chor = schließt sich an das Langschiff an und ist der Raum, in dem früher der Chor saß oder stand. In Klosterkirchen war das der raum, der den Mönchen vorbehalten war. Oft steht dort noch das Chorgestühl, in dem sie Mönche während der Messe saßen.

Chorbogen = der Gewölbebogen des Chors

Chorgestühl = s.o.

Stallen (dürfte ein Teil des Chorgestühls sein)

Chorjoch

Wandpilaster = eine an die oder auf die Wand gemauerte Säule - sie steht also nicht frei

Engelsputto = Barockfigur, die einen Engel darstellt (aber immer kindliche Engel)

Altarblätter = Altäre haben oft Flügel, die aufgeklappt werden können. Ich vermute - sicher bin ich nicht, weil ich den Ausdruck noch nie gehört habe -, daß damit duie Flügel gemeint sind.

Altarmensa = der Tisch, auf dem der gemalte oder geschnitzte Altar steht. lat mensa = Tisch

Tabernakelaufbau = Tabernakel ist das Sakramentshäuschen, in dem nach der Eucharistie (Abendmahl) die Hostien (das Brot) aufbewahrt werden.

Predella = das Unterteil des Altars bzw. der Aufbau auf der Altarmensa, auf dem dann der eigentliche altar steht.

Predellenbild = das Bild auf der Predella

Immaculata-Figur = Figur der Jungfrau Maria. Immaculata = die Unbefleckte

allegorisch = bildhaft, übertragen gemeint

Liturgie (genauer genommen: „liturgische Neugestaltung des
Chorraumes“) Liturgie ist die Ordnung der feststehenden Teile des Gottesdienstes: Eingangsvotum, Sündenbekenntnis, Gnadenzusage, Ehre sei Gott in der Höhe, Gebete etc. „Liturgische Neugestaltung“ könnte bedeuten, daß nach dem 2. vatikanischen Konzil nicht mehr der Hochaltar, sondern ein im Chor aufgebauter „Volksaltar“ benutzt wurde.

Pappelmaserfüllung = Füllung aus Pappelholz, bei der man die Maserung sieht

Supraportfenster

Kartuschen

Voluten

Schalldeckel = eine Platte über der Kanzel. Bewirkt, daß der Prediger besser gehört und verstanden wird.

Oratorium (Raum) = Gebetsraum

Und ich bitte um eine Erklärung dieses Satzes:
„Schließlich sind noch die zwei kleinen Oratorien an der
Nordwand des linken Seitenschiffes zu erwähnen, die sich
Propst Führer laut eigenen Angaben errichten ließ, um einen
Ort zu haben, wo er privat Messen, Predigten oder Kinderlehren
anhören könne und gleichzeitig auch um zu vernehmen, ob der
Prediger auf eine Predigt studiert hat oder ob die
Pfarrangehörigen den Gottesdienst besuchen und das Wort Gottes
anhören.“

Würden die Pfarrangehörigen nicht den Gottesdienst besuchen
und das Wort Gottes anhören, hätte der Prediger auf seine
Predigt studiert?

Hanna

Der Propst Führer wollte einen Raum haben, in dem er unbeobachtet war und selber beobachten konnte: hat der Prediger seine Predigt auswendig gehalten, hat er fließend gesprochen oder getsammelt und gestottert? Wie haben sich die Gottesdienstbesucher verhalten? Haben sie geredet, gelacht, der Predigt zugehört oder sind sie eingeschlafen?

Die anderen Begriffe, die ich nicht übersetzt habe, sind Begriffe der Kunstgeschichte. Guck einfach mal bei Google nach!
Ich wünsch Dir viel Erfolg!
Gruß - Rolf

Hallo Hanna

Alle Begriffe hab ich nicht gefunden, aber hier mal die Ergebnisse meiner „Recherchen“ :wink:

Karner

http://de.wikipedia.org/wiki/Karner
"Ein Beinhaus, auch Ossarium (frz. Ossuaire), ist ein überdachter Raum, in dem sich Gebeine der Toten eines Friedhofes befinden, die ausgegraben werden mussten, um Platz für weitere Bestattungen zu schaffen. In Lothringen gibt es Beinhäuser beispielsweise in einer zum Friedhof offenen Krypta unter der Kirche von Vintrange (2. Foto) und in Schorbach im Bitscher Land in einem Haus mit offenen romanisch wirkenden Säulenarkaden vor dem Westportal der Kirche.

Vielfach findet man das Beinhaus in Kombination mit einer Friedhofskapelle. Speziell in dieser Form wird das Beinhaus auch als Karner bezeichnet.

Karner ist im österreichischen Raum sowie auch in Bayern der übliche Ausdruck. Dort gibt es bedeutende Beinhäuser in Hartberg und Mistelbach, aus dem 12. Jahrhundert, und in Tulln aus dem 13. Jahrhundert."

Basilika

http://de.wikipedia.org/wiki/Basilika
"Basilika (griechisch basiliké - „Königshalle“, lateinisch vollständig: basilica domus) war ursprünglich der Name großer, zu Gerichtssitzungen und Handelsgeschäften bestimmter Prachtgebäude.

Im Zuge der Christianisierung übertrug sich der Begriff auf die nach dem Vorbild der antiken Basiliken gestalteten Kirchengebäude insbesondere aus romanischer Zeit.

In der katholischen Kirche ist Basilika außerdem ein Titel."

Apsis

http://de.wikipedia.org/wiki/Apsis
"Die Apsis (griech. Wölbung, Bogen; Mz. Apsiden) ist ursprünglich eine halbrunde oder polygonale Altar-Nische in einer Kirche. Synonyme dafür sind: Apside, Koncha, Exedra, Tribuna, Presbyterium.

Später wird in vielen Kirchen der östliche Abschluß eines Kirchenraumes - dem Eingang bzw. Kirchturm gegenüber - halbrund geformt und als Apsis bezeichnet. Dort befindet sich dann auch die leicht erhöhte Plattform, auf dem die Messe zelebriert wird."

Volto-Santo-Darstellung

Tja, da hat Google den Dom in St. Pölten ausgespuckt und Wikipedia nix Gescheites …

Patrozinium

http://de.wikipedia.org/wiki/Patrozinium
„Das Patrozinium bedeutet in der katholischen Kirche die Unterstellung einer Einrichtung (Kirche, Spital) unter den Schutz eines Patrons oder einer Patronin. Das waren meist Heilige, doch gab es auch Patrozinien des Fronleichnams (Leib des Christus), des Heiligen Blutes (von Christus), des Heiligen Kreuzes und anderer Heiligtümer. Das Patrozinium konnte auch wechseln, wenn z.B: die Kirche Reliquien eines bedeutenderen Heiligen oder z.B. einen Splitter vom Heiligen Kreuz geschenkt bekam ode auf andere (nicht immer legale!) Weise erwarb. An den Patrozinien kann man mitunter erkennen, wer eine Kirche finanziert hat. So bauten z.B. die Kaufleute gern Kirchen mit einem Nikolauspatrozinium, denn er war der Schutzpatron der Kaufleute. Das Marienpatrozinium verbirgt sich oft unter der Bezeichnung „Frauenkirche“ oder „Unserer lieben Frauen“. Zum Namenstag des Patrons wird in katholischen Gegenden auch heute noch ein Patroziniumsfest gefeiert, meist mit einer Prozession.“

Presbyterium

http://de.wikipedia.org/wiki/Presbyterium
"Das Presbyterium (griech. Rat der Ältesten) bezeichnet

  1. ein früher dem Klerus vorbehaltener Raum in Kirchen, in der Regel beim Altar oder um ihn herum.
  2. die Priesterversammlung einer Diözese der römisch-katholische Kirche.
  3. in der Evangelischen Kirche Menschen, die zusammen mit dem Pastor für Gottesdienst, kirchlichen Unterricht, Seelsorge und Diakonie verantwortlich sind."

Langhaus

http://de.wikipedia.org/wiki/Langhaus
"Der Begriff Langhaus kommt in zwei Bedeutungen vor:

  • als Gebäudeteil einer Kirche Langhaus (Kirche)
  • als Wohngebäude in manchen Kulturkreisen Langhaus (Wohngebäude)"

Chor

http://de.wikipedia.org/wiki/Chor_%28Architektur%29
"In der sakralen Architektur bezeichnet Chor den Altarraum in Kirchen. Ursprünglich war der Chor ein für den Sänger nahe dem Altar bestimmter Platz.

In altchristlicher Zeit wird der Chor ohne besondere architektonische Ausformung gestaltet und ist nur durch Schranken innerhalb des Kirchenraums unterteilt. Später trat er als selbständiger Teil des Bauwerks hervor und wurde häufig - insbesondere in der Romanik - über einer Krypta erhöht. Daher stammt der Name hoher Chor.

Die reichste Ausgestaltung des Chores findet man in den Kathedralen Frankreichs, wo ein Kapellenkranz und ein Umgang üblich sind. Der Chor wird typischerweise mit Chorgestühl, Chorschranken und einem Chorturm versehen. Er war im Mittelalter häufig durch den Lettner abgegrenzt. Es entwickelten sich doppel- oder mehrchörige Gebäude.

Zeitweise war in Deutschland die doppelchörige Bauweise üblich, bei der ein Ost- und ein Westchor erbaut wurden.

In protestantischen Kirchen bezeichnet Chor die in das Langhaus hineingebauten Emporen für die Aufnahme der Orgel (Orgelchor) und der Sänger (Sängerchor)."

Chorbogen

Auch hier gibt’s weder auf Wikipedia noch auf Google etwas Gescheites; ich kann Dir aber soviel sagen, dass der Chorbogen auch architektonisch mit dem Chor (s. oben) zu tun hat.

Chorgestühl

http://de.wikipedia.org/wiki/Chorgest%C3%BChl
"Als Chorgestühl bezeichnet man die zwei- oder mehrreihigen Sitzreihen an den Längsseiten des Chorraums einer Kirche.

Sie werden etwa seit dem 13. Jahrhundert aufgestellt. Die hölzernen Sitzreihen sind gestuft und nach hinten mit einer Rückwand (Dorsale) abgeschlossen. Die Chorstühle (Stallen) – oft Klappsitze – haben Armlehnen (Accoudoir) und sind manchmal aber auch durch Wände getrennt. Hochklappbare Sitzbretter haben an ihrer Unterseite meist Konsolstücke, die so genannten Miserikordien (lateinisch: misericordia=Mitleid, Barmherzigkeit), an die man sich mit dem Gesäß abstützen und dadurch die Beine bei langem Stehen entlasten kann.

Das Chorgestühl wurde von geistlichen Würdenträgen unter anderem in Gottesdiensten und bei Stundengebeten genutzt.

Das Dorsale ist die ursprüngliche Bezeichnung für textile Behänge oder Wandbehänge im Chorgestühl und im ungeweihten Bereich. Später wurde diese Bezeichnung für die reich verzierte hölzerne Rückwand des Chorgestühls genutzt.

Das Chorgestühl ist häufig durch Schnitzereien reich verziehrt – ein prachtvolles Beispiel ist das spätgotische Werk von Jörg Syrlin im Ulmer Münster."

Stallen (dürfte ein Teil des Chorgestühls sein)

(s. Beschreibung oben unter „Chorgestühl“)

Chorjoch

Auch hier keine eindeutigen Treffer, aber wenn Du den Begriff im Google eingibst, kannst Du Dich durch ein paar Treffer durchlesen, dann sollte eigentlich klar sein, was das ist … :wink:

Wandpilaster

http://de.wikipedia.org/wiki/Historisches_Rathaus_Bo…

Guck Dir hier die Beschreibung zu „Schaufassade am Marktplatz“ an, dort sind auch Pilaster beschrieben.

Engelsputto

Tja, auch hier leider keine Treffer auf Wikipedia oder Google …

Altarblätter

hmmm, lies das mal durch, vielleicht kommst Du dann drauf (ich bin mir nicht ganz sicher, was das ist …): http://de.wikipedia.org/wiki/Carlo_Carlone#Weingarte…

Altarmensa

Hier ein Bild einer solchen: http://www.kirche-des-monats.de/2002/04/altarmensa.html

Tabernakelaufbau

http://de.wikipedia.org/wiki/Tabernakel
"Tabernakel (lat. tabernaculum „Hütte, Zelt“; im Deutschen meist mask.) ist in der katholischen Kirche die Bezeichnung für den Aufbewahrungsort der eucharistischen Brotsgestalt, die als der Leib Christi verehrt wird („das Allerheiligste“).

Der Name ist eine Erinnerung an das „Offenbarungszelt“ (Einheitsübersetzung) bzw. die „Stiftshütte“ (Lutherübersetzung) des Alten Testaments, die in der lateinischen Bibel tabernaculum testimonii heißt. In ihr wurden die Gebotstafeln Moses (als Allerheiligstes) aufbewahrt.
Zugleich ist das Wort eine Vorwegnahme des „himmlischen Jerusalem“ (s. Eschatologie), das als „Wohnung Gottes bei den Menschen“ (tabernaculum Dei cum hominibus) bezeichnet wird (Offb. 21,3).

Entsprechend seiner Bedeutung wird der Tabernakel seit der Gotik auf unterschiedlichste Art künstlerisch ausgestaltet und ist auch in modernen katholischen Kirchen ein Blick- und Andachtszentrum."

Predella

http://de.wikipedia.org/wiki/Predella
„Die Predella ist ein Sockel oder eine Stufe, auf der ein Altar steht. In der bildenden Kunst versteht man unter der Predella die Gemälde oder Schnitzereien am Rand oder der Unterseite des Altars. Damit werden meist Überleiferungen illustriert, z. B. das Leben eines Heiligen. Die Predella wurde manchmal als Reliquienschrein verwendet.“

Predellenbild

s. Beschreibung oben

Immaculata-Figur

http://de.wikipedia.org/wiki/Marienverehrung

allegorisch

http://de.wikipedia.org/wiki/Allegorisch
„Die Allegorie ist eine personale oder gegenständliche Darstellung eines abstrakten Sachverhaltes und in der Rhetorik eine Stilfigur, die einen bildhaften Ausdruck für einen abstrakten Sachverhalt anwendet; eine ausgeführte, über ein Einzelwort hinausgehende Metapher.“

Liturgie (genauer genommen: „liturgische Neugestaltung des
Chorraumes“)

http://www.poppelsdorf.de/unsere_pfarrkirche.htm
Vielleicht hilft Dir der Link weiter. Wenn Du ziemlich runterscrollst bis „Ambonen und Chorgestühl“, findest Du einen Beschrieb, wo auch der von Dir gesuchte Begriff drin vorkommt, und evtl. erkennst Du aus dem Zusammenhang die Bedeutung.

Pappelmaserfüllung

Tscha, Fragezeichen auf Wikipedia und Google …

Supraportfenster

Sorry, auch hier Fragezeichen auf Wikipedia und Google …

Kartuschen

http://de.wikipedia.org/wiki/Kartusche
„Der Ausdruck Kartusche (v. französ.: cartouche zylindrischer Kartenbehälter) bezeichnet allgemein eine Fläche, einem Schild ähnlich, die Wappen, Bildern oder Inschriften einschließlich eines Ornaments tragen kann. In der Ornamentik ein umrandetes Schmuckstück.“

Voluten

http://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:Search?search=V…
(such Dir das Passende aus *g*)

Schalldeckel

http://de.wikipedia.org/wiki/Kanzel_%28Liturgie%29
"Die Kanzel ist ein erhöhter Ort in Kirchen, Synagogen und Moscheen, von dem aus der/die Geistliche die Predigt hält.

Das Wort stammt von lat. cancelli „Gitter, Schranken“. In der Frühzeit des Christentums war der Predigtort Teil der Schranken zwischen Kirchenschiff und Altarraum.

Je größer die Kirchen wurden und je mehr Bedeutung man der Predigt zumaß, desto höher wurden die Kanzeln und desto kunstvoller wurden sie ausgestaltet. Aus akustischen Gründen wurden sie oft in die Mitte des Kirchenschiffs gezogen und mit einem SCHALLDECKEL versehen.

In vielen evangelischen Kirchen findet sich ein Kanzelaltar: Die Kanzel ist über dem Altar an der Stirnwand der Kirche angebracht und mit ihm in eine einzige Konstruktion integriert. Dies drückt die Gleichwertigkeit von Wort und Sakrament aus.

In katholischen Kirchen werden die alten Kanzeln, soweit noch vorhanden, heute nicht mehr gebraucht. Stattdessen gibt es seitlich vom Altar, meist am vorderen Rand der erhöhten Altarinsel, den Ambo, ein zweckentsprechend gestaltetes Rednerpult für die Schriftlesungen und die Homilie."

Oratorium (Raum)

http://de.wikipedia.org/wiki/Oratorium
"Ein Oratorium (von lat. orare = „beten“) ist

  1. ursprünglich die lateinische Bezeichnung für das deutsche Wort Kapelle im Sinne von „Bethaus, -saal“
  2. die vom heiligen Philipp Neri gegründete Kongregation, siehe Oratorium (Kongregation)
  3. das musikalische Oratorium, siehe Oratorium (Musik)"

Und ich bitte um eine Erklärung dieses Satzes:
„Schließlich sind noch die zwei kleinen Oratorien an der
Nordwand des linken Seitenschiffes zu erwähnen, die sich
Propst Führer laut eigenen Angaben errichten ließ, um einen
Ort zu haben, wo er privat Messen, Predigten oder Kinderlehren
anhören könne und gleichzeitig auch um zu vernehmen, ob der
Prediger auf eine Predigt studiert hat oder ob die
Pfarrangehörigen den Gottesdienst besuchen und das Wort Gottes
anhören.“

Also wenn Du hier das Wort „Oratorien“ durch „Betsaal“ ersetzst, sollte das Obige eigentlich verständlicher sein.

Puha, ich hoffe, meine Recherchen nützen Dir was!

Liebe Grüsse
Moni :smile:

Du hast mir sehr geholfen!!!
Jetzt sehe ich der Führung gelassener entgegen! :smile:

Hanna

Hallo Hanna,

wollte nur noch die Volto Santo Darstellung nachschieben, sonst hast du ja mittlerweile alles beisammen:

Volto Santo , italienisch, „heiliges Antlitz“.

Der Terminus bezieht sich auf ein im Dom von Lucca aufbewahrtes monumentales Kruzifix, auf dem Christus in gegürteter langer Tunika dargestellt ist. Das aus dem frühen 13. Jahrhundert stammende Werk ersetzt ein Vorgängerkruzifix, bei dem Nikodemus das Antlitz Christi unter Mithilfe von Engeln geschnitzt haben soll und von dem es heißt, dass es bereits im 8. Jh. von Palästina nach Lucca gelangt sei. 1098 war es im Dom von Lucca nachweislich noch vorhanden, ist aber später verschollen. Vom 12. Jh. an entstanden viele Nachbildungen, von denen das um 1160 entstandene so genanntes „Immerward-Kreuz“ im Dom von Braunschweig das bekannteste ist.
(Quelle: http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_9481.html)

Wird bestimmt ne tolle Führung!
Alles Gute,
Christian

Du hast Dir ja ziemlich viel Mühe gemacht! :smile:

Hanna

Hallo alle, die es interessiert!

Zunächst nochmal herzlichen Dank allen, die mir geholfen haben!

Heute waren wir in dem barockisierten Dom von St. Pölten. Ich habe mich über eine interessierte Zuhörerschaft gefreut. *dickeslobausspreche*
Was der Führung ein wenig hinderlich war, waren Optik und Akustik.
Im Dom brannte nur ein Licht (wir waren gegen 17:00 Uhr da, es war schon stockfinster), daher konnten wir das meiste (Hauptaltar, Seitenaltäre, Fresken, …) nicht sehen, nur erahnen. Und der Domorganist übte hingebungsvoll auf der Orgel - die mit Blumenkränzen und weißen Bändern geschmückten Seitenteile der Kirchenbänke ließen einen frohen Anlass erahnen: Offenbar wird morgen ein Paar vor den Traualtar treten!

Nun denn, wie auch immer: Die Führung war kurz, schön, und hat keinen überfordert.

Hanna

Heute waren wir in dem barockisierten Dom von St. Pölten. Ich
habe mich über eine interessierte Zuhörerschaft gefreut.
*dickeslobausspreche*

Als teilnehmerin an der Führung muss ich das dicke lob zurückgeben. Die führung war nämlich dank der führerin sehr interessant und das Interesse der Zuhörerschaft kam wohl genau daher. :smile:)

Livia

Grundwortschatz für Domführungen erwerben!!
Hallo, Hanna.
Ich lese Dein Posting leider erst jetzt.
Ich war bass erstaunt, daß Du Dich an eine Domführung wagst, bei der Dir sogar der elementare Grundwortschatz in der Kunst- und Baugeschichte fehlt.
Aus dem Lob ersehe ich, daß die Führung trotzdem gelungen ist. Herzlichen Glückwunsch!!
Ich bin selbst Domführer. Klar, man kann Laien (welches natürlich die Gäste meist sind) solche Fachausdrücke nicht an den Kopf werfen. Aber als Domführer sollte man sich doch etwas in diesem speziellen Vokabular auskennen, um selbst zu verstehen, was so in den Kunstführern etc. geschrieben ist.
Ich möchte Dich ermutigen, Dich weiterzubilden, denn solche Tätigkeiten machen viel Freude und erweitern das Verständnis der Geschichte, aus der wir ja alle leben.
Gruß
Jochen

Hallo Jochen!

Ich lese Dein Posting leider erst jetzt.

Macht nichts, ich hab die Führung bei guter Gesundheit überstanden :wink:))

Ich war bass erstaunt, daß Du Dich an eine Domführung wagst,
bei der Dir sogar der elementare Grundwortschatz in der Kunst-
und Baugeschichte fehlt.

Die Idee wurde aus der Not geboren.
Jene Teilnehmer, die sich sehr für eine Besichtigung des Domes eingesetzt hatten, waren beruflich dermaßen in Stress, dass ihnen eine Beschäftigung mit der Geschichte dieses Domes unzumutbar war.

Nun zähle ich, wie Du gemerkt hast, zu den Ungebildeteren, und ich fürchtete, vor Langeweile im Dom umzukippen - weil mir das, was ich sehe, von allein nichts sagt.
Also habe ich mich notgedrungen in die Materie vertieft.

Aber als Domführer sollte man sich doch etwas
in diesem speziellen Vokabular auskennen, um selbst zu
verstehen, was so in den Kunstführern etc. geschrieben ist.

Ja genau! Deshalb habe ich auch hier gefragt! Ich wollte nicht wie ein Blinder von der Farbe reden!

Ich möchte Dich ermutigen, Dich weiterzubilden, denn solche
Tätigkeiten machen viel Freude und erweitern das Verständnis
der Geschichte, aus der wir ja alle leben.

Mit Geschichte bin ich immer auf Kriegsfuß gestanden, denn ich habe die Jahreszahlen immer durcheinander geschmissen (und ohne meine schriftlichen Unterlagen hätte ich die Barockisierung des Domes tatsächlich in das 13. Jhd. verlegt! *schäm*).

Eigentlich wollte ich Geschichte und Kunstgeschichte nach der Führung wieder zu den Akten legen - vielleicht aber lohnt sich tatsächlich eine Beschäftigung damit.

Hanna